Das Leben ohne den Sinn der Schönheit

Kapitel 1: Der Tag der Finsternis

Es war kalt in jener Nacht. Der Wind wehte sanft über die Gärten des Schlosses. Einige kleine Tiere liefen über die Wege, die zu dem großen Schloss führten. Es war alt, aber dennoch hatte es etwas magisches, etwas schönes wohliges. Das Schloss stand auf einem Hügel. Dahinter, etwas tiefer gelegen, befand sich ein Labyrinth aus Steinmauern sowie Blumenhecken. Zusammen gab es ein wirklich schönes Bild ab. Zhalia lief den Weg entlang, den Sophie ihr gezeigt hatte. Sie wusste was sie zu tun hatte. Mit ihrer Hand strich sie die kalten Mauern entlang. Es kribbelte in den Fingerspitzen. Sie bog nach links ab. Sie kam in einen engeren Gang. Links war eine Blumenhecke, rechts befand sich eine Mauer und geradezu ebenfalls. Zhalia sah sich um. Hatte sie den falschen Gang gewählt? Oder hatte Sophie ihr den Weg falsch beschrieben. Sie ging drei Schritte zurück und streckte sich, so das sie etwas über die Mauer spähen konnte. Man konnte den Kopf einer Statue erkennen. Das Gesicht war ihr zugewandt. Halte dich an die Statue, hatte Sophie gesagt, Sie muss mit dem Gesicht zu dir zeigen. Es war der richtige Weg, soviel war sicher, doch Zhalia konnte nirgendwo eine Tür entdecken. Sie ging wieder auf die Mauer zu. Vorsichtig tastete sie, sie ab. Einige kleine Steine lösten sich und fielen zu Boden. Der Mond schien auf die Mauer, so das Zhalia sehen konnte wo sie hin fasste.

„Jetzt mach schon! Ich weiß das du hier irgendwo steckst.", sprach sie leise und drückte immer wieder auf einzelne Steine. Sie war nervös. Sie musste sich an den Plan halten. Die Zeit spielte dabei eine wichtige Rolle. Wenn sie nicht bald den Mechanismus finden würde, der die Tür preisgab, würde es knapp werden und der Plan wäre zum Scheitern verurteilt. Ihr liefen einige kleine Schweißperlen über das Gesicht. Ihre Hände zitterten vor Kälte. Immer wieder ließ sie ihre Hände von neuem über die Steine gleiten. Immer wieder suchte sie die gleichen Steine ab, in der Hoffnung irgendetwas übersehen zu haben. Doch es war zwecklos. Nervös und zitternd richtete sie sich auf. Sie wusste nicht was sie jetzt tun sollte. Die Zeit saß ihr im Rücken. Verzweifelnd sah sie sich um.

„Verdammt!", fluchte Zhalia, als ihr plötzlich ein Loch in der Hecke auffiel. Es war gerade mal so groß, das ein kleiner Mensch durchpasste. Sie hockte sich davor und betrachtete es näher. Vorsichtig schob sie die kleine Äste beiseite und spähte hinein. Dahinter war etwas. Eine Tür. Ihre Tür. Zhalia musste lächeln, als sie das sah. Langsam steckte sie den Kopf durch das Loch und kroch vorsichtig hindurch. Sie richtete sich am anderen Ende auf und strich sich den Dreck vom Körper und richtete ihre Kleidung. Danach ging sie zur Tür und öffnete diese. Ein warmer Schwall flog ihr ins Gesicht. Es fühlte sich gut an. Zhalia trat ein und schloss die Tür hinter sich. Vor ihr erschreckte sich ein langer, breiter Flur mit Kerzen an den Wänden und einer rot-brauen Tapete. Der Teppich war rot mit schwarzen verschnörkelten Muster. An den Seiten standen Grünpflanzen. Es war sehr gemütlich. Die Wärme umgab Zhalia. Sie hörte auf zu zittern und ging den Gang entlang. Am Ende des Flures befand sich eine Tür. Sie war aus Holz, ebenfalls mit verschnörkelten Mustern. Groß und breit mit schwarzen Türgriffen. Als Zhalia vor der Tür stand, konnte sie die Stimmen der Menschen hören, die sich hinter dieser Tür befanden. Eine war sanft und weiblich. Das war mit Sicherheit Sophie. Eine andere war tief und kräftig. Sie gehörte bestimmt zu Montehue. Und eine weitere, diese würde sie immer erkennen, egal wann und wo, war ebenfalls tief doch nicht so sehr kräftig. Sie hatte etwas liebliches und beruhigendes, das Zhalias Herz schneller schlagen ließ. Es war die Stimme von Dante. Sie war so vertraut an seine Stimme. Wie oft hatten sie schon miteinander geredet. Und dennoch brachte diese Stimme sie immer wieder aus der Fassung. Zhalia atmete tief ein. Sie hob die Hand und klopfte an die Tür. Die Stimmen verstummten und nach ein paar Sekunden öffnete sich die Tür und das Licht fiel auf sie. Zhalia blinzelte, weil das Licht sehr grell war.

