Disclaimer: Alles gehört der blonden, englischen Mutter, die viel mehr Geld hat als ich.

Warnung: Jo, auch hier wieder: Spanking von Minderjährigen! Für diejenigen, die nicht wissen was das ist: Ihr seit offensichtlich fähig das Internet zu bedienen... googelt! :D

Viel Spaß beim lesen!


Albus stürmte durch die Korridore, sein Gesicht eine Mischung aus Angst, Wut und Entschlossenheit. Minerva neben ihm und die Weasley Eltern zusammen mit Severus dahinter, sprachen kein Wort. Halb aus Angst um das Leben der Schüler, halb aus Furcht vor den Wellen purer Energie, die von dem mächtigsten Magier aller Zeiten ausging. Aus der Ferne hörten sie den leisen Gesang von Fawkes. Albus Herz setzte einen Moment aus und er beschleunigte seine Schritte. Ein Funken Hoffnung keimte ihn ihm auf.

Durch den offenen Geheimgang im Badezimmer ging es durch dreckige Tunnel, an einer riesigen Schlangenhaut vorbei. Zwei Gestalten tauchten vor ihnen auf und Mrs Weasley schrie kurz vor Erleichterung auf.

„Ron", rief sie und zog ihn in eine Knochenbrechende Umarmung.

„Mum? Wo kommst du her?", fragte ihr jüngster Sohn, während Severus sich über Lockhardt beugte.

„Was glaubst du wohl, junger Mann? Ein Monster schleicht hier herum und du und Harry kommt auf die glorreiche Idee es alleine zu stellen..."; bevor sie sich in eine ihrer Tiraden hineinsteigern konnte, legte Arthur ihr eine Hand auf den Arm. Albus warf einen Blick zu Severus, der nur auf Lockhardt deutete und ein ganz untypisches Grinsen von sich gab.

„Scheint, als hätte er sich selbst einen Zauber aufgehalst. Er hat sein Gedächtnis verloren."

„Mr Weasley", wandte Albus sich an den rothaarigen Jungen, bemüht seine Stimme ruhig zu halten, auch wenn er den Jungen am liebsten an den Schultern durch geschüttelt hätte.

„Wo ist Mr Potter?"

Ron deutete mit den Daumen über seine Schulter zu einem Steinhaufen, der den Durchgang versperrte.

„Dahinter. Wir wurden getrennt. Aber es ging ihm gut und er wollte allein in die Kammer..."

Er stoppte, als er das Funkeln in den Augen seines Schulleiters sah. Alarmiert wich er einen Schritt zurück. Albus beachtete ihn nicht, sondern hob seinen Zauberstab und räumte die Steine weg, ohne den Tunnel dabei einstürzen zu lassen. Ohne ein weiteres Wort rauschte er davon. Minerva, Severus und Arthur auf seinen Fersen, während Molly bei ihrem Sohn blieb.

Sie erreichten die offen stehende Kammer und stürmten durch einen dunklen Gang, dessen Boden mit dreckigen Pfützen überseht war. Arthur rutschte aus und als er sich wieder hochrappelte, starrte er entsetzt auf seine Hände. Sie waren rot, voll mit noch warmen dunklem Blut. Ein Schrei, wie nicht von dieser Welt hallte von den Wänden nieder und ein goldener Streifen Licht erschien am Ende des Ganges. Albus erkannte Fawkes Stimme natürlich sofort, doch das beruhigte ihn keineswegs. Er hatte diesen Ton erst einmal gehört. Und das war als er nach der finalen Schlacht mit den restlichen Todessern fast gestorben wäre und Fawkes ihn mit seinen Tränen gerettet hatte.

Sie erreichten eine große Statur von Salazar Slythering, vor der ein riesiger Kadaver lag. Ein Basilisk! Offenbar tot, blutüberströmt mit ausgestochenen Augen. Sie umrundeten das Biest vorsichtig. Der Anblick der sich ihnen am Kopf des Monsters bot, ließ Minerva auf keuchen, während Albus an die Seite seines Schülers eilte. Harry war durchnässt, sein Umhang mit Schlamm und Blut bespritzt. Sein Gesicht hatte ein paar tiefe Schnittwunden und er sah blass aus. Aber in der Hand hielt er ein silbernes Schwert und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht auf, als er die geschockten Erwachsenen vor sich auftauchen sah. Fawkes saß auf seinem Arm und ließ eine letzte Träne auf die aggressiv gerötete Wunde fallen. Neben dem Jungen lag ein ausgerissener Basilisken Zahn, aus dem noch sanft das Gift tropfte. Es brauchte kein Genie um zwei und zwei zusammen zu zählen.

