Disclaimer:
Snape
und diverse andere Figuren und Orte gehören JKR und nicht uns. Wir
leihen sie nur aus und verdienen damit kein Geld.
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was nicht in den Potter-Büchern steht (bis jetzt), ist unser
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Kapitel 1
Fehlende Zutaten
Es war Freitag und Professor Snape überprüfte, wie jedes Mal am Ende der Woche, den aktuellen Vorrat an Zaubertrankzutaten in den Schränken seines Klassenraums.
Er schnaubte, denn schon wieder waren einige der Vorratsgefäße leer. Vom sparsamen Arbeiten schienen seine ohnehin unfähigen Schüler noch nie etwas gehört zu haben. Das verlangte so langsam nach einer strengen Verwarnung, dachte sich Snape, während er missmutig die leeren Gefäße aus dem Schrank räumte.
Er hatte schließlich auch nicht jedes Wochenende Zeit nach London zu fahren, um neue Zutaten zu kaufen - einmal ganz abgesehen von den Rechnungen, die diese Einkäufe immer nach sich zogen. Noch schlechter gelaunt als sonst, stellte er die Gefäße in seinem Büro ab und schrieb auf, was er morgen alles zu kaufen hatte.
Am nächsten Tag machte sich Snape schließlich gleich nach dem Frühstück auf nach London. Er wollte das Einkaufen möglichst schnell hinter sich bringen, denn er hasste es, sich durch die immer vollen Straßen der Winkelgasse zu quetschen. So steuerte er auch gleich den kleinen Laden an, in dem er für gewöhnlich seine Sachen bezog. Schwungvoll wie immer öffnete er die Tür, steuerte gleich darauf die Theke an und zückte schon im Gehen seine Einkaufsliste.
„Morgen…", murmelte er so freundlich es ging vor sich hin und war schon mehr mit der Liste beschäftigt, als mit der angesprochenen Person.
So merkte er auch nicht sofort, dass heute nicht die alte Angestellte des Inhabers hinter dem Verkaufstisch stand, sondern eine neue, recht junge und vor allem hübsche Frau, die ihm noch gänzlich unbekannt war.
Amanda stand hinter der Theke und wartete auf Kundschaft. Es war Samstagmorgen und dementsprechend noch nicht viel los. Das würde sich aber sicherlich im Laufe des Tages noch ändern. Als jemand das Geschäft betrat, sah sie auf.
Den Mann, der gerade auf sie zukam, hatte sie noch nie gesehen. Allzu viel hatte das allerdings nicht zu heißen, denn sie arbeitete erst seit knapp einer Woche hier. Er war blass, hatte tiefschwarzes Haar und war vollkommen mit dem Zettel in seiner Hand beschäftigt.
„Guten Morgen!", antwortete sie freundlich auf seinen gemurmelten Gruß und wartete darauf, dass er seinen Wunsch äußerte.
„Ich brauche folgendes...", begann Snape, ohne wirklich aufzusehen, aufzuzählen. Als er mit dem Vorlesen der Liste fast fertig war, bemerkte er erst, dass er es mit einer neuen Verkäuferin zu tun hatte.
Amanda bemühte sich wirklich, sich alles zu merken, aber die Liste war ziemlich lang.
„Verzeihen Sie, aber es wäre vielleicht einfacher, wenn Sie mir Ihren Zettel geben und ich schnell alles zusammen suche."
Snape blickte ihr kurz in die Augen, leicht herablassend wie immer, und streckte ihr schließlich mit einer schnellen Bewegung die Liste hin. Ein leises unwilliges Schnauben über ihre offensichtlich mangelnde Merkfähigkeit unterdrückte er gerade noch.
Seinem Blick nicht ausweichend, nahm Amanda den Zettel und drehte sich zu den Regalen hinter ihr um. Schnell sammelte sie die verlangten Substanzen zusammen und verpackte sie gut in einer Papiertüte, welche sie ihrem unbekannten Kunden schließlich hin schob.
„Haben Sie sonst noch einen Wunsch, Sir?"
Während die junge Frau die Sachen zusammensuchte, nutze Snape die Gelegenheit, sie etwas näher zu mustern. Sie war hübsch, dachte er kurz, verdrängte den Gedanken aber gleich wieder, bevor er überhaupt richtig ausformuliert war. „Nein, das war alles für heute", erwiderte er distanziert und kühl, aber dennoch um ein gewisses Maß an Höflichkeit bemüht.
