Gathering

Disclaimer: Weder Power Rangers Lightspeed Rescue noch Power Rangers Lost Galaxy gehört mir. Nur diese Fanfic entstammt meinem chaotischen Gehirn.

Warnings: nope

Rating: G

Pairings: wait and see

Genre: Action/Adventure

Dies ist die erste Story aus meiner "Galactic Guardian"-Saga. Ich hoffe, sie gefällt euch und ihr schickt mir einen Kommi an die obige Adresse!

Part 1: Ein Helfer in der Not

Ein friedlicher Tag war in Mariner Bay angebrochen und die Rangers hatten nichts zu tun. Kein Monster, das es zu bekämpfen galt, kein Training zu absolvieren für den nächsten Notfall – statt dessen einen ganzen Tag Freizeit. Also hatten Carter und seine Freunde beschlossen, die Zeit zu nutzen, um sich zu erholen.

Und um ihren neuen Freund, Danas Bruder Ryan, besser kennenzulernen. Immerhin war dieser jetzt auch ein Mitglied ihrer Gruppe – als der Titanium Ranger.

Ryan war noch immer etwas scheu im Umgang mit den Rangers, aber langsam schien er zu begreifen, daß er die Sympathie, die ihm von seinen fünf Freunden entgegenschlug, ruhigen Gewissens annehmen konnte.

Manchmal wirkte Ryan regelrecht hilflos, wenn er zum Beispiel von Kelsey eingeladen wurde, mit Chad und ihr etwas zu unternehmen. Oder wenn Carter zu ihm kam, um ihn wegen irgendetwas um Rat zu bitten.

Vor allem letzteres schien Ryan unverständlich – der Rote Ranger bat ihn um Rat? Ihn, der doch noch vor kurzem alles in seiner Macht Stehende getan hatte, um ihn zu vernichten?
Doch das hatten die Rangers – und die anderen Leute, mit denen Ryan jetzt zu tun hatte – anscheinend vollkommen vergessen. Sie wirkten nicht so, als würden sie ihm seine Handlungen nachtragen – und so begann Ryan, sich immer wohler im Kreise seiner neuen Freunde zu fühlen. Er bewunderte die enge Freundschaft, die sie füreinander hegten und hoffte, daß sie irgendwann ebenso für ihn empfinden würden.

Doch bald sollte Ryan ein Beispiel für Liebe und Freundschaft erleben, welches dem Ganzen eine völlig neue Dimension geben sollte...

Völlig vertieft in sein Gespräch mit Carter und Dana bemerkte Ryan nicht, was auf der anderen Seite der Plaza, welche sie gerade nach einem Einkaufsbummel überquerten, geschah. Doch Chad, der ihnen auf dem Weg zu einem Geschäft, in dem er ein Geschenk für eine Freundin kaufen wollte, vorausging, sah die Gruppe von fünf bis sieben jüngeren Kindern, die auf der Plaza spielten. Und die seltsame Frau, welche die Kinder beobachtete und plötzlich mit einem merkwürdigen Ausdruck auf dem Gesicht auf diese zuzugehen begann.

Chad kam das irgendwie nicht geheuer vor, so daß er mitten im Schritt innehielt. Durch ihr Gespräch zu abgelenkt, lief Ryan genau in Chad hinein und konnte diesen gerade noch vor einem Sturz bewahren, indem er ihn am Ellenbogen festhielt und stützte.

Ryan wollte sich gerade bei Chad entschuldigen, als er dessen Gesichtsausdruck sah.
Stirnrunzelnd blickte der Titanium Ranger seinen Freund an und frage : „Chad? Was hast du?„

Auch ihre anderen Freunde waren inzwischen bei ihnen angelangt und sahen Chad wegen seines seltsamen Verhaltens besorgt an. Doch dieser deutete nur, anstatt zu antworten, auf die Frau, die ihm aufgefallen war. Die Blicke seiner Freunde folgten seinem ausgestreckten Arm und auch sie bemerkten die Entschlossenheit, mit der die Frau auf die Kinder zustrebte.

„Seltsam, nicht wahr?„ Chad hatte sich Carter zugewandt. „Ich weiß auch nicht warum, aber irgendwie wirkt diese Frau nicht so, als wäre eines der Kinder ihres. Also was will sie von ihnen?„

Carter hatte die Stirn gerunzelt. Irgendetwas an der Frau gefiel ihm nicht, und an der Art, wie sich Dana und Kelsey neben ihm versteiften, konnte er erkennen, daß er mit dieser Meinung nicht allein dastand.
Ryans Blick lag auf der Frau, die nun schon recht nah an der Gruppe spielender Kinder war und immer weiter zielstrebig auf diese zuging. Auch ihm ging es ähnlich wie Carter. Etwas an dieser Frau war nicht richtig. Und Chad hatte recht, es schien nicht so, als sei eines der Kinder das Ihrige.

In Ryans Magen begann sich ein Knoten zu bilden, während ihn ein sehr ungutes Gefühl beschlich. Er mußte etwas tun, um zu verhindern, daß diese Frau den Kindern zu nahe kam. Also begann er, schnellen Schrittes in ihre Richtung zu gehen. Ryan fühlte, daß die Anderen ihm folgten, doch er erkannte auch, daß sie wahrscheinlich nicht rechtzeitig dort ankommen würden, um zu verhindern, was auch immer die Frau vorhatte. Einen Fluch unterdrückend, begann zu laufen, während sich das warnende Gefühl in seinem Magen immer mehr verdichtete.
Doch dann, die Frau war schon fast bei den Kindern angekommen...

