Disclaimer: Mir gehört hier nichts, außer den von mir selbst erschaffenen Charaktern. Ich verdiene kein Geld damit und gebe alles Ausgeliehene auch wohlbehalten und unbeschädigt wieder zurück.

Vorwort: Die Geschichte beruht auf den Bänden 1-5, Band 6 bleibt völlig unberücksichtigt. Zum größten Teil spielt die Geschichte in einem alternativen Universum, wer so etwas nicht lesen möchte, sollte an dieser Stelle aufhören. Alle anderen sind gewarnt.

Kursiv geschriebenes sind entweder Träume oder ein Rückblick.

Inhalt: Der Krieg ist vorüber, Voldemort wurde besiegt. Die Familie Malfoy wurde von jeglicher Schuld frei gesprochen, auch wenn hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, dass das alleine dem beträchtliche Familienvermögen und dem Einfluss im Ministerium zuzuschreiben ist.

Ein Ereignis, welches sich vor Jahren abgespielt hat, bringt Unruhe und veranlasst den einen oder anderen seine Meinungen zu ändern.


Können kalte Herzen lieben lernen

Kapitel 1 "Neuankömmling"

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Stimmengewirr und Gelächter war zu hören, als die ersten pferdelosen Kutschen vor dem Schlossportal stoppten und eine Schar von Schülern entließen.

Die Ferien waren zu Ende, ein neues Schuljahr begann.

Zielstrebig eilten die Schüler hinein in das Schloss, die Treppe hinauf und in Richtung der großen Halle. Es würde nicht mehr lange dauern, bis die Erstklässler eintrafen.

In dem fröhlichen Treiben in- und außerhalb des Schlosses fielen weder der kleine, untersetzte, dunkelhaarige Mann, noch das zierliche, blonde Mädchen auf, die ebenfalls aus einer der pferdelosen Kutschen stiegen.

"Nun komm schon, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit und selbst wenn ich das hätte, dann wüsste ich weiß Gott bessere Beschäftigungen, als dich hierher zu bringen", sprach der Mann mürrisch während er das Mädchen grob vor sich her stieß.

Erst an den mächtigen Türen, die den Eingang bildeten hielt er inne.

"Bis hierher sollte ich dich bringen, für mehr wurde ich nicht bezahlt. Und jetzt geh... sonst sagt vielleicht noch einer, es wäre meine Schuld, dass du zu spät kommst."

Er gab ihr noch einen groben Stoß in den Rücken, der sie ins innere des alten Gemäuers hinein stolpern ließ, ehe er sich umdrehte und den Weg Richtung Hogsmead einschlug.

Unschlüssig, was sie nun tun sollte und vor allem, in welche Richtung sie gehen sollte, stand das Mädchen in der Eingangshalle und sah sich um.

Überall waren Treppen und Türen, die scheinbar in alle möglichen Richtungen führten. Zögerlich ging sie ein paar Schritte auf eine Tür zu ihrer Linken zu, überlegte es sich dann jedoch und tat einige Schritte in Richtung der Treppe, die sich gegenüber des Eingangsportals befand. Von oben war, zwar gedämpft, Stimmengewirr zu hören.

"Sollten Sie nicht bereits in der Halle sein?"

Das Mädchen stoppte in ihrer Bewegung. Sie zuckte merklich zusammen, als plötzlich eine, scheinbar aus dem Nichts kommende, eisig wirkende Stimme hinter ihr ertönte und sie alleine durch den Klang dazu zwang, sich umzudrehen.

Vor ihr stand ein groß gewachsener und gänzlich in schwarz gekleideter Mann. Er hatte halblanges Haar, das ebenso schwarz wie seine Kleidung war und selbst in seinen Augen schien diese Farbe zu dominieren.

Aufmerksam musterte er das Mädchen, ließ sie alleine durch seinen Blick ängstlich zu Boden blicken.

"Wer sind Sie, ich kann mich nicht daran erinnern, Sie hier schon einmal gesehen zu haben", sprach er nach einer scheinbar unendlich langen Zeit des Schweigens.

"Mein Name ist Cassandra, Sir, Cassandra Farlay... ich... ich bin zum ersten Mal hier, Sir", antwortete Cassandra leise.

Ihr Blick war immer noch auf den Boden gerichtet, so dass sie nicht sah, wie es in den schwarzen Augen des vor ihr stehenden Mannes wissend aufblitzte.

"Folgen Sie mir, Miss Farlay, Sie sind spät dran."

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, eilte er an Cassandra vorbei.

Einen Moment zögerte sie, doch dann folgte sie ihm.

