EPOV
„Was du willst eine Familienchronik schreiben?" Fragt mich Emmett.
Ich nicke.
„Das ist klasse, ich hab meine schon geschrieben." Antwortet er mir, ungläubig schaue ich ihn an. Mein Blick muss meine Überraschung gezeigt habe, er springt auf und läuft aus dem Raum. Weniger Augenblicke später kommt er wieder und reicht mein ein Buch, ich schätze es auf 1000 Seiten.
„Ich meinte eine Familienchronik, wo wir unser Leben niederschreiben mit allen drum und dran schreiben und keine Sexchronik." Sage ich ihm und reiche das Buch zurück, nachdem ich den Titel Sex, Blood and Rock'n'Roll gelesen und die ersten Seiten mir angeschaut habe.
„Was du hast eine Sexchronik geschrieben und sagst mir nix davon?" Wirft Jacob ein, springt auf und versucht Emmett das Buch abzunehmen, der es durch seine Geschwindigkeit schafft es außer Reichweite zu halten.
„Jungs, Spielzimmer." Wirft Esme ein.
„Sorry Mom." Sagen beide fast gleichzeitig.
Jacob versucht den Moment auszunutzen und stürzt sich wieder auf Emmett.
„Komm schon Emmett. Lass es mich sehen." Bettelt Jacob nun fast.
„Nein."
„Bitte."
„Nein."
„Bitte, vielleicht können wir noch was lernen?" Als Bilder von Nessie in bestimmten Stellungen anfangen durch Jacobs Kopf zu rasen, fange ich an die beiden zu ignorieren. Wie schon gesagt Nessie ist Tabu für mich und ich versuche auch stets die Gedanken der anderen zu blockieren, wenn sie über meine Tochter nachdenken. In den ersten Jahren wollte ich alles wissen, aber nach vielen Gesprächen wurde mir klar das auch meine Tochter ihre Freiräume braucht und dass ein Vater nicht alles wissen sollte.
„Kehren wir zum Thema zurück." Sagt schließlich Carlisle und ignoriert das kleine Gerangel zwischen Jacob und Emmett ebenfalls. „Edward kam vorhin zu mir und sagte mir dass er gern seine Lebensgeschichte aufschreiben würde. Ich war zunächst überrascht, doch desto mehr ich darüber nachdenke, desto interessanter finde ich die Idee. Wir besitzen alle Eindrücke von Jahrtausenden, für die einen ist dies wichtige, für die anderen das. Doch für alle von uns gibt es Situationen die wir uns gerne in Erinnerung rufen. Und ich denke es wäre eine gute Idee genau diese aufzuschreiben. So dass wir sie miteinander teilen können, darüber reden, lachen und auch trauern können." Bei den letzten Worten richtet Carlisle seinen Blick auf Seth und Chey, die auf seinem Schoß sitzt.
„Gibt es bestimmte Themen, über die wir schreiben sollen?" Fragt Rosalie.
Ich schüttele den Kopf. „Es soll kein Zwang sein etwas zu schreiben, du brauchst auch nichts zu schreiben. Ich wollte meine Lebensgeschichte aufschreiben, ich möchte Situationen aufschreiben die mein Leben geprägt und verändert haben. Wir wissen viel über uns, Geheimnisse sind fast unmöglich, doch es gibt Situationen die ich lieber aufschreibe, als darüber rede. Aber trotzdem würde ich sie gern mitteilen." Sage ich. „Schreib was für dich wichtig ist, was du gern teilen würdest mit den anderen oder auch nur mit Emmett, was hast du in gewissen Situationen gedacht und gefühlt."
„Das weiß Jasper an besten und du weißt was wir gedacht haben." Wirft Rosalie ein. Auch nach knapp 2000 Jahren kann sie mich immer noch nerven.
„Ja und Nein. Die Frage ist was ist für dich wichtig. Ich habe genauso viel Zeit mit dir verbracht wie auch ohne dich. Ich bin nicht 24 Stunden in deinen Kopf, um ehrlich zu sein, das möchte ich auch gar nicht." Ich bin mehr als froh dass Bella meine Gedanken blocken kann in manchen Situationen. „Schreib was dir gerade einfällt." Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Rosalie ihre Augen rollt. Ich hätte es allein schreiben sollen, denke ich mir.