Harry streichelte den Phönix kurz, der einen zufriedenen Laut von sich gab, seinen Besitzer sanft zu zwitscherte und sich dann in die Luft erhob, um sich auf Severus Schulter zu setzen. Albus kniete sich vor dem Jungen und nahm sein Gesicht in beide Hände, während er ihm tief in die Augen sah.

„Bist du in Ordnung, Harry?", fragte er und war selbst überrascht, wie besorgt seine Stimme klang.

„Klar", antwortete der Junge feixend und deutete dann auf die tote Schlange. „Ich würde sagen unser kleines Schlangenproblem hat sich erledigt, Schulleiter."

Albus starrte ihn an. Die Panik der letzten Stunde und die Angst um den Jungen nahmen überhand. Und nachdem er sich solche Sorgen gemacht hatte, saß der Bengel gut gelaunt hier und schien nicht einmal zu begreifen, dass er fast gestorben wäre. Seine Emotionen kochten über und ohne darüber nachzudenken packte er den Jungen bei den Oberarmen und zog ihn mit einem Ruck nach oben. Kaum stand er, beugte er den kleinen Jungen über sein aufgestelltes linkes Knie und drückte ihn mit einem Arm fest nach unten. Bevor auch nur einer der Anwesenden begriff was passierte, hatte er die Hand hoch erhoben und ließ sie auf Harrys erhobenen Hintern krachen.

Harry war wohl der letzte der verstand, was mit ihm passierte. Denn Albus hörte hinter sich das erstaunte Keuchen lange bevor die erste Reaktion des Bestraften kam. Erst nach zehn krachenden Schlägen, begann Harry unkomfortabel hin und her zu rutschen. Nicht das er eine Chance hatte sich zu befreien. Er sagte keine Wort, protestierte nicht, wohl viel zu geschockt um etwas anderes heraus zu bringen, als ein leises wimmern. Trotzdem seine Hose ihm ein wenig Schutz bot, brannte seine Kehrseite bald wie Feuer und dazu kam noch die Scham über dem Knie seines Schulleiter zu hängen und den Hintern voll zu bekommen, wie ein kleines Kind.

Albus schrieb ihm seine ganze Angst und Wut auf seine vier Buchstaben, viel zu sehr damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass dies nie wieder passierte, als sich zu fragen, wann ihm der Junge so ans Herz gewachsen war. Er verteilte die Schläge großzügig, jetzt ebenfalls auf Harrys Oberschenkeln und die gewünschte Reaktion blieb nicht lange aus.

Die erste Minute blieb Harry stoisch, die zweite versuchte er sich zu befreien und wimmerte, in der dritten brach der Damm und heiße Tränen rollten ihm die Wangen herab, während er versprach ein guter Junge zu sein und flehte, dass Albus stoppte. Der tat es, aber erst als Harry schlaff über seinem Bein lag und sein Flehen in ein Stein erweichendes Schluchzen übergegangen war. Zufrieden damit, dass Harry ausreichend bestraft worden war, begann er beruhigende Kreise auf seinem Rücken zu zeichnen. Langsam verebbten die Schluchzer.

Harry konnte es nicht glauben, als er Albus sanfte Hand auf seinem Rücken spürte, die ihn vorher noch so harsch versohlt hatte. Noch nie war er in so einer Situation gewesen. Die Dursleys hatten Ohrfeigen ausgeteilt, aber das war auch schon alles an körperlicher Berührung gewesen. Lieber hatten sie ihn in den Schrank gesperrt und hungern lassen. Er verstand es nicht. Es war sein zweites Jahr in Hogwarts und er war ein Held unter den Schülern. Nicht nur, weil Voldemort beim Versuch ihn zu töten sich selbst ins Nirvana geschossen hatte, sondern auch weil er in diesen fast zwei Jahren das ein oder andere Abenteuer durchgestanden hatte.

