Die Story ist eine Slashstory meiner beiden Lieblingschars. Wer sowas also nicht mag, sollte besser die Finger von lassen.


Wie konnte etwas, was sich Amor-Wesen nannte, nur so verdammt hässlich sein? Nick starrte seinen Gegner an, während er mit seiner mit Eisenstacheln besetzten Keule um das Wesen vor sich herum schlich.

Es war groß, über 2 Meter, sah aus wie eine zu fett geratene Hummel auf zwei Beinen und mit dürren Ärmchen, die Krallenhände hatten. Nur dass es nicht gelb und schwarz war, sondern lila-grau und grün-blau. Eine sonderbare Mischung. Irgendwie wirkte der Körper metallisch. Es hatte Flügel, die allerdings sehr zerfleddert aussahen, ein großes Maul mit Reißzähnen und ein Horn auf der Stirn. Irgendwie wirkte es wie ein Sammelsurium an Absonderlichkeiten. Und es machte Ärger.

Monroe und Rosalee hatten ihm über dieses eher unbekannte Wesen kaum etwas sagen können. Rosalee hatte ihn vor dem Stachel an seinem Hinterteil gewarnt, der wohl irgendein Gift in sein Opfer injizieren konnte und Monroe hatte über die menschliche Seite dieser Wesen nur mitteilen können, dass sie Spieler waren. Leidenschaftliche Spieler, die allerdings nie auf Systeme setzten, sondern sich am Zufall erfreuten.

Er konnte mit diesen Informationen nicht wirklich etwas anfangen. Gut, er hielt sich von dem Stachel fern, logisch. Aber das hätte er auch so getan. Denn egal ob Gift oder nicht Gift, er wollte nicht gestochen werden.

„Warum nennt man dich Amor-Wesen?", fragte Nick seinen Gegner, weil ihm diese Frage bisher noch niemand beantwortet hatte und sein Gegenüber schien nicht direkt aufs Töten aus zu sein. Zumindest ließ es Nick Zeit, es genau zu betrachten.

Das Maul verzog sich, als es sprach. „Ich bringe Liebe."

Zweifelnd blickte der Grimm es an, sprang zurück, als es mit einer seiner klauenartigen Hände zuschlug. Die Ärmchen, an denen die Hände hingen, wirkten sehr dünn und zittrig. Er schlug mit seiner Keule danach und stöhnte auf. Dieses Ärmchen sah aus, als würde es zerbrechen, wenn man es nur anpustete, aber er hatte das Gefühl, auf ein Stahlrohr geschlagen zu haben.

Das Amor-Wesen lachte. „Tat´s weh?"

„Etwas." Nick umkreiste es, aber das insektenartige Geschöpf schien ihn überall zu sehen. „Für ein Wesen, was Liebe bringt, bist du ganz schön garstig."

„Liebe ist eines der stärksten Gefühle auf dieser Welt, vielleicht sogar das stärkste. Ich bringe Liebe und mit ihr Verderben und Unglück." Es lachte hämisch. „Willst du dich nicht auch verlieben, Grimm? Dann halte still und ich steche dich."

Nick nahm Anlauf und sprang auf eine Kiste, die in dem sonst eher kargen Lagerhaus stand, wo er das Wesen aufgespürt hatte. Von hier aus schlug er wieder mit seiner Keule zu und dieses Mal erwischte er es am Kopf. Dieser schien weniger gut geschützt und es taumelte ein Stück weg. „Brauchst du mir nicht erzählen", knurrte er. „Aber von Liebe hab ich im Moment die Schnauze voll." Was Beziehungsschmerz anging, war er derjenige, der die Geschichten erzählen konnte, fand er.

Hastig sprang er von der Kiste, als der Stachel von unten in seine Richtung stach. Er rannte weg, gelangte auf die andere Seite der Halle und hinter einen Stapel alter Kartons. Er fragte sich, warum er dieses Wesen eigentlich jagte? Es hatte wohl irgendwie ein wenig Unruhe gestiftet, aber wie genau, konnte Nick nicht sagen. Dummerweise schien dieses Wesen echt auf Spiele zu stehen und so hatte es Nick eine Nachricht geschickt.

