Dear, Nobody
Disclaimer: Mir gehört immer noch nichts, schade eigentlich.
Hier ist der erste Brief und die damit Verbundenen Erinnerungen in Form von Flashbacks. Hoffe es kommt so rüber, wie ich möchte.
Rodenfeuerdrache: Bitte schön, einfach lesen :-)
2. Sirius
Langsam tauchte er die Feder in das Tintenfässchen und begann zu schreiben.
Er hatte beschlossen chronologisch vorzugehen, und die allererste Person die in diesem Krieg gefallen war, war Sirius Black gewesen.
Das war der Beginn gewesen, zumindest für ihn. Es war das erste aber bei weitem nicht das letzte mal gewesen, dass er sich an den Schlachten beteiligt hatte.
Unbewusst strich er sich über die Narben, die sich an seinen Armen entlang zogen.
Ein Gehirn das in der Mysteriumsabteilung aufbewahrt worden war, hatte sie ihm zugefügt mit seinen Gedanken. Es war niemals Richtig verheilt und erinnerte ihn selbst jetzt noch an diesen Vorfall. Ihre Blauäugigkeit, ihr Versagen.
Der erste Fehler, die Mutter aller Fehler, der jeder weitere entsprungen war.
Rons Feder kratze Ruhig über das Pergament, als er schrieb:
Lieber Sirius,
ich weiß gar nicht was ich dir Schreiben soll, immerhin bist du schon seit Ewigkeiten nicht mehr da, und noch immer wissen wir nicht ob du wirklich Tod bist.
Aber ich mache mir keine Illusionen, wahrscheinlich bist du es.
Ich hoffe du bist Glücklich auf der anderen Seite. Wieder vereint mit deinen Freunden, mit Lily, James und auch Remus. Grüße ihn bitte von mir.
Es mag dir vielleicht nicht bewusst sein, aber du hast nicht nur Harrys Leben sehr beeinflusst, sondern auch das meine. Als wäre es erst gestern gewesen, erinnere ich mich wie wir uns dass erste mal begegnet sind.
Ich hatte Krätze, oder besser gesagt Pettigrew auf dem Arm und du hast mich in deiner Animagus Gestalt unter die Peitschende Weide gezerrt und mir dabei das Rechte Bein gebrochen.
Ich war entsetzt als ich erkannte wer du warst, aber ich konnte ja nicht ahnen, dass es Wurmschwanz war, der alle Verraten hat und nicht du. Aber Remus und dir gelang es uns alle und vor allem Harry zu überzeugen.
Deine Unschuld war eine erschreckende Tatsache, die ich kaum zu glauben vermochte.
Ein solch Fataler Fehler hatte zu deiner Inhaftierung geführt und ich fühle mich schuldig dich für einen Mörder gehalten zu haben.
Auch wenn ich nicht dafür Verantwortlich bin, möchte ich mich entschuldigen. Aber wie entschuldigt man sich für zwölf Jahre in der Hölle? Wie entschuldigt man sich für zwölf Jahre Azkaban?
Ich weiß es nicht und du wirst mir nie antworten können.
Aber um zurück zum Thema zu kommen, ich schreibe dir weil die Seelenklempner es mir vorschreiben, welch Idiotie.
Ich bin sicher dieses Schriftliche Selbstgespräch amüsiert dich, wo immer du auch gerade bist, da du schon immer einen guten Schuss Humor zu schätzen wusstest. Ja, lach ruhig, ich weiß das es lächerlich ist. Aber ich bin sicher du kannst es Nachvollziehen.
Ich werde nie wieder in die Nähe eines Dementoren gehen, und du kannst das wie kein zweiter Nachempfinden.
Wie ich bereits sagte, hast du auch mein Leben sehr beeinflusst.
Du warst immer so loyal gegenüber deinen Freunden und deinem Patenkind. Das habe ich stets bewundert.
Du standest ihm mit Rat und Tat beiseite, selbst wenn ich eifersüchtig und missgünstig ihm gegenüber war. Wie im Trimagischen Turnier, als ich es Harry nicht gönnte. Ich hatte es satt immer nur sein Anhängsel zu sein, obwohl er mich gebraucht hätte. Nein, ich sah nur die Galeonen und den Ruhm der damit verbunden war. Ich war so neidisch, dass ich die Gefahr und die Belastung nicht sehen konnte oder wollte, ich weiß es nicht.