So hatte er den kriminellen Professor Quirrel aufgehalten den Stein der Weisen zu stehlen, einen Drachen aus Hogwarts geschmuggelt, Mr Weasleys Ford Angliar nach Hogwarts geflogen, Mrs Norris einen permanenten Duft nach Fisch in der Nase hatte und sie so keine Schüler mehr aufspüren konnte und hatte organisiert, dass die grauenvolle und sadistische Professor Umbridge von ihrem Posten als Pflege magischer Geschöpfte Lehrerin entfernt wurde. Nachdem der Basilisk einen Weg aus der Kammer gefunden und mehrere Schüler (unter anderem Hermine) versteinert hatte, war es doch seine Pflicht gewesen, dem ein Ende zu bereiten. Und so waren er und Ron los gezogen. Alle seine Abenteuer hatten gut geendet und nie war er wirklich für etwas davon bestraft worden. Nach seinem Duell mit Quirrel Ende letzten Jahres, war Dumbledore zwar nicht begeistert gewesen, hatte ihm trotzdem zusammen mit dem Minister den Merlin Orden zweiter Klasse verliehen. Und jetzt lag er hier, mit wunden Hintern über dem Knie seines Schulleiters.

Das nächste was er spürte, waren starke Arme, die ihn hochhoben. Dumbledore stellte ihn vor sich hin und sah ihn tief in die Augen.

„Besser jetzt?", fragte er sanft.

Harry verstand die Frage nicht ganz. Nickte aber und wurde in die erste wirkliche Umarmung seines Lebens gezogen. Überrascht versteifte er sich kurz, während Dumbledores Umhang ihn umschlang wie eine Decke. Es war sicher und fühlte sich so gut an, auch wenn seine Kehrseite immer noch höllisch brannte.

„Du hast mich zu Tode erschreckt, mein Junge", brummte Dumbledore von oben, klang aber nicht wütend. Harry drückte sein Gesicht in dessen Umhang, genoss den Trost den der alte Zauberer ihm bot und beschloss dies so lange auszunutzen, wie es andauerte. Und Dumbledore ließ ihn, fuhr ihm nur immer wieder mit der Hand durch die Haare. Als endgültig keine Tränen mehr kamen und sein Atem sich wieder beruhigte, zog er sich langsam zurück. Dumbledore lockerte seinen Griff und lächelte auf ihn hinunter, mit diesem verdammten Zwinkern in den Augen. Harry blinzelte ihn ein paar Mal an, bevor er sich den drei stillen Erwachsenen bewusst wurde, die bei dem Leichnam der Schlange standen. Knallrot im Gesicht lugte er vorsichtig zu ihnen hinüber.

McGonagall sah aus, als würde sie gerne das selbe tun wie der Schulleiter, Mr Weasley lächelte, während Snape ein höhnisches Grinsen aufgesetzt hatte. Großartig...

Er konnte sich durchaus vorstellen, was er sich von seiner Hauslehrerin noch so alles anhören durfte, ganz zu schweigen davon, dass spätestens morgen die ganze Schule wusste das Harry Potter vom Schulleiter den Hintern voll bekommen hatte; zumindest wenn er den Blick in den Augen es Tränkemeisters richtig deutete. Seine Aufmerksamkeit wurde wieder auf Dumbledore gezogen, da dieser ihm einen Finger unter das Kinn legte und seinen Kopf anhob. Die eisblauen Augen schienen ihn zu röntgen und unruhig tippte er ein bisschen von einem Bein zum anderen.

„Du hast dich in Lebensgefahr gebracht, Harry und das ohne jeden Grund. Wieso hast du niemanden von uns von der Kammer und dem Basilisken erzählt?"

Harry zuckte nur mit den Schultern. Was sollte er schon antworten? Dass er nicht einmal daran gedacht hatte einen der Lehrer um Hilfe zu bitten? Das man Erwachsenen nicht vertrauen konnte? Doch er brauchte es nicht aussprechen, denn er sah in Dumbledores Augen, dass dieser seine Gedanken kannte.

