Grüße,

das hier ist meine erste HP-FanFiktion, die ich versuchen werde, so realitätsnah wie möglich zu halten. Heißt, die Entwicklungen und Annäherungen in dieser Story brauchen ihre Zeit und das meine ich auch wirklich so. Hier fällt niemand nach drei Kapiteln übereinander her. Wer so etwas sucht, ist bei mir an der falschen Adresse.

Die Kapitel werden mit der Zeit auch länger, ebenso wie die Story an sich ein längeres, umfangreiches Projekt wird. Nur so als Vorwarnung.

Meine persönliche Altersempfehlung liegt bei +16. Ich bitte dies, im eigenen Interesse, zu berücksichtigen.

Da mir in den Einstellungen nur 2 Genres zur Verfügung standen, möchte ich hier noch anmerken, dass auch das Drama nicht zu kurz kommt.

Darüber hinaus werde ich mich an die Originalbezeichnungen aus dem Englischen halten, gerade was Personennamen, Ortsangaben, sowie Eigennamen betrifft. ( unter anderem: Hermione, Azkaban, Diagon Alley, Daily Prophet, Death Eater usw.) Ich hoffe, ihr stört euch nicht daran, aber es ist sprachlich die einzig korrekte Variante. ;)

Wie immer gehören auch hier die Figuren und Orte J.K. Rowling, und ich möchte kein Geld damit verdienen, sondern mir selbst und anderen eine Freude bereiten. Konstruktives Feedback oder wilde Mutmaßungen sind gern gesehen.

Leider musste ich feststellen, dass das System irgendeine Schwäche hat, die dafür sorgt, dass es meine Formatierungen beim Upload teils nicht richtig nimmt. ( Mitunter löscht es Leerzeichen, meist vom Übergang Kursiv zu Normaltext. ) Wenn jemandem so etwas auffällt, ich würde mich über einen kurzen Hinweis freuen, damit ich betroffenen Stellen nachbessern kann. :)

Updates wird es immer am Donnerstag geben.

Aber nun genug der Vorrede. Viel Spaß bei: Was im Verborgenen liegt


* © Das Harry Potter Universum, mit allen bekannten Orten, Handlungssträngen und Charakteren gehört der Queen: J.K. Rowling
* © Alternativer Plot, eigene Charaktere und alles andere, was neu ist, gehört mir, Alex


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Jede noch so kleine Entscheidung, die wir treffen, hat Einfluss auf unser Leben. Nicht nur auf unser Leben, sondern auch das unserer Mitmenschen. Manchmal weniger, manchmal aber auch mehr.

Und je nachdem wie wir uns entscheiden, kann es uns selbst ein glückliches Leben bescheren, anderen dafür aber Kummer und Leid bereiten.

Entscheiden wir uns aber dafür, Kummer und Leid selbst zu tragen, um es anderen, die wir lieben, zu ersparen, können wir in diesem still und leise vergehen. Ungesehen.

Hin und wieder hat das Schicksal jedoch ein Einsehen und lenkt unsere Entscheidungen, wie auch Geschicke, oder die anderer, so, dass man manchmal dennoch bekommen kann, was man sich wünscht…

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Gefangen

Es war ein kaltes, dunkles Verlies, in dem sie gefangen war. Ein Kerker, der noch 100-mal abscheulicher war, als Snapes in Hogwarts. Er war feucht und muffig, trotz des kleinen, schmalen, dick vergitterten Fensters, weit oben in der Steinwand. Es ließ gerade genug Licht herein, sodass sie schwache Schemen erkennen konnte, wenn der Himmel nicht, so wie jetzt, von schweren Regenwolken bedeckt war.

Doch selbst ohne diese war der Himmel bereits seit Monaten kaum noch zu sehen. Stattdessen lag er hinter feuchtkalten Nebelschwaden verborgen, die von den Dementoren herrührten, die zu brüten schienen und dadurch in ganz England eine schwerwiegende, drückende Kälte zurückließen. Hoffnungslosigkeit. Ein Gefühl, was Hermione auch ohne das Zutun dieser dunklen Geschöpfe seit einigen Tagen quälte.

Ihr Kopf lastete furchtbar schwer. Zu sagen, sie hätte nur Kopfschmerzen, hätte der Wahrheit in den höchsten Tönen gespottet. Nein, über so etwas Banales wie Kopfschmerzen wäre sie unendlich dankbar gewesen. Stattdessen schmerzte ihr gesamter Körper.

