Für Athranil, Wölkchen und Clöd!

Viel Spaß!

Lady


Kapitel 1

Sirius stand in Mrs. Constantins Büro und hielt den Brief in seinen Händen.

Mrs. Constantin stand hinter ihrem Schreibtisch und blickte ihn mit einer Mischung aus Verwunderung und Fassungslosigkeit an. Sie hatte den Brief wohl schon gelesen, denn das Siegel aus rotem Wachs auf der Rückseite des Umschlags war bereits erbrochen gewesen, als Sirius den Brief erhalten hatte.

Er selbst starrte ungläubig auf das Stück Pergament.

"Hogwarts- Schule für Hexerei und Zauberei"

Sehr geehrter Mr. Black,

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Schule für Hexerei und Zauberei

aufgenommen worden sind. Das Schuljahr beginnt am 01. September diesen Jahres.

Anbei finden Sie eine Liste mit den zu erstehenden Materialien für den Unterricht sowie eine

Fahrkarte für den Zug, mit dem Sie unsere Schule erreichen können.

Mit freundlichen Grüßen,

Hogwarts- Schulleitung

PS: Da wir über Ihre momentane Situation bescheid wissen, werden wir Ihnen zu gegebener Zeit

einen Kollegen schicken, der Ihnen bei den Vorbereitungen für das Schuljahr helfen wird.

Sirius wusste nicht, was er denken sollte. Tausend Fragen und Gedanken schwirrten durch seinen Kopf.

Schule für Hexerei und Zauberei?

Sein Blick glitt über das Wappen in der rechten oberen Ecke des Briefes. Es zeigte einen Raben, einen Dachs, einen Löwen und eine Schlange.

Was hatte das zu bedeuten? Er hatte eigentlich immer von sich selbst behauptet, nicht an solche Sachen wie Magie und Zauberkunst zu glauben; genauso wenig, wie man an Geister oder an den Osterhasen glaubte.

In seinem Alter hatte man mit solchen Ammenmärchen eigentlich abgeschlossen!

Und doch waren da diese Dinge, die immer wieder in seiner Nähe geschahen...

So hatte sich zum Beispiel einmal, während des Essens im Gemeinschaftsraum des Waisenhauses, der Inhalt eines Glases genau über die Kleider des Jungen ergossen, der vorher noch über Sirius gelacht hatte.

Ein anderes Mal hatte sich Sirius in der Schule über einen seiner Lehrer aufgeregt, woraufhin die Fensterscheibe in Sirius´ unmittelbarer Nähe einfach so geborsten war.

Vielleicht hatten all diese Dinge, die er sich selbst nie hatte erklären können, irgend etwas mit dem Inhalt dieses Briefes zu tun.

Vielleicht war er...

Die herbe Stimme Mrs. Constantins riss ihn aus seinen Überlegungen.

Er hatte vor lauter Verwirrung alles um sich herum vergessen; auch die Leiterin des Waisenhauses, die immer noch mit ihrem strengen, von Jahren der Anstrengungen gezeichneten Gesicht auf ihn hinunter blickte.

"Erst hatte ich diesen Brief für einen dumme-Jungen-Scherz gehalten."

Bei ihrem folgendem Satz jedoch erbleichte sie.

"Aber... gleich nachdem ich den Brief gelesen hatte, klingelte das Telefon. Ein Mann, der sich als der Schulleiter dieser... Einrichtung... vorstellte, erklärte mir diese... außergewöhnliche Situation."

Sirius blickte sie fragend an, sagte jedoch nichts.

"Ich habe beschlossen, dass du diese... Schule... besuchen kannst. Aber wenn du gehst...". Und mit diesen Worten beugte sie sich vor und tippte Sirius mit ihrem langen, dürren Zeigefinger auf die Brust.

"Aber wenn du gehst, dann kannst du nicht wieder hierher kommen. Was soll ich denn den anderen Kindern erzählen, wohin du immer verschwindest? Oder potentiellen Adoptiveltern? Die würden doch nie SO ein Kind wollen! Nein, das geht nicht!"

Sie schüttelte heftig den Kopf, und Sirius hatte den Eindruck, dass sie mehr zu sich selbst redete.

Weg aus dem Waisenhaus? Fort von all den nervenden Mitbewohnern? Die Idee klang sehr verlockend für ihn.

Er hatte zwar keine Ahnung, was ihn erwartete, aber schlimmer als hier konnte es nirgendwo sein.

Sirius faltete behutsam den Brief zusammen und steckte ihn zurück in den Umschlag.

"Ich werde gehen...", murmelte Sirius leise.

"Wie war das?", fragte Mrs. Constantin, nun so gefasst und streng wie immer.

Sirius sah auf, straffte sich und sah Mrs. Constantin aus seinen dunklen Augen so hart an, wie er es vermochte.

"Ich werde gehen!", sagte er dann klar und laut.

Ohne auf eine Reaktion der Oberschwester zu warten, machte Sirius auf dem Absatz kehrt und verließ das Büro.

Er ging an dem Gemeinschaftsraum, in dem die anderen Kinder gerade das Abendessen zu sich nahmen, vorbei.

Statt dessen ging er direkt zurück auf sein Zimmer, kramte seinen Taschenkalender, den er und jeder andere Junge hier zu Weihnachten bekommen hatte, aus seiner Kleiderkiste und markierte den 01. September.

"Noch drei Wochen, dann bin ich raus hier", sagte er leise zu sich selbst.

Dann steckte er den Kalender wieder weg, und ein Funkeln trat in seine Augen.

Drei Wochen.

Er lächelte.


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