„Ich finde jeder sollte sich mal ein paar Stunden Zeit nehmen um über sein Leben nachzudenken. Ich hab das Gefühl wir Leben hier nur auf geborgter Zeit. Was ist wenn einem von uns etwas passiert. Was ist wenn wir in Zukunft getrennte Wege gehen müssen. Was würde ihr den anderen mitgeben wollen, wie sollen sie dich in Erinnerung behalten, was hat dir gefallen, was hat dich enttäuscht." Sagt Carlisle
„Ich finde es eine gute Idee." Sagt Chey schließlich. „Damals als Killian von uns gegangen ist, war es etwas was mir geholfen hat mir der Situation klarzukommen. Ihr wisst mein Gedächtnis ist nicht so Gut wie Eures. Ich vergesse manches und aufschreiben hilft. Ich will nichts vergessen was ich mit Killian erlebt habe, nicht seine Streiche, die mir manch schlaflose Nacht gebracht haben, nicht sein Lächeln, nicht sein Weinen. Aber ich möchte auch euch nicht vergessen, ich möchte gern wissen, was war wichtig in eurem Leben. Es waren vielleicht andere Dinge als bei mir oder auch die Selben nur aus einem anderen Blickwinkel. Ich möchte gern wissen wie war eurer Leben vor meiner Existenz. Ja ihr habt es erzählt, so oft, es aber lesen zu können ist etwas anderes. Vor allem möchte ich mich an euch erinnern können, falls wir getrennt werden. Ich will euch nicht vergessen, nicht meine Eltern, meine Großeltern, Carlisle, Esme, Alice, Jasper, Emmett und auch dich nicht Rosalie."
„Wenn es dir so wichtig ist, dann werde ich meinen Teil schreiben." Sagt Rosalie schließlich.
„Du sollst es nicht nur wegen mir machen, auch für dich selbst, für Emmett, für uns alle. Auch wenn immer wieder gesagt wird, dass es keine Geheimnisse mehr gibt, scheint es dennoch welche zu geben, oder wie schafft es sonst Emmett ein ganzes Buch zu uns zu verstecken."
Emmett grinst stolz. „Können." Sagt er schließlich.
Mittlerweile sitzt Emmett auf seinem Buch auf dem Boden und er versucht immer noch Jacob davon fernzuhalten, indem er seinen Kopf unter seinen Arm geklemmt hat, während Jacob weiterhin versucht irgendwie an das Buch zu kommen.
„Danach ab in die Dusche." Sagt Rosalie zu Emmett.
„Der Spruch wir alt, Rose." Sagt Seth. Sie streckt ihm dafür die Zunge entgegen.
„Mag sein, doch auch nach 2000 Jahren habt ihr eure Körperausdünstungen immer noch nicht verbessert. Und stinkend kommt mir mein Mann nicht ins Bett."
„Aber bitte nicht zu laut, die Touristen haben sich das letzte Mal schon beschwert."
„Das war ich nicht, das war Emmett." Erwidert Rosalie.
„War ich nicht." Sagt Emmett
„Doch." Irgendwo her kenne ich dieses Ja und Nein Spiel.
Wieso enden die meisten gemeinsamen Gespräche immer wieder beim gleichen Thema? höre ich Esme fragen.
„Weil es eines der wenigen Gebiete ist wo wir uns nicht ändern brauchen, uns ausleben können." Antworte ich ihre rhetorische Frage.
Ich weiß mein Sohn, ich wünschte es wäre anders und ich wünschte es gäbe eine Möglichkeit dass wir wieder so leben könnten wie vor 2000 Jahren, frei, nicht eingesperrt in Räumen unter Wasser, einfach frei, hingehen, wohin man will, rennen, spielen, jagen. Deswegen finde ich die Idee alles aufzuschreiben gut. Ich erinnere mich gern zurück an diese Zeit und aufschreiben hilft vielleicht etwas den Frust abzubauen, den wir alle spüren. Dieses eingesperrt sein tut uns nicht gut.
