Das Ende seines Imperiums
© by Sum
Inhalt: Lucius, erfolgreich und gutaussehend, ist gelangweilt von seinem - von ihm selbst einst für perfekt gehaltenem - Leben. Durch einen Zufall erhält er unerwartete Hilfe seiner Langeweile und seinem selbstgebauten Käfig zu entfliehen und wagt dabei nicht nur geschäftlich einen Neuanfang.
****Prolog****
Lucius schritt elegant an seiner Hauselfe vorbei, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen und griff nach dem edlen Porzellan, aus welchem es bereits nach frischem Kaffee roch. Von dem hübsch gedeckten Esstisch nahm er sich auch eins der liebevoll belegten Schnittchen und biss lustlos davon ab. Kauend, und mit der Kaffeetasse in der Hand bewaffnet, ging er zurück in sein Schlafzimmer und ließ sich zwischen die zwei wunderschönen Frauen gleiten, die sofort Platz für ihn machten. Er nahm einen Schluck des braunen Getränkes und genoss es einige Augenblicke, die Lippen der Frauen an seinem Körper spielen zu lassen.
Aber wirklich entspannen konnte er nicht.
Nicht ganz.
Gestern war im nobelsten Casino der Stadt eine Feier ihm zu Ehren gegeben worden. Für seinen Geburtstag. Alles, was Rang, Namen und vor allem den Status hatte, war erschienen, und doch war der Abend nicht so verlaufen, wie Lucius es sich vorgestellt hatte.
Dabei hatte eigentlich alles gestimmt.
Das Catering war erstklassig, die Bedienungen kaum oder gar nicht bekleidet, in den Nebenzimmern folgte eine Orgie der nächsten und der Alkohol floss in rauen Mengen. Selbst einige eindeutige Bilder von hohen Politikern und anderen einflussreichen Geschäftsmännern hatte er, oder besser gesagt, seine fest installierten Kameras, schießen können.
Demnach dürfte er in den nächsten Jahren keine Probleme in seinem Geschäft bekommen.
Denn Lucius hatte sich dem Geschäft der Lust und Begierde verschrieben. Er war stolzer Besitzer eines Bordells, nicht zu sagen, des Bordells schlechthin. Und mit dem gleichen Stolz konnte er behaupten, sein Imperium selbst geschaffen zu haben.
Er war von den Betten reicher, gelangweilter Hausfrauen, in die Betten mächtiger, einflussreicher Damen gewandert und hatte sich als Liebhaber einen Namen gemacht. Einen bald mehr als bekannten Namen. Kurz darauf bot man ihm einen Platz in einem Bordell an, als Callboy. Zwei Jahre später nannte er die Räumlichkeiten sein eigen, sowie mehrere Ableger des „L'amour toujour" in allen größeren Städten.
Sein Imperium aus Sex, Drogen, Waffenschmuggel und anderen illegalen Geschäften war entstanden.
Das Erfolgsrezept war einfach und deshalb so genial: Er bot so ziemlich alles an; von einer enormen Palette an Sexpraktiken, über Drogen, Waffen, Autos, zu Immobilien. Selbst Hypnose bedeckte das Spektrum seines Angebotes. Eben alles, was das Herz der Schönen und Reichen begehrte. Dafür waren die Preise auch gesalzen und Lucius hatte sich damit bereits jetzt schon eine goldene Nase verdient.
Doch jetzt, in diesem Moment, als eine der blonden Damen sein Glied einsaugte und die andere an einem seiner Nippel spielte, dachte er darüber nach, was ihn an der Feier gestern so gestört hatte, und er brauchte nicht wirklich zu überlegen, denn der Grund für seine Unzufriedenheit brannte ihm förmlich im Gedächtnis.
Überraschenderweise ging es um einen anderen Mann. Und nicht nur um irgendeinen Mann. Dieser eine Mann war von der Presse und hatte sich, als Dom verkleidet, auf seine Party geschlichen, um die Perversitäten einiger der einflussreichsten Männer und Frauen der Welt aufzudecken und der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Doch das Schlimmste war, dass der Mann nur durch einen dummen Zufall aufgeflogen war.
Nicht seine hundertzweiundvierzig Mann starke Securitybesatzung, der streng kontrollierte Eingangsbereich mit den Einladungskartenlesern oder die fest installierten Kameras hatten ihn entlarvt, nein, der Sohn eines Geschäftsfreundes hatte versucht ihn in einem der Séparées zu vernaschen. Doch der Journalist wehrte sich, bis der Schnösel nach Hilfe rief.
Jetzt würde der fremde Mann wohl kaum mehr seine Fotos verkaufen können, denn der arme Kerl war nun in einem von Lucius' Kerkern.
Die Kerker waren eigentlich für sexuelle Spielereien gedacht, doch deshalb waren sie nicht minder effektiv oder anderweitig nutzbar.
Die Frage war jetzt bloß: Was sollte man mit ihm machen?
Umbringen? Verfluchen? Verkaufen? Hypnotisieren? Ihn ohne die Fotos einfach wieder gehen lassen?
