Disclaimer:
Alles gehört JK Rowling, ich habe es mir nur geliehen.
Die Charaktere die nicht aus ihren Büchern stammen gehören mir und Geld verdiene ich hiermit nicht.
AN: Dies ist mein erste Story, also seid ein bisschen gnädig, Kritik ist aber erwünscht. (Lob natürlich auch)
Falls irgendwas Ähnlichkeit mit einer anderen Story hat, ist dass keine Absicht.
Das Rating? Gute Frage! Sicherheitshalber sag ich mal M.
(Ich habe davon absolut keinen Plan.)
Warnungen?
Dies ist eine Slash – Story und ich hole mir meinen Lieblingscharakter zurück. Finde seinen Tod gar nicht toll, egal welchen Grund es dafür auch gibt. (Sicher wisst ihr wen ich meine, oder?)
Und ich sag jetzt einfach mal OOC für alle. (Auch wenn es vielleicht nicht ganz stimmt.)
Das Pairing? HP/RL
Was fehlt noch? Stimmt! Die Summary.
Harrys Ferien und auch das neue Schuljahr werden kein Zuckerschlecken. Angriffe, Tote, Überraschungen und Gefühle warten auf ihn. (Oh Gott. Ich kann so was gar nicht!)
Zu den Reviews:
An alle ein herzliches Dankeschön dafür.
Zu kayla2510: Freut mich, dass die die Story gefällt. Zu deiner Vermutung sag ich jetzt Mal nichts.
Remus ist auch einer meiner Lieblingscharaktere.
Emily Ginn: das mit dem Frieden wird wohl wirklich noch eine Zeit dauern. Ich muss gestehend das ich es selbst noch nicht mal weiß
Little Lion: Dann gab es für dich ja schon mal eine Überraschung und ich denke es gibt da noch ein paar dinge die dich überraschen werden. (Vielleicht?)
Angie: Komplexe Story? Gute Frage! Auf jeden Fall wird sie lang. Zumindest so wie es im Moment aussieht.
So aber nun geht es erst Mal weiter!
Rettung (aus) der Zukunft
Kapitel 01
Ein heißer Sommertag ging zu Ende. Harry lag draußen auf dem Rasen hinter dem Haus und hörte den Vögeln zu.
Es waren seit genau einer Woche Ferien. Dank der Drohung von Remus, Alastor Moody und Rons Vater musste er nicht mehr im Garten arbeiten, oder im Haushalt helfen. Seine Verwandten ließen ihn vollkommen in Ruhe. Ja, sie beachteten ihn nicht mal. Und seltsamerweise störte es Harry.
Hätte ihm jemand vor einem Jahr erzählt das es ihn stören würde, dass seine Familie ihn in Ruhe ließ hätte er geglaubt, derjenige hätte ein paar Flüche zu viel abbekommen. Und hätte man ihm dann auch noch gesagt, dass es sich daran stören würde, er hätte ihm sicher kein Wort geglaubt, aber jetzt?
Es gab nichts womit er sich ablenken konnte. Ablenken von Sirius Tod. Ablenken von dem Gedanken, dass es seine Schuld war, dass sein Pate sterben musste.
Die Sonne ging langsam unter und Harry erhob sich vom Rasen. Ohne seinen Vetter eines Blickes zu würdigen, der grade zur Tür herein kam und ihm die Zunge zeigte, ging er auf sein Zimmer. Stimmt. Dudley, war die Ausnahme. Er war der einzige der sich um ihn kümmerte, wenn auch im negativen Sinne. Jede Gelegenheit nutzte sein Vetter, um Harry ein wenig zu ärgern und die Tatsache, dass nichts geschah, schien ihn zu bestärken.
Der Grund, dass nichts geschah war einfach zu erklären. Harry sah keinen Sinn darin dem Orden mitzuteilen, dass sein Vetter ihm die Zunge zeigte oder mit seinen Freunden auf der Straße ein paar Beschimpfungen hinter ihm her rief. Es war ihm zu lächerlich. Sollte Dudley doch seinen Spaß haben. Solang sie nicht handgreiflich wurden!
Immerhin gab wichtigeres, als sich um einen Jungen zu kümmern, der einem Walross glich und seinen Cousin ein wenig triezte. Da gab es einen durchgeknallten Magier, der sich Britannien und danach sicher die ganze Welt unter den Nagel reißen wollte. Einen Magier der sich selbst zum Lord ernannt hatte.