Amanda nickte kurz und begann dann alles in die Kasse einzutippen. Eigentlich brauchten Zauberer so etwas nicht, aber ihr Chef hatte ihr das für die ersten zwei Wochen so aufgetragen. Schließlich, nachdem sie sich wie immer etwas blöd vorkam, war sie fertig, sah auf und nannte freundlich die Summe. Ihr Gegenüber war wirklich verblüffend abweisend dachte sie, während sie auf das Geld wartete.
Snape beobachtete alles mit hochgezogener Augenbraue. Er hatte hier bisher noch nie bar bezahlt, denn Hogwarts bekam jeden Monat eine Sammelrechnung. „Schreiben Sie's auf die Sammelrechnung...", schnarrte er und schnappte sich die Papiertüte mit den Zutaten, denn er wollte endlich wieder zurück in seine Kerker.
(A/N: Aua! ~ *G* Snape eben *g*)
Der Mann war nicht nur abweisend, sondern auch noch unfreundlich. Aber sie ließ sich zumindest äußerlich nicht davon beeindrucken. „Wenn Sie mir noch sagen für wen, mache ich das natürlich gerne."
„Hogwarts", entgegnete Snape nur knapp, denn für ihn war es klar, woher er kam. Er war schließlich regelmäßiger Kunde. Es machte ihm herzlich wenig aus, dass sein Gegenüber wohl erst sein kurzem hier arbeitete.
(A/N: Er ist so scheißunfreundlich *lach* unausstehlich *G* ~ Na ja... das geht aber noch *gg*)
Jetzt wusste Amanda endlich wer vor ihr stand und ihr Bruder hatte wirklich vollkommen Recht gehabt. „Danke. Ihnen noch einen schönen Tag, Professor Snape." Sie lächelte ihn freundlich an, weil sie das bei jedem Kunden tat.
„Danke. Gleichfalls. Wiedersehen.", antwortete der Angesprochene, schon auf dem Weg zur Tür. Snape hatte Mühe, seinen Gemütszustand zu überspielen, denn dieses ganze Einkaufen ging ihm schon wieder sehr auf die Nerven.
Ein wenig schmunzeln musste Amanda schon. Es war wirklich wie in einer schlechten Geschichte wie er da grummelnd den Laden verließ.
Eine imaginäre Gewitterwolke über dem Kopf, machte sich Snape auf den Weg zurück nach Hogwarts. Dort angekommen ließ er sich erst einmal in seinen Sessel hinter dem Schreibtisch fallen. Wieso musste er es immer mit solchen impertinenten Anfängern zu tun haben, fragte er sich. Nach kurzer Pause stand er schließlich wieder auf, um seiner Arbeit nachzugehen und begann die Zutaten in die Gefäße zu füllen.
Amanda hatte spätestens nach der Mittagspause alle Hände voll zutun und war wirklich froh, als sie schließlich Feierabend hatte. An den unfreundlichen Kunden vom Morgen erinnerte sie sich kaum noch.
Eine Woche später war es wieder soweit. Snape konnte es kaum fassen, als er bemerkte, dass seine Standpauke nicht den erhofften Erfolg brachte und die Schüler immer noch verschwenderisch mit den Zutaten umgingen. Wütend schnaubend räumte er erneut die leeren Gefäße aus dem Schrank und notierte, was zu kaufen war. Er schwor sich, die nächsten Schüler, die er beim Verschwenden der Zutaten erwischen würde, mit monatelangen Strafarbeiten zu versorgen.
Wie schon die vergangene Woche machte sich Snape am nächsten Morgen auf in die Winkelgasse, um einzukaufen. Auf dem Weg zu Felonwood fiel ihm sein Einkauf letzte Woche wieder ein. Er hoffte, diesmal etwas schneller bedient zu werden, schließlich hatte er nicht den ganzen Tag Zeit.
Schwungvoll wie immer öffnete er die Tür und steuerte wieder direkt auf den Verkaufstresen zu. Nur kurz ließ er seine schwarzen Augen durch den Raum schweifen, bevor er Amanda fixierte, die hinter dem Tresen stand und gerade etwas notierte.