Wenigstens waren du und Hermine für Harry da. Ich schäme mich für den Neid, den ich damals empfunden habe.
Ich war nie ein so guter Freund wie Harry es verdient hätte.
Aber du zeigtest mir, was Freundschaft ist. Dein Vorbild machte mich zu einem besseren Menschen. Du gingst jedes Risiko für Harry ein. Das brachte dir auch den Tod.
Diese bedingungslose Liebe, die Harry erwiderte habe ich ebenfalls bewundert.
Ich habe nicht gesehen wie du hinter den Vorhang gestürzt bist. Aber ich habe die Auswirkungen gesehen.
Harry war nie mehr der gleiche, genau wie Remus, Tonks, Hermine und ich.
Dein Tod hat uns allen sehr zu schaffen gemacht.
Ab und zu Blicke ich in den Himmel und sehe deinen Stern.
Sirius, der Hundestern, welch Ironie, findest du nicht auch?
Du hast eine Große Leere Hinterlassen.
Harry hatte nicht mal ein Grab, an dem er Trauern konnte. Nur die Sterne und den Himmel. Aber vielleicht ist es ja gut, dass du die folgenden Jahre nicht erleben musstest.
Du musstest nicht erleben, wie Remus und Harry immer mehr zu Wracks wurden. Wie sie ihren Mittelpunkt verloren. Wie langsam das Leben aus den Augen aller wich und sie zu Kämpfern wurden, die kaum noch Menschliche Emotionen besitzen.
Es waren harte Zeiten. Wenn man den Älteren Ordensmitgliedern glauben durfte, war es sogar schlimmer als der erste Krieg.
Doch vielleicht weißt du dass alles schon.
Vielleicht hast du immer auf uns aufgepasst.
Ich weiß es nicht, aber wir werden uns wieder sehen, wenn meine Zeit kommt.
Aber nun kann ich dir nur schreiben. Kein Ratschlag wird von dir kommen. Dabei könntest gerade du mir vielleicht erklären, wie ich mit den Alpträumen und den Schuldgefühlen umgehen könnte.
Wir waren uns immer sehr ähnlich, du und ich.
Auch ich wäre für Harry gestorben und ein paar mal war es fast soweit, doch meine Zeit ist noch nicht gekommen, dass weiß ich nun.
Wie dem auch sei, ich glaube das ist alles was ich dir zu sagen habe.
Außer vielleicht das du immer bei mir bist und mich Inspirierst. Das du mir immer noch ein Vorbild bist.
Wir sehen uns wieder, eines Tages
Ron
Ron lies sich in seinem Stuhl zurücksinken und las die Zeilen ein weiteres Mal durch.
Ja, so konnte er den Brief lassen.
Es war schwer gewesen ihn zu schreiben, denn die Erinnerungen holten ihn ein und bemächtigten sich seines Geistes.
Er sollte sich doch damit Auseinandersetzen. Also versank er eine Weile in seinen Erinnerungen…
Flashback1
„Na los doch Harry. Wir sollten vielleicht einfach mal ein wenig abschalten.", flehte Hermine verzweifelt.
Der Schwarzhaarige blinzelte sie an und schüttelte schwach den Kopf.
„Nein. Ich möchte dieses Buch bis heute Abend durchgearbeitet haben.", erwiderte Harry Potter stur.
„Hermine hat Recht, du lernst viel zu viel.", pflichtete Ron bei. „Das kann doch nicht gesund sein."
Harry wurde leicht ärgerlich, da sie ihn nicht in Ruhe lassen wollten.
„Ausgerechnet du Hermine? Du willst mir erzählen ich lerne zu viel? Dabei hast du mir doch immer gepredigt ich solle mich dem Lernen widmen. Jetzt mach ich es und es ist auch falsch. Was wollt ihr eigentlich?"
Ron verdrehte die Augen.
„Hör mal Harry, du bist zu gestresst, du brauchst ne Pause. Komm schon."
Harry blitzte seinen Freund wütend an und schrie: „LASST MICH IN RUHE! GEHT IN IRGENDEINEN BESENSCHRANK UND KORPULIERT, ABER LASST MICH IN FRIEDEN!"