In Harrys Zimmer wartete eine Überraschung auf ihn. Eine pechschwarze Eule saß auf seinem Bett, ein Brief, mit dunkelblauer Tinte geschrieben, lag vor ihr. „Wer bist denn du?" fragte Harry verwundert und griff nach dem Umschlag. Er war mit keinem Absender versehen und auch die Handschrift kannte er nicht ebenso wenig wie die Eule. Keiner der ihm sonst schrieb besaß eine schwarze Eule. Nicht mal eine der Schuleulen war schwarz.
Getrieben von der gryffindorschen Neugier riss er den Umschlag auf und zog ein kleines Stück Pergament hervor.
Flieh.
Du wurdest verraten.
Folge Black Moon. Sie wird dich in Sicherheit bringen.
Lass nichts zurück was dir wichtig ist.
Vertraue mir.
Harry runzelte dir Stirn. Verraten? Wer sollte ihn den bitte verraten haben? Dumbledore wählte die Leute doch gut aus! „Denk an Moody!" sagte eine Stimme in seinem Kopf und er musste ihr unbestritten Recht geben. Immerhin hatte es ein Todesser geschafft sich ein Jahr lang unter Dumbledores Nase frei zu bewegen, in Harrys unmittelbarer Nähe, ohne das der Schulleiter von Hogwarts etwas bemerkt hatte. Erst als es fast zu spät war. Warum sollte Voldemort so ein Kunststück kein zweites Mal gelingen.
„Du bist also Black Moon", stellte Harry lächelnd fest und strich ihr sanft über den Rücken, woraufhin sie leise fiepte. Hedwig scharrte in ihrem Käfig, aus Protest. „Ist ja gut meine Süße. Ich werde dir schon nicht untreu!", lachte er und ließ seine Schneeeule aus ihrem Käfig auf seine Hand steigen. Die schwarze Eule erhob sich, griff nach dem Brief, den Harry aufs Bett geworfen hatte und flatterte damit vor seiner Nase herum. „Du meinst es wohl ernst, was? Na meinetwegen. Viel zu verlieren hab ich nicht."
Harry schnappte sich seine Schultasche und klappte seinen Koffer auf. Sein Tarnumhang legte er aufs Bett, die Karte des Rumtreibers, einen Stapel Post von seinen Freunden, die ihm jeden Tag schrieben, wanderten in die Tasche. Dann fielen ihm die Teile des Zweiwegespiegels in die Hände. Die Erinnerung an Sirius trieb ihm die Tränen in die Augen. Hätte er nur früher das Geschenk ausgepackt.
Schnell ließ er die beiden Teile in seine Tasche fallen, um die Bilder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Er würde nur wieder anfangen zu heulen. So wie er sich auch fast jede Nacht in den Schlaf weinte.
Dazu kamen dann noch das Messer was Sirius ihm geschenkt hatte (auch wenn er nicht mit 100ig in Ordnung war) und das Fotoalbum mit den Bildern seiner Eltern. „Und jetzt?" fragte er die Eule. Sie flatterte auf den Fenstersims und sah ihn an. „Fliegen also. Na gut." Er griff nach seinem Besen den er gleich am ersten Ferientag von Dumbledore per Post zurückgeschickt bekommen hatte.
Der Zauberminister war abgesetzt worden, als man herausfand das er es gewesen war der die Dementoren auf Harry gehetzt hatte. Sein Nachfolger, ein Magnus Stevens, hatte alle Erlasse des Ministeriums in Hogwarts aufgehoben, Harrys Vermerk wegen der Verletzung des Geheimhaltungsabkommens war gestrichen worden und der Minister hatte sich offiziell im Tagespropheten bei Harry entschuldigt.
Ron hatte ihm den Bericht zukommen lassen, aber es interessierte ihn nicht wirklich. Es würde ihm Sirius auch nicht wieder zurück bringen. Und was dieses Schmierblatt schrieb war ihm völlig egal.
Er warf sich eine seiner Schuluniformen über und dann den Tarnumhang. „Alles Klar. Hedwig wir folgen Black Moon. Komm." Seine Eule schuschute und folgte der schwarzen Artgenossin, was in der mittlerweile Stockfinsteren Nacht nicht einfach war. Sie war kaum vom Nachthimmel zu unterscheiden und er wusste nicht mal genau in welche Richtung sie flogen.
