NEVER AGAIN

NEVER AGAIN

Chapter I

Wish I could trust

That it was just this once but I must do what I

Must I can't adjust

To this disgust

We're done and I just

Wish I could stay…

(Buffy Musical, Under your spell)

Niemand verdient deine Tränen und die, die sie verdienen werden dich nie zum Weinen bringen…

Langsam, fast bedächtig, bahnte sich eine Träne den Weg über ihre rechte Wange. Eine nassglänzende, nach Salz schmeckende Spur über die Haut malend. Sie verharrte kurz, machte dann ihren Weg und fiel mit beängstigender Stille in die Endlosigkeit. „Ich wünschte, ich hätte dich nie kennen gelernt…" Trotz der vermeintlichen Schwäche war ihre Stimme gefasst, fast starr. Er sah sie an, sein Gesicht war verzogen, als wollten seine Gesichtszüge ihm nicht gehorchen. „Aber…" Seine Stimme jedoch war ohne jegliche Stärke, ohne die Kälte, die von ihr ausging.

Sie wischte die Träne weg und sah ihn nun von unten her an. „Ich denke, du solltest gehen…" Sie drehte sich um, sah aus dem Fenster hinaus auf die Stadt. „Ich kann so nicht gehen, lass mich dir doch erklären…" „Es ist alles gesagt!" Wieder war ihre Stimme hart und ließ keinen Widerspruch zu. „Versuch nicht zu leugnen oder mir irgend etwas erklären zu wollen, Jay. Ich will, dass du gehst. Wir haben alles gesagt…" Er starrte ihren ihm zugewandten Rücken an, wusste nicht was er sagen, was er tun sollte. In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Es stimmte doch nicht, was sie ihm vorwarf! Und trotzdem konnte er nichts erwidern, nicht eingreifen in das Bild, welches sich vor seinen Augen abspielte. Er wandte sich ab, unter diesen Umständen war es ihnen nicht möglich vernünftig miteinander zu reden und so wandte er seine Schritte und ging.

Die Tür schloss sich leise und doch hallte das Geräusch erschreckend laut in ihrem Kopf nach. Sie legte die Stirn an die kalte Scheibe des Fensters und schloss die Augen. „Er verdient deine Tränen nicht…", murmelte sie. „Niemand verdient sie…" Ebony öffnete die Augen und wandte sich von dem Fenster ab, sah in den Spiegel, der in dem Zimmer hing, eine Ecke war abgesplittert, eine Erinnerung aus alten Zeiten, aber sie wusste nicht mehr woran. ‚Sieh dich an…', hallte es in ihrem Kopf. ‚Willst du wirklich so enden?' Sie schüttelte unwillentlich den Kopf und schritt auf den Spiegel und den davor stehenden Tisch zu, setzte sich und griff nach der Schminke, die auf dem Tisch stand. Sie nahm schwarze Farbe und tunkte langsam den Pinsel hinein. Sie wartete, ruhig, bis die überflüssige Farbe abgetropft war und führte den Pinsel dann zu ihrem Gesicht, begann langsam die Farbe aufzutragen und malte das Band, das sich um ihre Augen wand, schwarz nach. Die Farbe fühlte sich gut an auf der Haut, kalt und nass. Sie malte mehrere Male den schwarzen Strich nach und genoss das Gefühl des Pinsels auf der Haut. Er strich rau und schien sie ins Leben zurückzurufen. Sie entfernte den hellen Lippenstift und trug keinen neuen auf, sondern färbte die rote Flamme auf der Stirn ebenfalls schwarz. „Nie mehr…", sagte sie, als sie erneut in den Spiegel sah, stand auf und ging zu dem Schrank, nahm eine schwarze Lederhose und ein schwarzes, korsettartiges Top heraus und zog beides an. Sie öffnete ihre Haare, zog die Federn heraus und nahm sie am oberen Hinterkopf wieder zusammen. Sie ging, öffnete die Tür und begab sich nicht schnell, aber mit einem unheimlichen Drang weg zu kommen, durch die Gänge des Hotels.