Ich nicke zustimmend.
Nichts verraten. Sagt Nessie zu mir, als ob ich das könnte. Nessie kriecht langsam zu den beiden Streithähnen, und ich denke sie könnte es sogar schaffen, Emmett das Buch zu entreißen. Emmett muss sich im Moment nicht nur gegen Jacob verteidigen sondern auch verbal gegen Rosalie. Und mit einen schnelle Griff unter Emmetts Hintern hält Nessie das Buch in der Hand.
„Meine." Sagt sie und rennt damit los.
Emmett versucht so schnell wie möglich aufzuspringen um hinter ihr her zu rennen, doch Jacob schafft es sein Bein zu fangen, was wieder rum dazu führt, dass Emmett stürzt. Die Erschütterung von dem Sturz vibriert durch den ganzen Raum.
Ich höre wie Jacob zu Nessie ruft, sie soll das Buch gut verstecken, während Emmett sich wieder auf die Beine rappelt um die Verfolgung aufzunehmen. Aber auch Jacob ist bereits wieder auf den Beinen und versucht Emmett aufzuhalten. Es sind Situationen wie diese, dich mich zum lachen bringen. Auch nach all den Jahren können sie sich wie Kinder verhalten. Ich warte schon darauf dass Esme sie ins Spielzimmer verweist. Doch Emmett hat geschafft sich zu befreien und rennt den Gang entlang zu einer der Transporter-Korridore, wohin Nessie verschwunden ist.
„Kinder." Sagt Carlisle lachend.
„Manche Dinge ändern sich nie." Antwort Esme.
„Zum Glück." Gebe ich zur Antwort. „Und danke für eure Hilfe"
„Dafür brauchst du mir nicht zu danken." Bekomme ich von Carlisle zur Antwort. „Ich helfe dir gern dabei."
„Wir alle werden helfen." Sagt Esme. Ich schaue zu meinen restlichen Familienmitgliedern, die alle nickend zustimmen, wenn auch zögerlich.
„Danke." Sage ich in die Runde. Meine Hand greift die von Bella, die die ganze Zeit ruhig neben mir gesessen hat.
„Lass uns ein paar Minuten spazieren gehen." Sagt sie und zieht mich vom Sofa auf die Beine. Ich folge ihr. Wie gehen einen Verbindungskorridor entlang bis wir zu einen der Transportkorridore kommen.
„Wohin?" Fragt sie mich.
„Isle Bella." Sage ich und Bella drückt die gewünschte Insel im Display an. Wir nennen sie Isle Bella, weil das Klima an die Sonora Wüste angelehnt ist, die weite Teile von Arizona bedeckt hat.
Die Tür zum Transportkorridor öffnet sich und einer der Transportwagen wartet schon. Wir setzen uns hinein und lassen uns schwebend zum Ziel bringen. Dort angekommen, kontrolliere ich zunächst das Display und lasse mir anzeigen, wie viele Besucher sich für einen Besuch eingeschrieben haben. Ich bin erleichtert als ich null lesen Wir verlassen den Transportkorridor und treten hinaus. Die Wärme überrascht mich fast jedes Mal, ich blicke in den Himmel, über uns befindet sich eine unsichtbare Schutzhülle, für Menschen unsichtbar. Ich kann die dünne, netzartige Struktur erkennen, die das Leben hier ermöglicht. Für viele Touristen ist diese Insel nicht abenteuerlich genug, dies ist unser Glück, weil wir sie dadurch meist für uns alleine haben. Sämtliche Touristen müssen bereits am Tag ihrer Ankunft auf dem „Last Nature Resort" ihr Programm wählen, Essen, Trinken, Schlafenszeiten, welche Insel wollen sie besuchen, wie lange planen sie auf den Inseln zu bleiben, wollen sie am Wellness-Programm teilnehmen, jede Minute ihres Aufenthaltes ist durchgeplant. Die Betreuung findet durch eine Handvoll auserwählter Menschen statt, denen die Erlaubnis erteilt wurde, permanent hier zu resistieren. Die meisten von diesen Menschen sind schon seit Jahrzehnten hier, dank der Forschung wurde der Alterungsprozess fast angehalten und die durchschnittliche Lebensspanne eines Menschen liegt jetzt bei 434 Jahren. Einige von diesen Menschen kennen auch unser Geheimnis. Sie sehen uns jedoch nicht mehr als Bedrohung, diese Angst könnten wir ihnen schnell nehmen. Jedoch versuchen wir die meiste Zeit die Touristen zu meiden, nur einige Touristen zahlen mehr Geld als andere und wollen eine individuellere Betreuung, mit Insel-Führungen, Beautyprogramm und Gesundheitscheck.