Sein Verstand sagte ihm immer wieder, es sei eine Falle. Er solle umkehren. Es war der reinste Wahnsinn was er tat. Aber ein Gefühl sagte ihm, das er der Eule oder besser ihrem Besitzer Vertrauen konnte. Schon seit zwei Tagen hatte er das unbestimmte Gefühl, das etwas in der Luft lag. Das er in Gefahr war. Er konnte es sich nicht erklärten, woher es kam.
Sicher, hatte er das dem Orden mitgeteilt. Moody war daraufhin zu ihm gekommen und hatte ihn beruhigt. Es sei alles in Ordnung, Harry müsse sich keine Sorgen machen. Er sei hier sicher. Das Gefühl wollte Harry aber dennoch nicht loslassen. Sicher, beim letzen Mal war Sirius gestorben, als er seinem Gefühl vertraut hatte. Seine Freunde währen beinahe umgekommen und er hatte sich geschworen ab sofort auf die Älteren zu hören. Aber nun hatte er den Schwur schon gebrochen. „Mehr als draufgehen, kann ich nicht", sagte er sich selbst und entdeckte dann die die Lichter Londons unter sich.
Die Eule landete in einem Baum auf einer Wiese. Harry sah sich kurz um und erkannte die Stelle sofort. Er war hier auch vergangenen Sommer gelandet.
Dort war es. Das Haus seiner schmerzhaftesten Erinnerung. Der Grimauldplatz Nummer 12. Sirius Haus. Zumindest hatte ihn die Eule wirklich an einen sicheren Ort gebracht. Ob er sich da wohlfühlte, war etwas völlig anderes. Allein das Haus zu sehen löste bei ihm eine Schmerzwelle aus, sodass er nur zögerlich einen Schritt darauf zu trat.
G
anz plötzlich gab es mehrere Plopp Geräusche und Harry wich entsetzt zum Baum zurück, den Zauberstab in der Hand, bereit sich zu verteidigen. „Falle! Todesser!" war das erste was ihm durch den Kopf geschossen war.Aber die vier Gestalten die vor ihm aufgetaucht waren, schienen nicht mal nach ihm zu suchen und er brauchte einen Moment bis er sie wirklich erkannte.
Einer von ihnen war Remus. Er wurde von Tonks gestützt und weinte. Kingsley ging ein wenig hinter ihm neben McGonagll, die ebenfalls den Blick gesenkt hatte und den Kopf schüttelte. Harry wunderte sich über dieses Verhalten. Sie taten ja grade so als sei jemand gestorben.
Er holte zu seiner Lehrerin auf die ihn nicht mal bemerkte. „Stimmt was nicht, Professor?" Harry hatte allerdings den Fehler begangen seinen Tarnumhang nicht abzunehmen. Die Lehrerin, so wie alle anderen fuhren herum und richteten ihre Zauberstäbe auf Harry.
D
er war unter ihrem Aufschrei zurück gewichen, gestolpert und hatte sich den Umhang bei der harten Landung auf den Hosenboden halb runter gerissen und sah nun in entsetze Gesichter. Plötzlich sackte McGonagll mit einem Stöhnen zusammen und Kingsley schaffte es grade noch sie festzuhalten.Dann traf sein Blick Remus, der im selben Moment auf ihn zukam und ihm um den Hals fiel. „Du lebst", schluchzte er und klammerte sie an ihn wie ein Ertrinkender. Harry wusste erst nicht so recht wie er reagierten sollte, nahm dann aber den Werwolf in den Arm und strich ihm über den Rücken. „Beruhig dich. Natürlich lebe ich. Warum sollte ich es auch nicht? Was ist denn los?" Remus löste sich schluchzend. „Du... der Ligusterweg... Feuer...alles zerstört... dachten... du...Tod"
„Remus. Lass uns erst mal ins Haus gehen. Arthur wird es schon allen gesagt haben und ich denke wir sollten sie beruhigen. Und Minerva braucht auch ein Glas Wasser", meinte Kingsley. Harrys Hauslehrerin war schon wieder zu sich gekommen, stützte sich aber auf den Auroren.
