Disclaimer:

Alle bekannten Personen, Orte etc. gehören natürlich JKR.

Zu mir gehört lediglich der „Zeitsprung" sowie Sina, Lena und Tina/Temptation.

A/N: Meine erste FF, also bitte nicht wundern, wenn was komisch sein sollte, sei's Rating oder i-was anderes, aber ihr könnt mich gern darauf hinweisen, bin immer für Tipps und Hilfe offen ;)

Die Summary mag humorvoller klingen als diese Story letztendlich ist, aber auch ich lach' gerne, insofern darf man schon ein bisschen Witz erwarten :D

Das Rating ist etwas höher angesetzt, da ich mir mit den später folgenden Szenen nicht ganz schlüssig bin… Sicher ist sicher.

Dieses Kapitel ist eine kleine Hinführung zur eigentlichen Geschichte.

Sina lag auf ihrem Bett und las. Die Harry Potter-Reihe. Vor ungefähr 10 Jahren, als sie 7 gewesen war, hatte sie zum ersten Mal den ersten Band aufgeschlagen – und hatte sich sogleich in der magischen Welt verloren. Wie auch jetzt wieder. Es war der zweite Tag ihres Marathon-Lesens und sie war beim dritten Teil angelangt, der Gefangene von Askaban. Harry, Ron und Hermine befanden sich gerade mit Lupin, Sirius und Snape in der Heulenden Hütte und Snape wollte seine ehemaligen Mitschüler gerade den Dementoren ausliefern, als er von Harry entwaffnet wurde. Sina musste unwillkürlich grinsen. Mal wieder. Genauer gesagt musste sie immer grinsen oder sogar lachen, wenn Snape irgendwo vorkam. Erst jetzt merkte sie, wie gern sie die Figur mochte. Leider würde der Zaubertranklehrer ja im siebten Band sterben…

Sie unterbrach das Lesen und sah aus dem Fenster. Ganz deutlich konnte sie sich die blasse Gestalt mit den halblangen, fettig-schwarzen Haaren und der Hakennase vorstellen. Der wallende schwarze Umhang. Die stechenden schwarzen Augen. Sina lächelte. Sie wandte sich wieder ihrem Buch zu und vertiefte sich in die Geschichte, versuchte, die plötzlich aufkeimenden Gefühle zu unterdrücken. Doch je weiter sie kam, desto stärker wurde ihre Zuneigung zu dem undurchsichtigen Professor.

Das Telefon klingelte, es war Sinas Freundin Lena. Lange diskutierten sie darüber, ob sie sich auf den zweiten Teil des siebten Films, der bald in den Kinos anlief, freuen sollten, oder lieber nicht. Sina war strikt dagegen, schließlich wurde da Snape ermordet und sie würde sicher im Kino hocken und weinen. Lena aber war das egal. Ihr Liebling, Sirius Black, war schließlich schon im fünften Band umgekommen und Snape… naja, den mochte sie nicht besonders. Doch Sina sprach von nichts anderem mehr. Snape, Snape, Snape. Und nochmal Snape.

„Du magst Snape ziemlich, oder?", fragte Lena ihre Freundin amüsiert.

„Ja sicher, ich…" Beinahe wäre Sina etwas… Blödes… herausgerutscht.

„Wollen wir uns morgen treffen?", erkundigte sich Lena. „So um 3?"

„Ja klar!", antwortete Sina. „Bis morgen dann, ich les' noch ein bisschen weiter!"

Lena lachte und legte auf.

Am nächsten Tag war Sina unglaublich aufgeregt und als Lena endlich bei ihr war, textete sie sie wieder mit ihrer Lieblingsfigur zu.

„Ich bin mir sicher, er wäre privat nicht so zynisch und gemein, es ist nur… er hat ja niemanden, er ist ganz allein!", meinte sie ernst.

Lena hörte ihr schweigend zu. Je länger Sina erzählte, desto mehr reifte ein seltsamer Verdacht in Lena heran.

„Er hatte seit Lily niemanden mehr, den er geliebt hat – und ihn haben alle anderen ja auch nur geduldet! Mal von Dumbledore abgesehen, aber der ist ja steinalt! Außerdem wird dem Leser von Anfang an eingetrichtert, dass Snape der Böse ist! Wie soll man dann das Richtige von ihm denken?", erklärte Sina weiter.

Eine Weile ließ Lena ihre beste Freundin noch reden, dann sagte sie: „Du, ich glaub' ich muss mal los, meine Mama möchte, dass ich heute Abend koche."

Gelogen. Eigentlich wollte sie zu Tina, genannt Temptation, gehen, einer guten Bekannten von Sina und ihr, um sie um Rat in Sachen Snape zu fragen. Temptation wusste eigentlich immer eine Lösung – wenn die auch nicht immer gut war.

Überrascht sah ihr Sina hinterher, doch dann machte sie sich wieder auf nach Hogwarts – das Trimagische Turnier stand schließlich kurz bevor!

Es war spät, als sie wieder von ihrer Lektüre aufblickte. 21:20 Uhr. In Sinas Gedanken formte sich ein Wunsch: Ich möchte zu Harry Potter in die Geschichte. Sie starrte auf die Funkuhr.

