AN: Hi das ist meine erste Geschichte ich hoffe sie gefällt euch :) Die Ortsnamen sowie die Statistiken sind frei erfunden. Mir gehören auch weder die Rechte von Supernatural noch von Criminal Minds.


Der Zufall ist schon eine merkwürdige Sache. Viele glauben nicht an den Zufall, andere rechnen fest mit ihm und überlassen ihm ihr Leben. Ich könnte euch jetzt etwas über Sofie und Mark erzählen, die an diesem schönen Donnerstagnachmittag zufällig in der gleichen Reihe im Café stehen, woraus sich durch das Austauschen von Nummern, einigen Missverständnissen und Tränen und letztendlich doch noch einem Happy End eine schöne kleine Liebesgeschichte entwickelt. Oder über Paul, der sich zufällig im Wald verirrt und dadurch Jane findet, die von ihrem Vater misshandelt und zum Sterben im Wald gelassen wurde, sie mit großer Anstrengung gerade noch retten kann und in ein Krankenhaus bringt, wo sie leider ein Jahr später in der psychischen Abteilung Suizid begehen wird.

Doch ich will euch lieber in ein kleines idyllisches Städtchen mitnehmen, genauer gesagt in ein kleines Diner nahe der Hauptstraße kurz vor diesem Städtchen. Es ist ein Diner, wie man sie überall findet, mit der üblichen Kundschaft, gelangweilten Serviererinnen und fettigen Tischen. Doch dort in diesem Diner braut der Zufall eine gefährliche Mischung zusammen. Denn während an einem Tisch hinten in der Ecke zwei Jäger sitzen, der eine groß mit kurzem blondem Haar und grünen Augen und der andere noch größer mit braunen Hündchen Augen, beide bekannt als die Winchester-Brüder, Kreditkartenbetrüger, Grabschänder und Mörder, vom FBI gesucht, betreten zwei der besten Agenten des FBI´s, einer dunkelhäutig mit glatt rasiertem Schädel, ein Frauenheld, der andere dürr, mit nerdhaften Aussehen und an Krücken gehend, dieses Diner um eine Gruppenbestellung aufzugeben. Leider ist dieses Diner auch das Ziel von einem kleinen heruntergekommenen Mann, der einen Raubüberfall mit Geiseln geplant hat.


Sam war nervös. Aber es war nicht die gute Nervosität, bedingt durch die Suche nach dem nächsten Monster, tagelangen Recherchen und endlich dem Rausch der Jagd, dem Adrenalinstoß, die Sorge, es nicht zu packen, einmal zu viel das Leben riskiert zu haben und die grenzenlose Angst den Bruder zu verlieren, die sich nach dem Erfolg in pure Lebensfreude verwandelt. Nein. Es war die schweißtreibende Nervosität, die in den ruhigen Zeiten am stärksten zu spüren ist. Das Prickeln im Nacken während der Fahrt; die leichte Übelkeit, die ihn vom Essen abhält; die dunklen Gedanken, die ihn am Schlafen hindern; der kalte Schweiß, der ihm morgens auf der Stirn steht. Die Nervosität, die seit der ersten Vision zu spüren war, die, mit der Angst, erneut zusammen zu brechen, den Tod eines fremden Menschen zu erleben und sich dann mit Kopfschmerzen und der Hoffnung, nicht zu spät zu kommen, auf die Suche nach noch einem Wunderkind zu machen, immer stärker wurde. Die Nervosität abzurutschen; den Plänen des Gelbäugigen nach zu gehen, wie so viele zuvor; auf die Dunkle Seite zu wechseln: selbst das Monster zu werden, das er sonst jagt.

Jetzt sitzt er hier nach Vollendung des Jobs und das Hoch der Jagd ist schon wieder verflogen. Er rührt gelangweilt in seinem Kaffee und beobachtet Dean, der gerade glücklich die ersten Bissen seines Bacon-Cheese-Burgers verschlingt. Sie kamen vor ein paar Tagen nach Nortgrohll, nachdem sie von einigen mysteriösen Todesfällen letzten Vollmond gehört hatten und konnten gerade noch rechtzeitig herausfinden wer es war. Die Jagd endete mit verzweifelten Schüssen kurz vor Morgengrauen in einem Vorgarten, nach einer erfolglosen Suche die ganze Nacht hindurch. Ian McRistuck hatte vier Menschen ermordet, bevor die Winchester ihn erledigen konnten. Kurz gesagt: es war nicht ideal verlaufen. Sie konnten noch nicht mal die Leiche entsorgen, denn der Pudel des Hauses konnte sein Frauchen gerade jetzt überzeugen in den Garten zu gehen, was zu einem schrillen Schrei und dem Ruf nach der Polizei führte. Er reibt sich gedankenverloren den Arm und zuckt zusammen: dort hatte er einen Streifschuss abbekommen, schmerzhaft, aber nicht weiter schlimm. Sie hatten den ganzen Vormittag damit zugebracht ihre Wunden zu lecken. Jetzt wollen sie nur noch kurz essen und dann abhauen.