Plötzlich tanzte ein Regen aus strahlenden, roten Lichtpunkten aus dem Himmel herab, sammelte sich immer mehr und verdichtete sich zu einer Wolke aus rotleuchtender Energie – und dann stand auf einmal jemand zwischen der seltsamen Frau und der Gruppe der Kinder.

Ryan stoppte mitten im Lauf und auch seine Freunde hielten verblüfft inne.

Denn dort auf der Plaza stand ein Ranger.

Und nicht irgendeiner – ein Roter Ranger.

Verwundert schauten die Freunde auf Carter, der nicht minder verblüfft auf den Ranger starrte.
Was hatte das zu bedeuten?

Carter wußte nicht, wie er sich jetzt verhalten sollte. Ja, die Frau kam ihnen merkwürdig vor – aber gab das ihnen das Recht, sie zu verurteilen, bevor sie die Sachlage kannten? Vielleicht war sie mit den Eltern eines der Kinder befreundet und wollte es nur für diese abholen?

Und doch – Carter spürte, daß etwas an der Frau gefährlich war. Sie strahlte eine gewisse Bedrohung aus, die nicht recht zu fassen war. So, als würde sie etwas verbergen.

Und dann war da noch der Ranger...

Carter wußte instinktiv, daß sie dem Ranger – obwohl sie ihn nicht kannten – vertrauen konnten. Er wirkte so stark, so beruhigend und auf eine seltsame Art vertraut, wie er dort wie ein lebender Schutzschild zwischen den Kindern und der unbekannten Frau stand.

Und abzuwarten schien.

Inzwischen hatten sich die Freunde beieinander versammelt und blickten gemeinsam aufmerksam auf die Szene, die sich ihnen bot.

Die Fremde war – ebenso wie sie auch – mitten im Schritt stehengeblieben und schien wie erstarrt. Die sechs Freunde waren nah genug, um zu sehen, wie im Gesicht der Frau erst pures Erstaunen, dann Erkennen und schließlich Haß zu erkennen war.

Ryan meinte : „Sie scheint ihn zu kennen. Seht ihr?"

„Du hast recht, Ryan. Und es scheint ihr gar nicht zu gefallen, ihn hier anzutreffen. Was soll das Ganze? Worauf läuft das hinaus?" Joel hatte ihm geantwortet, doch auf dessen Fragen wußte weder Ryan noch Carter oder ihre anderen Freunde eine Antwort.

Währenddessen hatte sich die Frau von ihrem Schock erholt und mit vor Wut blitzenden Augen rief sie : „Du schon wieder! Was willst du hier?"

„Wen hattest du denn erwartet – den Weihnachtsmann?"

Ein Hauch von Amüsement lag in der warmen Stimme des Rangers, als er seiner Gegnerin antwortete.

Ja, sie waren Gegner, erkannte Carter. Denn obwohl der Ranger anscheinend vollkommen entspannt dastand, entging Carter nicht die Aufmerksamkeit, die dieser trotzdem seiner gesamten Umgebung widmete. Er schien auf alles vorbereitet zu sein, um darauf dann entsprechend zu reagieren. Und doch hatte er noch Zeit für Fröhlichkeit!

Der Ranger fuhr fort, während er die fremde – für ihn ebenfalls? fragte sich Carter – Frau betrachtete : „Zweimal die gleiche Verkleidung? Das zeugt aber nicht von viel Phantasie. Du läßt nach ... Trakeena."

Diese Worte überzeugten die sechs Freunde davon, daß der Ranger und die Frau sich wirklich kannten.

Und wenn sie noch einen weiteren Beweis benötigt hätten, wurde ihnen dieser sogleich geliefert, als die Frau zornig antwortete : „Dieses Mal wirst du nicht davonkommen, roter Ranger! Büßen sollst du für das, was du getan hast. Ich werde dich vernichten!"

„Ich erinnere mich, daß ich das schon mehr als einmal gehört habe – und doch bin ich noch immer hier. Also, was willst du, Trakeena? Solltest du dein zweites Leben nicht besser nutzen?" Schmerz schwang jetzt in der warmen Stimme des Rangers mit – ein Echo vergangener Tage und von Erlebnissen, welche die Freunde sich nicht einmal vorstellen konnten.
Die sechs jungen Leute fühlten mit dem Ranger – er schien schon viel erlebt zu haben.

Und weniges davon schien erfreulich gewesen zu sein. Da es mit dieser Frau – Trakeena – zu tun hatte. Seltsamerweise machte das Carter und seine Freunde zornig auf Trakeena. Sie hatte dem Ranger Schmerz zugefügt, das konnten sie alle fühlen.

Instinktiv machte Dana einen Schritt auf ihn zu, doch sie wurde aufgehalten, als die mit Trakeena Angesprochene antwortete : „Ich will mich rächen! Und dann wird endgültig das Böse regieren – hier und im ganzen Universum!"

Auf einmal hatte sie einen langen Stab in der Hand, auf dessen Spitze eine gelblichgrüne Kugel saß. In der Kugel war eine Gestalt erkennbar, die Carter nach einigen Augenblicken als einen Skorpion identifizierte.

Doch sogleich konzentrierte er sich wieder auf das Geschehen, denn er wollte die Reaktion des Rangers wissen, denn nur so konnten die Freunde ausmachen, was geschehen würde.

Die Antwort kam für den Ranger nicht überraschend, das konnte man trotz des Helmes, der sein Gesicht verbarg, klar erkennen. Doch seine Stimme klang traurig, als er sagte : „Du hast nichts dazugelernt, Trakeena. Schade."

Nach einer kurzen Pause fuhr er fort : „Doch du wirst den Menschen hier in Mariner Bay nichts antun. Du hast auf Terra genug Schaden angerichtet – ich werde nicht zulassen, daß du hier erneut dein Unwesen treibst!"