‚Triff mich in der Lagerhalle am Ostpark diesen Sonntag um Mitternacht oder ich werde dein Leben und das deiner Freunde zerstören.'

Nick brummte grimmig. Natürlich war er der ‚Einladung' gefolgt, denn er stand nicht darauf, von einem Unbekannten bedroht zu werden. Und noch schlimmer war es für ihn, wenn seine Freunde ins Fadenkreuz gerieten.

Wieder griff Amor an, schlug die Kisten beiseite und stach mit seinem Stachel in den Haufen. Doch Nick war längst weg und schlug aus einem Sprung heraus wieder mit seiner Keule zu. Wieder traf er seinen Gegner am Kopf. Wie hatte Monroe so schön gesagt: Wenn dieser Typ unbedingt sterben wollte, dann sollte man ihm diesen Wunsch doch erfüllen. Nun denn…

Taumelnd von dem letzten Schlag schwankte das Amor-Wesen an die Wand und zwischen die Kisten. Doch es fing sich wieder und schlug Nick mit einem einer zerfledderten Flügel auf den Boden, als der gerade wieder zu einem Sprung angesetzt hatte. Wieder kam der Stachel auf den Grimm zu und Nick blieb nur, die Keule hoch zu reißen und damit den Stoß abzufangen.

Leider war der Stachel genauso eisenhart wie die Beine und Arme des Wesens und grub sich in das Holz. Die Wucht, mit der das Wesen seinen Hinterleib weg zog, riss Nick die Keule aus der Hand. Das Amor-Wesen fauchte und fuchtelte mit der Keule wild durch die Luft, bis sie sich löste und davon flog.

„Hey, passt doch auf, wo ihr das Ding hin schleudert."

Nick wich einigen Schlägen der Krallen aus und blickte zu Monroe hinüber, der ein wenig gelangweilt an der Tür der Lagerhalle stand und zuschaute. „Entschuldige, ich habe hier zu tun."

„Ich hab dir ja angeboten, dir zu helfen, aber…"

„Nein", knurrte Nick, sprang hoch und fing die Keule auf, die Monroe ihm zuschleuderte. „Danke."

Der Blutbader lehnte sich wieder gegen die Wand. Nick war richtig scharf auf den Kampf gewesen. Seit Juliette ihn verlassen hatte, war er eh immer sehr dafür, seine Gegner erst zu Hackfleisch zu verarbeiten, bevor er sie schließlich tötete. Und er war für jeden echten Gegner dankbar. Er selber hatte beim Training mit dem Grimm in letzte Zeit auch ganz schön einstecken müssen und schaute deshalb jetzt mit einer gewissen Genugtuung zu, wie das Amor-Wesen von einer Serie aus Tritten und Schlägen durch den Raum getrieben wurde.

Nick hatte endlich seinen Rhythmus gefunden und prügelte seinen Gegner von einer Seite der Halle zur andere. Und er war froh, dass es gut einstecken konnte. Endlich konnte er sich mal wieder richtig verausgaben. Monroe hatte beim letzten Training so einen heftigen Tritt gegen den Rücken kassiert, dass er kaum richtig laufen konnte und deshalb hatte er ihn auch gebeten, nicht in den Kampf einzugreifen. Irgendwie nagte ein schlechtes Gewissen an ihm, auch wenn der Blutbader ihm mehrfach versichert hatte, dass es nicht so schlimm sei.

Seine Gedanken waren ein wenig abgelenkt und das rächte sich bitter. Ein Schlag der krallenbesetzten Hand traf ihn und zerriss ihm die Jacke. Nick wurde herum geschleudert, flog ein Stück durch die Luft und knallte mit dem Kopf gegen die Wand. Er hörte Monroes Ruf, dann wurde ihm schwindlig. Etwas traf ihn am Bein, er stöhnte auf, hörte ein Knurren, ein Fauchen und verlor das Bewusstsein.