Hermine und auch Ron starrten ihn entsetzt an, genau wie der Rest des Gemeinschaftsraumes.
Tränen traten in Hermines Augen und ohne ein weiteres Wort rannte sie davon.
Ron hingegen war wütend und er gedachte nicht sich zurückzuhalten.
In Ordnung, Sirius war vor einigen Monaten gestorben, das gab Harry jedoch nicht das Recht, jeden anzuschreien.
„Soll ich dir mal was sagen Potter? Sirius wäre echt angepisst bei all dem Schwachsinn, den du von dir gibst. Wir sind deine gottverdammten Freunde und wollen dir nur Helfen zum Teufel. Wenn du nichts mehr mit uns zu tun haben willst, fein. Ertränke dich in Selbstmitleid. Aber du wirst uns nicht los indem du uns irgendeinen Schwachsinn an den Kopf schmeißt. Sirius ist Tod, hörst du? Tod! Weder deine Wut noch sonst was wird ihn zurück Bringen, verstanden. Und jetzt muss ich an die Frische Luft. Es stinkt!"
Der gesamte Gemeinschaftsraum hatte mit angehaltenem Atem gelauscht, während Ron diese Worte gezischt hatte.
Ron wandte sich um und lies einen Wütenden Harry alleine zurück….
Flashback 1 Ende
Flashback 2
Harry stampfte wütend mit dem Fuß auf.
„Ich will nicht wieder in den Grimmauldsplace.", sagte er nun zum zehnten Mal.
„Ob du willst oder nicht, wir müssen dort hin, immerhin ist es das Hauptquartier des Phönixordens. Und seit du Kreacher umgebracht hast ist es ziemlich angenehm dort, ehrlich.", sagte Ron ruhig.
„Du verstehst es nicht. Dort hatten sie Sirius eingesperrt. Alles dort erinnert mich an ihn. Ich will da nicht hin."
„Wir gehen hin oder ich sage Hermine das du es warst, der Kracher erdrosselt hat!"
Harrys Augen weiteten sich.
„Das wagst du nicht."
Ron nickte grimmig und erklärte: „Und wie ich das wage, fordere mich nicht heraus. Außerdem ist Remus auch dort. Er braucht dich. Er hat doch niemanden sonst mehr. Moony braucht dich."
Harry sackte zusammen.
„Na gut, du hast ja recht. Aber warum muss das verdammte Hauptquartier ausgerechnet dort sein?"
Ron zuckte mit den Achseln.
„Weil es sicherer ist als alles andere, außer vielleicht Hogwarts. Nun komm, wir müssen los."
Harry erhob sich schwerfällig und gemeinsam wanderten sie zum Kamin der D.A., im Raum der Wünsche um von dort aus in das Quartier des Phönixordens zu Reisen…
Flashback 2 Ende
Flashback 3
Ein grüner Blitz rauschte nur Knapp an Rons Ohr vorbei.
„Ihr werdet mir nicht entkommen ihr süßen!", flötete die Stimme von Bellatrix Lestrange.
„Wir wollen dir gar nicht entkommen Bella. Wir wollen ein bisschen mit dir Spielen.", gab Harry von der anderen Seite der Halle zurück.
Ron robbte sich weiter vor, damit er Neville und Luna sehen konnte, die an anderer Stelle Position bezogen hatten.
Er machte in Paar Zeichen mit der Hand.
Neville nickte und zeigte an, dass er verstanden hatte. Er verlagerte seine Position und gab die Nachricht an Hermine und Ginny weiter.
Sie hatten es geschafft Lestrange einzukreisen. Durch ihren eigenen kleinen Spion in Voldemorts Kreisen hatten sie erfahren, wann und wo sie zuschlagen mussten.
Harry hatte seine Defense Alliance Perfekt gedrillt.
Es war bereits das sechste Mal, das sie Todesser jagten, unbemerkt vom Ministerium oder dem Phönixorden. Es war Harrys Private Armee, und sie waren gut geworden.
Drei Todesser lagen bereits leblos am Boden. Ron selbst hatte einen von ihnen getötet.
Es machte ihm nicht mehr soviel aus wie beim ersten Mal.
Ironie des Schicksals war es gewesen, das der erste Todesser den Ron tötete, Draco Malfoy gewesen war.
Vielleicht hatte es ihn deshalb nicht so sehr mitgenommen.