Mit diesen Worten streckte er seine rechte Hand aus und rief befehlend : „Quasarschwert, erscheine!" Seine Hand begann mit roter Energie zu glühen und ein Schwert erschien. Es strahlte eine ähnliche Energie aus wie der Ranger, der es trug – kraftvoll, beschützend und mächtig. Auf dem Knauf des Schwertes prangte ein Löwenkopf, umgeben von Feuer. Zusammen mit seinem Schwert wirkte der Rote Ranger auf einmal noch beeindruckender und stärker.

Die Einwohner von Mariner Bay, die auf der Plaza gestanden hatten, waren zu Beginn der Auseinander-setzung schnell in Deckung gegangen, um kein Ziel zu bieten – doch die Kontrahenten wurden aus sicherer Entfernung beobachtet. Und die Sympathien lagen eindeutig auf der Seite ihres unbekannten Helfers.

Die Freunde beobachteten, wie der Ranger sein Schwert mit einer eleganten, fließenden Bewegung schwang und dann abwartend seine Gegnerin ansah.
Diese ließ auch keinen weiteren Moment verstreichen, sondern begann mit ihrem Stab schwarze Blitze auf den Ranger abzufeuern. Wie eine Wand flogen sie auf ihn zu und Ryan konnte hören, wie seine Schwester erschrocken die Luft anhielt, als sie dem Geschehen zusah.

Sie alle erwarteten, daß der Ranger ausweichen würde, um nicht von den Blitzen getroffen zu werden. Doch er blieb hochaufgerichtet stehen und sah der zerstörerischen Energie entgegen, ohne sich zu bewegen.

Einen lautlosen Schrei auf den Lippen klammerte sich Kelsey an Chad fest. Und auch ihre Freunde mußten erschrocken erkennen, daß der Ranger anscheinend nicht die Absicht hegte, auszuweichen.

Und dann...

Kurz bevor ihn die Energieblitze erreichten, hob er auf einmal das Schwert und die Anwesenden verfolgten voller Erstaunen, wie die Waffe in rotem Licht erstrahlte. Immer stärker leuchtete das Schwert und mit einer fließenden Bewegung deutete der Ranger mit der Klinge auf die Wand aus schwarzer Energie. Daraufhin löste sich die rotleuchtende Energie von dem Schwert und prallte kurze Zeit später mit den dunklen Blitzen zusammen. Es krachte laut und dann, als es wieder still wurde, stand der Ranger noch immer unverletzt dort, wo er vorher gestanden hatte.

„Warum beschränkt er sich darauf, bloß zu reagieren? Er hat doch soviel Kraft, warum greift er nicht an?", flüsterte Joel ungläubig seinen Freunden zu. Keiner von ihnen konnte ihm darauf eine Antwort geben, bis Ryan bemerkte, wie der Ranger kaum merklich den Kopf wandte. Und dann wurde es ihm auf einmal klar.

„Die Kinder! Er beschützt die Kinder!", rief Ryan überrascht aus.

„Was?" Alle wandten sich ihm zu.

„Seht doch nur, er bleibt dort stehen, damit die Kinder nicht verletzt werden! Er schützt sie und kann daher nur auf Angriffe reagieren!"

Und wirklich – Ryan hatte recht, erkannte Carter. Wenige Meter hinter ihrem unbekannten Helfer hockten die Kinder, auf die es Trakeena ursprünglich abgesehen hatte, verängstigt auf dem Boden und rührten sich nicht. Sie hatten zu viel Angst, um aus der Gefahrenzone zu fliehen. Und verdammten damit den Ranger zu einem eingeschränkten Bewegungsradius.

„Wir müssen etwas tun, Freunde!" Mit diesen Worten begann Carter, auf die Kinder zuzulaufen.

Der Ranger sah ihn und seine Freunde kommen und schien zu erkennen, was sie vorhatten, denn er bewegte sich ein wenig, um weiterhin zwischen ihnen und Trakeena zu bleiben. Er teilte nunmehr seine Aufmerksamkeit zwischen Trakeenas Angriffen und den Freunden, die nun bei den Kindern angekommen waren und diese dazu bewegen wollten, mit ihnen zu gehen. Doch die Kinder waren vor Angst völlig erstarrt und rührten sich nicht. So nahm jeder der Freunde eines von ihnen auf den Arm.

Gerade als er sich umdrehte, um mit dem etwa 8jährigen Jungen, den er hochgehoben hatte, die Plaza schnellstmöglich wieder zu verlassen, hörte Chad auf einmal ein Geräusch hinter sich. Sich umwendend, sah er schwarze Blitze auf sich zukommen und erkannte, daß er keine Zeit zum Ausweichen mehr haben würde.

„Chad!", erklang Kelseys Stimme voller Panik. Doch in diesem Moment bemerkte Chad aus den Augenwinkel ein Schatten, der herankam und sich vor ihn stellte.

Der unbekannte Ranger stand vor ihm und wieder blitzte das Schwert in seiner Hand auf. Doch dieses Mal schickte er nicht Energie gegen Energie, sondern erst im letzten Moment riß er das Schwert in einem Bogen nach oben und durchschnitt die schwarzen Blitze wie Stoff. Wieder krachte es laut, als die beiden Energien zusammenstießen und Chad spürte den Boden unter seinen Füßen durch die Schockwelle leicht beben.

Im nächsten Augenblick drehte sich sein Retter leicht zu Chad um und fragte : „Ist alles in Ordnung mit euch?"

