Die Welt erinnert sich an eine Märtyrerin, eine gemalte Ikone mit goldenem Heiligenschein. Lily Potter war nicht so.
Dies ist NICHT meine Geschichte, es handelt sich lediglich um die deutsche Übersetzung von„A Gift Freely Given" von Lady Altair. Das Original ist hier zu finden:
www . fanfiction . net /s/4613516/1/bA_b_bGift_b_bFreely_b_bGiven_b (einfach die Leerzeichen weglassen)
A/N: Für Mageia, die sich einen OS über Lily gewünscht hat und für alle anderen Leser da draußen. Viel Spaß beim Lesen!
Ein Geschenk
Lily Potter war einundzwanzig und selbstsüchtig.
Niemand erinnert sich noch daran, es zu selbstverständlich für jene Zeit, um auffallend zu sein. Sie war einundzwanzig und unverwundbar, einundzwanzig und unerträglich egozentrisch. Der Krieg änderte nichts daran, ihre Ehe auch nicht … nicht einmal ein Kind konnte die Selbstsucht beseitigen, die so in ihrem zwanzigundetwas Jahre alten Geist verankert war. Einundzwanzig war noch nicht ganz „erwachsen" für Lily Potter.
Sie werden sie als eine Heilige schildern, als eine Madonna im Gewand einer Mutter.
Als ob sie niemals James dazu brachte, eine Nacht lang auf Harry aufzupassen, nur um sich mit Mary MacDonald an ihrem Junggesellinnenabschied zu betrinken. Als ob sie niemals um drei Uhr morgens in ihr Kissen fluchte und Harry noch ein paar Minuten länger schreien ließ. Als ob sie niemals in Erschöpfung und Frustration und Sorge versank und zusammen mit ihrem schreienden Baby weinte und wartete, hoffte, dass James durch die Tür stolzieren wird mit Sirius direkt hinter ihm, als ob sie eine Nacht betrunken verbracht hätten und nicht mit Spionieren und Gefahr, damit Lily sie durch ihre Tränen hindurch anschreien konnte. Als ob sie James und Sirius niemals ein wenig beneidete, wie sie da draußen mit ihrem Mut die Nacht rot und golden malten.
Die Welt erinnert sich an eine Märtyrerin, eine gemalte Ikone mit einem goldenen Heiligenschein. Lily Potter war nicht so. Sie war nur ein Mensch; fehlerhaft. Niemand erinnert sich an ihr Temperament, den Egoismus, die kleinen Eitelkeiten, den unversöhnlichen Charakter, wie nachtragend sie war (außer einer vergessenen Schwester, die ihre Fehler ausschmückt, um das Leuchten von Lilys gefallenem Stern zu mindern).
Sie machen sie zu ihrer Heiligen, der Mutter des Jungen, der überlebte, erinnern sich an ihre Begabungen, ihre große Güte, aber selbst das verblasst; ihr Opfer ist Regen auf den tintenschwarzen Pergament ihres Lebens, schwarze Wörter – unordentliche Handschrift und durchgestrichene Sätze zusammen mit wunderbaren Ausdrücken und ein wenig Poesie – verwaschen zu trübem, unleserlichem Grau. Die Erinnerung an Lily Potter ist blasse, unbedeutende Tugend.
Selbst ihre Freunde erinnern nicht an sie als normale Person; die Jahre und die gehörten Geschichten ändern ihre Erinnerungen, radieren sie Stück für Stück aus, bis sie neu und vollkommen vertraut sind, saubere Bilder auf sauberem, weißen Papier ohne graue, verirrte Bleistiftspuren darunter, die an das Grab der normalen Lily erinnern.
Niemand erinnert sich wirklich an die normale Lily und es trübt beinahe ihr Opfer. Denn dieses fehlerhafte, menschliche Mädchen, kaum erwachsen und immer noch verzweifelt bemüht ihre selbstsüchtige Unschuld festzuhalten, selbst als der Krieg an ihr zerrte, opferte sich ohne zu überlegen, gab ihr Leben auf im Tausch für das ihres Sohnes ohne auch nur einen Augenblick zu zögern. Sie liebte ihr Leben; es war hell und kostbar und ungelebt. In jeder anderen Situation hätte sie sich fest daran geklammert. Aber in jenem Moment, für ihren Sohn, war es ein Geschenk, das sie ihm gerne machte.
Sie werden Lily Potter als eine Heilige schildern, und jeder weiß, dass eine Heilige so etwas tun würde. Es ist selbstverständlich, und es macht das Ganze ein bisschen weniger bemerkenswert.
[Reviews sind wie Schokolade. Sie machen mich glücklich.]