So war es nicht nur eine kalte, leicht muffige Luft, die den Kerker ausfüllte, sondern auch der Geruch von Blut, Schweiß und Krankheit. Es waren Gerüche, die von ihr kamen. Blut, welches auf ihrem Körper schimmerte und von zahlreichen Stich- sowie Schnittwunden herrührte, die sich bereits entzündeten.

Sie hatte das Gefühl, ihr ganzer Körper bestünde nur noch aus einem einzigen blauen Fleck. Jede einzelne Faser spannte unermesslich, während in ihrem Innern alles fürchterlich brannte und stach. Es war der Nachklang des Cruciatus, mit dem man sie noch Stunden zuvor gefoltert hatte.

Erst zum späten Abend, nachdem sie mehrfach das Bewusstsein verloren hatte, hatte Bellatrix aufgehört. Im Anschluss hatte man sie zurück in dieses Loch geworfen, mit dem festen Vorsatz, am kommenden Morgen weiterzumachen, um sie endlich zum Sprechen zu bringen. Nur, dass sie das nicht würde. Sie würde ihre Freunde nicht verraten. Lieber ging sie in den Tod, den man ihr aber genauso wenig gewährte.

Sie hatte in ihrer halben Bewusstlosigkeit noch gehört, wie einer der Death Eater Lestrange dazu gemahnt hatte, sie, das Schlammblut, noch nicht zu töten. Wenn sie tot wäre, könnte man Potter nicht mehr mit ihr locken.

„Harry…", flüsterte sie bei dem Gedanken an ihn kratzig und verweint, ehe sie sich auf dem feuchten Steinboden zusammenkrampfte. Dadurch flammte der Schmerz in ihrem Körper erneut stärker auf, bevor er minimal abebbte und alles wieder so war wie kurz zuvor.

Scheinbar für unendliche Stunden bis irgendwann, irgendwo weit weg ein leises Klack an ihre Ohren und somit ihr gequältes Unterbewusstsein drang. Dann Schritte, die seltsam verzerrt und dumpf auf dem kalten Stein widerhallten. Nicht wirklich so, als wäre das Geräusch im Hier und Jetzt, sondern weit weg. Wie durch Wasser.

„Nein…", wimmerte sie verzweifelt. Nicht nochmal. Nicht schon wieder. Sie ertrug das nicht mehr. Konnte nicht mehr. Verdammt, konnten diese Bastarde sie nicht wenigsten für ein paar Stunden in Frieden lassen?

Wie befürchtet verschwand ihr Besucher nicht. Zwar hielt er auf ihr Wimmern kurz inne, trat dann aber ganz zu ihr, worauf sie sich erneut verkrampfte. Angst und Panik stiegen in ihr auf. Angst, vor neuer Folter, sowie den anderen Misshandlungen.

Allerdings machte die Erscheinung keine Anstalten sie gewaltsam aus ihrem Verlies zu zerren oder sie hier drin weiter zu quälen. Stattdessen ließ sie sich neben ihr in die Hocke sinken und legte ihr eine etwas verwanzte, dafür aber umso wärmere Decke über den zitternden Körper. Im Anschluss griff der Unbekannte nach ihr. Sie zuckte unweigerlich zusammen und wimmerte in schierer Todesangst.

„Sch", hauchte ihr Gegenüber beruhigend und hüllte sie so behutsam wie möglich in die Decke. Hermione stöhnte dennoch unter jeder noch so kleinen Berührung. Zu stark hatte man ihr in den vergangenen Tagen bereits zugesetzt, als dass es auch nur eine Stelle an ihrem Leib gab, die noch unversehrt war.

Sie hörte die Gestalt leise murmeln, verstand aber nicht was, da die Schatten der Bewusstlosigkeit erneut drohten sie in kalte Untiefen zu reißen. Doch es kam nicht dazu. Stattdessen registrierte sie schwach, dass der Fremde sie äußerst vorsichtig umschloss und auf die Arme nahm. Sie zwang sich daraufhin die Augen ein Stück weiter auf, um zu ergründen, wer bei ihr war. Mehr als die groben Umrisse konnte sie jedoch nicht ausmachen. Dafür war es zum einen zu dunkel und zum anderen schmerzten sie ihre Augen durch die vielen Tränen zu sehr. Hinzu kam, dass sich die Gestalt die Kapuze des schwarzen Umhangs tief ins Gesicht gezogen hatte.