Als Chad nickte und sich bedanken wollte, schnitt ihm der Ranger das Wort ab, indem er sagte : „Dann beeil dich, den Jungen hier wegzubringen. Deine Freunde sind in Sicherheit. Geh!", insistierte er, als er sah, daß Chad sich nicht rührte. „Der Junge und du seid hier in großer Gefahr!"

Chad nickte und begann, auf seine Freunde zuzulaufen, die ihm mit sorgenvollen Blicken entgegensahen.

„Das war wirklich knapp, Chad. Ohne ihn", Joel deutete auf ihren Helfer, der inzwischen dem Kampf gegen Trakeena durch seinen nun deutlich größeren Bewegungsspielraum eine völlig neue Dimension gab, „wärst du jetzt schwer verletzt, wenn nicht sogar tot. Ebenso wie der Junge."

„Du hast Recht, Joel. Ich werde mich noch bei ihm dafür bedanken, aber jetzt gerade hat er wohl Wichtigeres zu tun", antwortet Chad seinem Freund und setzte den Jungen vorsichtig auf den Boden, der sich ängstlich an ihn geklammert hatte, nun aber mit großen Augen auf den Ranger sah – und den Kampf, den dieser sich mit Trakeena lieferte.

Nun, da er die Kinder nicht mehr beschützen mußte, sondern sie in guter Obhut wußte, konnte er seine Fähigkeiten vollständig einsetzen. So konnten die Freunde erkennen, daß ihr Helfer ein glänzender Kämpfer war. In diesem Augenblick ging er gerade zum Angriff über und Schwert und Stab prallten aufeinander. Als Trakeena nachsetzen wollte, sprang der Ranger hoch und kam nach einer eleganten Drehung in der Luft ein paar Meter entfernt federnd wieder auf die Füße.

Ryan war beeindruckt und nach einem Seitenblick auf Carter erkannte er, daß es diesem nicht viel anders erging. Sie beide waren in ihrer Gruppe die stärksten Kämpfer, doch keiner von ihnen hätte sich zugetraut, auf derartige Art und Weise zu kämpfen. Fast schien es, als würde der Ranger mit seiner Gegnerin spielen, so geschickt wich er ihren Attacken aus, während sie seinen Angriffen nur knapp standhalten konnte.

So wunderte es die Freunde auch nicht, daß kurze Zeit später der Kampf beendet war. Doch die Art und Weise, wie Trakeena ihn beendete, zeigte deutlich, wie es um ihren Charakter bestellt war.

Gerade hatten sich die beiden Kontrahenten noch heftig bekämpft, als Trakeena auf einmal mit einem bösartigen Unterton in der Stimme rief : „Für heute werde ich dich verschonen, roter Ranger! Doch ich komme zurück!"

Erneut hob sie ihren Stab, aus dem plötzlich erneut Blitze fuhren – und verschwand in einem Strahl gelb-grüner Färbung. Doch die Blitze waren nicht etwa auf den Roten Ranger gerichtet gewesen, wie die Freunde, die alles gebannt beobachtet hatten, zuerst angenommen hatten.

Nein, sie bewegten sich über die Plaza hinweg auf einen kleinen Jungen von etwa fünf Jahren zu, der ihnen mit schreckgeweiteten Augen entgegensah. Wenige Meter von dem Jungen entfernt stand ein Mann – anscheinend der Vater des Jungen, der nun zu laufen begann, um seinem Sohn zu helfen.
Doch die Anwesenden erkannten, er würde nicht rechtzeitig kommen.

Ein Aufschrei erklang aus aller Munde, doch dann...

Im letzten Augenblick wurde der Junge von einem roten Schatten aus der Gefahrenzone gerissen. Dann schlugen die Blitze an der Stelle ein, wo das Kind noch kurz zuvor noch gestanden hatte. Schon bevor das geschah, hatten die sechs Freunde begonnen, auf die Stelle zuzulaufen.
Sie hatten Angst um das Kind – und um ihren Helfer, der sie alle so selbstlos beschützt hatte.

Als der Rauch des Einschlags sich verzog, erkannten Carter und seine Freunde die am Boden liegende Gestalt des Rangers. Er hatte die Arme schützend um den Jungen geschlungen, dessen kleine Gestalt eng an den Körper seines Retters gedrückt war, damit der Junge so wenig wie möglich verletzt wurde.

Während die Freunde noch besorgt auf die Beiden zuliefen, erhob sich der Ranger langsam mit dem Jungen auf dem Arm. Dann lockerte er seinen schützenden Griff um dessen Gestalt und strich dem Kind sanft durch die Haare. Daraufhin schaute der Junge seinen Retter an.

Die Freunde waren noch nicht nah genug herangekommen, um zu verstehen, was der Ranger sagte, doch die Antwort, die sein Schützling ihm gab, schien ihn zu erleichtern, denn er entspannte sich sichtbar.

Einen Moment später kniete er sich hin, um den Jungen auf den Boden zu stellen. Kaum hatte er das getan und den Jungen losgelassen, um ihn noch einmal prüfend zu betrachten, ob er nicht vielleicht doch verletzt war – wurde ihm auf eine rührende Art und Weise für seine Hilfe gedankt.

Einen Augenblick starrte der Junge den Ranger noch mit großen, verschreckten Augen an, und im nächsten schlang er seine kleinen Arme um dessen Hals und vergrub sein Gesicht in der roten Uniform. Der Ranger schwankte kurz unter dem plötzlichen Ansturm auf seine kniende Gestalt, doch dann legte er erneut seine Arme schützend um den Jungen, um ihn zu beruhigen.

Nun waren die sechs Freunde schon nah genug herangekommen, um zu hören, wie der Ranger leise mit dem Jungen redete : „Ist ja gut, kleiner Mann. Es ist nichts passiert, ok? Du brauchst nicht zu weinen."

