Disclaimer: Na, was soll man dazu noch sagen... Es handelt sich hierbei um Slash und das Pairing ist Aragorn/Legolas. Die Personen und so gehören alle Tolkien, ich hab sie hier nur geliehen. Tut mir Leid, ich kann nicht gut Disclaimers schreiben. Ich hoffe natürlich dass die Geschichte euch gefällt und ihr mir im Gegenzug fleißig Reviews schreibt. Also haltet euch lieber nicht mit dem Disclaimer auf...
Inhalt: Legolas und Aragorn lieben sich, doch die Gesetze Mittelerdes verbieten ihre Gefühle. Schließlich verlassen sie ihre Heimat aus Sehnsucht zu dem jeweils anderen und finden in Bree zueinander. Doch eine Gruppe Elben aus dem Düsterwald ist ihnen unter Thranduils Befehl auf den Fersen...
Produkthinweise: Es handelt sich hierbei um Slash (Aragorn/Legolas) und wem das nicht zuspricht, sollte vielleicht lieber was anderes lesen… allen anderen rate ich es zu lesen und mir dann ein Review zu schreiben lieb guck
Vergib mir, ich liebe dich
Chapter1:Nur Gefühle
Die Jahreszeiten wechselten. Der Winter verging und man sah es in ganz Mittelerde. Besonders in Lothlórien sah man die Veränderung.
Die goldenen Blätter der Bäume hatten wieder die Farbe von herrlichem Grün angenommen, die Luft schien von einer leisen Musik erfüllt zu sein. Obwohl die Musik nicht wirklich da war, glaubte man doch, sie zu hören. Vielleicht war es das leise Rauschen des warmen Sommerwindes das sich mit dem Zwitschern der Vögel und den wunderbar klingenden Worten der Elben vermischte.
Der Düsterwald, östlich des Nebelgebirges, wurde nicht als eine so große Pracht empfunden wie Lórien. Aber auch dort spürte man das Verschwinden der kalten Jahreszeit. Jedenfalls die meisten.
Denn manche, so schien es auf den ersten Blick, bemerkten die Verwandlung der Welt gar nicht. Denn, so schön sie auch ist, wer traurig oder wütend ist, oder irgendetwas in dieser Form, hat einen Schleier vor Augen, der die ganze Welt grau erscheinen lässt. Natürlich waren es nicht viele. Eigentlich waren es genau zwei. Der Eine befand sich zu Beginn des Sommers in Bruchtal, weitentfernt des Waldes, doch genau dort befand sich der andere. Legolas, Prinz aus Düsterwald und Aragorn, ein einfacher Waldläufer. Er befand sich in Bruchtal. Beide schienen die ganze Zeit abseits zu sein, nicht wirklich dort, wo man sie sah. Sie wussten nicht, dass der jeweils andere, so ähnliche Gedanken hatte, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Damals, nach Ende des Ringkrieges. Als die Gefährten sich trennten.
Bruchtal,
Aragorns Part
Mein Herz ist schwer. Es ist erdrückend.
Die ganze Welt scheint auf mir zu lasten.
Es ist Sommer, aber ich glaube ich habe es bis heute nicht gemerkt. Ich weiß nicht was in letzter Zeit nicht mit mir stimmt, aber ich habe das Gefühl dass die Luft um mich herum mich erstickt. Seit dem Zeitpunkt, an dem die Gefährten des Ringes sich voneinander trennten. Ich erinnere mich. Es war schwer sie zu verlassen. Für den Bruchteil einer Sekunde fand ich Legolas Blick. Doch damals bedeutete es mir nichts. Erst Tage später wurde mir schmerzhaft bewusst, dass wir uns niemals wieder sehen würden. Bis jetzt habe ich die Vermutung mit der ich meine Gefühle mit Legolas in Verbindung bringe missachtet. Aber von Tag zu Tag wird es offensichtlicher. Auch Arwen muss gemerkt habe, was mit mir los ist. Und es ist wahr. Ich habe keine liebe mehr für sie empfunden. Nun hat sie Bruchtal verlassen. Elrond will mir nicht sagen, wo sie ist, ich glaube das sie nun doch in die unsterblichen Lande gesegelt ist. Sollte dies der Fall sein, werde ich auch sie niemals wieder sehen. Aber ich weiß, dass es nicht der Verlust von Arwen ist, der mich so depressiv stimmt.
Düsterwald,
Legolas Part
Ich fühle mich nicht mehr dort, wo
ich mich wirklich befinde. Wie in einem Traum gefangen, in einem
nicht enden wollenden Gedanken der meine Sinne benebelt und mich
unfähig macht, etwas anderes als ihn wahrzunehmen. So merkte ich
nicht, wie sich der Wald mit der Zeit änderte, seit ich wieder
hier bin. Zwar hätte ich es sehen müssen, aber ich fühlte
mich so schwach. Unfähig etwas zu merken. Ich glaube, ich bin
der einzige hier der den Übergang von Sommer und Winter verpasst
hat. Ich habe das Gefühl das mir etwas fehlt. Aber ich weiß
nicht was.