„Wir reden später darüber", beschloss der Schulleiter, bevor er sich erhob und Harry eine schwere Hand in den Nacken legte. Dieser ließ sich widerstandslos an dem toten Basilisken und aus der Kammer hinaus führen. Die Hand gab ihm eine Sicherheit, die er noch nie gespürt hatte. Sein Innerstes fuhr Achterbahn und er schaffte es nicht weder seine Gefühle, noch seine Gedanken zu ordnen. Sollte er nicht fuchsteufelswild auf den Mann sein, der ihn einfach so geschlagen hatte? Stattdessen fürchtete er sich vor dem Moment, wenn der seinen Griff lockern und er wieder allein sein würde. Ich bin ein Held, erinnerte er sich immer wieder. Ich habe den Basilisken ganz allein besiegt und sie haben kein Recht mich herum zu schubsen wie ein Kind.

Sie erreichten die Stelle, an der immer noch Lockhardt, Ron und seine Mutter wartete. Kaum in Sichtweite stürzte sich Mrs Weasley auf Harry und fing sofort an auf ihn einzureden, wie sie es schon mit Ron getan hatte. Harry lächelte über das Fass das sie über ihn aufmachte, hörte aber kaum die Worte, sondern sah an ihr vorbei zu seinem besten Freund, der neben Lockhardt stand und ihn fragend ansah. Harry hob kurz einen Daumen und Ron begann zu grinsen, zumindest bis er bemerkte das er die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Vaters hatte. Sein Grinsen verschwand schneller als es gekommen war und schuldbewusst senkte er den Blick.

Die Jungs wurden in McGonagalls Büro gebracht, da es das nächste war. Als das Feuer im Kamin brannte und sie nebeneinander auf der Couch saßen, fühlten sie sich kein Stück mehr so heroisch, wie noch einige Stunden zuvor. Beide rutschten unruhig hin und her. Harry weil sein Hintern brannte und Ron, weil er genau wusste, was ihm noch bevorstand, wenn er die Blicke seiner Eltern richtig deutete.

Da Ron offenbar kein Wort heraus brachte, erzählte Harry das sie heraus gefunden hatten, dass es ein Basilisk war, der in der Kammer lebte und wie sie durch Myrte heraus gefunden hatten, wo der Eingang war. Jedoch ließ er beträchtliche Details ihres Abenteuers aus. Zum Beispiel den Vielsafttrank und ihren Ausflug in den verbotenen Wald um den Spinnen zu folgen. Ron warf ihm, als er endete einen kurzen Blick zu, den er emotionslos erwiderte. Es gab keinen Grund, warum er seinen Freund noch mehr Ärger einhandeln musste.

„Und das war alles, was du uns erzählen willst, Harry?", fragte Dumbledore leise und legte seine Fingerkuppen aufeinander. Harry zwang sich in die blauen Augen zu sehen.

„Ja, Sir", antwortete er bestimmt und wusste, dass sie ihm kein Wort glaubten. Doch es war ihm egal. Erst einmal mussten sie ihm beweisen, dass er log. Ron wurde bei der Antwort noch ein wenig blasser, schwieg aber.

„Ich kann es einfach nicht glauben, Ronald", fing Mrs Weasley an. „Ich habe immer gedacht, wir hätten dir ein wenig mehr Verstand beigebracht. Nach unserer Diskussion über die Geschehnisse im letzten Jahr, dachten wir, dass sich dein Verhalten ändert. Offenbar lagen wir falsch."

Ron duckte den Kopf ein wenig und starrte den Boden an. Harry konnte kaum mit ansehen, wie sein Freund litt und wandte sich an die Weasley Eltern.

„Ron konnte nichts dafür", brach es aus ihm heraus. „Ich habe ihn dazu gebracht mit zu kommen. Er wollte nicht! Er hatte es mir die ganze Zeit versucht auszureden. Er ist nur mitgekommen, damit ich nicht alleine gehe...genauso wie letztes Jahr!"

Jetzt starrten ihn alle an und er wurde wieder rot. Diesmal war es nicht gelogen. Ron hatte ihm dieses, wie letztes Mal versucht die Sache auszureden und war ihm gefolgt, weil er seinen besten Freund zur Seite stehen wollte.

„Stimmt das Ronald?", fragte Arthur. Ron hob den Kopf, sah von seinem Vater zu Harry und wieder zurück. Dann schüttelte er den Kopf, wobei er anlief wie eine Tomate.

