Disclaimer: Wie immer: Figuren etc. gehören JKR, die Storyline ist auf meinem Mist gewachsen, mit dem ich leider kein Geld verdiene. Falls es eine ähnliche Geschichte bereits irgendwo geben sollte und der Autor sich beklaut fühlt, tut es mir leid, aber ich habe diese Storyline noch nirgendwo gelesen. Ist alles in meinem Hirn entstanden :). Den Titel habe ich mir von einem Ärzte-Lied geliehen.
Zusatzinfo: Spielt im sechsten Schuljahr, das mit Dumbledore ist nie geschehen und joa... Blaise ist auch nicht ganz der, der er im Buch ist. ;) Nicht ganz so gemein und hinterhältig, sondern einfach... Blaise halt. So wie ich ihn kreiere.
Ich bin zurück! Eigentlich kam mir zu dem Titel erst ein melancholischer Oneshot in den Sinn, aber plötzlich konnte ich nicht anders, als mal wieder etwas mit Blaise zu schreiben und hier und da einige Flocken Humor einzubauen. Ich hoffe, ihr habt Spaß am Lesen und bleibt mir weiterhin treu. Vielen Dank!
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Nur Ein Kuss
By Puma Padfoot
xXx
Part One
Schülermassen strömten aus der Halle, um zu ihren Unterrichtsräumen zu pilgern. Frischer Kaffee- und Brötchengeruch folgte ihnen noch einige Meter aus der Großen Halle und ein schwarzhaarige Slytherin blieb noch einen Moment stehen, um mit geschlossenen Augen genau jenen Geruch einzufangen, ehe es für ihn hieß, sich mental auf die zwei folgenden Stunden Verwandlung einzustellen.
Es ging nichts über den Geruch von frisch gebrühten Kaffee. In der Hinsicht konnte Blaise Zabini den Hauselfen nur Anerkennung entgegenbringen. Nur sie schafften es, das dunkle Gebräu genau nach seinem Geschmack zu brühen, und erst nach der ersten Tasse am Frühstückstisch war er ansprechbar. Ein immer breiter werdendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er an seine Tasse Kaffe dachte. Damals fand er das Getränk zum-
„Uff!" Er wurde unsanft aus seinen Gedanken gerissen – und das wortwörtlich. Jemand hatte ihn mit der Schulter angerempelt und hatte ihn dadurch einen Meter nach vorne stolpern lassen. Noch während er nach vorne taumelte und versuchte, sein Gleichgewicht wiederzufinden, drang ein entsetzter Schrei an seine Ohren.
Gerade als Blaise sich zu der Person umdrehen wollte – daran, dass sie weiblich war, hatte die Tonhöhe kein Zweifel aufkommen lassen – sah er nur noch einen verschreckten Gesichtsausdruck und zwei sehr, sehr große und vor allem schwer aussehende Bücher, die direkt auf ihn zugesteuert kamen. Na prima. Der Morgen fing ja vielversprechend an. Konnte es noch schlimmer kommen?
Ja, konnte es. Und zwar in dem Moment, als eins der Bücher direkt auf seinen Fuß fiel.
Sofort stieß Blaise ein unterdrücktes Jaulen aus und gab dem Buch einen deftigen Tritt, ehe er sich fluchend den Fuß rieb, um den brennenden Schmerz zu lindern.
„Bist du denn total bescheuert!", kreischte im nächsten Moment eine Stimme los.
Schlecht gelaunt, mit schmerzenden Fuß und schlicht und einfach überfordert mit der ganzen Situation drehte sich der Slytherin wieder um und blickt in das Antlitz eines sehr wütend aussehenden Mädchens.
Rote Krawatte – Gryffindor. Auch das noch. Blaise verzog das Gesicht.