Remus nickte und half Harry aufstehen. Die Beiden Eulen setzen sich auf seine Schultern. „Wer ist die Schwarze?" fragte Kingsley. „Eh... sie heißt Black Moon. Ich hab aber keine Ahnung wem sie gehört. Sie hat mir einen Brief gebracht in dem Stand ich solle fliehen." Remus erstarrte. „Du hast..." „Remus, lass uns erst reingehen", wiederholte sich Kingsley und öffnete die Haustür. Harry betat das Gebäude mit sehr gemischten Gefühlen und mühte sich ab, nicht auf der Stelle stehen zubleiben und wegzurennen.
Aus der Küche hörte man laute Schluchzer. Als Harry durch die Tür trat sah er wie Ginny in den Armen ihrer Mutter lag. Beide weinten, Arthur stand hinter ihnen und versuchte sie zu beruhigen. Hermine lag in Rons Schoß und war ebenfalls Schluchzen. Sein Freund starrte mit ausdruckslosem Gesicht an die Wand. Dumbledore stand am Kamin und schien ins leere zu starren. Er sah völlig fertig und um 100 Jahre älter aus.
„Sagt mir jetzt mal einer, was los ist, oder geht mich das mal wieder nichts an?" fragte Harry und alle Gesichter wandten sich augenblicklich zu ihm zu.
Hermine war die Erste die mit einem Freudenschrei aufsprang und ihn über den Haufen rannte. Hedwig und auch Black Moon flatterten wütend aufkreischend hoch und setzen sich auf einen Arm der Deckenlampe, während Harry rückwärts taumelte und erneut zu Boden ging. „Du lebst!" hauchte sie ihm ins Ohr.
„Noch ja. Aber wenn du mich weiter so umklammerst nicht mehr lange", keuchte er unter der erdrückenden Umarmung seiner Freundin. Die ließ ihn nur zögernd los. Harry rappelte sich auf und sah sich Dumbledore gegenüber.
Was dann geschah hätte er niemals erwartet. Der Schulleiter nahm ihn in den Arm. Er sagte nichts, aber Harry spürte die Erleichterung des Mannes.
„Albus. Ist gut. Harry scheint nicht einen Kratzer abbekommen zuhaben. Er weiß nicht mal was passiert ist", meinte Kingsley und legte dem Schulleiter die Hand auf die Schulter. Als der ihn losließ war Harry noch mehr überrascht. Tränen standen dem Mann in den Augen. Molly starrte ihn immer noch an. Ron und Ginny standen in seiner Nähe und trauten sich scheinbar nicht näher an ihn heran.
Erst durch ein Lächeln von Harry lösten sie sich aus ihrer Erstarrung und fielen ihm auch um den Hals. Dieses Mal war Harry aber darauf gefasst. Dann wandte Harry sich um.
Seine Hauslehrerin saß am Küchentisch und sah ihn Kopfschüttelnd an. „Harry. Jag, einer alten Frau nie wieder so einen Schrecken ein." „Tut mir leid. Aber... was hab ich getan das ihr mich für Tod haltet?" Ihm war nicht entgangen das ihn seine sonst so strenge Hauslehrerin gerade beim Vornamen genannt und geduzt hatte und es verwirrte ihn. Aber die Neugierde warum er angeblich Tod war, war größer und er ließ ich auf einen Stuhl fallen.
In diesem Moment flog die Tür auf und Snape kam herein. Da Remus und Kingsley vor Harry standen konnte der Lehrer ihn aber nicht sehen.
„Albus. Sag mir bitte, dass es nicht wahr ist! Sag mir dass der Dunkele Lord sich irrt. Harry lebt noch, oder? Ihr wart noch rechzeitig da, ja? Es geht ihm doch gut?" Der Gryffindor erstarrte und glaubte zu träumen.
„Severus beruhige dich", bat Dumbledore lächelnd. Harry stand auf und sah den Lehrer fragend an.
„Was hat Voldemort mit ihnen angestellt, das sie mich beim Vornamen nennen und sich dann auch noch um meine Gesundheit sorgen?" Der nächste Blick war einfach für die Götter. Dem Lehrer entglitten alle Gesichtszüge. Harry hätte sich nicht träumen lassen, so viele Emotionen auf einmal in dem Gesicht des sonst so kühlen und berechnenden Tränkemeisters zu sehen.