„Zhalia, da bist du ja endlich! Wir haben uns schon Sorgen gemacht. Komm rein!", begrüßte Montehue sie und bevor sie überhaupt reagieren konnte, hatte er sie bereits am Arm gepackt und hinein gezogen. Montehue hatte einen kräftigen Griff. Aus diesem Grund tat ihr auch der Arm weh nachdem Montehue sie losgelassen hatte.

„Tut mir Leid, ich hatte einige Probleme mit der Tür.", erklärte sie während sie sich ihren Arm rieb.

„Gott, wo warst du denn? Wegen dir haben wir jetzt Zeitdruck. Weißt du eigentlich was das für Auswirkungen auf den Plan haben kann?", fuhr Sophie sie an.

„Ich hatte Probleme mit der Tür!", entgegnete Zhalia, „Das hab ich doch gerade gesagt."

„Wieso denn Probleme? Ich hab dir doch den Weg beschrieben.", fragte Sophie irritiert.

„Du hattest nicht erwähnt, dass ich durch eine Blumenhecke kriechen muss, um sie zu finden."

„Meine Güte! Ich dachte, dass du das weißt.", rief Sophie und schmiss aufgebracht die Arme in die Luft.

„Argh...Sophie...du...", stammelte Zhalia wütend vor sich hin.

„Ey! Jetzt hört auf zu streiten, das bringt uns auch nicht weiter.", mischte sich Dante ein und stellte sich sich die beiden. Sophie und Zhalia verschränkten die Arme und warfen sich gegenseitig einen bösen Blick zu. „Du hast recht, Dante. Wir sollten uns lieber um den Plan kümmern.", meinte Sophie, „Außerdem haben wir ja sowieso schon Zeitdruck. Wir wollen ja das Ganze nicht noch in die Länge ziehen." Bei diesen Worte sah sie Zhalia zornig an. Zhalia kniff die Augen zusammen und unterdrückte eine sarkastische Antwort. Wieso war dieses Mädchen eigentlich immer so unfreundlich zu ihr, wenn sie etwas falsch gemacht hatte? War sie immer noch sauer auf sie, weil sie die Vereinigung damals verraten hatte? Sie hatte doch gesagt, dass sie ihr verziehen hätte. Vielleicht war es auch einfach nur Sophies Art, wenn etwas nicht nach ihrer Nase lief. Dante, Zhalia, Sophie, Lok, Montehue, Tersly und Teien versammelten sich um den großen Tisch in der Mitte es Raumes. Er war rund und hatte so wie die Tür Verschnörkelungen. Auf dem Tisch waren Karten ausgebreitet, über die sich die sieben beugten. Sophie erklärte noch einmal den Plan. Sie zeigte auf die Karten, auf die Orte, wo sich jeder zu befinden hatte. Jeder kannte seine Aufgabe in dieser Mission. Montehue und Tersly würden dafür sorgen das sie während der ganzen Sache nicht gestört werden. Sie hielten Wache. Lok und Sophie würden den Gegenstand besorgen, wegen dem sie die ganze Mission geplant hatten. Es war eine Art Kelch, den Rassimov der Vereinigung vor gut einer Woche gestohlen hatte. Metz und Guggenheim hatten das Team beauftragt den Kelch zurückzuholen, da er sehr wertvoll für die Vereinigung war. Dante, Zhalia und Teien waren für die Wachen verantwortlich, sie mussten sie ausschalten damit Lok und Sophie ungehindert in den Raum gelangen konnten. Die Drei waren perfekt für diese Aufgabe. Dante war ein Meister in den Kampfkunstarten, Zhalia hatte viele gute Zauber auf Lager und Teien war eine der besten Kämpferinnen der Vereinigung. Der Plan konnte einfach nicht schief gehen.