Sie war sich nicht sicher, ob es richtig war jemandem zu folgen, dessen Namen sie noch nicht einmal kannte, doch hatte sie eine andere Wahl?

Sie war zum gehorsam erzogen worden und mehr als nur einmal hatte sie schmerzlich erfahren müssen, was es hieß, einer Anweisung nicht Folge zu leisten.

Resigniert ließ Cassandra die Schultern hängen und folgte dem Fremden die Treppe hinauf, dann hindurch durch geöffnete Flügeltüren, hinein in eine große Halle.

Vier Tische standen hier, zwei auf jeder Seite jenes Ganges, den sie nun hinter dem Mann entlang ging und der in Richtung eines, auf einer Erhöhung stehenden, fünften Tisches führte.

Die Tische waren voll besetzt mit sich munter unterhaltenden Schülern, doch sobald der in schwarz gekleidete vorüber ging, verstummten die Gespräche abrupt.

Cassandra hielt den Blick gesenkt, doch ihre Augen wanderten unruhig hin und her. Warum verstummten die Gespräche, wenn er kam und warum begann leises Getuschel, wenn sich die Blicke auf sie richteten?

Sie verstand nicht den genauen Wortlaut, jedoch einzelne Worte und diese waren fast immer die selben.

Snape... bestraft... noch nie hier gesehen... Malfoy

Auch wenn Cassandra den genauen Zusammenhang der Worte nicht kannte, so nahm sie doch an, dass der vor ihr herlaufende Mann entweder Snape oder Malfoy hieß.

Noch ehe sie weiter über die Zugehörigkeit des Namens nachdenken konnte, stoppte er.

"Warten Sie hier, Miss Farlay", sagte er bestimmt, ehe er die paar Stufen hinauf auf das Podest ging und sich auf einem freien Stuhl an dem fünften Tisch niederließ.

Sich nicht im Klaren, was nun passieren würde, sah Cassandra auf. Wurde etwas von ihr erwartet? Sollte sie etwas sagen oder gar tun?

Gerade, als sie zu einer Frage ansetzen wollte, verstummte sämtliche Stimmen in der Halle.

Von der Tür her war das Rascheln von Umhängen und Schritte zu hören, was auch Cassandra dazu veranlasste, sich umzudrehen.

Eine streng aussehende Frau, gefolgt von einer Schar ängstlich und unsicher dreinblickender Kinder, betrat die große Halle und kam geradewegs auf sie zu.

Die Frau forderte die Kinder auf, neben Cassandra stehen zu bleiben, während sie selbst hinauf auf das Podest ging.

Erst jetzt fiel Cassandra der Stuhl und der darauf liegende, alte Hut auf.

"Das hier, ist der sprechende Hut, er wird euch in eure Häuser verteilen. Ich werde nun nach einander eure Namen vorlesen, ihr kommt hinauf und setzt euch auf den Stuhl."

Nur einen Augenblick später las sie auch schon den ersten Namen von der Liste vor.

Cassandra beobachtete genau, was geschah. Es schien vier verschiedene Häuser zu geben. Ravenclaw, Huffelpuff, Gryffindor und Slytherin.

Nach welchem System die Einteilung vor sich ging, verstand sie jedoch nicht.

Sie sah, wie einem nach dem anderen der alte Hut aufgesetzt wurde. Dann dauerte es meist einen Moment, das war sehr unterschiedlich, bis der Hut einen der vier Namen laut in die Halle rief.

Das einzige, was bei allen gleich war, war der einsetzende Applaus und der laute Jubel an dem Tisch, an den sich der neu dazugehörende setzte.

Aber wie war es möglich, dass ein Hut die Einteilung vornahm?

"Cassandra Farlay."

Ihr eigener Name riss Cassandra aus ihren Gedanken. Langsam ging sie auf das Podest hinauf, nahm auf dem Stuhl platz und wartete, bis man ihr den Hut aufsetzte.

"Schön, schön, schön... ich hätte nicht gedacht, dass du hier einmal sitzen würdest", erklang auf einmal eine Stimme in Cassandras Kopf und ließ sie zusammen zucken.

"Du brauchst dich nicht zu fürchten, hier wirst du die Sicherheit finden, die man für dich gewünscht hat und für die ein hoher Preis gezahlt werden musste... und vielleicht erkennst du, dass auch Träume wahr werden können... es liegt ein weiter Weg vor dir, doch wirst du diesen nicht alleine gehen müssen. Du wirst Freunde finden in SLYTHERIN."

Das letzte Wort hatte der Hut laut ausgesprochen und diesmal was es Cassandra, die von Jubel und Applaus an einem Tisch begrüßt wurde.