„Morgen", sagte er nur knapp und für seine Verhältnisse eher freundlich. Er war sich schon bewusst, dass er beim Einkaufen einen etwas anderen Ton zu pflegen hatte, als seinen Schülern gegenüber. „Hier meine Liste… Sie können es sich ja nicht merken, wenn ich es vorlese", sprach er kühl weiter und hielt Amanda den Zettel hin.
Amanda hatte Snape schon beim hereinkommen bemerkt und schrieb schnell ihre Bestellung zu Ende, dann sah sie auf und lächelte ihm freundlich entgegen.
„Guten Morgen, Professor Snape." Auf seinen Kommentar ging sie nicht weiter ein. In der Zeit, seit ihrer letzten Begegnung, war ständig sehr viel los gewesen und sie hatte inzwischen gelernt, sich solche Listen zu merken. So warf sie einen Blick auf seinen Zettel, ließ ihn auf der Theke liegen und begann gleich damit die Substanzen zusammen zu suchen.
Währenddessen betrat Alan ruhigen Schrittes das Geschäft und schlenderte, während er sich umsah, zur Theke. Auch wenn er vielleicht nicht den Eindruck machte, hatte er es eigentlich recht eilig. Ihm war eine Zutat ausgegangen, die er gerade dringend für einen Trank brauchte, der schon auf dem Feuer stand. Trotzdem stellte er sich geduldig wartend hinter den schwarzhaarigen Mann, den Amanda gerade bediente.
Amanda hatte alles beisammen und stellte ihrem Kunden die volle Tüte auf den Tresen. Sie bemerkte Alan und lächelte ihn an Snape vorbei an.
„Hallo Alan, kleinen Moment noch."
Sie wandte sich wieder Snape zu.
„Haben Sie sonst noch einen Wunsch?"
Mit hochgezogener Augenbraue verfolgte Snape, wie Amanda kurz die Liste studierte und dann die Zutaten zusammensuchte. Es ging also doch, dachte er bei sich und wartete dennoch etwas ungeduldig, bis sie alles beisammen hatte.
Als ein neuer Kunde den Laden betrat, drehte sich Snape nur kurz um. Er ließ seinen Blick schnell unauffällig über den jungen Mann gleiten, bevor er sich wieder zu Amanda umdrehte und weiter wartete.
Schließlich war Amanda fertig mit einpacken und reichte ihm die Tüten.
„Danke, das war für heute alles", entgegnete Snape ruhig und kühl, aber nicht unfreundlich und griff nach den Tüten. Er fragte sich, ob er sie noch einmal daran erinnern sollte, dass sie es auf die Sammelrechnung schreiben soll, oder ob sie das mittlerweile auch schon gelernt hatte. Natürlich kam er zu dem Entschluss, es ihr lieber noch einmal einzuprägen, bevor sie ihn wieder aufforderte, zu zahlen.
„Sammelrechnung, wie immer…", fügte er deshalb noch hinzu und drehte sich schon um, um zu gehen. Alan würdigte er keines weiteren Blickes mehr.
Amanda sah ihm nach und schüttelte innerlich leicht den Kopf, das Leben musste diesem Menschen wirklich etwas Grausames getan haben.
„Einen schöne Tag noch, Professor", rief sie ihm nach und wandte sich dann wieder Alan zu, der aber scheinbar gerade mit jemand anderem beschäftigt war.
„Alan? Alles klar?"
Er drehte sich wieder zu ihr um.
„Ja, tut mir leid… Kommt mir nur irgendwie bekannt vor, der Mann."
„Hm, mag sein. Er ist Lehrer in Hogwarts, Professor Snape."
Alan schüttelte den Kopf. „Den Namen hab ich schon mal gehört, aber sonst… Na ja, komm ich lieber mal zur Sache, bevor ich mir durchs Trödeln meinen Trank versaue."
Sie grinste ihn an. „Was brauchst du denn?"
„Bloß ein wenig Klatschmohn, mein Garten gibt das zurzeit irgendwie nicht her."
„Nun frisch kann ich dir den auch nicht anbieten, der Frische ist gestern ausgegangen. Da wirst du mit dem getrockneten Vorlieb nehmen müssen."
„Mach ich…" Er lächelte sie freundlich an und Amanda machte sich daran, den Mohn in ein kleines Tütchen zu füllen.