Dabei strich er dem Kind liebevoll und sanft durch die Haare. Und seine warmherzige Art schien den Jungen wirklich wieder zu beruhigen, denn er hörte langsam auf zu zittern und klammerte sich auch nicht mehr so krampfhaft an seinem Retter fest.

Auch der Vater des Jungen war nun da und kniete neben seinem Sohn nieder. Und nach einem Moment ließ der Junge den Ranger los und schlang statt dessen die Arme fest um seinen Vater, der ihn erleichtert an sich drückte. Dann sah der Mann den Ranger an und sagte : „Ich kann gar nicht sagen, wie dank..."

„Ihr braucht euch nicht bei mir zu bedanken, Sir. Paßt nur gut auf euren Sohn auf, ja?", wurde er leise, aber voller Wärme, von dem Ranger unterbrochen.

Der Mann nickte still und wie schon vorher bei seinem Sohn, entspannte sich der Ranger daraufhin sichtlich. Freundlichkeit und Wärme gingen von ihm aus, als er Vater und Sohn, die sich eng aneinander drückten, ansah. „Dann ist es gut."

Mit diesen Worten erhob der unbekannte Ranger sich. Und in diesem Moment wurde für alle deutlich, daß er für die Rettung des Jungen hatte bezahlen müssen. An seiner rechten Seite war seine rote Uniform geschwärzt. Die Blitze mußten ihn getroffen haben, als er den Jungen aus der Gefahrenzone gerissen hatte.

Horror malte sich in den Augen des Mannes, der instinktiv seinen Jungen noch enger an sich preßte. „Ihr seid verletzt!" Überrascht schaute der Ranger ihn an und antworte nach einem Blick auf die Wunde mit sanfter Stimme : „Lieber ich als euer Junge."

Während der Mann ihn noch verwundert anstarrte, sichtlich betroffen über die Selbstlosigkeit, die aus den Worten des Rangers klang, schaute dieser in den Himmel und seufzte. Geistesabwesend hielt er sich die verletzte Seite, während er leise sagte : „Heimtückisch wie eh und je."
Dann wandte er sich Carter, Ryan und deren Freunden zu, die inzwischen bei der kleinen Gruppe angekommen waren. „Paßt bitte auf die Beiden auf, ja? Und seid vorsichtig – Trakeena ist heimtückisch und sehr gefährlich!" Nach diesen warnenden Worten wurde seine Gestalt auf einmal in warmes rotes Licht gehüllt und Augenblicke später flogen leuchtende Lichtpunkte dem Himmel entgegen.

„Warte doch! Wer bist du?„, rief Carter ihrem Helfer hinterher. Doch er bekam keine Antwort und so sah er seine Freunde hilflos und verwirrt an. Warum verschwand der Ranger so rasch nachdem er ihnen geholfen hatte? Auch Chad, Joel, Kelsey und die Mitchell-Geschwister sahen verwundert aus. Keiner von ihnen hatte erwartet, daß ihr neuer Helfer ebenso plötzlich verschwinden würde, wie er aufgetaucht war.

„Ich wollte mich doch noch bei ihm bedanken!", rief Chad aus.

„Ich denke nicht, daß er deinen Dank eher angenommen hätte als den meinen."

Der Vater des geretteten Jungen hatte Chad angesprochen, während er seinen Sohn auf den Arm nahm.

„Es schien ihm nicht wichtig zu sein, Dank für seine Tat zu erhalten. Er wollte helfen und das hat er getan. Auch wenn er dadurch verletzt wurde."

Bei den letzten Worten war die Stimme des Mannes leiser geworden und in seinen Blick mischte sich Besorgnis. „Ich hoffe, seine Wunde ist nicht schwer", sagte er, während er in den Himmel schaute, wohin der Ranger verschwunden war. Still stand die Gruppe für einige Augenblicke zusammen, vereint in der Besorgnis um einen unbekannten Freund.

Nachdem die Freunde sich überzeugt hatten, daß es Vater und Sohn gut ging, machten sie sich auf, in die Zentrale zurückzukehren. Sie hatten zwar den Tag frei, doch sie wollten dem Captain der Basis, Danas und Ryans Vater, von den Ereignissen berichten. Schweigend schritten sie ihrem Fahrzeug entgegen und ebenso still verlief auch die Fahrt zur Basis zurück. Sie alle waren noch zu vertieft in die Ereignisse, die geschehen waren – der unbekannte Ranger hatte ihnen viel Stoff zum Nachdenken gegeben.

Besonders Ryan war sehr still und tief in Gedanken versunken. So sehr, daß es Carter auffiel, der ihr Fahrzeug steuerte. „Ryan? Was ist los, was hast du?„, fragte er seinen neuen Freund leise.
Ryan zuckte zusammen und starrte Carter an. Als dieser ihn weiterhin fragend ansah, seufzte er leise und indem er auf die Straße vor ihnen starrte, sagte er leise : „Ich denke über den Ranger nach. Weißt du, ich versuche noch immer, mich von meiner Vergangenheit mit Diabolico zu trennen. Und dieser Ranger... Er stand einfach da und nahm in Kauf, verletzt zu werden, um die Kinder und andere Personen zu schützen, die er nicht einmal kannte! Und dann ist er tatsächlich verwundet worden, nur, damit dem Jungen nichts geschah! Und er wollte nicht einmal ein Dankeschön dafür!
Versteh mich nicht falsch„, setzte er mit einem Blick auf den fragenden Ausdruck in Carters Gesicht hinzu, „aber es schien für ihn das Allerwichtigste zu sein, daß niemand anders verletzt wurde."
Carter sah seinen Freund noch für einen Augenblick schweigend an und überlegte. „Du hast recht, Ryan. Auch wir versuchen immer, andere zu beschützen. Doch einen derartigen Einsatz habe ich auch noch nie gesehen."