„Bei 21:21, bei 21:21", murmelte sie leise vor sich hin.

Gewaltsam hielt sie die Augen offen, und als die Uhr auf 21:21 Uhr umschaltete, verschwamm plötzlich alles um sie herum und sie fand sich in einer Landschaft wieder, die zugleich bekannt und auch fremd auf sie wirkte.

Erschrocken duckte sich Sina hinter einen dichten Busch, als sie Stimmen näher kommen hörte. Ein Mädchen lief in Begleitung von zwei Jungen einen Hügel hinauf auf ein großes Schloss zu. Die drei hatten etwas an sich, dass Sina ganz nervös machte. Doch was war es?

Vorsichtig wagte sie sich aus ihrem Versteck und spähte hinauf zum Schloss. Die großen Eichentüren schwangen auf und eine ältere Frau mit Hexenhut und einem weiten Umhang trat hinaus und ging auf die Jugendlichen zu. Soweit Sina das aus der Ferne beurteilen konnte, hatte die Hexe strenge Gesichtszüge und sprach sehr ernst mit den dreien. Wer war das? In Sinas Kopf rumorte es. Irgendwoher kannte sie all diese Leute, auch diesen gruseligen Kerl in Schwarz, der gerade von unten den Weg zum Schloss hinaufeilte. Sein Gesicht wirkte abweisend und reserviert, doch als er die zwei Jungen und das Mädchen oben vor der Flügeltür stehen sah, spiegelten sich in seinen verdammt dunklen Augen Abscheu und Verachtung, fast meinte Sina sogar blanken Hass zu erkennen. Langsam schlich sie dem Mann nach und versteckte sich immer wieder hinter Hecken und Gestrüpp. Sie lugte gerade durch ein paar Zweige, als sich die strenge Hexe umwandte und zurück ins Schloss ging. Sina tastete sich noch ein Stück weiter vor, sodass sie nun sogar ein wenig von dem hören konnte, was die drei jungen Leute sagten.

„… was sie nur damit meint? ... ist doch nicht mein Wunsch gewesen!", beschwerte sich der Dunkelhaarige mit der Brille.

„Ich weiß.

… da kommt…", flüsterte das Mädchen, das krause braune Wuschelhaare hatte und wandte sich zum Gehen, als der Typ in schwarz auftauchte.

Instinktiv drückte sich Sina etwas tiefer ins Gebüsch.

„Soso, Potter und Weasley in Begleitung von Miss Granger", meinte er spöttisch und sah die drei abschätzig an. „Was treibt Sie denn so spät noch hier raus? Sollten Sie nicht längst in Ihren Schlafsälen sein?" Sein Gesicht wurde hart, aber seine Augen blitzten immer noch hämisch. „Ab jetzt oder Gryffindor verliert so viele Punkte, dass keiner mehr zum Abziehen übrig bleibt!"

„Ja, Professor", murmelten sie und zogen ab.

Sina blieb vor Staunen der Mund offen stehen. Das durfte nicht wahr sein… Das konnte einfach nicht wahr sein! Potter… HARRY Potter? RON Weasley und HERMINE Granger? Dann musste der Unheimliche in schwarz ja… Ihr schlug das Herz bis zum Hals vor Aufregung. Das musste Snape gewesen sein! Am liebsten wäre Sina sofort die Treppen nach oben gestürmt und hätte sich Schloss Hogwarts von innen angeschaut, doch zuerst musste sie das Lena erzählen. Unglaublich! Es hatte tatsächlich funktioniert, bestimmt kam sie auf dem gleichen Weg auch wieder zurück!

Fast eine Dreiviertelstunde wartete Sina und starrte dabei unablässig auf ihre digitale Armbanduhr, während sich ihre Gedanken immer und immer wieder um ihre neue Entdeckung drehten.

Endlich! 22:21!

Gebannt beobachtete Sina die kleinen Sekundenzahlen, die sich in immer gleichem Rhythmus veränderten.

58, 59.

Sina riss die Augen auf und wünschte sich nach Hause, doch nichts geschah! Entsetzt tippte sie gegen ihre Uhr und murmelte diesen einen Satz wie eine Beschwörung vor sich hin: „Ich will nach Hause. Ich will nach Hause. Ich will nach Hause."

17, 18, 19.

Schon wieder fast eine halbe Minute vergangen! Was sollte sie nur tun? Nach Hause, nach Hause, nach Hause…

Auf einmal verschwamm alles um Sina herum und dann stand sie wieder in ihrem Zimmer. Sie war wieder zuhause. Im Jahr 2011, wie ihr ihr Kalender berichtete. Ein Blick auf die Armbanduhr sagte ihr, dass es 22:22:27 war. Und da wusste sie es plötzlich! Sie war genau um 22:22:22 in der Geschichte „abgereist". Die Sekunden waren anscheinend wichtig, soweit man sie vor sich hatte! Sina ließ sich auf ihr Bett fallen und atmete erst mal tief durch. Dann griff sie nach ihrem Handy und rief Lena an.