„Also dann kann es ja jetzt losgehen!", rief Lok aufgeweckt in die Runde. Alle bis auf Teien stimmten ihm zu. Sie nickte nur. Teien war eine seltsame Person. Sie hatte noch nie einen Ton gesagt, war immer leise und mischte sich nie in irgendwelche Diskussionen ein.

Das Team erreichte Rassimovs Anwesen noch vor Mitternacht. Es lag nicht weit weg von dem geheimen Treffpunkt der Vereinigung. Montehue und Tersly positionierten sich um das Anwesen herum und gingen immer wieder ihre Wege ab. Dante, Zhalia, Teien, Sophie und Lok gingen weiter. Lok und Sophie versteckten sich in einem kleinen Gebüsch und warteten auf das Signal der Anderen. Auf dem Innenhof gab es nur sechs Wachen. Einer an jeder Tür die in das Gebäude führte. Es würde den dreien leicht fallen sie auszuschalten. Zhalia hatte sich in einem Schatten einer dunklen Ecke versteckt. Einer der Wachmänner lief immer wieder an dieser Ecke vorbei, bei seinem üblichen Kontrollgang. Schnell handelte sie, als er ein weiteres Mal an ihr vorbei ging. Sie kam so schnell aus der Ecke gesprungen, dass der Mann gar nicht schnell genug reagieren konnte. Sie hielt ihm ihre Hand vor dem Mund, damit er nicht schreien konnte und schlug ihm dann gezielt gegen die Schläfen. Er sackte zusammen. Zhalia ließ ihn auf den Boden gleiten. Zwei weitere Männer kamen an gerannt. Sie hob ihr Bein hoch, wirbelte herum und traf einer der Männer am Kopf. Er sank bewusstlos zu Boden. Der andere Mann packte Zhalia von hinten und hielt sie umklammert, doch sie wusste sich zu helfen. Schnell und kräftig hob sie ihren Fuß und trat ihn zwischen die Beine. Vor lauter Schmerzen fiel er zu Boden und winselte wie ein Baby. Um die drei anderen kümmerten sich Dante und Teien. Dante kämpfte bereits während Teien sich noch versteckt hielt. Dante schlug mit gezielten Schlagen und Zaubern seine Gegner bewusstlos. Die letzten drei Wachmänner waren nun auch ausgeschalten. Zhalia lief zu Dante.

„Wir haben es geschafft.", rief Zhalia Dante leise zu.

„Ja, wir sollten Lok und Sophie das Zeichen geben.", entgegnete Dante und sah sie an.