„Es ist schön hier." Sagt Bella. Ich nicke zustimmend. Als Carlisle diese Tetra-Geformten Inseln erwarb, war ich mir unsicher ob es wirklich das Beste für uns war. Doch Alice war zuversichtlich, dass wir hier eine lange Zeit bleiben könnten. Wir handelten Verträge mit der Regierung aus, legten Prüfungen ab, nahmen an Seminaren für die richtige Pflege von Flora und Fauna teil. Wir sind ein Familienbetrieb geworden und werden gern als Freaks bezeichnet, weil wir naturnah leben. Carlisle ist für die Gesundheit der Menschen und Touristen verantwortlich, die meisten kennen keine Natur mehr, nur aus Hologrammen und sind erst recht nicht mehr gewöhnt mehrere Stunden zu laufen und zu klettern. Aus diesem Grund, ist vor allem die Behandlung von kleineren Stürzen Carlisle Hauptaufgabe. Rosalie ist für das Beautyprogramm verantwortlich, Alice berät die Touristen in vielen Fragen des Stylings. Wir Jungs, wie wir gerne von Esme bezeichnet werden, sind für die Inseln verantwortlich. Wir geben Führungen, Schulen die menschlichen Mitarbeiter, erarbeiten Fütterungs- und Zuchtpläne aus. Chey hat die schwierigste Aufgabe, sie muss mit Vertretern der Regierung verhandeln. Verhandlungen sind dann immer notwendig wenn es um die Abgabe oder Aufnahme von Tieren geht, das kann nur sie machen, da stets ein Thermo-Fingerabdruck-DNA-Schnelltest zur Identifikation gemacht wird. Dabei wird der Finger auf ein Gerät gelegt, Die Temperatur wird gemessen, der Finger gescannt und danach wir mit einer Mikrokanüle ein winziger Tropfen Blut entnommen. Chey hat aus diesem Grund in den Fingerspitzen kleine Implantate die mit menschlichem Blut gefüllt sind. Bella, Nessie und Esme sind für die wirtschaftliche Organisation verantwortlich.
Eine Erfindung hat unser Leben sehr erleichtert durch das Fortschreiten der Nanotechnologie, es war ein Pulver das wir auf unsere Haut verteilen, dies verhindert, dass unsere Haut im Sonnenlicht glitzert. Es wurde bei seiner Erfindung als die Revolution der Sonnencreme bezeichnet, weil es den Körper wie eine zweite Haut umgibt und sie somit vor schädlichen Sonnenstrahlen schützen konnte, die Hautkrebs verursachten. Für uns war es die beste Erfindung, wir konnten uns frei bewegen bei Sonnenschein.
Abermals greife ich nach Bellas Hand und wir gehen zu der kleinen Steuerungskonsole. Um den Tieren so viel Freiraum wie möglich zu geben, müssen die Touristen auf vorgegebenen Wegen wandern, die durch eine nur wenige Nanometer dicke Schutzfolie umgeben sind. Dies soll außerdem verhindern dass eventuelle Viren und Bakterien von den Touristen auf die Tiere oder umgedreht übertragen werden. Das Immunsystem der meisten Touristen ist geschwächt, sie verbringen die meiste Zeit in klimatisierter Umgebung mit konstanter Temperatur, konstantem Druck, gefilterter Luft und gleich bleibender Luftfeuchtigkeit. Der Kontakt zu anderen Menschen und Tieren ist begrenzt, kaum Kontaminationsmöglichkeiten.