„Ach komm schon Ron", verdrehte Harry die Augen. „Jeder sieht, dass du lügst. Es ist die Wahrheit, gib es zu."

Ron verzog das Gesicht und murmelte etwas das keiner verstand. Mr Weasley seufzte und wandte sich an Harry.

„Ich glaube sogar, dass dies stimmt. Und auch wenn ich stolz darauf bin, dass mein Sohn ein guter Freund ist, hat er trotzdem ein paar sehr schlechte Entscheidungen getroffen. Ihr hättet getötet werden können, Harry."

„Das hätte ich nie zugelassen", unterbrach Harry ihn. Die Weasleys waren immer freundlich zu ihm gewesen, hatten ihn sogar letztes Jahr für den Rest des Sommers aufgenommen, als ihre Kinder ihn von den Dursleys gerettet hatten. Er ertrug den Gedanken nicht, dass sie vielleicht dachten er wäre nicht gut für ihren Sohn. Würde ihn in Gefahr bringen. Sein Herz krampfte sich zusammen, als er sich vorstellte, dass sie Ron verboten weiter mit ihm befreundet zu sein. Verletzt und fast flehend sah er zu dem rothaarigen Mann auf.

„Ich würde nie zulassen, dass Ron etwas passiert", sagte er bestimmt. Mr Weasleys Blick wurde weicher, aber seine Miene blieb streng.

„Das"; sagte er langsam „glaube ich dir sogar mehr als alles andere. Verstehe mich nicht falsch, Harry. Nichts macht mich glücklicher, als das ihr beide euch angefreundet habt. Aber ihr müsst beide verstehen, dass eure Abenteuer falsch waren. Bis jetzt hattet ihr einfach unverschämtes Glück das euch nie etwas passiert ist. Das ihr euren Kameraden helfen wollt und heraus gefunden habt, was in der Kammer ist, war bewundernswert, aber erstens glaube ich das hinter dieser Geschichte viel mehr steckt, als du erzählt hast und zweitens hättet ihr spätestens dann den Lehrern Bescheid geben müssen und es ihnen überlassen, sich um den Basilisken zu kümmern."

„Wir haben Lockhardt mitgenommen", warf Harry ein, doch die Blicke der Erwachsenen zeigten, dass sie ihn genauso wenig als vollwertigen Lehrer sahen, wie sie.

„Ob du ihn überredet hast oder nicht, Ron hat für sich selber ein paar wirklich schlechte Entscheidungen getroffen und muss die Konsequenzen tragen. Er ist ein eigenständiger Mensch mit einem eigenen Gehirn, dass er anfangen muss zu benutzen. Davon einmal abgesehen, selbst wenn du dafür sorgst dass ihm nichts passiert...was ist mit dir? Glaubst du wir wären sehr viel glücklicher, wenn du getötet wurdest? Glaubst du Ron könnte es sich verzeihen?"

Harry senkte den Blick. Darüber hatte er nie nachgedacht. Bis jetzt war es selbstverständlich gewesen, dass es immer einen Ausweg gab, dass ihm in letzter Sekunde noch etwas einfiel und sie glimpflich davon kamen. Großartig Gedanken darüber, was mit den Anderen wären, wenn ihm selber etwas passierte, hatte er sich nie gemacht. Den Dursleys war er total egal, aber Ron und Hermine...

Seine Gedanken mussten auf seinem Gesicht lesbar gewesen sein, denn Mr Weasley klopfte ihm einmal auf die Schulter, bevor er seinem Sohn zu nickte. Ron, blass aber gefasst erhob sich.

„Sorry, Kumpel", nuschelte Harry, ohne auf zu sehen. Jetzt wünschte er sich immer noch über Dumbledores Knie zu liegen. Er hätte es verdient. Jetzt bekam Ron wegen ihm Ärger mit seinen Eltern.

„Passt schon Kumpel, bis nachher...", murmelte Ron zurück.

„Das glaube ich nicht, Ronald"; sagte Mrs Weasley. „Du wirst das Wochenende im Fuchsbau verbringen, natürlich nur wenn das in Ordnung ist", wandte sie sich an Dumbledore und McGonagall, die beide nickten.

