AN: Hallo Last of Us / EllieXRiley-Fans! Das hier ist meine erste Fanfic und ich hab sie angefangen, ohne den Hintergedanken, sie veröffentlichen zu wollen. Also einfach aus Spaß. Aber dann hab ich gedacht: Wieso nicht? Wenn's auch nur einen Einzelnen Spaß macht, sie zu lesen, bin ich schon glücklich. Ist doch besser als die Geschichte allein auf meinem Laptop zu verstecken, oder ? ;D Wie auch immer hier ist meine kleine Fanfic, ich hab noch keine Ahnung, wie weit sie gehen wird und wie häufig ich update. Kommt halt ganz darauf an, wie die Inspiration und Motivation ist! Viel Spaß :)
Kapitel 1: Eine neue Chance
Ellie
Ich war kein bisschen traurig, als ich die New Jersey Militairprepatory School (oder auch Waisenhaus genannt) verließ.
Im Bus war es stickig, die Fenster mit Brettern zugenagelt, von außen mit Stahlplatten verschlossen.
Nur ein winziger Spalt oberhalb der Bretter ließ ein wenig Licht und mehr oder wenger Luft hindurch.
"Eine neue Chance" haben sie das hier genannt. "Eine neue Chance, dieses Leben so zu akzeptieren, wie es nunmal ist."
Das war schon die dritte "neue Chance", die ich in den letzten 3 Jahren bekam. Aber gut.
Vielleicht würde es in Boston wirklich anders werden, vielleicht würde ich nicht so viele Verweise bekommen, dass ich dort sogar länger
als ein Jahr bleiben würde. Wie gesagt, vielleicht.
Als der "Bus" mit mir und zwei Jungen in meinem Alter vor der Schule anhielt, kamen zwei Soldaten an und öffneten die Türen.
Sie stellten uns nebeneinander auf und drängten uns in Richtung Eingang.
Ich konnte die anderen Schüler hören, wahrscheinlich war gerade Mittagspause, aber die Soldaten schoben uns in einen kleinen Raum.
Der "Empfangsraum". Gleich würden Fotos von uns gemacht und unsere Daten aufgenommen werden,
danach würde man uns ID-Karten in die Hand drücken und uns ins kalte Wasser werfen.
"Wartet hier!", sagte einer der Soldaten barsch. "Was sollten wir sonst hier drin machen ?", murmelte ich, was mir ein Grinsen von einem der Jungen einbrachte.
Der Soldat blickte nur angenervt drein und verschwand zusammen mit seinem Kollegen aus dem Raum.
Ich verschrenkte meine Arme und wartete ungeduldig. Ich kannte diesen Scheiß zu gut. Aber sieh's positiv, Ellie, ermarnte ich mich im Stillen, wenigstens musst du Jackson, diesen Vollarsch nicht mehr sehen!
Die Erinnerung daran, dass er mir das Leben nicht mehr schwerer machte, als es ohnehin schon war, heiterte mich ein wenig auf.
Jackson war ein breitschultriger, arroganter Trottel aus meiner alten Schule in New Jersey.
Er war ein Jahrgang über mir und hatte mich in der zweiten Woche zu seinem neuen Opfer erwählt.
Er ließ blöde Sprüche ab, sorgte dafür, dass ich immer als letztes in der Essensreihe stand und kaltes Essen bekam und machte mich im Kampfsportunterricht sogar mit Erlaubnis fertig. Zusammengefgasst: Er war einfach ein Arschloch.
Nach 5 Minuten in dem "Abstellraum" kam eine Frau herein. Sie würdigte uns keines Blickes und stellte einfach ein Kameragestell auf.
"Ellie Williams?", sagte sie und ließ ihren Blick über uns 3 streifen, "Stell dich vor diese Wand und schau einfach in die Kamera."
Ich tat, wie mir befohlen und schnell kam der Blitz als Zeichen für mein fertiges Foto.
Ich trat zur Seite als die Soldatin auch schon den Nächsten aufrief. "Lee McMahon. Selbes Spielchen."
Der Junge, der wegen meinem Kommentar vorhin gegrinst hatte, stellte sich vor die Kamera.