„Stopp, Stopp! Das reicht schon völlig."
Amanda hörte mit dem Einfüllen auf, wog alles ab und nannte Alan schließlich den Betrag. Nachdem er bezahlt hatte, verabschiedete er sich und verließ zügig den Laden um noch rechtzeitig nach Hause zu kommen. Doch am Ende scheiterte sein Trank nicht an der zunächst fehlenden Zutat, sondern an seinen dauernden Gedankensprüngen zu einem gewissen anderen Zaubertrankmeister.
Amanda ging inzwischen ihrer gewöhnlichen Arbeit nach. Da Samstag war und sie mal wieder alleine hinter der Theke stand, kam für sie auch keine Langeweile auf.
Snape machte sich, nachdem er die Zutaten gekauft hatte, gleich wieder auf den Weg nach Hogwarts. Er hatte heute noch viel zu tun – sein Schreibtisch lag voll mit zu korrigierenden Aufsätzen.
Wieder in den Kerkern angekommen, begann er die neu erworbenen Zutaten in die vorgesehenen Vorratsgefäße zu füllen, als ihm irgendwann auffiel, dass etwas fehlte.
Schon innerlich grummelnd füllte er den Rest vollends um, in der Hoffnung, dass die fehlende Zutat vielleicht noch auftauchen würde. Aber Fehlanzeige. Snape zückte seine Einkaufsliste. Er war sich sicher, er hatte Blutwurz aufgeschrieben. Da stand es auch – deutlich, dick und fett. Blutwurz!
Snape fluchte leise vor sich hin. Das konnte einfach nicht wahr sein, dachte er. Jetzt konnte er doch tatsächlich noch einmal in diesen verdammten Laden und Blutwurz holen!
Diese Frau… Snape schnaubte. Für was hatte er ihr eigentlich die Liste gegeben, wenn sie doch die Hälfte vergaß? Er schwor sich, sich bald einen anderen Laden zu suchen, wo er einkaufen konnte, wenn diese Inkompetenz dort weiter vorherrschen würde. Die Frau war vielleicht netter anzusehen, als die alte Schachtel, die vorher dort gearbeitet hatte, doch hatte die wenigstens Ahnung von ihrer Arbeit.
Noch immer fluchend schnappte er sich ein zweites Mal an diesem Tag seinen Umhang und machte sich auf den Weg in die Winkelgasse. Dort angekommen eilte er Richtung Felonwood und öffnete etwas unsanft die Tür.
Man sah ihm schon von weitem an, dass es ihm gewaltig stank, noch einmal herkommen zu müssen. Ohne Umschweife steuerte er deshalb auf Amanda zu, die gerade dabei war eine 100g Tüte Salbeiblätter zu befüllen, und streckte ihr seine Liste noch einmal hin.
„Vielleicht sollten Sie die Liste das nächste Mal doch wieder zur Hand nehmen beim Zusammenpacken", blaffte er sie an. „Mir fehlt die Blutwurz und ich habe nicht den ganzen Tag Zeit einzukaufen und darauf zu warten, bis sie mir meine Zutaten richtig zusammengesucht haben!" Ihm war es gerade egal, ob er zu Amanda unfreundlich war. Sie hatte eine Zutat vergessen und die womöglich auch noch in Rechnung gestellt und Snape fühlte sich im Recht. Außerdem ging es ihm sehr gegen den Strich, dass er noch einmal hierher kommen musste, während sich in seinem Büro die Arbeit schon langsam bis unter die Decke türmte.
Aber diese Tatsache konnte dieser Person ja egal sein, dachte Snape. Sie würde ja deshalb keine Nachtschicht einlegen müssen… Diese Gedanken ließen ihn noch aggressiver werden und er versuchte sie so schnell es ging wieder zu verbannen. Zum Wutausbruch wollte er es dann doch nicht kommen lassen – zumindest nicht, solange ihn Amanda nicht noch mehr reizte.
Amanda konnte nicht vermeiden, ein wenig erschrocken zu schauen. Sicherlich war es ihr unangenehm etwas vergessen zu haben und auch seinen Unmut hätte sie verstehen können, aber doch nicht in dem Ausmaß, immerhin war die Welt davon nicht untergegangen.