Buschige Haare, braune Augen – Hermione Granger. Merlin musste ihn heute wirklich lieben... Doch nein, er würde sich nicht provozieren lassen, er würde ganz ruhig bleiben... Auch wenn Ärger bereits vorprogrammiert war, immerhin hatten dieser Vorfall mit einer Gryffindor und einem Slytherin zu tun – die Vorurteile mussten schließlich bestätigt werden. Schicksal war schon eine komische Sache.
Hermione hob gerade das von ihm weggetretene Exemplar von „Bestien von A bis Z, in 1000 Seiten" auf, ehe sie sich vor ihm aufbaute. „Was fällt dir ein, so mit Büchern umzugehen? Das hier ist noch nicht mal meins, ich habe es nur ausgeliehen!"
„Na und?", knurrte er übelgelaunt, während er den pochenden Schmerz zu ignorieren versuchte. „Dir ist das blöde Teil ja auch nicht mit der Spitze auf den Fuß gefallen!" Ganz ruhig... Du bist wie ein Fels in der Brandung, du bist wie-
„Du tust mir ja so leid", schnarrte sie nur sarkastisch zurück, ehe sie das andere Buch aufhob und beide an ihre Brust drückte. „Was stehst du auch im Weg herum?"
„Wie bitte?", keuchte er, während es in ihren Augen aufblitzte. „Ich würde im Weg rumstehen? Erstens kann ich herumstehen, wo ich will und zweitens", er war einen Schritt an sie herangetreten und da er einen halben Kopf größer als sie war, war es nun an seiner Reihe, böse auf sie heranzufunkeln. „warst du diejenige, die in mich hineingerannt ist!"
„Aber du warst derjenige, der das Buch weggetreten hat!"
Ungläubig schnappte er nach Luft. „Was hat das damit zu tun? Fakt ist, du bist in mich reingerannt-"
Sie verstärkte nur den Griff um ihre Bücher. „War ja klar, dass du so gedankenlos reagieren würdest, ohne Rücksicht auf Verluste." Hochnäsig reckte sie das Kinn und machte Anstalten, sich an ihm vorbeizuschieben, ehe noch ein abfälliges „Was anderes habe ich von einem Slytherin nicht erwartet!" ihre Lippen verließ.
Seine Augen verdunkelten sich vor Wut und hätte sie sich nicht so schnell aus dem Staub gemacht, hätte er für nichts mehr garantieren können. Er hatte sich immer bemüht, neutral zu bleiben – in Wahrheit interessierte ihn die ganze Häuser-Konkurrenz kaum – und den Vorurteilen von wegen böser Slytherin und heldenhafter Gryffindor aus dem Weg zu gehen... doch irgendwann reichte es auch einem Zabini.
Abwesend strich er sich ein paar lange, dunkle Strähnen aus den Augen, ehe er völlig in Gedanken versank. Erst, nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, bemerkte er, dass er ganz alleine vor der Großen Halle stand. Jetzt würde er auch noch zu spät zum Unterricht kommen... dank Granger.
Blaise widerstand dem Drang, die Fäuste zu ballen. Nachträglich aufregen brachte so oder so nichts mehr und so murmelte er nur noch ein halbherziges „Blöde Kuh", ehe er zum Klassenraum ging.
xXx
Neville stupste Hermione mit einer schrumpeligen Karotte an. Sie hatten Kräuterkunde und sollten in Gewächshaus Nummer 2 die Namenlosen Jodler füttern. Die exotischen Pflanzen aus Peru liebten Möhren über alles und wenn sie satt waren (man könnte gehackte Karottenstücken direkt in ihre kleinen Blütenmäuler stopfen), hörten sie zudem noch auf, vor sich hinzuträllern. Ein netter und vor allem gewollter Nebeneffekt.
„Was ist?", fragte sie mürrisch nach, während sie sich darauf konzentrierte, die Karotte möglichst gleichmäßig zu zerschneiden.
„Was war denn vor der Großen Halle los? Du hast so aufgebracht gewirkt."