„Sie werden sicherlich schon darauf..." Plötzlich war das Geräusch von Klingen, die durch die Luft flogen, zu hören. Ein Silberstern flog haarscharf an Zhalia vorbei und blieb in einen Baum stecken. Dante und sie zuckten zusammen und blickten dann in die Richtung aus der der Stern geflogen kam. Sie sahen wie zwei maskierte Männer auf sie zu rannten. Ninjas. Sie hatten ein Samurai-Schwert und Silbersterne in den Händen. Außerdem waren sie vermummt. Einer der beide schoss zehn weitere Sterne auf die beiden. Doch bevor sie Dante und Zhalia erreicht hatten, lagen sie schon auf dem Boden. Teien war aus ihrem Versteck gesprungen und sie abgewehrt. Mit einem magischen Schwall hatte sie die Sterne aufgehalten. Sie landete auf dem Boden, richtete sich auf und in Windeseile schoss sie ebenfalls Silbersterne auf die Angreifer. Die Sterne durchbohrten ihre Opfer. Sie fielen zu Boden. Eine Blutlache umgab die leblosen Körper. Dante und Zhalia richteten sich auf. Teien drehte dich zu ihnen.

„Danke sehr.", sagte Dante und sah sie an. Teien verneigte sich kurz und sprang dann zurück in ihr Versteck. Dante trete sich wieder zu Zhalia. „Okey, wir sagen jetzt besser Lok und Sophie Bescheid.", sagte Zhalia mit einer besorgten Stimmlage.

„Einverstanden."

Lok und Sophie saßen immer noch in ihrem Versteck und warten darauf das die Luft rein war. Sophie spähte immer wieder kurz nach draußen um nachzusehen. Lok spielte mit den Zweigen.

„Hoffentlich ist nichts passiert.", sagte Sophie besorgt.

„Ach wird schon nicht. Die Drei sind die besten. Die schaffen das schon."

„Meinst du wirklich?", fragte Sophie prüfend. Lok legte den Zweig beiseite und nahm Sophies Gesicht in seine Hände. „Du bist viel zu nervös. Sie werden es schaffen glaub mir.", sagte Lok beruhigend und gab ihr eine Kuss. Danach lächelte er sie an und nahm seine Zweig wieder in die Hände. Sophie sah ihn an. „Vermutlich hast du recht.", meinte sie und spähte wieder heraus. Diesmal sah sie etwas. Es war Gareon. Er kam auf sie zu gerannt. Das war ihr Signal. Sophie stupste Lok an, dieser legte seinen Zweig weg und richtete sich auf. Sie liefen los bis auf den Innenhof, wo Zhalia und Dante auf sie warteten.

„Alles klar. Ihr wisst was ihr zu tun habt.", sagte Dante. Die Beiden nickten.

„Wenn ihr in zwanzig Minuten nicht wieder da seid, kommen wir rein.", meinte Zhalia. Die Beiden nickten wieder. „Okey. Viel Glück!", wünschte sie ihnen. Lok und Sophie rannten in das Gebäude. Sie hatten keine Schwierigkeiten den richtigen Raum zu finden, da Dante kurz vor ihren Aufbruch, das Gebäude abgescannt hatte, um den Raum ausfindig zu machen. Sie betraten den Raum. Er war recht groß. Die Wände waren farblos. Eine große Leuchte hing von der Decke und bestrahlte das einzigste Objekt im ganzen Raum. Den Vitrine mit dem Kelch. Lok und Sophie liefen auf sie zu. Die Beiden betrachteten den Kelch. Er war so groß wie ein Weinglas, golden mit Bildern.

„Ich glaube sie erzählen eine Geschichte.", sagte Sophie.

„Wer?", fragte Lok irritiert.

„Die Bilder. Dort auf dem Kelch.", antwortete Sophie und deutete darauf.

„Achso. Wir sollten uns aber lieber das Ding schnappen und uns aus dem Staub machen, bevor noch mehr von Rassimovs Wache hier auftauchen."

Sophie nickte und begann die Vitrine anzutasten. Nach einiger Zeit fand sie den Mechanismus, der die Tür der Vitrine öffnete, doch er war verschlossen.

„Mist!", fluchte Sophie.

„Was ist?", fragte Lok aufgeregt.

„Das Ding ist verschlossen. Ich bekomme es nicht auf."