Seine Haut war dunkel und die schwarzen Haare trug er in Rasterlocken. Das sah man auch nicht alle Tage.
Ich schätzte ihn älter als mich, vermutlich 15 oder so.
Als sein Foto gemacht wurde, stellte der andere Junge sich schon an seine Stelle, ohne auf den Aufruf der Soldatin zu warten.
Ihr schien das Recht und auch sein Bild war schnell gemacht. Sie verließ den Raum mit dem Gestell und nach ein paar Minuten kam sie wieder und händigte uns unsere ID-Karten zusammen mit neuen Stundenplänen aus.
"So und jetzt geht und macht, was ihr halt zu tun habt. Wenn ihr Glück habt, bekommt ihr noch was vom Mittagessen ab."
Natürlich hatten wir kein Glück, die Kantine war so gut wie leer und ich musste in meinen Unterricht.
Ein Blick auf den Stundenplan verriet mir, dass ich Kampfsport hatte.
Großartig, ich bin am verhungern und muss mich jetzt auch noch prügeln. Ich machte mich auf den Weg in die Sporthalle und hielt nach dem Kursleiter Ausschau.
Immerhin hatten sie mich hergebracht ohne irgendwelche Sachen, keine Sportkleidung, keine andere Kleidung, gar nichts.
Ich hatte alles liegen lassen sollen in New Jersey, als sie mich früh morgens weckten.
Schmerzhaft dachte ich an meine Spiderman-Comics, die versteckt hinter'm Schrank lagen.
Alles, was ich hatte waren die Klamotten, die ich trug und mein Taschenmesser in meiner Hosentasche.
Zum Glück hatte ich das heimlich einstecken können. Es gehörte meiner Mutter und war das Einzige, was ich von ihr übrig hatte.
Und praktisch war es noch dazu. "Ellie Williams?" Jemand tippte mir auf die Schulter.
Ich drehte mich um und stand vor einem Mann mitte 30 mit Haselnussbraunen Haaren und netten blauen Augen.
Etwas verwirrt sagte ich: "Ja?" "Ich bin Josh, ich leite den Kurs", sagte er und schenkte mir ein kleines Lächeln. Der erste nette Soldat, den ich traf.
"Ich hab dich schon gesucht, komm mit ich geb' dir deine Sportsachen und das restliche Zeug."
"Ähm Danke", antwortete ich, immer noch verwirrt von seiner Nettigkeit. Dass es sowas unter Soldaten noch gab.
Ich folgte ihm in die Leiterkabine, wo ein grüner Rucksack stand. "Hier. Die Umkleiden sind gleich den Gang links", sagte er und deutete in die Richtung, "zieh dich einfach schnell um und komm dann in die Halle. Wir wärmen uns gerade auf, lauf dann einfach mit." Er lächelte noch mal und ging dann in die Halle.
Komischer Typ, dachte ich und ging in die Kabine, um mich umzuziehen.
Nach dem Einlaufen stellte Josh uns in Paare zusammen. "Riley? Du gehst zu Ellie."
"Alles klar!" Ein Mädchen kam zu mir herüber gejoggt. Sie hatte dunkle Haut, aber nicht so wie Lee, der Junge aus dem Bus.
Es war ein helleres Braun, wahrscheinlich war nur eines ihrer Elternteile afroamerikanisch gewesen.
Sie grinste und sagte "Riley!"
"Ellie", antwortete ich.
Ich war nicht gut darin neue Kontakte zu knüpfen und Smalltalk war auch nicht mein Ding.
Ich hoffte, dass die Zeit, in der ich eine der Neuen war, schnell vorübergehen würde und ich mich auf das Sammeln von neuen Comics und Büchern konzentrieren konnte. "Du bist also heute erst angekommen", sagte sie.
"Tzh ja. Sieht ganz so aus", schnaubte ich.
"Das heißt nicht, dass ich dich schonen werde, New Girl!", lachte Riley.
Ich schaute überrascht in ihre Augen und brachte sogar ein schiefes Grinsen zu Stande.
Die Leute hier in Boston schienen ausgeglichener als in anderen Zonen zu sein.