Als ihre Bewegungen mit dem Messer abrupter wurden und sie die Möhre sichtlich zerstückelte, trat Ron an Nevilles Seite. „Frag lieber nicht allzu genau nach", gluckste er, „Ich sag nur drei Wörter: Zabini, ein schlecht behandeltes Buch und eine darauf sehr wütende Hermione."
„Zabini?", fragte der rundgesichtige Junge überrascht nach. „Ist er nicht aus Slytherin? Was hast du denn mit ihm zu tun?"
„Nichts!", betonte Hermione und fuchtelte in derselben Bewegung mit dem Messer durch die Luft, sodass Ron und Neville einen Schritt zurücktraten. „Genau das ist es ja! Und plötzlich musste es krachen!"
„Ich sagte doch, es ging um ein Buch", wisperte Ron Neville zu, „Und wenn jemand Hermiones Bücher schlecht behandelt, sollte er zusehen, dass er nicht in ihrer Nähe ist."
„Ah." Neville nickte verstehen und betrachtete die Gryffindor, die aufgebracht an der Möhre herumhackte. Längst waren die Stücke nicht mehr regelmäßig. „War klar, dass ein Slytherin wieder Stunk machen musste. Es kam ja schon länger nichts mehr von ihrer Seite."
„Genau", pflichtete Hermione ihm bei. „Er sollte mir die nächsten Tage lieber nicht unter die Augen kommen. Immerhin hat er mein Buch getreten!"
„Wieso, willst du ihm diesmal das Buch um die Ohren hauen oder ihn verfluchen?", hakte Ron nach, nicht ohne den vorfreudigen Unterton in seiner Stimme ganz verbannen zu können.
„Nein", widersprach sie ihm düster, „Aber ich werde dann den ganzen Tag schlechte Laune haben."
Hätte sie gewusst, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen würde, hätte sie-... Ach, egal. Schicksal war schon eine komische Sache, nicht wahr?
xXx
„Komm schon, Blaise, oder willst du den ganzen Abend schmollend in der Ecke sitzen?"
Der Angesprochene hob verärgert den Kopf. „Ich schmolle nicht, ich mache Hausaufgaben", betonte er.
„Ja, klar, und deswegen läufst du schon den ganzen Tag herum, als würdest du am liebsten jemanden den Hals umdrehen", lachte Draco auf. „Komm und setz dich zu uns, uns fehlt noch eine Person fürs Pokern."
„Pokern?", meinte Blaise mit wenig Interesse. „Nah, heut lieber nicht."
„Nicht nur einfaches pokern...", raunte der blonde Slytherin, ehe er mit einem vielsagenden Grinsen eine Flasche Feuerwiskey unter seinem Umhang hervorzog. „Die Kiddies sind nicht mehr im Gemeinschaftsraum – jetzt kann der Abend beginnen."
Alsodas sah doch schon ganz anders aus. Mit einem lässigen Gesichtsausdruck ließ sich Blaise auf den freien Sessel fallen und griff nach dem Kartensatz, um ihn zu mischen. „Also Jungs, nach euren oder nach meinen Regeln?"
Draco lehnte sich nach vorne. „Da ich den Alkohol habe, wird nach meinen Regeln gespielt."
Blaise hob eine Augenbraue. „Und die wären?"
„Lust auf eine Partie Fluchpoker?"
Goyle kratzte sich unsicher am Kinn. „Was is'n das?"
„Der Verlierer wird verflucht – kein Grund, gleich so auszuflippen. Die Flüche sind von der harmlosen Sorte, sie kommen aus diesem Gefäß hier." Draco stellte eine kleine Flasche auf den Tisch. Sie war dunkelblau und mit einem Korken verschlossen. „Sie gehört zum Poker-Set. Öffnen wir sie, bekommt der Verlierer der Runde einen kleinen Fluch aufgehalst. Durch eigene Interaktionen kann er aber wieder aufgehoben werden."
„Interaktionen?", hakte Vincent nach.
„Wie auch immer", schnappte Draco und musterte die drei. „Kommt schon, wo bleibt sonst der Spaß? Ich spiele Fluchpoker nicht zum ersten Mal und weiß, wovon ich rede."
