Der unbekannte Feind
Wo hatte sein Bruder nur diese Armee aufgetrieben? Sie waren furchterregend, schlimmer noch als Bildenschweine. Sie hatten grauenvolle Muster im Gesicht und ihre Krallen waren widerwärtig bunt. Und es waren so viele von ihnen. Nachdem was Loki Midgard angetan hatte, hatte er nicht geglaubt, dass sich so eine große Masse ihm anschließen würde. Was hatte sein Bruder ihnen nur versprochen, dass sie freiwillig vor ihm niederknieten und ekstatisch seinen Namen riefen? Und wie sollte er gegen sie kämpfen, seine Erziehung verbot ihm sie anzugreifen.
Die perfekte Armee
Es war der perfekte Plan. Noch heute würde er die Weltherrschaft an sich reißen. Thor würde keine Chance haben gegen diese Armee. Es waren tausende und sie waren ihm treu ergeben. Bis in den Tod würden sie für ihn kämpfen. Sie beteten ihn an und er würde lügen, wenn er sagte, dass ihm das nicht gefiel. Endlich behandelte man ihn so, wie es ihm gebührte. Für sie war er ein König, ein Gott. Sie knieten vor ihm nieder und errichteten Heiligtümer für ihn. Die Welt war sein. Thor mochte ihn dort einmal geschlagen haben, doch was er aus dieser Niederlage gewonnen hatte, war um einiges größer, besser als er jemals zu träumen gewagt hatte.
Er malte sich aus, wie es sein würde. Sie bewegten sich wie ein einziger Körper. Mit scharfen, bunten Krallen zerfetzten sie seine Feinde. Ihre leuchtende Kriegsbemalung schlug Thor in die Flucht. Und zwischen ihren zornigen Worten hallte immer wieder sein Name: „Loki, Loki, Loki! Zwischendurch hörte er sogar immer wieder ein: „Ich will ein Kind von dir!" Ja, seine Armee war furchterregend. Sie hatten begriffen, was so vielen anderen vor ihnen verschlossen geblieben war. Er war der einzig wahre Herrscher. Sie liebten ihn und nicht seinen ach so tollen Bruder Thor. Für sie gab es nur ihn.
Und sie kämpften schmutzig, so wie er es am liebsten hatte. Sie kannten kein Erbarmen, wenn es um seine Sache ging. Sie hatten die „Haare-ausreiß-Technik" perfektioniert und ihre Absatzschuhe trafen zielsicher jeden Mann dort, wo es am meisten wehtat. Sie blendeten den Gegner mit ihren langen, glänzenden Haaren und ihrem makellosen Lächeln. Er würde sich davon niemals erweichen lassen, aber das mussten sie ja nicht wissen. Am besten gefiel ihm, wenn sie anfingen zu weinen und Thors rechtschaffene Männer ihre Verteidigung fallen ließen, woraufhin sie noch härter zuschlugen. Seine Feinde hatten eben nicht verstanden, dass ihnen ihre Aufrichtigkeit gegen diese Armee nichts nützen würde. Sie würden mit allen Tricks kämpfen, um ihn an sein Ziel zu bringen, um ihm zu gefallen. Das war alles, was sie wollten. Man sollte niemals die Macht von Fangirls unterschätzen!