„Das ist kein Problem.", meinte Lok und stand auf. „Springer!" Der kleine Titan, der aussah wie ein Fuchs tauchte auf. „Du musst das Schloss für uns öffnen. Schnell!", erklärte Lok und deutete auf die Tür. Der kleine Titan nickte und machte sich an die Arbeit. Mit seinen kleinen Pfötchen öffnete er in Windeseile die Tür. Sophie nahm den Kelch hinaus, während Lok Springer wieder in sein Amulett schickte. „Danke, Kleiner.", sagte Lok, als sein Titan verschwand.

„Jetzt aber so schnell wie möglich raus hier.", sagte Sophie und die beiden rannten nach draußen.

Als sie wieder auf den Innenhof kamen, standen Dante und Zhalia immer noch da und warteten. Als sie die beiden sahen, schauten sie sie erwartungsvoll an. „Und? Habt ihr ihn?", fragte Zhalia.

„Hier ist er!", sagte Sophie und präsentierte stolz den Kelch.

„Gut gemacht! Jetzt lasst uns verschwinden.", sagte Dante und schaute sich um, um festzustellen, dass niemand sie beobachtete. Die anderen nickten. Sie rannten los, doch sie kamen nicht weit. Eine gewaltige Explosion erschütterte die Erde. Die vier fielen zu Boden. Sophie ließ vor Schreck den Kelch fallen. Dieser rollte in ein Gebüsch. Eine dichte Staubwolke umgab das Team. Dante richtete sich hustend auf. Zhalia wurde von ihm gestützt. Lok und Sophie halfen sich gegenseitig. Das Team sah sich um. Die Staubwolke ließ nur leider keine gute Sicht zu. „Was war das?", fragte Lok hustend.

„Ich befürchte, dass wir das gleich herausfinden werden.", antwortete Dante und sah sich ein weiteres Mal um. Plötzlich entdeckte er eine Person im dichten Staubnebel. Er sah wie sie ihre Hände hob. Die Staubwolke verschwand. Jetzt konnten die anderen die Person auch sehen. Sie lachte teuflisch. Das Team starrte sie an.

„Shauna.", sagte Zhalia und sah sie mit einem verachtendem Blick an.

„Ich glaube ihr habt da was, das uns gehört.", sagte sie und ging auf die vier zu.

„Wir haben uns nur das geholt, was uns auch gehört.", rief Sophie.

„Hmm...Das heißt dann wohl, dass ihr es mir nicht freiwillig wiedergebt?", meinte sie und sah Sophie prüfend an.

„Wenn du es wieder haben willst, musst du kämpfen.", entgegnete Dante und stellte sich in seine Kampfposition.

„Ich weiß nicht ob, dass so gut für euch ist.", sagte sie und stellte sich ebenfalls kampfbereit hin.

„Du bist allein und wir sind zu viert. Es ist eher nicht gut für dich.", sagte Lok grinsend.

Shauna stellte sich zurück in ihre alte Position und begann zu lachen. „Pahaha...Wer sagt das ich allein bin?" Plötzlich tauchten drei weitere Personen auf. Wind und eine vermute Gestalt die sie nicht kannten. Die dritte Person war Rassimov. Er hatte ein fieses Lächeln auf den Lippen, bei dem es dem Team eiskalt den Rücken hinunter lief.

Der nächste Augenblick verlief so schnell. Shauna sprang auf Sophie zu und trat ihr in den Bauch. Sie sackte unter Schmerzen zusammen. Lok würde von der vermuten Gestalt gegen eine Wand geschleudert. Wind kümmerte sich um Zhalia. Bei ihr dauerte es eine Weile bis er sie zu Boden gebracht hatte. Er verdrehte ihr den Arm, so das sie fehlend zu Boden sackte. Dante versuchte sich vor Rassimov in Sicherheit zu bringen. Er zielte immer wieder mit Zaubern auf ihn, doch Dante konnte sich immer wieder retten. Er sprang zur Seite und versuchte Rassimov mit einem Gegenzauber außer Gefecht zu setzen. Doch er verfehlte ihn immer wieder. Irgendwann hatte Rassimov Dante in eine Ecke getrieben. „Das wars dann wohl Mister Vale.", sagte Rassimov lachend. Eine grüne Kugel aus reiner Magie erschien in seiner Hand. Gerade in dem Moment als er sie abfeuerte sprang Zhalia dazwischen und wehrte sie ab. Das grelle Licht traf ihre Augen. Es brannte, so hell war es. Ein stechender Schmerz fuhr durch ihren Körper. Er betäubte jeden Muskel. Doch das war nicht das schlimmste. Das Schlimmste waren ihre Augen. Sie hätte sie am liebsten herausgerissen, so weh taten sie. Der Zauber erlischte. Zhalia fiel mit einem großen Schrei zu Boden.