Blaise begann die Karten auszuteilen. „Hattest du dabei schonmal verloren?"
Draco beschwörte mit einem lässigen Schlenker des Zauberstabs vier kleine Gläser und schenkte ihnen Feuerwiskey ein. „Nein", antwortete er mit einem dreckigen Grinsen. „Und ich habe es diesen Abend auch nicht vor."
Blaise winkte ab. „Große Worte, nichts dahinter."
„Willst du mich etwa herausfordern?"
„Wer weiß? Vielleicht." Er griff nach dem Glas und leerte es in einem Zug.
Mit einem kehligen Lachen richtete sich der blonde Slytherin auf. „Lust auf eine kleine Wette?"
„Und der Verlierer wird verflucht? Top, die Wette gilt!"
xXx
Es kam, wie es kommen musste. Der Abend wurde spät und nacheinander wurden Goyle und Vincent verflucht – der eine musste allen Gemälden in Hogwarts ein Gedicht vortragen, während der andere den unwiderstehlichen Drang verspürte, eine bestimmte Hufflepuff zu kitzeln.
Und so kam es, wie es kommen musste: Blaise verlor ebenfalls. „Oh shit", murmelte er noch, ehe seine Augen die kleine Rauchwolke verfolgten, die aus dem Flaschenhals stieg und auf ihn zuwabberte. Automatisch schloss er die Augen, als sie sein Gesicht umhüllt und sich scheinbar auflöste.
Erwartungsvoll klebten die Blicke der anderen an ihm. „Hab ich doch gesagt", lachte Draco hämisch und leerte mit einem tiefen Zug die Flasche. „So, Alkohol ist alle, Poker ist zuende." Er stopfte unbeholfen den Korken wieder auf die Flasche, ehe er sich zu Goyle wandte, der apathisch in seinem Sessel hockte.
„Armer Kerl", meinte er ohne Mitleid, „Gleich morgen wird er beginnen müssen, wenn er vom Fluch befreit sein will. Hogwarts hat viele Gemälde... Und was ist nun mit dir?" Erwartungsvoll drehte er sich zum schwarzhaarigen Slytherin.
Blaise zuckte mit den Schultern. „Ich merk noch nichts. Vielleicht hatte ich einfach Glück und die Flüche in der Flasche waren aufgebraucht..."
Und dann tauchten die Bilder vor seinem inneren Auge auf.
„Komm her, mein Schatz!", flötete er mit honigsüßer Stimme, ehe er ihr hinterher rannte und versuchte, nach ihrer Hand zu greifen.
„Fang mich doch!", lachte sie glockenhell und jauchzte auf, als er sie um die Taille packte und einmal im Kreis wirbelte. „Was muss ich tun, damit mein Ritter mich wieder aus seinen Fängen lässt?"
„Küss mich", antwortete er mit tiefer Stimme und sie kam seiner Bitte nach, indem sie ihm die Arme um den Nacken schlang und-... .
Jemand rüttelte an seiner Schulter und Blaise stieß einen entsetzten Schrei aus.
„Blaise? Alles in Ordnung?" Draco stand vor ihm und musterte ihn kritisch.
Irritiert blickte Blaise sich um. War alles nur ein Traum gewesen? Er hoffte doch sehr, denn es war einfach nur... eine grauenhafte Vorstellung gewesen. Ein Schauer rann über seinen Rücken, doch mit einem Mal brach ihm der kalte Schweiß aus, als ihm klar wurde, wer die Personen in dieser Vision waren: Er selbst und niemand geringeres als Granger.
Es musste mit dem Fluch aus der Flasche zu tun haben und langsam dämmerte ihm, in welcher Hinsicht er verflucht war. „Oh nein", stöhnte er auf, ehe er den Kopf in die Hände vergrub.
Jetzthatte er wirklich ein Problem.
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tbc
Review? Ich würde mich sehr freuen :)