Vielleicht war das hier wirklich eine neue Chance. Josh zeigte uns ein paar Übungen, die wir nachmachten.
Als Riley mich gerade zu Boden wrestelte fragte sie: "Und hab ich zu viel versprochen?"
Ich raffte mich auf und lachte: "Nein, keines Wegs!"
"Also...was hat dich nach Boston verschlagen?"
"Zu viele Abmahnungen?", antwortete ich. Riley zog eine Augenbraue hoch.
"Dann bist du also eins von den bösen Mädchen?" Ich lachte über den Ausdruck. "So in der Art."
"Gefällt mir", sagte sie. Ich ahnte, dass sie auch "eins von den bösen Mädchen" war. Sie machte den Eindruck, als ob ihr Regeln auch nicht so wichtig waren.
Im Verlauf der Stunde schaffte ich es, Riley ein paar mal fertig zu machen.
Ich fand, dass man es mit ihr gut aushalten konnte, ich hatte sogar Spaß.
Nach der Stunde ging ich in die Umkleide und zog mich um.
Als nächstes stand Geschichte auf dem Stundenplan. Eines meiner Nicht-Hass-Fächer.
Ich fand es interessant, zu hören, wie die Welt einmal war und was die Menschen früher für verrückte Sachen machten.
Der Unterricht ging schnell vorrüber und ich ging zum Abendessen in die Kantine.
Ich stellte mich in die Reihe und war froh, ausnahmsweise mal nicht die Letzte zu sein.
Die Frau hinter der Theke gab mir mein Essen und ich hielt nach einem freien Platz Ausschau. Ein paar Meter weiter sah ich Riley wild mit den Armen wedeln.
"Ellie! Hierüber!"
Ich lächelte und ging zu dem Tisch um mich neben ihr zu setzten, aber jemand stellte sich mir voll in den Weg, sodass ich in ihn herein lief und mein Essen auf mein Shirt verteilte.
"Was zum?!", fluchte ich.
Vor mir stand ein Junge mit blonden, fettigen Haaren und einem gemeinem Grinsen auf den Lippen.
Hinter ihm standen zwei weitere Jungs, wahrscheinlich seine Handlanger.
Großartig.
"Sieh mal an, eine neue", sagte Butterhaar. Seine Kumpels lachten.
"Was willst du von mir ?", sagte ich genervt.
"Hm das weiß ich noch nicht. Aber du und deine roten Haare haben mich...rotsehen lassen!" Er und die beiden Schwachköpfe lachten lauthals über seinen schlechten Wortwitz.
Angenervt drückte ich ihm mein Tablet mit der übrig gebliebenen Erbsensuppe an die Brust und ließ es fallen.
"Ups. Tut mir Leid. Ich bin auf dem Fett, was aus deinen Haaren getropft ist, ausgerutscht."
Fetti wischte sich die Erbsensuppe vom Shirt, sein Gesicht nahm die Farbe einer Tomate an. "WAS HAST DU GERADE GESAGT?"
Er packte mich am Kragen und zog mich hoch.
"Lass mich runter, du Scheißkerl!", schimpfte ich und versuchte mich aus seinem Griff zu befreien.
"Du kleine Miese Ratte!" Er warf mich zu Boden aber ich rappelte mich schnell auf und ging auf ihn los.
Mistkerl! Was denkt er, wer er ist? Ich hab keine Lust auf einen Jackson 2.0!
Ich schlug ihn in den Magen und er krümmte sich kurz, dann ließ er seine Faust wirbeln und traf mein Kinn.
Das. Tat. Weh.
Nicht ohnmächtig werden, Ellie. Nicht ohnmächtig werden, dachte ich.
Bevor ich aber einen weiteren Treffer landen konnte, war Fetti schon am Boden.
Riley saß auf ihm und gab ihm einen Kinnhaken nach dem anderen.
Seine Handlanger wurden von zwei Mädchen und einem Jungen festgehalten.
"Fick dich, du Pisser", rief Riley. "Hey das reicht, Ri", sagte eines der Mädchen. Aber sie hörte nicht.