„Das tut mir sehr leid, Professor Snape. Wenn es Ihnen solche Umstände macht herzukommen, hätten Sie auch eine Eule schicken können, dann hätte ich es Ihnen zugeschickt." Sie war freundlich, wie sie es zu einem Kunden sein sollte, aber sein Ton ließ sie innerlich schon etwas kochen.
Snape schnaubte. Er wusste, dagegen konnte er nichts sagen, was ihre Aussage irgendwie relativiert hätte. „Dafür ist es jetzt zu spät", fauchte er, denn die Tatsache, dass er ihr auf ihren Vorschlag nichts erwidern konnte, machte ihn noch wütender. „Bekomme ich nun endlich die Blutwurz?"
„Wenn Sie mir sagen, wie viel Sie brauchen."
(A/N: Er ist schlecht gelaunt. *G* - Ist ja nichts außergewöhnliches *gg* - nein *G*)
„Zweihundert Gramm... wie Sie auch hätten meiner Liste entnehmen können..." Er deutete mit dem Finger auf die Liste, die direkt vor ihr auf dem Tresen lag.
„Hätte ich sicherlich, aber ich dachte ein wenig zwischenmenschlicher Kontakt wäre freundlicher..." Sie warf einen Blick auf die ziemlich klein geschriebene Liste und fand die Blutwurz dann auch schließlich zwischen zwei andere Substanzen gedrängt. Ohne einen Kommentar machte sie sich daran, die gewünschte Zutat abzufüllen. Als Amanda schließlich fertig war, stellte sie die kleine Tüte direkt auf die Liste vor Snapes Hand, die dort noch immer verweilte. „Tun Sie uns beiden nächstes mal den Gefallen und schreiben ein klein wenig größer, dann übersehe ich nicht so schnell etwas." Sie sah ihn an.
Zwischenmenschlicher Kontakt, dachte sich Snape. Wie wenn er Interesse daran hätte, mit so einer impertinenten Frau in Kontakt zu treten. Schweigend und sie beobachtend wartete er, bis sie die Zutat abgefüllt hatte.
Mit zusammengepressten Lippen schnappte er nach der Tüte und bohrte seinen Blick in ihren. Diese Frau traute sich was! „Kaufen Sie sich eine Brille, das hilft sicher auch", blaffte er nur. Es war wohl nicht zu viel verlangt, seine Handschrift lesen zu können. Sie hatte wohl noch nie die Sauklaue einiger seiner Schüler lesen müssen.
„Dadurch wird Ihre Schrift aber auch nicht größer. Davon bekomme ich höchstens Kopfschmerzen und vergesse noch mehr." Amanda hielt seinem Blick stand. Sie wusste, dass sie solche Diskussionen mit einem Kunden nicht führen sollte, aber von jemandem so unverschämten konnte sie sich nun auch nicht an die Wand reden lassen.
„Wollen Sie etwa behaupten, meine Schrift sei unleserlich?" Snapes Augen verengten sich und seine Stimme bekam einen gefährlichen Unterton. Er war heute nicht in der Stimmung für lange Diskussionen.
„Nein, sie ist nur ein wenig zu klein, um sie so schnell lesen zu können." Eigentlich wollte Amanda gar nicht lange diskutieren. Sie hatte das nur anmerken wollen, damit so ein Missverständnis nicht wieder passierte.
Snape hob die Augenbraue und hatte noch immer seinen Blick auf sie geheftet. „Dann lesen Sie eben etwas langsamer...", entgegnete er kalt. Für ihn war das keine Entschuldigung.
Amanda wich seinen Blicken noch immer nicht aus, auch wenn sie sich leicht unwohl fühlte. Was musste er auch eine Diskussion um eine solche Kleinigkeit so in die Länge ziehen?
„Das werde ich beim nächsten mal sicherlich tun", antwortete sie noch immer sehr ruhig.
„Hoffentlich bleibt mir dieses nächste Mal ziemlich lange erspart. Guten Tag." Nach diesen Worten drehte sich Snape um und ging zur Tür. Die Liste ließ er auf dem Tresen liegen, denn er hatte keine Verwendung mehr dafür.
Innerlich den Kopf schüttelnd sah ihm Amanda nach. „Ihnen auch einen schönen Tag", sagte sie, als er schon halb aus der Tür war.