Ich wandere herum wie ein Gespenst. Ich kann nur noch einen klaren Gedanken fassen. Aragorn, immer wieder. Es ist als wäre mein Kopf unzugänglich für alles andere.
Und ich kann es nicht verstehen. Zur Zeit der Gefährten war ich ihm so nahe, ohne es wirklich zu schätzen zu wissen. Und dann, als ich hierher zurückkehrte, habe ich begriffen, dass ich ihm nun nie mehr so nah sein würde. Und diese Erkenntnis will ich nicht hinnehmen. Als ich mich von ihm verabschiedete, fing ich für wenige Sekunden seinen Blick auf. Und mit jedem Tag wuchs mein Wunsch ihm tief in die Augen zu sehen und diesen Augenblick zu wiederholen. Ich versuche ihn mir vorzustellen, seine Augen, seinen Körper. Den letzten Blick von ihm, der nur wenige Sekunden dauerte, aber in meinen Augen wie Feuer brannte. Ich erinnere mich, dass er lächelte als er sich umdrehte, um fortzugehen.
Ich frage mich, was er fühlt, wenn er an mich denkt. Ist es derselbe Wunsch? Dasselbe Verlangen? Wohl kaum. Ich bin sicher, seine Gefühle für mich, sind unverändert. Doch ich weiß ja nicht, wie sie waren.
Kann ich es mir eingestehen? Das, was ich fühle? Nein. Ich darf es nicht. Ich kann es nicht. Aber ich kann es auch nicht ignorieren. Dazu bin ich zu schwach. Aragorn... würdest du mir verzeihen, wenn du wüsstest, was ich denke?
Legolas erhob sich von dem Stuhl, auf dem er nun schon über eine Stunde gesessen und aus dem Fenster gestarrt hatte. Unschlüssig blieb er im Raum stehen. Ein warmer Sommerwind wehte durch das Fenster und durch seine hellen Haare. Er schloss die Augen.
Täglich wuchs sein Verlangen nach Aragorn, täglich wuchs das Loch, das dieser hinterlassen hatte, als sich ihre Wege trennten. Legolas wusste, dass es verboten war so zu fühlen, streng verboten. Vielleicht war das auch der Grund warum er in letzter Zeit so oft die Einsamkeit suchte. Furcht. Furcht, jemand könnte alles erfahren. Das würde nicht nur ihm Schwierigkeiten bringen, sondern auch Aragorn. Legolas war sich zwar sicher, das Aragorn ihn weiterhin nur als Freund sah, aber er konnte nicht zulassen, das ihm etwas geschah, seinetwegen.
Er konnte es nicht.
Wenn man über den kurzen Bergpass kam, sah man als erstes nur einen Wasserfall. Von fast allen Stellen in Bruchtal konnte man ihn sehen. So auch von dem Fenster in einem kleinen Zimmer im Hause Elronds, welches im Moment bewohnt war von Aragorn. Lange würde er nicht bleiben, er wollte schon morgen aufbrechen und gen Westen reiten. Nichts hielt ihn hier. Weder Arwen, noch sonst jemand. Arwen war ja sowieso fort. Wieso machte ihm das nichts aus? Ständig hatte er sich das gefragt. Er hatte Arwen doch einmal geliebt... war das wirklich Vergangenheit? Wusste er mit Bestimmtheit dass es so war? Ja. Er hatte vielleicht gedacht, er würde sie lieben, aber das tat er nicht. Schon längere Zeit nicht, aber nie hatte er auch nur im Traum daran gedacht dass sie ihm so egal war, wie er es jetzt spürte.
Jeder Versuch, herauszufinden warum jeder Gedanke an Arwen ihm vorkam wie ein Gedanke an etwas so alltägliches, etwas was man vergessen konnte, scheiterte. Und mit jedem Versuch, wurde er sich sicherer zu wissen, warum er so gefühllos an sie denken konnte. Doch eingestehen konnte er sich dies nicht. Sicher, er wollte sie eigentlich nicht vergessen, aber er wusste dass sie diesen speziellen Platz in seinem Herzen verlassen hatte.
Sein Blick wanderte durch das kleine Zimmer. Auf einem Schemel neben dem Bett, etwa in der Mitte des Raumes, lag die Blattbrosche aus Lothlórien. Sie war ein Geschenk Galadriels gewesen, jeder der Gefährten hatte eine erhalten.
Ein Bild flackerte in seinem Kopf auf, unscharf. Lórien. Das Bild von Galadriel und Celeborn wurde unscharf, die Umrisse des goldenen Waldes veränderten sich ins unerkenntliche. Aragorn schloss die Augen und versuchte sich auf die Erinnerung zu konzentrieren.
Der schwache Umriss von Lórien verblasste. Deutlich wurde die Erinnerung an den letzten Augenblick an dem die Gefährten vereint gewesen waren. Als sie auseinander gegangen waren hatten sich die Blicke von Aragorn und Legolas getroffen, für einen kurzen Augenblick.
Nie zuvor war ihm aufgefallen, wie schön Legolas doch war. In Aragorn wuchs der Wunsch den Moment des letzten Blickes noch einmal zu erleben. Und dann nicht fortzugehen. Stehen zu bleiben und den Blick nicht zu beenden. Dort zu bleiben.
Für immer.
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