„Aber mum", protestierte Ron, wurde aber von seinem Vater abgeschnitten.

„Keine Widerrede, Sohn. Komm mit."

Sie gingen hinaus und Harry blieb zusammen mit den drei Lehrern zurück. Er fühlte sich plötzlich ganz krank. Zum ersten Mal wurde ihm bewusst, dass er wirklich fast getötet worden war. Ohne Fawkes Tränen, hätte das Basiliskengift ihn umgebracht. Seine Hände fingen unkontrolliert an zu zittern und er presste sie schnell gegen seine Stirn. In dem er vortäuschte sich die Schläfen zu reiben, hoffte er sowohl das Zittern, als auch seine Gesichtszüge zu verbergen. Ob ihm das gelungen war, würde er wohl nie erfahren, denn in dem Moment ging die Tür wieder auf und herein kam Madame Pomfrey. Harry stöhnte gequält auf.

„Mir geht es gut", protestierte er. Die Medihexe sah wer ihr Patient war und musste fast lächeln. Zumindest bis sie ihn erreichte und die Wunden in seinem Gesicht sah.

„Wohl kaum, Mr Potter. Und jetzt sitze still und lass mich meine Arbeit machen", kommandierte sie und fuchtelte mit ihrem Zauberstab bereits einige Diagnose Sprüche über seinem Kopf. Harry hasste es wenn sie das tat.

„Mir fehlt nichts...nur ein paar Kratzer", erwiderte er und wollte sich erheben.

„Oh nein, junger Mann", Pomfrey warf ihm einen Blick zu, der ihn sofort wieder zurück sinken ließ. Sie heilte die Kratzwunden in seinem Gesicht, bis auf die Tiefste, die über seine rechte Wange verlief, und an der ihm der Schwanz des Basilisken getroffen hatte. Stirn runzelnd begutachtete sie die Wunde, bevor sie ihm einen Blick zuwarf, als würde er eine gefährlich Seuche tragen.

„Erkläre mir, Mr Potter, warum diese Wunde nicht zuheilen will."

Er starrte sie an.

„Woher soll ich das wissen? Wer ist hier die Medihexe?"

Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu, bevor sie sich zu den drei, scheinbar sehr amüsierten Lehrern wandte.

„Er wird die Nacht im Krankenflügel verbringen", bestimmte sie und Dumbledore nickte zustimmend. Harry sah das und schüttelte sofort den Kopf.

„Nein! Ich geh nicht in den Krankenflügel. Mir geht es gut..."

„Du wirst tun was Poppy sagt, Mr Potter", sagte sofort McGonagall strikt. Es war das erste Mal, dass sie überhaupt mit ihm redete und er wusste nicht, ob er sich freuen sollte, oder es besser war, als sie es nicht getan hat.

„Und morgen werden wir beide eine lange Diskussion darüber haben, was der Unterschied zwischen Gryffindor Mut und Dummheit ist."

Yupp, eindeutig besser, wenn sie nicht mit ihm redete. Er unterdrückte den Impuls die Augen zu verdrehen. Auch Snape war nicht hilfreich, mit seinem arroganten Lächeln.

„Aber..."

„Harry", die leise Stimme ließ seinen Kopf zu seinem Schulleiter zucken, als hätte er sich verbrannt. Er sah den Mann an, unsicher was er von ihm halten sollte und fand es äußerst schwierig seinem Blick zu begegnen. Schließlich zuckte er mit den Schulter und folgte Madame Pomfrey hinaus.

Im Krankenflügel angekommen packte Pomfrey ihn sofort in das Bett, in dem er in den letzten zwei Jahren immer wieder gelegen hatte. Kaum lag er unter der warmen Decke, gähnte er, völlig ausgelaugt und müde. Die Medihexe zwang noch einen eklig schmeckenden Trank in ihn hinein, doch er widersprach dieses Mal nicht. Schnell flogen ihm die Augen zu und er war tief eingeschlafen.

Kaum war der Junge draußen, stürzte sich Severus auf die beiden älteren Lehrer.