„Severus. Harry lebt, wie du siehst. Aber ich muss gestehen wir wussten es nicht. Wir wollten grade Anfangen heraus zufinden welchem Umstand wir dieses Geschenk zu verdanken haben", sagte Dumbledore und Snape atmete erst einmal tief durch und dann war sie wieder da, diese ausdruckslose Maske die jede Emotion verbarg.
Harry setzte sich zwischen Remus und Snape und wühlte in seiner Tasche nach dem Brief. „Den hab ich heute Abend bekommen. Die schwarze Eule brachte ihn mir und war wohl angewiesen dafür zu sorgen das ich auch wirklich gehe", erklärte er.
Dumbledore reichte den Brief herum. „Da hatten sie aber verdammtes Glück das der Brief echt war", knurrte Snape. „Ich denke eher ich hatte verdammtes Glück das ich doch auf mein Gefühl gehört habe und ihr gefolgt bin, Sir", meinte Harry höflich aber bestimmt.
„Harry. Das Haus deiner Verwandten ist vollkommen zerstört. Bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Ein magisches Feuer. Dämonenfeuer um genau zu sein. Die Nachbarn haben wohl diese... Wasser... Hermine wen rufen die Muggel wenn es brennt?" fragte Kingsley.
„Feuerwehr. Sie rufen die Feuerwehr", sagte das Mädchen etwas verwirrt. „Richtig. Die Feuerwehr. Die haben eure Nachbarn wohl gerufen. Aber ein Dämonenfeuer geht erst aus wenn es alles zerstört hat. Mit Wasser ist es nicht zu löschen."
Harry schluckte. Niedergebrannt? Alles? „Und... und meine Verwandten?" fragte er leise. Alle senkten ihre Blicke und Harry brauchte keine Antwort mehr um zu verstehen. Sie waren Tod. So sehr er die Dursleys auch hasste. Das war etwas, dass sie nicht verdient hatten.
„Wir sollten versuchen herauszufinden, wer dein Lebensretter ist", meinte Kingsley und nahm den Brief an sich. Harry hörte nur noch halb zu. Wieder war jemand seinetwegen gestorben. Wieder hatte er es nicht verhindern können. Außerdem machte ihn der Aufenthalt hier mehr und mehr zu schaffen. Innerlich erwartete er, dass Sirius jeden Moment ins Zimmer kam und ihm um den Hals fiel vor Freude, dass er wohl auf war. Aber sein Verstand sagte ihm, das dies nie passieren würde. Nie wieder.
Remus legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Komm. Lass uns mal kurz ins Wohnzimmer gehen", bat er. Der Gryffindor nickte schwach. Jede Faser seines Gehirns schrie er solle dieses Haus verlassen.
Im Wohnzimmer legte ihm Remus beide Hände auf die Schultern. „Du kannst dir gar nicht vorstellen wie froh ich bin, dass du noch lebst. Ich hätte es nicht ertragen dich auch noch zu verlieren." Tränen standen ihm in den Augen. Harry nickte lächelnd. Er wusste genau wie sehr der Werwolf unter dem Tod von Sirius litt. Sie hatten zwei Tage nach Ferienbeginn darüber gesprochen. Nun, eigentlich hatte Remus angefangen. Er war bei Harry aufgetaucht und quasi zusammengebrochen.
So fertig hatte er ihn noch nie erlebt. Sie hatten stundenlang über Sirius gesprochen und immer wieder war einer von beiden in Tränen ausgebrochen und sie hatten sich gegenseitig getröstet. Ein bisschen hatte es ihm geholfen, irgendwie. Aber Vorwürfe machte er sich noch immer. Da half auch alles reden nichts. Es war seine Schuld.
Aber Harry riss sich jetzt zusammen. Hier vor den anderen würde er nicht weinen. Sie würden keine Träne sehen. Er wollte jetzt keine Schwäche zeigen.
„Beruhig dich. Es geht mir... gut. Mir ist nichts passiert. Ich war nicht mal mehr in der Nähe als die Todesser kamen." Er nahm den Mann in den Arm. Minutenlang standen sie so da, bis Harry sich ein Herz faste. „Remus?" fragte er leise. „Hmm?" kam es zögerlich zurück. „Remus, ich... Ich will nicht... nicht hier bleiben. Ich halte es hier nicht aus." Remus drückte ihn sanft von sich weg und strich ihm durchs Haar.
