Es war eine Zeit, die sein Leben veränderte, aber es war nicht nur eine gute Zeit. Es war gleichzeitig auch die schlimmste Zeit seines Lebens.
„Geht das nicht etwas schneller?" Gilbert und Kiku waren auf dem Weg nach Italien in die Toskana. „Das Tempolimit liegt hier aber bei 80 km/h."
Wieso bin ich überhaupt mit ihm gefahren? , dachte Gilbert und schloss die Augen, um etwas Schlaf zu bekommen. Die Fahrt war lang und sehr ermüdend, aber was tat man nicht alles, nur um Roderich zu ärgern. Er hatte vor einiger Zeit erfahren, dass sein Lieblingsfeind den kleinen Feliciano besuchen und mit sich nach Österreich nehmen wollte, um ihn großzuziehen. Das kam dem Preußen gerade recht. Er liebte es, den braunhaarigen, vornehmen Pianisten zu ärgern, und außerdem konnte er die Gelegenheit nutzen, um seine heimlich Liebe wiederzusehen: Elizaveta.
Sie war eine mutige junge Frau mit langen braunen Haaren und grünen Augen. Eine Kämpferin, die auch ihre männliche Seite hatte. Elizaveta hasste ihn aufgrund einiger Differenzen in ihrer Vergangenheit, doch er hoffte innerlich, dass sich dies bald ändern würde. Egal wie viele Schläge er noch von ihr dafür bekommen würde.
Bevor er weiter ausschweifen konnte, wurde er von seinem Chauffeur abgelenkt. „Entschuldige, Gilbert-kun, aber unglücklicherweise sind die Bremsen defekt." „Was soll das heißen, die Bremsen sind defekt?" Doch die beiden hatten keine Zeit mehr zu reden. Ansonsten würden sie mit 100 %-iger Wahrscheinlichkeit gegen die zwei gewaltigen Bäume vor ihnen knallen. Also griff Gilbert seinem schwarzhaarigen Fahrer panisch ins Lenkrad und schaffte es, den Wagen auf einem Acker zum Stehen zu kriegen.
„So das wäre erledigt. Könntest du jetzt bitte die Bremsen reparieren? Du weißt, ich hab von so etwas keine Ahnung. Außerdem haben wir noch was vor." „Natürlich." Kiku legte sich sofort unter den Wagen und fing an. „Ich leg mich inzwischen etwas hin." „In Ordnung Gilbert-kun." Nun hatte er erstmal wieder Ruhe und konnte seinen Gedanken nachgehen. Allerdings übersprang er in seinem Kopf die Gedanken an Elizaveta, weil er wusste, dass er dann nicht mehr aufhören konnte, an sie zu denken. Und er wusste genau wie das enden würde. Er würde in seinem Halbschlaf anfangen zu reden und jeder, der in seiner Nähe war, würde wissen, dass er sie liebte. Doch das durfte niemand erfahren. Nicht einmal sein kleiner, blondhaariger Bruder Ludwig und Roderich erst recht nicht: Immerhin war er momentan mit Elizaveta zusammen. Wenn der Pianist das wüsste, würde er ihn nicht mehr in die Nähe seiner großen Liebe lassen. Also versuchte er schweren Herzens seine Gedanken an sie zu verdrängen und dachte stattdessen daran, wie er auf dieser Fahrt gelandet war. Er begann mit dem Zeitpunkt, an dem er Kiku gebeten hatte, ihn mitzunehmen. Er hatte vor einiger Zeit zufällig ein Telefonat von Kiku mit angehört, als er das letzte Mal bei ihm zu Besuch gewesen war. Kiku hatte vor nach Italien zu fahren, um Yao zu besuchen, der dort Urlaub machte und außerdem dort für seinen Chef ein außergewöhnliches Geschenk suchte.
Yao war ein alter, immer gut gelaunter Chinese, der mit seinem Panda durch die Welt reiste. Er liebte es zu kochen und alle möglichen Dinge aus allen möglichen Ländern zu sammeln. Er hatte den damals 4-Jährigen Kiku aufgenommen und großgezogen. Kiku sah es daher als Dankesgeste seinen „Ziehvater" ab und an zu besuchen. Also hatte Gilbert die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und den Japaner gebeten, wobei „gebeten" das falsche Wort ist. Er hatte sich vielmehr selbst eingeladen und so höfflich wie Kiku immer war, hatte er nichts gegen Gilberts leicht selbstgefällige Art einzuwenden. Auf jeden Fall war er so auf dieser Fahrt gelandet und der Preuße überlegte, ob es dieser Aufwand überhaupt wert war, nur um Roderich zu terrorisieren. Wenn er nur an das Bier dachte, welches er nun in seiner Stammkneipe genießen könnte. Warum auch nur eines? Wie wäre es mit zwei, drei, vier oder warum nicht gleich acht…?
„Gilbert-kun, wir können weiterfahren." Gilbert öffnete die Augen. Schon wieder war er von dem Japaner aus seinen Gedanken gerissen worden, aber nun konnten sie immerhin weiterfahren. „Na, dann mal los!" Der Albino erhob sich und stieg mit Kiku abermals in den Wagen. Nun konnten sie ihre Fahrt fortsetzen.
Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt kamen sie bei Yaos Haus an. Er hatte ihnen für ihren Aufenthalt sein Haus zur Verfügung gestellt und wohnte währenddessen in einem Hotel. Der Chinese liebte sein Hotel zwar, aber er fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, seine wertvollen Antiquitäten mit Gilbert und Kiku alleine zu lassen. Er war sich sicher, dass Kiku nichts beschädigen würde. Aber er war nicht davon überzeugt, dass Gilbert ebenfalls so vorsichtig sein würde. Schon als er das erste Mal seine roten Augen und sein hämisches Grinsen gesehen hatte, hatte er ein ungutes Gefühl gehabt. Ich glaube, ich schaue jeden Tag bei den beiden vorbei. Nur zur Sicherheit. Doch der alte Mann verwarf diesen Gedanken wieder denn genau das war der Grund aus dem er nun im Hotel wohnte. Ursprünglich wollte er gemeinsam mit Kiku in seinem Haus wohnen, doch als er erfuhr, dass Gilbert ebenfalls mitkommen würde, zog er in ein Hotel. Er kannte den Albino kaum, aber er fühlte sich in dessen Gegenwart einfach nicht wirklich wohl. Der Chinese fand es unhöflich Kiku in gewisser weise aus den Haus zu werfen (denn Gilbert wollte auf jeden Fall mit dem Japaner zusammenwohnen), also behauptete er, es wäre zu wenig Platz für drei Leute, wenn man die Antiquitäten mit einbezog, und war kurzer Hand umgezogen.
Yao gab Kiku den Haustürschlüssel und verschwand mit seinem neuen weißen Schimmel namens Robin Hood. (Er hatte es eigentlich für seinen Chef gekauft, weil es so süß war. Aber seinem Boss gefiel das Tier nicht so gut, also hatte er es für sich behalten.)
Nachdem der Chinese das Haus verlassen hatte, konnte Gilbert es sich wieder bequem machen. Er legte sich auf das nächste Sofa, das er sah, und setzte sein unterbrochenes Nickerchen fort. Kiku fing inzwischen schon mal an aufzuräumen, damit jeder ein Zimmer hatte, in dem er die nächsten Wochen schlafen konnte. Momentan sah man nämlich vor lauter aufeinandergestapelter Kisten und nebeneinander gequetschten Antiquitäten weder den Fußboden, noch konnte man bis auf das Sofa auf dem Gilbert lag und einigen Schränken die Möbel unter dem ganzen Kram wirklich gut erkennen. Er hatte zwar von der Sammelleidenschaft des Alten gewusst, aber er hätte nicht gedacht, dass diese Leidenschaft SOLCHE Ausmaße annahm. Vielleicht sollte er mit seinem Ziehvater einmal darüber sprechen. Doch heute war es zu spät um noch zu Yao zu gehen und er wollte ihn ja nicht belästigen. Also beschloss er das Thema bei passender Gelegenheit anzusprechen.
Während er aufräumte, sah er auch ab und zu nach dem schlafenden Gilbert. Er traute Gilbert nämlich ebenfalls nicht zu, dass er die Antiquitäten in einem Stück lassen könnte. Also schaffte er alles, was sich in Gilberts zukünftigem Zimmer und den anderen Räumen, die er nutzen würde, befand, in einen großen Saal, den er sicherheitshalber auch noch abschloss. Der Preuße war glücklicherweise schon so tief und fest eingeschlafen, dass er nichts mehr mitbekam. Der Japaner musste sich also nicht bemühen leise zu sein, da Gilbert eh nicht aufwachen würde. Nachdem er auch die letzte Statue, die vermutlich aus Ägypten stammte, weggeräumt hatte, konnte auch er sich endlich entspannen. Seinen rotäugigen Mitbewohner ließ er auf dem Sofa liegen, weil er wusste, dass es nichts bringen würde ihn aufzuwecken, damit dieser sich ins Bett legte. Auf ihrer gemeinsamen Fahrt hatte er ziemlich schnell festgestellt, dass der Preuße so gut wie überall schlafen konnte. Allmählich wurde auch Kiku ziemlich müde und beschloss ins Bett zu gehen. Immerhin hatte er auch morgen wieder einen anstrengenden Tag vor sich.
Anmerkung des Autors: So XD. Das ist das erste Kapitel meiner ersten Story. I hope you'll
like it.
Infos zur Story: Also diese Story basiert auf dem italienischen Film "Das Leben ist schön" von Roberto Benigi aus dem Jahr 1997. Ich fand, dass sich der Film gut für eine Story eignet, weil viele Charaktere den Hetalia Figuren in gewisser Hinsicht ähneln. Natürlich habe ich auch einige Änderungen vorgenommen, aber im Grunde ist es dieselbe Geschicht XD. Auch wenn die Geschichte selbst nicht von mir ist hoffe ich, dass es euch gefällt.