Doch nun war nicht die Zeit mit seinen Gedanken Abzuschweifen, da Hermine und Ginny ihr Ablenkungsmanöver starteten.
Ginny preschte vor, zur Position, wo sich Bellatrix wahrscheinlich aufhielt, während Luna, Neville, Hermine, Dean, Parvati und Cho alle ihre Energie in den Schild legten, der Ginny schützte.
Ron erkannte Lestrange, die sich aus ihrer Deckung wagte, um Ginny den Todesfluch aufzuhalsen.
Bevor sie jedoch dazu kam, hatten zwei Rote Lichtstrahlen sie bereits niedergestreckt.
Einer aus seinem eigenen Zauberstab und der andere aus Harrys.
Die D.A. Mitglieder kamen allesamt aus ihren Verstecken und versammelten sich um die Bewusstlose Lestrange.
Alle wussten, was nun geschehen würde. Harry plante das seit langer Zeit.
Er nickte Hermine zu, die mit Grimmigen Gesicht ihren Zauberstab auf Bellatrix richtete und einige Komplizierte Beschwörungen murmelte.
Was Harry mit dieser Frau tun würde, freute Hermine sogar, schließlich hatte Lestrange ihre Eltern und ihre kleine Schwester ermordet.
Ron wurde heute noch schlecht, wenn er daran dachte wie dieser Hirnlose Ministeriumsmitarbeiter Hermine mit sachlicher Stimmer erklärt hatte, ihre zehnjährige Schwester sei vor ihrem Tod noch ein paar mal Vergewaltigt worden, genau wie ihre Mutter.
Das hatte Hermines Menschlichkeit fast zerstört.
Tatsächlich hatte sogar sie die Grundidee für Bellatrix bestrafung gehabt. Und sie hatte auch alle Formeln gefunden und kombiniert um diese Rache die nun Folgen würde zu ermöglichen.
Hermine zeigte an, das sie fertig war und nickte Harry zu, der nun Vortrat und die Bewusstlose Todesserin wieder erweckte.
Lestranges Augen huschten fiebrig umher, ehe sie auf Harry gerichtet blieben und sie lachte.
Die war total durchgedreht, aber das lachen würde ihr noch vergehen, ging es Ron durch den Kopf.
„Was hast du vor kleines Pottilein? Den Cruciatus Fluch? Denkst du ich würde enden wie Lopngbottoms Eltern? Oder wirst du mich töten?"
Ihr Lachen war schrill und manisch.
„Nicht doch Bella. Für dich haben wir uns etwas ganz besonderes einfallen lassen. Dich zu töten ist nicht gerade befriedigend."
Er nickte Hermine zu, die breit lächelnd die letzte Formel ausführte.
Helle Flammen loderten auf und Bellatrix Lestrange schrie unmenschlich laut auf.
Sie verbrannte und heilte gleichzeitig.
Sie würde auf immer und Ewig verbrennen, während ihr Körper sich wieder heilte. Und wenn irgendwann jemand kam, um die Flammen die sie verzerrten zu löschen, würde ihr Blutdruck ansteigen, bis sie schließlich platzte.
Zufrieden betrachteten die D.A.'s ihr Werk.
Eine schreckliche Strafe, das schrecklichste was ihnen eingefallen war.
Hermine lachte kalt, als sie die Todesserin in ihren Qualen beobachtete, genau wie Harry und Neville.
Ron dagegen war eher Nachdenklich gestimmt.
Sie alle, er eingeschlossen, hatten ihre Menschlichkeit verloren. Sie waren nicht besser als die Todesser. Aber das war eine der Begleiterscheinungen dieses Krieges. Doch eines Tages würde er die Rechnung tragen müssen.
Eines Tages müssten sie alle sich vor sich selbst und vor ihren Kindern Rechtfertigen. Bis dahin würden sie weiter Kämpfen, Töten, Quälen. Eine von vielen Gräueltaten, von zu vielen auf beiden Seiten…
Flashback 3 Ende
Ron schreckte aus seinen Erinnerungen hoch.
Nachdenklich betrachtete er seinen Brief und rollte ihn zusammen.
Er würde ihn Padma bei der nächsten Sitzung überreichen.
Bis dahin wollte er sich nicht mehr mit seinen Erinnerungen belasten…