„ZHALIA!", schrie Dante und kniete sich zu ihr hinunter. „Zhalia? Zhalia! Alles in Ordnung?" Sie reagierte nicht. Dante sah zu Rassimov, doch er war nicht mehr da. Die Stelle an der er stand war leer. Dante sah sich um und bemerkte das Shauna, Wind und ihr Komplize ebenfalls verschwunden waren. Der Kelch war auch weg. Er sah wieder zu Zhalia und bemerkte das sie zitterte.

„Gott sei Dank, du lebst noch.", sagte Dante erleichtert und hob sie hoch. Ihr Kopf fiel an seine Brust.

„Leute, wir müssen weg. Zhalia ist verletzt.", rief Dante Lok und Sophie zu, die gerade dabei waren sich aufzurappeln. Die Beiden nickten. Dante lief los mit Zhalia in seinem Arm. Lok und Sophie hinterher. Sie liefen zum Eingang, wo Montehue, Tersly und Teien standen. Die Drei sahen Dante fragend an, als sie sahen das er Zhalia trug.

„Was ist passiert?", fragte Tersly ängstlich.

„Zhalia ist verletzt. Wir müssen sie so schnell wie möglich in ein Krankenhaus der Vereinigung bringen.", erklärte Dante.

„Okey.", sagte Montehue, als er die zitternde Gestalt in Dantes Armen betrachtete. Sie liefen los.

Dante ging im Flur auf und ab. Die Ärzte waren jetzt schon zwei Stunden damit beschäftigt Zhalia zu untersuchen. Es war die Hölle. Warum brauchten sie nur so lange dafür? Was war mit Zhalia? Er begann sich Vorwürfe zu machen. Der Zauber hatte ihm gegolten und nicht Zhalia. Er war Schuld das sie jetzt da drin lag und vielleicht um ihr Leben kämpfte. Dante wurde immer nervöser. Plötzlich öffnete sich die Tür und die Ärzte kamen heraus. Ein alter Mann mit Bart und grauen Haaren und eine junge Frau mit brünette Haaren. Dante sah beide erwartungsvoll an.

„Übernehmen sie das bitte. Ich muss schnell zu einem anderen Patienten.", sagte der alte Mann zu der Frau und klopfte Dante auf die Schulter als er ging.

„Was ist? Was hat sie?", fragte er die Frau. Sie lächelte.

„Es ist alles in Ordnung. Ihrer Frau geht es hervorragend. Sie hat ein zwei kleine Prellungen und Blutergüsse, aber ansonsten ist alles gut."

„Gott sei Dank!", Dante fiel ein Stein vom Herzen.

„Wir werden sie, aber nur zur Sicherheit noch über Nacht hierlassen. Sie können ihre Frau dann morgen wieder mit nach Hause nehmen."

„Kann ich jetzt zu ihr?"

„Selbstverständlich. Sie schläft aber. Versuchen sie also leise zu sein."

„Ja mach ich.", sagte er und ging zur Tür. Dann drehte er sich aber noch einmal um. „Und noch was, sie ist nicht meine Frau." Die Ärztin lächelte. „Verzeihung. Ich dachte nur, weil sie sich so um sie sorgen." Danach ging sie. Dante öffnete leise die Tür. Es war dunkel. Vorsichtig ging er auf das Bett zu, in dem Zhalia lag. Er setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett und sah sie an. Sie schlief mit dem Kopf zu ihm geneigt. Langsam und sachte streichelte er ihr Haar.