„Ich hab es euch gesagt trifft es nicht ganz", schnarrt er „aber ich hab es euch gesagt! Seit er ihr angekommen ist rennt dieser Junge wild durch die Schule und ihr habt nichts unternommen um ihn aufzuhalten. Und jetzt läuft er einem Basilisken hinterher, mit der wahnwitzigen Idee..."

„Severus, bitte", Albus hatte eine Hand erhoben und der jüngere Zauberer schwieg und setzte sich auf das Sofa, wo wenige Minuten zuvor noch Harry gewesen war. Sie schwiegen eine ganze Weile, in der jeder seinen eigenen Gedanken nachging.

„Glaubt ihr ich war zu hart zu ihm?", fragte Albus irgendwann. Severus schnaubte.

„Wirklich, dad, wenn ich jemals so einen Stunt gemacht hätte, wärst du niemals so nachgiebig gewesen. Wenn überhaupt war es eindeutig über der Zeit."

„Das meinte ich nicht", sagte der Ältere nachdenklich „aber es stand mir nicht zu."

„Albus, du bist der Schulleiter und damit durchaus berechtigt deine Schüler zu disziplinieren wie du es für richtig hältst. Auch körperlich."

„Schon, aber immer in Absprache mit den Eltern oder Vormündern. Es existierte nie eine Solche zwischen mir und der Familie Dursley."

„Nicht, das es sie bis jetzt sonderlich interessiert hätte, was der Bengel hier treibt", antwortete Severus „aber wenn es dein Gewissen beruhigt, dann schreibe ihnen und erkläre die Situation."

Albus warf Minerva einen langen Blick zu, den sie erwiderte. Severus erkannte es als die stumme Kommunikation, die manchmal zwischen seinen Eltern herrschte. Nach so langer Zeit der Ehe verstanden sie sich häufig auch ohne Worte. Minerva lächelte irgendwann und nahm die Hand ihres Gatten in ihre.

Die Tür ging auf und herein schneite Poppy, die sich neben Severus aufs Sofa setzte.

„Wie geht es ihm?", fragte Albus.

„Er schläft", antwortete die Medihexe seufzend.

„Was hast du noch getan, außer die Wunden in seinem Gesicht zu heilen?", Minerva klang besorgt. Severus hob eine Augenbraue. Er wusste, dass seine Mutter alles für ihre Gryffindorlöwen tun würde, aber der Potter Bengel war eine besondere Sache, für beide seiner Eltern. Und auch wenn er es niemals zugeben würde...auch für ihn.

„Zuerst einmal ein Namensschild an das Bett genagelt, in dem er liegt. Ehrlich, Albus, selbst Severus war nicht so häufig bei mir, wie Potter."

Wieder verdrehte der Tränkemeister die Augen. Der große Nachtteil an der eigenen Schule zu unterrichten, war, dass fast alle im Kollegium ihn noch aus seiner eigenen Schulzeit kannten und ihn, obwohl als Erwachsenen respektierten, manchmal noch als den Jungen sahen, der er einmal war.

„Die Wunde in seinem Gesicht ist infiziert. Wir wissen wenig über Basilisken, aber ich denke nicht nur seine Zähne sind giftig, sondern auch seine Schuppen, wenn auch in schwächerer Variate. Die Wunde muss beobachtet werden, aber ich denke, sie wird sich bald schließen. Ansonsten war er aktuell in einer relativ guten Verfassung, außer dass er körperlich und geistig völlig ausgelaugt war."

„Nach den Ereignissen der letzten Stunde ein zu erwartendes Ergebnis", nickte Albus, dann breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus.

„Nun, trotz der Umstände finde ich wir sollten aufhören Trübsal zu blasen. Der Basilisk ist tot und die Schule wieder sicher, auch wenn ich mir gewünscht hätte die Jungs da raus zu halten, können wir es nicht ändern. Apropos, Poppy, wie weit ist der Alraunen Trank?"

Die Medihexe erwiderte sein Lächeln und die Stimmung hellte sich sichtbar auf. Selbst Severus schien nicht mehr so grummelig, auch wenn das bei ihm schwer zu sagen war. Doch scheinbar war er vorerst damit zufrieden, dass Harry dieses Mal nicht so einfach davon gekommen war, wie sonst. Etwas, was ihn immer mehr als alles andere gewurmt hatte.