Die Konsole vor mir besteht hauptsächlich aus einen Irisscanner für uns und unseren menschlichen Mitarbeitern, und einen Fingerscanner für die Touristen. Nachdem unsere Augen gescannt wurden, ist das Sicherheitssystem deaktiviert und wir können uns nun frei auf der Insel bewegen. Die meisten hier anwesenden Tiere haben keine wirklich Angst vor uns, sie standen bisher nur sehr, sehr selten auf unseren Nahrungsplan.
Eine Gila-Krustenechse kreuzt unseren Weg und verschwindet flink in einer kleinen Höhle unter einem Stein. „Keine Angst Jasper ist nicht hier." Sage ich zu dem Tier.
„Außerdem meinte er, dass ihr abscheulich schmeckt." Sagt Bella und lacht dabei. Jasper hatte eine Wette verloren und musste sich aus diesem Grund einen Monat lang von Reptilien ernähren.
„Wette nie gegen Alice." Sage ich zu ihr.
„Hab ich nie getan und kann auch Jasper nicht verstehen, warum er es getan hat. Aber ich finde es doch interessant dass es möglich ist auch für eine gewisse Zeit von Reptilien zu überleben." Erwidert mir Bella.
„Ich bin mir immer noch nicht sicher aber er nicht geschummelt hat. Jedenfalls jedes Mal wenn ich ihn darauf anspreche, singt er irgendwelche Weihnachtslieder in Japanisch oder Mandarin."
Ich nehme Bellas Hand wieder in die meine und wir laufen im Menschentempo über die Insel. Selbst hier können wir uns nicht wirklich frei bewegen. Satelliten in der Erdumlaufbahn könnten uns verraten und das Abdunkeln der Schutzhülle ist nur unter bestimmten Umständen für Forschungszwecke erlaubt, jedenfalls ist dies eine der Auflagen für das Halten von der Kalifornischen Gopherschildkröte, dem Tigersalamander und noch einigen Schlangenarten. Wir laufen vorbei an Kandelaberkakteen und anderen kleineren Kakteen.
Schließlich sehe ich mein Ziel, unser Steinhaufen. Eigentlich ist es kein Steinhaufen sondern eine Forschungseinrichtung, die optisch einen Steinhaufen gleicht. Er ist für die Tiere bekletterbar, passt in die Umgebung, speichert die Wärme tagsüber und gibt sie in der Nacht wieder ab, also alles was ein Steinhaufen können muss. Ich gebe durch einen Stimmbefehl den Eingang frei und gehe mit Bella hinein. Es ist ein kleiner Raum, halbhoch stehen die für die Energieversorgung verantwortlichen Generatoren, die die Schutzhüllen mit Energie versorgen und einige Messgeräte. Durch Sensoren auf der Außenseite des Raumes und den dazugehörigen Projektoren, kann man alles sehen was, was um einen herum in der Tierwelt vor sich geht. Es ist als ob man durch ein Fenster blickt. Am Anfang war es merkwürdig, man fühlte sich beobachtet, doch schnell lernte ich, dass man nur von innen nach außen schauen kann und nicht umgedreht. Ich kontrolliere schnell die Aufzeichnungen der letzten 24 Stunden, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck, alles ist in Ordnung.
„So, so, du willst eine Chronik schreiben." Spricht Bella zu mir. Ich bereite mich schon auf einige kleine Neckereien von Bella vor, die jedoch ausbleiben. „Ich werde dir dabei helfen." Sagt sie lediglich.
„Danke." Sage ich und ziehe Bella zu mir. Ich blicke in ihre Augen, die leicht funkeln. Auch nach Jahrhunderten kann ich mich nicht daran satt sehen. Sie schließt mit einer schnellen Bewegung den geringen Abstand zwischen uns, und ich spüre ihre sanften Lippen auf den Meinen. Meine Arme wandern um ihren Körper bis sie schließlich auf ihrem Hintern zur Ruhe kommen. Ich greife fester zu, um ihren Körper noch näher an den meinen zu Drücken.
„Ich liebe dich." Flüstere ich gegen ihren Mund.
„Ich dich auch." Erhalte ich als Antwort.