Doch so schlecht sie in dieser kalten Märznacht auch sah, umso deutlicher spürte sie eine angenehme Wärme, die von der Erscheinung ausging. Ihr halb erfrorener Körper nahm sie gierig auf, während ein beruhigender Duft in ihre Nase stieg und tief in ihrem Kopf etwas weckte. Vertrauen.

Schließlich bettete der Schatten sie behutsam auf das kleine Strohlager, was er mit ein paar leise gemurmelten Worten trocken zauberte. Als sie lag, zwang sie ihre Augen ein wenig weiter auf, um Sehen zu können, wer bei ihr war. Doch sie erkannte nichts von dem Fremden, der achtsam die Hand auf ihre zerschrammte Wange legte und vorsichtig darüber strich.

Die Hände des Besuchers gehörten eindeutig einem Mann, wenngleich sie dennoch sehr weich und fein waren. Weich, warm und allen voran sanft zu ihr. Es war ein beinahe zärtliches Streicheln, welches sie unwahrscheinlich beruhigte, obwohl all das um sie herum absolut nicht beruhigend war. Diese kleine Geste ließ im Augenblick aber genau dieses Gefühl in ihr zurück. Am Ende schloss sie die schmerzenden Augen für einen kurzen Moment, um zu vergessen, wo sie war und was in den letzten Tagen passiert war.

Der Fremde zog sie daraufhin wieder in seine Arme und legte ihr ein Glasfläschchen an die rissigen Lippen. Hermione bemerkte es lediglich am Rande, als sie erneut Geräusche hörte. Es war der Schatten, nur vernahm sie ihn so unendlich weit weg, wie durch Wasser. Sie konnte die Stimme niemandem zuordnen. Vermutlich hätte sie im Moment nicht einmal Harry oder Ron erkannt, wenn sie es denn gewesen wären. Ihre besten Freunde, auf die sie nach wie vor hoffte.

„Hermione? Komm, trink das. Die Schmerzen lassen dann etwas nach", hauchte der Fremde, worauf sie wieder in das für sie verschleierte Gesicht blickte.

Wer war das? Wer war hier bei ihr? Wer würde sie beim Namen nennen, anstatt sie als Schlammblut zu beschimpfen? Träumte sie? Wollte ihr dieser Jemand tatsächlich helfen, oder wollte man sie mit einem Trank nur gefügig machen? Versuchten die Death Eater sie so zum Sprechen zu bringen, damit sie ihre Freunde und Pläne verriet?

Ja das schien ihr das Wahrscheinlichste. Dass die scheinbar dargebotene Hilfe nur eine Finte war, weshalb sie versuchte, sich aus den starken Armen zu winden und den Kopf von der Phiole wegdrehte.

„Nein…", wimmerte sie leise, was ihren Gast irritierte. Nach kurzem Zögern zog er sie jedoch fest an sich und träufelte ihrer geschwächten Gestalt das Mittel vorsichtig ein.

Hermione wollte es nicht trinken, doch der Reflex zu schlucken, um so ihren trockenen Hals zu beruhigen, war größer. Nur einen Augenblick später ran die Flüssigkeit, die ein wenig wie Honig schmeckte, ihre Kehle hinab. Im nächsten Moment stellte sich die Wirkung des Tranks ein. Und das völlig anders, als sie erwartet hatte.

Es ließ nach. Das Stechen, Brennen und Reißen ließ zunehmend nach und ebbte so auf ein halbwegs erträgliches Maß ab. Der Schatten hatte nicht gelogen. Er hatte ihr wirklich helfen und ihren Schmerz lindern wollen. Zudem machte sich statt der Kälte, die bis dahin unaufhörlich in ihre Knochen gekrochen war, eine beruhigende Wärme in ihrem Körper breit, die dafür sorgte, dass es ihr die müden Augen zu zog.

Doch bevor sie die Erschöpfung, um eine neue Bewusstlosigkeit ereilte, spürte sie ein paar warme, weiche Lippen, die sie zärtlich auf die Stirn küssten. Im Anschluss fanden sie ihr Ziel an ihrem Ohr.

„Ich werd dir helfen. Ich werd dich aus dieser Hölle rausholen, sobald sich mir eine Möglichkeit bietet", versprach der Schatten und strich ihr nochmal behutsam über die blass-kalte Wange. Dabei driftete sie gänzlich weg und fiel in einen tiefen, schmerzfreien Schlaf, der sie träumen ließ. Träumen, von längst vergangenen Tagen…

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