Dies ist NICHT meine Geschichte, es handelt sich lediglich um die deutsche Übersetzung von „Oneiro" von Novocain. Das Original ist hier zu finden: www . fanfiction . net/s/3419681/1/Oneiro (einfach die Leerzeichen weglassen)

Oneiro

Sarah träumt nicht mehr.

Sie hatte einmal tausend verschiedene Tagträume über ihr Leben als Star, über helle Lichter und applaudierende Fans und ihr Gesicht auf Werbetafeln.

Sarah träumt nicht mehr.

Sie sehnt sich danach; sie sehnt sich so sehr danach. Das Leben ist jetzt so düster, so gewöhnlich und langweilig und nicht wirklich lebenswert, wenn sie richtig darüber nachdenkt. Die Welt hat keine Farbe.

Sarah träumt nicht mehr.

Selbst Albträume weichen ihr aus, und sie dachte, die Erinnerung an den Kerker würde sie noch lange verfolgen. Sie hätte gerne Albträume über den Kerker.

Sarah träumt nicht mehr.

Sie hat ihre weiten Blusen und wallenden Röcke aufgegeben, weil sie keine ausgerissene Prinzessin auf der Suche nach der wahren Liebe mehr werden kann, egal welche Kleidung sie trägt.

Sarah träumt nicht mehr.

Sie konnte gar nicht gewinnen. Wenn sie aus unruhigen zwei Stunden Schlaf aufwacht und weiß, dass die schwarzen Ringe unter ihren Augen wahrscheinlich nie wieder verblassen werden, denkt sie an ihr Opfer für Toby und erinnert sich an Jareths flehende, seltsame Augen, als er ihr die Welt anbot, und ihre Träume. Seine Liebe.

Sie erkennt, dass sie die falsche Entscheidung getroffen hat, und sie ist so erschöpft, dass sie sich bei dem Gedanken daran nicht einmal schuldig fühlt. Sie stellt sich vor, wie ihr Leben verlaufen wird, und es ist kein Traum. Es gibt keine hellen Lichter und applaudierende Fans oder ihr Gesicht auf Werbetafeln. Es ist eintönig und einsam, weil sie nicht einmal von einem Märchenprinzen träumen kann.

Sechs verzweifelte Worte brachten ihr Toby zurück.

Aber es gibt immer einen Preis, und das Labyrinth, der Zauber, hat ihre Magie, ihre Träume, im Tausch dafür gestohlen, und alles was sie will ist Schlaf.

Schlafen, vielleicht auch träumen,* "flüstert Shakespeare in ihrem Kopf.

Selbst die Erinnerungen an ihre damaligen Träume verblassen.

Sarah träumt nicht mehr, und sie denkt, dass ihr Sieg über Jareth am Ende doch kein Sieg war, es nicht WERT war.

Sechs Worte - „Du hast keine Macht über mich!" - haben sie zerstört, und sie hofft, dass zwei Worte – Auf Wiedersehen – auf einem Stück Karton voller Regenbögen und Wolken sie retten werden.

Sarah träumt nicht mehr.

Sie erkennt, dass sie ohne ihre Träume nichts ist, und sie schreibt die beiden Wörter ohne Zögern.

Sie nimmt eine Flasche Schlaftabletten und bringt sie zu ihrem Spiegel, der mit Elfen und Einhörnern verziert ist. Er ist ein Überbleibsel ihres vierzehnjähriges Ichs, aber sie ist nicht mehr vierzehn, und die Magie funktioniert nicht mehr für sie.

„Prost," sagt sie, und lächelt voller Hoffnung, als sie die Tabletten schluckt.

Sarah träumt nicht mehr.

A/N: * Die deutsche Übersetzung des Zitats ist nicht von mir, sondern von August Wilhelm von Schlegel und stammt aus der Tragödie Hamlet von Shakespeare, 3. Aufzug, 1. Szene.

… Und ja, es ist deprimierend. Selbstmord ist nie eine Lösung.

[Reviews sind wie Schokolade. Sie machen mich glücklich.]