„Es tut mir so Leid.", flüsterte er.

„Ist schon gut.", antwortete sie ohne die Augen zu öffnen.

„Du bist wach?"

„Ja. Wie soll ich denn schlafen können, wenn die Ärzte einen die ganze Zeit zu labbern?" Sie lächelte. Immer noch die Augen geschlossen.

„Warum öffnest du deine Augen nicht?", fragte Dante.

„Sie tun noch etwas weh und außerdem haben die Ärzte gesagt ich solle sie noch nicht öffnen.", erklärte Zhalia. Doch sie log.

„Willst du schlafen?"

„Ja."

„Okey. Dann lass ich dich jetzt in Ruhe.", sagte Dante und stand auf. „Ich komme dann morgen und hole dich ab." Doch Zhalia gab keine Antwort. Sie war eingeschlafen. Dante lächelte und ging.

Am nächsten Morgen ging Dante zum Krankenhaus um Zhalia abzuholen. Er war erleichtert, dass ihr bei dem Kampf nichts schlimmes passiert war. Er betrat das Krankenhaus und fuhr mit dem Fahrstuhl in den zweiten Stock. Als er in den Gang zu Zhalias Zimmer kam, liefen an ihm die beiden Ärzte von gestern über den Weg. Sie erzählten von einem Patienten. Das gestern noch nichts war und das es einfach nur schrecklich ist, was ihm passiert sei. Als die Beiden Dante sahen, lächelten sie und begrüßten ihn herzlich. Doch sobald sie an ihm vorbei gegangen waren, fingen sie wieder an von dem Patienten zu erzählen. Dante stand vor Zhalias Zimmertür und klopfte an.

„Komm rein." Hörte er von innen. Er öffnete die Tür und trat ins Zimmer.

„Guten Morgen.", rief er fröhlich und ging zum Bett. Zhalia lag immer noch da. Die Augen verschlossen.

„Warum bist du noch nicht fertig?", fragte er und setzte sich auf den Stuhl.

„Ich glaube, es ist keine gute Idee, wenn ich jetzt schon entlassen werde.", antwortete Zhalia.

„Wieso? Die Ärzte sagen, dir geht es hervorragend."

Sie antwortete nicht. Warum nur hatte sie immer noch ihre Augen geschlossen?

„Zhalia, sieh mich bitte an und sag mir warum du nicht mitkommen willst." Doch Zhalia sah ihn nicht an. Was war nur los mit ihr? Plötzlich erinnerte sich Dante an den Zauber. Er war grell gewesen. Er hatte weggesehen, als er auf Zhalia traf, doch hatte sie es auch getan? Und wenn nicht war es dann möglich, dass sie eventuell? Nein das konnte nicht sein. Aber das würde erklären über wenn die beiden Ärzte im Flur geredet hatten, warum Zhalia nicht nach Hause wollte und warum sie immer noch ihre Augen geschlossen hatte. Dante schauderte es. Er nahm ihre Hand.

„Zhalia, bitte sieh mich an!", fehlte er. Er bemerkte wie ihr eine Träne über die Wange lief.

„Zhalia, ich fehle dich an. Bitte öffne die Augen."

Sie richtete sich auf und setzte sich ihm gegenüber. Sie wischte sie die Träne aus dem Gesicht. Den Kopf nach unten geneigt. Dante fasste sie am Kinn und hob ihren Kopf hoch. Langsam öffnete sie die Augen. Was Dante dann sah, ließ das Blut in seinen Adern einfrieren. Er blickte in leere und verlorene Augen. Es war doch wahr. Er brachte kein Wort heraus. Zhalia warf sich ihm weinend um den Hals.

Mit weinender Stimme sagte sie: Oh Dante, ich bin blind."

Ich hoffe euch gefällt diese Geschichte.

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PiaNoir