Ryan nickte nur zu Carters Worten und versank erneut in Schweigen. Und dieses Mal versuchte Carter nicht, ihn zum Reden zu bewegen, denn Ryan hatte genau das ausgesprochen, was die Freunde bewegte. So fuhren sie schweigend den Rest des Weges.
Als sie in der Basis ankamen und kurze Zeit später an die Tür des Captains klopften, sah dieser überrascht auf. „Ich dachte, ich hätte euch allen den Tag freigegeben. Was tut ihr also hier? So große Sehnsucht nach der Arbeit?", fügte er mit einem leichten Lächeln hinzu. Doch die Gruppe der sechs jungen Leute kam ihm irgendwie verwirrt vor, so als hätten sie etwas erlebt, was sie aus dem Gleichgewicht gebracht hätte.

„Erzählt mir, worum es geht. Was ist passiert?", forderte er seine Rangers auf. Carters Kopf zuckte hoch und er schien erstaunt, daß sein Commander wußte, daß etwas nicht in Ordnung war. Auch seine Freunde, sogar Ryan und Dana, die ihren Vater besser kannten als ihre Freunde, waren für einen Moment sprachlos und sahen Captain Mitchell fragend an.
Dieser seufzte und meinte lächelnd : „Ihr kommt hierher zu mir an eurem ersten freien Tag seit Wochen und seid erstaunt, daß ich weiß, daß etwas nicht in Ordnung sein muß?"

„Oh", machte Joel.
„Sie haben Recht, Sir. Es ist etwas Merkwürdiges passiert. Auf der Plaza in der Stadt war diese seltsame Frau und..." Carter erzählte dem Captain die ganze Geschichte von dem seltsamen Verhalten der Frau über das Auftauchen des fremden Rangers bis zu dessen Kampf mit der ‚Trakeena' genannten Frau und dem selbstlosen Einsatz des Rangers für den kleinen Jungen.

Als er geendet hatte, war es für einen Moment still im Raum. Die Freunde schauten ihren Commander fragend an. Sie wollten wissen, was er von ihrem Erlebnis hielt. Nach einer Weile hielt es Dana nicht mehr länger aus und fragte : „Was hältst du davon, Dad? Was soll das alles bedeuten?"

Der Captain schaute seine Tochter an und antwortete dann bedächtig : „Er muß zu einem anderen Team aus Rangers gehören. Warum er hier in Mariner Bay ist, kann ich euch auch nicht sagen. Aber wahrscheinlich ist, daß er diese ‚Trakeena' verfolgt hat."
„Ob wir ihn wiedersehen werden, Sir?" Chad hatte das gefragt. Es ärgerte ihn noch immer, daß er keine Gelegenheit dazu gehabt hatte, sich bei ihrem Helfer zu bedanken.

„Ich weiß es nicht, Chad. Das wird darauf ankommen, ob ihn seine Aufgabe hier hält oder ob diese Trakeena den Planeten schon wieder verlassen hat." Dieser Gedanke war den Freunden noch gar nicht gekommen – daß der Ranger die Erde schon wieder verlassen haben könnte. Enttäuschung malte sich für einige Augen-blicke auf ihren Gesichtern, als sie daran dachten, daß es vielleicht ihre einzige Begegnung mit dem mysteriösen Ranger gewesen sein würde.

Captain Mitchell räusperte sich, um die Aufmerksamkeit der Freunde wiederzuerlangen. „Warten wir es ab. Etwas anderes können wir nicht tun." Carter nickte wiederstrebend, doch er wußte, der Captain hatte recht. Denn wie sollten sie den Ranger auch aufspüren können? Also verließen die sechs Freunde das Zimmer des Captains und gingen in ihre Quartiere.
Sie wußten nicht, wie bald sie ihren Helfer schon wiedersehen sollten...

Am nächsten Tag hatten die Freunde wieder ihren Dienst aufgenommen und trainierten ihre Kampf-Techniken, um im Falle eines Monsterangriffes besser gewappnet zu sein. Und der Captain, der sie dabei beobachtete, konnte erkennen, daß die Sechs dieses Mal viel konzentrierter und aufnahmebereiter bei der Sache waren als sonst. Ihr Erlebnis mit dem unbekannten Ranger schien in ihnen den Wunsch geweckt zu haben, ihre Fähigkeiten entscheidend zu verbessern. Nur bei der Teamarbeit haperte es noch, mußte der Captain feststellen. Sie arbeiteten zwar zusammen und deckten einander, aber es war noch keine rechte Harmonie in ihren Interaktionen zu erkennen.

Und doch wußte der Captain, daß bei allen sechs jungen Leuten der Wille zur Zusammenarbeit vorhanden war. Sie waren bereit, gemeinsam gegen einen Feind vorzugehen. ‚Ist es gerade das?', fragte sich der Captain. Störte ihr augenscheinlicher Wille zur Teamarbeit die Umsetzung? Waren sie so konzentriert darauf, zusammenzuarbeiten, daß es gerade deswegen nicht so klappte, wie sie es wollten?