Die anderen stimmten zu und auch ich rief: "Hey! HEY! Er hat genug." Ich berührte ihre Schulter.
"Du bringst ihn noch um!" Riley hielt endlich inne. "Hätte er verdient", murmelte sie und stieg von ihm ab.
Fetti lag am Boden, seine Nase blutete und er stöhnte. Rileys Freunde ließen die anderen Scheißer los und sie halfen ihrem "Boss" hoch.
"Das wird dir noch leidtun, Abel", sagte Fetti.
Riley funkelte ihn böse an. "Das glaub ich nicht, Stewart."
Das Trio verließ die Kantine. Und die Zuschauer aßen weiter. So 'ne Prügelei scheint hier nichts Besonderes zu sein.
"He. Ähm. Danke", sagte ich mit einem Lächeln, "auch wenn ich das absolut im Griff hatte!", scherzte ich halb.
Ich hätte ihm schon gezeigt wo der Hammer hängt...Glaubte ich.
"Ganz genau !", lachte Riley und ließ ihre Knöchel knacken, "das haben wir gesehen. Wir wollten uns nur nicht den Spaß entgehen lassen!"
Wir gingen zu dem Tisch, an dem die 4 vorher saßen.
"Ethan ist ein mieses Schwein. Er denkt, dass er hier machen kann, was er will", sagte Riley.
Ich holte mir Servierten, um mein Oberteil sauber zu machen. Ich hoffte inständig, dass in dem Rucksack, den Josh mir gegeben hatte, Sachen zum Wechseln waren.
Ich hatte noch nicht reingeguckt.
"Tja, das konnte er auch die ganze Zeit über...bis du kamst Riley", lachte der Junge, der mir als Tino vorgestellt wurde.
Die anderen Mädchen hießen Lynn und Sophie und stimmten lachend zu.
"Riley ist hier also der sowas wie der Boss?", fragte ich amüsiert.
Lynn antwortete: "Sagen wir's so. Riley hat sich hier viel... Respekt"
"Eher Angst und Schrecken!", unterbrach Tino sie lachend.
"...viel Repekt eingeschafft", beendete Lynn ihren Satz.
"Eine gute Art zu umschreiben, dass sie hier allen in den Arsch tretet, die sich mit ihr anlegen!", sagte Tino.
Ich grinste. Da hab ich mir ja keine schlechte Gesellschaft ausgesucht, dachte ich.
"Wie du meinst", lachte Lynn. Ich schaute hinüber zu Riley, die neben mir saß.
"Also, New Girl. Leg dich nicht mit mir an!", scherzte sie.
"Hatte ich nicht vor!", lachte ich.
Wir unterhielten uns alle noch weiter und scherzten viel. Die meisten Witze gingen heute auf meine Kosten, aber keiner war böse gemeint.
Ich verabschiedete mich als die Durchsage zur Nachtruhe kam und fand meine Zimmernummer auf meiner ID-Karte.
Es lag nicht weit weg von Rileys und Lynns und Sophies (die beiden waren Mitbewohner) Zimmern. Tino schlief natürlich mit den anderen Jungs in einem anderen Gebäude. Als ich den Rucksack in meinem neuen Zimmer öffnete, fand ich außer meinen Sportsachen und zwei Handtüchern nichts.
Ernsthaft? Keine Wechselsachen? Ich schaute in den Schrank und fand Klamotten, die ungefähr in meiner Größe waren.
Gott sei Dank. Ich nahm eines der Handtücher und Klamotten, die als Pyjama durchgingen, und ging in den Duschraum.
Fertig geduscht und umgezogen legte ich mich in mein Bett.
Ich ließ den Tag reviue passieren und dachte an die neuen Leute, die ich getroffen hatte.
Bis auf Ethan Stewart (oder Fetti) war ich mit allen neuen Gesichter zufrieden. Mehr als das. Ich freute mich, Riley, Lynn, Sophie und Tino getroffen zu haben.
In meinem Kopf bildete sich ein Gedanke. Das könnten deine Freunde werden...
Ich schlief zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Lächeln im Gesicht ein.
Das hier war wirklich eine neue Chance.