„Pomona wird ihn übers Wochenende fertig stellen. Ich denke am Sonntag, spätestens Montag können wir die armen Versteinerten wieder zurück holen."

„Sehr gut", funkelte Albus und schickte sie alle ins Bett.

Mit den Beinen an die Brust gezogen saß Harry auf der gepolsterte Fensterbank in seinem Schlafsaal und starrte über die verregnete Landschaft. Madame Pomfrey hatte ihn heute morgen schon früh entlassen, nachdem er ihr eine Stunde die Ohren voll geheult hatte. Die Wunde, wo ihn der Basiliskenschwanz getroffen hatte, war nur noch ein aggressiv roter Strich auf seiner Wange, doch wahrscheinlich würde, trotz aller Versuche, eine Narbe bleiben. Das störte ihn nicht weiter, vielleicht lenkte diese ein wenig von der Blitznarbe auf seiner Stirn ab.

Danach hatte er eine äußerst unangenehme Stunde im Büro seiner Hauslehrerin verbracht, in der er die Standpauke seines Lebens über sich ergehen lassen musste. McGonagall war schonungslos gewesen und am Ende hatte er nur noch mit hängendem Kopf da gesessen und „Ja, Professor", gesagt. Innerlich hatte er sich auf wochenlanges Nachsitzen eingestellt. Obwohl er schon häufiger Ärger mit ihr gehabt hatte, war sie nach einem seiner gefährlicheren Abenteuern immer mehr besorgt als wütend gewesen. Doch dieses Mal war es anders. Deshalb war er sehr überrascht, als sie ihn ohne eine einzige Strafarbeit entließ. Scheinbar dachte sie, dass Dumbledores spontane Bestrafung ausreichend war.

Und das war sie. Die Nachricht, dass er den Basilisken im Alleingang getötet hatte. War mal wieder wie ein Lauffeuer durch die Schule gegangen. Die anderen Schüler feierten ihn wie einen Helden. In der Vergangenheit hatte er es immer genossen, doch dieses Mal konnte er es nicht. Immer wieder sah er den Ausdruck in Dumbledores Augen, als dieser ihn gefunden hatte und sein Herz krampfte sich zusammen. Fühlte es sich so an, wenn ein Erwachsener um einen besorgt war? McGonagall hatte ihm gesagt, dass der Schulleiter den Dursleys schreiben würde, doch das war ihm herzlich egal. Sie würden den Brief wahrscheinlich eh ungeöffnet verbrennen oder einfach sauer sein, dass er es immer noch nicht geschafft hatte sich umzubringen.

Nachdem die Weasley Zwillinge eine Party im Gryffindorturm schmeißen wollten, war er hier hoch geflüchtet. Mit Hermine, versteinert im Krankenflügel und Ron im Fuchsbau, waren die einzigen beiden Menschen, mit denen er reden wollte, nicht da. Es war das erste Mal, dass beide gleichzeitig in Hogwarts nicht bei ihm waren und er fühlte sich einsam.

Er zog die Decke, die über seinen Schulter lag, etwas enger um sich und legte die Stirn an die kühle Fensterscheibe. Dumbledore hatte er kurz beim Frühstück gesehen. Er wusste immer noch nicht, was er von dem Ganzen halten sollte, aber er hatte sich dabei ertappt, wie er immer wieder zu dem Schulleiter geblinzelt hatte, in Erwartung irgendeiner Reaktion. Gestern hatte er ihm den Hintern versohlt und das war alles andere als angenehm gewesen, aber danach in seinen Armen zu liegen und einmal in seinem Leben zu vergessen, dass er nicht für sich selbst verantwortlich war, hatte sich so gut angefühlt. Einen kurzen Moment, dachte er der Schulleiter würde für ihn mehr empfinden, als für irgendeinen Schüler. Doch heute war davon nichts zu sehen. Kein Zwinkern, keine Geste, nicht einmal einen Blick bekam er von diesem irritierenden alten Mann.

Wie konnte er ihn nur so verwirren und dann einfach stehen lassen? Eine Mischung aus Frust und Verärgerung machte sich in ihm breit. Wenn der alte Mann beschlossen hatte ihn zu ignorieren, schön... Aber er würde sich nicht so behandeln lassen. Dumbledore würde schon sehen was er davon hatte!