Captain Mitchell versuchte zu verstehen, was er gerade herausgefunden hatte. Doch dann erkannte er, daß Verstehen gerade der falsche Weg war. Vertrauen konnte man nicht verstehen, man mußte es fühlen. Auch wenn man das Konzept der Zusammenarbeit erklären konnte, realisiert werden konnte es nur mit Leuten, die einander absolut und uneingeschränkt vertrauten.
Für einen Moment war der Captain verwirrt, denn er wußte, daß die Sechs einander vertrauten. Joel, Chad, Dana sowie Kelsey hatten Carter als ihren Anführer akzeptiert und befolgten seine Anweisungen im Kampf. Und Carter bemühte sich immer, auf sie einzugehen. Blieb noch Ryan.

Captain Mitchell seufzte kurz. Erst vor wenigen Wochen war sein geliebter Sohn zu ihm zurückgekehrt, nach dramatischen Ereignissen. Er hatte Ryan davon überzeugen müssen, daß er ihn immer geliebt – und nicht, wie von diesem jahrelang angenommen, zum Wohl seiner Schwester aufgegeben hatte. Doch Ryan hatte es schließlich akzeptiert und versuchte nun, sich in die Gruppe der Rangers einzufügen. Und Captain Mitchell war sehr erfreut gewesen, obwohl er es nie zum Ausdruck brachte, daß Danas Freunde Ryan so schnell aufgenommen hatten.

Besonders Carter schien um Ryans Freundschaft bemüht, obwohl es wahrscheinlicher gewesen wäre, daß er dessen Eingliederung in sein Team skeptisch gegenübergestanden hätte. Schließlich hatte Ryan vor seiner Rückkehr zu ihnen als Gefolgsmann von Diabolico mehr als einmal versucht, Carter zu verletzen. Doch nun war es augenscheinlich so, daß die beiden jungen Männer sehr gut miteinander auskamen. Wenn auch Ryan oft noch sehr zurückhaltend war, wenn es um gemeinsame Aktivitäten der Gruppe ging, waren seine neuen Freunde jedoch immer weniger gewillt, ihn außen vor zu lassen.

Captain Mitchell nickte in sich hinein. Er wußte, daß die Sechs Zeit brauchen würden, um zusammenzu-wachsen. Doch er war sich sicher, daß es ihnen gelingen würde.

Auf einmal schrillte der Alarm in seine Gedanken hinein und er eilte dem Kommandoraum entgegen. Kaum war er dort angekommen, stürzte auch schon ein Sergeant auf ihn zu und berichtete : „Ein erneuter Angriff, Sir! Ein Monster ist in der Vorstadt von Mariner Bay aufgetaucht und verwüstet dort die Gegend."
Mitchell antwortet ihm : „Höchste Alarmstufe, Sergeant! Die Rangers..." Er wurde unterbrochen, als hinter ihm Carters Stimme erklang : „Wir sind schon auf dem Weg, Sir!"
Mitchell drehte sich um und rief den sechs Rangers zu : „Die Vorstadt von Mariner Bay ist dicht bevölkert, also versucht, dieses Monster dort wegzulocken!" „Ja, Sir", war noch von Chad zu hören, bevor die Rangers zu ihrem Fahrzeug rannten und sich auf den Weg machten.

Als die Sechs in der Vorstadt ankamen, sahen sie dort eine in schwarzes Leder gekleidete Frau Häuser zerstören, indem sie aus ihrem Stab schwarze Blitze in alle Richtungen schickte. Menschen flüchteten panisch vor ihrer Zerstörungswut.

Carter brachte den Wagen zum Halten und die Freunde sprangen von den Sitzen und verwandelten sich. Aber irgendetwas störte Carter – und dann sah er den Stab.
„Das ist die Frau von gestern! Diese Trakeena", rief er überrascht aus.
„Was?", meinte Joel ungläubig. „Aber sie sieht ganz anders aus!"
Ryan hatte die Frau beobachtet, die weiterhin wahllos Blitze verschoß. „Carter hat Recht", meinte er. „Seht euch den Stab an, den sie in der Hand hält." Im nächsten Moment mußten alle Carter zustimmen. Ja, der Stab war genau der Gleiche wie am vorherigen Tag. Also mußte auch die Eigentümerin die Gleiche sein, obwohl sich ihr Erscheinungsbild gewaltig verändert hatte.

Vorher hatte sie wie ein Mensch gewirkt, wie eine relativ große, dunkelhaarige Frau um die Dreißig. Doch jetzt – jetzt sah sie aus wie das Monster, das sie wirklich war. Ganz in etwas gekleidet, das wie Leder aussah, aber ihren ganzen Körper bis hin zum Kopf bedeckte, strahlte sie nun unverhüllte Bosheit aus. Aus ihrem Kopf wuchsen Tentakel, die bei jedem Schritt, den sie machte, hin- und herschwangen, als hätten sie ein Eigenleben. Dana schüttelte sich unwillkürlich, als sie ihre Gegnerin sah. Insgeheim hatte sie Angst vor Insekten, und dieses Monster sah eindeutig nach einem aus.

Doch jetzt war keine Zeit für heimliche Ängste. Sie mußten dieses Monster aufhalten, aber vor allem erst einmal aus der Vorstadt locken. Inzwischen waren zwar alle Menschen, die sich in der Gegend aufgehalten hatten, geflohen, doch die Zerstörung, die Trakeena an den Häusern anrichtete, mußte ebenfalls beendet werden. Also setzten sich die Rangers in Bewegung, um ihren Gegner auf sich aufmerksam zu machen.
Und das gelang ihnen gut – zu gut, wie sich bald darauf herausstellte. Es schien, als hätte Trakeena nur darauf gewartet, daß sich ihr jemand in den Weg stellte. Die Rangers hatten große Probleme, sich ihrer Attacken zu erwehren, während sie verzweifelt versuchten, die Zerstörung der Umgebung so gering wie möglich zu halten. Es gelang ihnen jedoch immerhin, Trakeena in ein weniger bebautes Viertel zu locken, auch wenn sie dabei meistens nur durch Zufall unverletzt blieben.