Die letzte Möglichkeit war wohl die einfachste und kostengünstigste, denn niemand würde seine ungeheuerlichen Geschichten ohne handfeste Beweise glauben. Wer vermutete schon, dass der ehrenhafte Zauberminister Cornelius Fudge es liebte sich an Schafen zu vergreifen, während eine Domina ihm den Hintern versohlte? Niemand würde das glauben. Wahrscheinlich nicht einmal seine Gattin, die sich drei Räume weiter von einem scheinminderjährigen Jungen durch ihr Hintertürchen beglücken ließ.
Lucius seufzte leise und betrachtete die blutroten, vollen Lippen, die sich rhythmisch um sein Glied schlossen und ihn tief einsaugten. Das Gefühl war heiß und feucht, doch nach der durchzechten Nacht konnte er einfach keine richtige Begeisterung aufbringen.
Er hatte in seinem Leben einfach schon zu viel ausprobiert um es jetzt noch wirklich genießen zu können und das erste Mal, seit zehn Jahren, wünschte er sich die Aufregung zurück, die er in den ersten Tagen seines erfolgreichen Lebens verspürt hatte.
Damals war alles so wunderbar neu und geil gewesen. Heute hatte er einfach schon genug Weiblichkeit im Mund gehabt, um sagen zu können, in welchem Zeitraum ihres Zyklus die Damen sich befanden.
Damals hatte ihn das Gefühl schier umgebracht sich in einer feuchten Vulva zu versenken. Heute machte es ihn kaum mehr an, wenn sich zwei Frauen ihrer Lust hingaben und ihn sogar mit einbezogen.
Konnte man sich eine Hornhaut an seine Männlichkeit vögeln?
Oder hatte es einen anderen Grund, dass er die Erregung von damals nicht mehr empfand?
Die hirnlose Geilheit, die brünstige Leidenschaft, die himmelerreichende Ekstase war einfach so schal geworden.
So unbefriedigend.
Einen Moment spielte Lucius mit dem Gedanken einige der Drogen, die er verkaufte, mal auszuprobieren, doch dann verwarf er den Gedanken. Er musste - zumindest er allein - einen klaren Kopf behalten in einem Geschäft, das nur einen Hauch von Azkaban entfernt lag. Auch wenn ihn der Gedanke an das Zauberergefängnis weit weniger erschreckte, als noch vor einem Jahr.
Es wäre immerhin etwas Neues in seinem Leben.
Endlich nicht mehr dieses unsägliche Geschäft mit der Lust...
Ganz überraschend kam er. Sein Sperma entlud sich schubweise in den Rachen der Kleinen mit den blutroten Lippen, die artig alles trank.
Danach stand er auf, trank den letzten kalten Rest Kaffee aus der Tasse und ließ sie mit einem kurzen Evanesco verschwinden. Auf dem Weg ins Bad gab er rasch seiner stummen Hauselfe Anweisungen wie: „Neuer Kaffe. Fleisch zum Mittag. Bettwäsche wechseln. Mädchen rausschmeißen."
Dann verschwand er im Bad. Verwirrt stellte er fest, dass sich sein Puls, als er gekommen war, nicht einmal für einen Moment beschleunigt hatte. Selbst sein Körper schien nichts Besonderes in seinem Tun zu sehen.
Doch er schob den Gedanken von sich und ließ sich erst mal von dicken Tropentropfen massieren, ehe er den Wasserfluss auf Nieselregen stellte, sich einseifte und rasierte.
Danach genoss er den Moment der Gedankenlosigkeit, der Ruhe.
Wassertropfen sammelten sich in seinen langen, weißblonden Haaren, perlten von seiner glatten Stirn, über seine Lider, unter denen sich kalte, graue Augen verbargen, verfingen sich in den langen Wimpern, die mondhafte Schatten auf den hohen Wangen warfen, um über die blasse Haut zu gleiten und schlussendlich vom spitzen Kinn zu tropfen.
Nach der entspannten Dusche trat er gemächlich in seine Küche, in der die kniehohe glatzköpfige Kreatur, seine Hauselfe, bereits die Steaks briet. Und obwohl ihn der Geruch aufmunterte, blieb ein Rest seiner schlechten Stimmung bestehen.
Lucius ging weiter in sein Wohnzimmer und ließ sich mit dem Tagesprophet auf seine edle Ledercouch nieder. Nur wenige Augenblicke später hörte er ein nur allzu bekanntes Knistern. Ohne aufzublicken oder auf eine Begrüßung zu warten bellte er: „Was?"
Flammen tanzten im Kamin auf, ehe ein demütiges Gesicht in der Glut erschien. "Sir, wir, ähm, haben ein Problem mit dem Mann von der Presse. Sir, er verlangt seit Stunden lautstark nach einem Anwalt und macht damit die Gäste in unseren anderen … äh... Räumlichkeiten nervös."
Lucius' Pulsschlag beschleunigte sich, als er wieder an den Journalisten dachte.
Sieh mal einer an, dachte er.
Seine schlechte Stimmung war schlagartig verflogen.
Danke fürs Lesen ^_^ Sum