Nancy steckt sich ihre braunen Haare hoch und bindet sich die Schürze um. Sie prüft noch mal ihr Make-up im kleinen Spiegel im schäbigen WC im Diner und wischt sich ärgerlich die letzten Spuren von Tränen aus dem Gesicht.

Gestern hatte ihr Freund mit ihr Schluss gemacht. Nach zwei Monaten. Er wollte eine andere treffen, die er kennen gelernt hatte. Sie sei lockerer trauf, müsse nicht so viel arbeiten und hat vor allem keinen 2 Jährigen Sohn.

Noch dazu hatte Tim heute Nacht Albträume und sie mehrmals geweckt.

Sie ist also fix und fertig und anstatt sich mit Tim kuschelnd aufs Sofa zu legen, Eis zu essen und König der Löwen oder Aschenputtel zu sehen hatte sie die Mittagsschicht. Sie muss also noch bis 19.00 bleiben, Kinder-Gemecker und blöde Sprüche von irgendwelchen Typen anhören, die sie fast wie Fleisch begaffen. Sie nahm ihr Notizblock und ging zum nächsten Tisch. Heute hasste sie alle Männer.


„Reid!"

Reid blickt von seinem Kaffee hoch und schaut Morgan fragend an.

„Hast du mir überhaupt zugehört? Ich habe dich gefragt, was du denkst. Du hast den ganzen Weg hierher keinen Ton gesagt und nur gegrübelt. Außerdem ist das, glaub ich, der siebte Löffel Zucker. Das muss selbst dir zu süß sein, bei der kleinen Tasse."

Das BAU-Team des FBI's war am Mittwochnachmittag wegen einer mysteriösen Mord Serie eingeflogen. JJ, ihre Kommunikationsbeauftragte, hatte ihnen Mittwochvormittag einen neuen Fall zugeteilt. In Nortgrohll wurde vor vier Wochen ein Mann ermordet und sein Herz entnommen. Da jetzt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wieder eine Leiche ohne Herz gefunden wurde, lag der Verdacht nahe es mit einem Serienmörder zu tun zu haben und man hatte das FBI hinzugerufen. Sie waren sofort in den Jet gestiegen und hatten so schnell wie möglich ein Profil erarbeitet. Der große Zeitraum zwischen den Morden machte die Sache schwieriger, da der Täter vermutlich erst wieder in einem Monat zuschlagen würde und es bisher nichts gibt, dass die Opfer miteinander verbindet. Es schienen Möglichkeitsopfer zu sein: zur falschen Zeit am falschen Ort. Das ließ den Profilern wenig zu arbeiten. Letzte Nacht waren nun zwei weitere Leichen aufgetaucht: eine junge Frau und ein mittelalter Mann. Es ist jedoch nicht klar, ob der Mann zu der Serie hinzugehört, denn anders als bei der Frau fehlte weder das Herz, noch wirkte es wie ein Tierangriff. Er wurde nackt und mit zwei Silberkugeln im Herz in einem Garten vorgefunden. Eine Zeugin sah zwei Männer wegrennen, als sie am Tatort erschien. Das alles deutet eher auf einen einzelnen Mord hin. Trotzdem sieht es so aus als eskaliert der Täter schon jetzt.

Nachdem sie seit halb sechs wach waren und bisher zu keinem Ergebnis kamen, sind Morgan und Reid losgegangen, um für alle Essen zu holen. Jetzt warten sie bis die Bestellung fertig ist, vermutlich noch 20 Minuten, und trinken die zigste Tasse Kaffee für heute.

„Mich beschäftigen die entfernten Herzen. Wusstest du, dass bei Organdiebstahl bei Leichen das Herz am häufigsten gestohlen wird? In vier von zehn Fällen dient es dabei okkulten Zwecken. Die anderen sind dabei für illegale Transplantationen oder wissenschaftliche Neugier. Ist dir aufgefallen, dass die Morde immer bei Vollmond geschehen sind? Ich denke wir haben es mit okkulten oder religiösen Ritualen zu tun. Sehr viele Rituale richten sich nach den Phasen des Mondes. Leute lassen ihr Haare nur in bestimmten Phasen schneiden oder pflanzen und ernten Pflanzen nur in bestimmten Phasen, da sie dann besonders gut wachsen und besonders gesund sein sollen. Auch bei manchen Voodoo- oder satanischen Ritualen sind die Phasen von Bedeutung."

„Du glaubst also, dass es dem Täter nur um die Herzen geht. Irgendein Satanist?"

„Das wäre doch möglich. Deshalb ist es ihm auch egal, was für Menschen er tötet. Er braucht lediglich die Herzen. Nur seltsam warum…"

Reid hatte sich während des Redens im Diner umgesehen, doch plötzlich bleibt sein Blick an einem Tisch in der Ecke hängen. Aufgeregt richtet er sich an Morgan.

„Weist du noch Sam und Dean Winchester? Die im Moment auf der Most-Wanted-Liste stehen? Wenn mich nicht alles täuscht sind sie das dort an dem Tisch in der Ecke."