Doch dann stolperte Ryan auf einmal über einen großen Stein, den er nicht gesehen hatte und fiel zu Boden. Daraufhin lachte Trakeena hämisch und legte mit ihrem Stab auf ihn an. Gerade dachte Ryan, daß er nun ihrem Angriff nicht mehr entgehen könnte – und an dem entsetzten Schrei seiner Schwester erkannte er, daß sie das ebenfalls annahm – flog auf einmal ein roter Schatten durch die Luft auf Trakeena zu. Als der Schatten mit ihrem Stab zusammenprallte, sprühten rote Funken und aufschreiend ließ Trakeena die Waffe los, welche wenige Meter von ihr entfernt zu Boden fiel.

Doch der rote Schatten fiel nicht ebenfalls zu Boden, sondern blieb schwirrend in der Luft hängen – nur, um Augenblicke später in die Hand seines Besitzers zurückzukehren. Aller Blicke richteten sich auf das Dach eines nahestehenden einstöckigen Hauses, denn dorthin flog der Schatten. Dieser wurde kurz darauf zu einem Dolch, nach dem sich eine Hand ausstreckte, um ihn wieder an sich zu nehmen.

Die Rangers – und ihre Gegnerin – erstarrten. Doch aus verschiedenen Gründen. Während sich die sechs Freunde über das erneute Auftauchen des mysteriösen Rangers freuten, zischte Trakeena vor Wut. Doch bevor sie etwas sagen konnte, ertönte die Stimme des Rangers : „Habe ich dir nicht gesagt, daß ich nicht zulassen werde, daß du den Menschen hier etwas antust, Trakeena? Keinem von ihnen!"

Mit diesen Worten sprang der Ranger durch die Luft und kam wenige Schritte vor Ryan voller Eleganz wieder auf dem Boden auf. Dieser starrte völlig verblüfft auf seinen Retter, der nun, wieder mit seinem Schwert in der Hand, beschützend vor ihm stand. Der Ranger schien zu erwarten, daß Trakeena ihn angreifen würde, denn Ryan konnte die Anspannung in seiner Gestalt erkennen, nun, da er ihren Helfer so nah vor sich stehen hatte. Doch seine Gegnerin schien unsicher.

Die instinktive Selbstsicherheit, die der Ranger ausstrahlte, wirkte sich anscheinend auf ihr Selbstbewußt-sein aus und so schrie sie nur wütend : „Wir sehen uns wieder, Roter Ranger! Und das wird dann dein Ende sein!" Damit hob sie den Stab, den sie mittlerweile wieder ergriffen hatte, und verschwand.
Bevor sich einer der Freunde wieder soweit gefaßt hatte, ihren unbekannten Helfer etwas zu fragen, hatte der sein Schwert mit einem Aufblitzen an roter Energie verschwinden lassen und Ryan konnte ihn sagen hören : „Nicht noch einmal, Trakeena." Damit wurde seine Gestalt erneut von dem warmen Rot aus Licht umhüllt und er war verschwunden.

Im nächsten Moment war Ryan von seinen Freunden umringt, die aufgeregt auf ihn einredeten. „Bist du verletzt, Ryan?", fragte Carter besorgt, während Joel auf die Stelle starrte, wo eben noch ihr fremder Helfer gestanden hatte. Als Chad und Carter Ryan auf die Füße halfen, drehte Joel sich zu ihnen um und fragte : „Warum verschwindet er immer gleich wieder? Ich verstehe nicht, was das werden soll!"
Die gleiche Ratlosigkeit war auch auf den Mienen seiner fünf Teamgefährten, die sich inzwischen wieder zurückverwandelt hatten, zu erkennen. Doch anscheinend würde der fremde Ranger selbst entscheiden, ob er mit ihnen reden wollte oder nicht.
Also seufzte Carter und sagte dann zu seinen Freunden : „Laßt uns zurück zur Basis fahren. Vielleicht weiß Captain Mitchell etwas, was uns weiterhilft." Seine Freunde nickten, denn auch ihnen fiel nichts weiter ein, was sie sonst hätten tun können.

Einige Stunden später in der Basis, als sie mit dem Captain in dessen Besprechungszimmer saßen, meinte Ryan plötzlich: „Jetzt hat er schon zwei von uns gerettet, ohne etwas dafür zu erwarten. Wenn das immer so weitergeht..." Ryan verstummte und rund um den Tisch war den Anderen Zustimmung anzumerken.
„Es ist nicht so, daß ich etwas dagegen hätte, daß er mich gerettet hat – aber ich will mich wenigstens dafür bei ihm bedanken!", brach es auf einmal aus Chad hervor.

Mitfühlend sahen seine Freunde ihn an. Sie wußten, daß es in Chads Kultur strenge Regelungen für das Verhalten gab, vor allem jemandem gegenüber, dem man sein Leben verdankte. Und daß es ihm nicht einmal möglich war, ‚Danke' zu sagen, nagte an Chad.

Captain Mitchell erhob sich nun und seine Worte galten der gesamten Runde, als er sagte : „Wir können es nicht ändern. Kommt jetzt."

Die sechs Freunde erhoben sich aus ihren Sitzen und als Carter die Tür zum Kommandoraum öffnete, meinte er : „Vielleicht werden wir irgendwann Gelegenheit haben, ihn näher kennenzulernen und uns bei ihm zu bedanken."

Tada, erstes Chapi ist hiermit beendet! Ich hoffe auf Kommis! Don't be shy!

CU, geministarlight