„Musst du auch nicht, Kleiner. Das verspreche ich dir", sagte er und zog ihn erneut in eine Umarmung. Harry kam das irgendwie seltsam vor. Nicht das es ihn störte, aber es war schon komisch.
„Remus. Nun beruhig dich doch", meinte Molly die ins Wohnzimmer gekommen war. Remus zuckte regelrecht zurück. „Komm. Ron macht grade für dich oben ein Bett zurecht, Harry." Der wich aber vor der ausgesteckten Hand von Molly zurück, die ihn verwundert ansah. „Komm. Die beiden warten auf dich. Ihr habt sicher ne Menge zu bereden." Harry schüttelte nur den Kopf. Er traute sich nicht den Mund aufzumachen. Allein seine Stimme würde vor Trauer und Schmerz erfüllt sein und seine Gefühle verraten. Das verraten, was keiner sehen sollte. Keiner außer Remus. Der Werwolf war der einzige der genau so empfand und der ihn verstehen konnte.
„Nein Molly", sagte der und legte Harry den Arm um die Schulter und zog ihn mit in die Küche. „Albus." Der Schulleiter sah auf und Harry fragte sich was Remus nun vorhatte. Wo sollte er eigentlich hin? „Harry wird nicht hier bleiben." „Wie?" fragte Molly verwirrt und auch Moody brummte etwas. „Bist du von allen guten Geistern verlassen?" meinte Kingsley. „Harry ist nur hier in Sicherheit."
„Harry wird nicht hier bleiben. Er kommt mit zu mir", erklärte Remus bestimmt. Harry brauchte nicht groß in die Runde zu sehen um zu wissen, dass keiner davon begeistert war.
Snape lachte auf. „Ihnen steigt wohl der zunehmende Mond zu Kopf, was Lupin?" Der Gryffindor warf dem verhassten Lehrer einen kurzen Blick zu und traf dann die blauen Augen des Schulleiters die Fragend auf ihm ruhten.
„Ich möchte nicht hier bleiben", sagte er trocken. „Das ist doch Unsinn. Ich bring dich rauf zu Ron und Hermine. Du hast eine anstrengende Nacht hinter dir. Du schläfst jetzt ein paar Stunden und dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus", meine Molly.
„Nein Molly. Wir werden Harrys Wunsch respektieren", erklärte der Schulleiter und Rons Mutter sah ihn verwirrt und entsetzt an. „Einverstanden Remus. Er kommt mit zu dir. Du bist für den Rest der Ferien frei gestellt. Passt gut auf euch auf und macht was aus der Freizeit." Harry seufzte stumm erleichtert auf. Er hatte schon befürchtet, dass sie alle über seinen Kopf hinweg entscheiden würden und er die nächsten sieben Wochen in diesem Haus eingesperrt sein würde.
Der Rest des Ordens schien nicht so begeistert zu sein, aber keiner wagte es Dumbledore zu wiedersprechen. Harry folgte Remus auf die Straße hinter einen Bauzaun, die beiden Eulen saßen wieder auf seinen Schultern. „Ihr zwei fliegt voraus. Hedwig du wirst Harry finden", meinte Remus leise. Beide Eulen schuschuten und flatterten los.
„Wir zwei apparieren. Konzentrier dich auf mich. Ich führe uns. Es ist ganz einfach." Harry nickte und schloss die Augen. Er spürte ein Kribbeln im Bauch das aber ganz schnell wieder nachließ.
„Komm. Wir müssen noch ein Stück laufen", sagte Remus dann und zog ihn mit. Harry öffnete die Augen. „Apparieren ist die angenehmste Art zu reisen", stellte er gedanklich für sich fest und sah sich um. Sie standen auf einer Wiese. In der Ferne konnte man ein kleines Häuschen sehen.
Rasch folgte er dem Werwolf. Der Mond stand schon hoch am Himmel und schien so nah, dass man ihn berühren konnte. „Wann genau ist Vollmond?" „In drei Tagen. Severus schickt mir aber den Banntrank. Ich bin völlig ungefährlich", erklärte Remus. „Eh... Das... das weiß ich doch. So... so war das auch nicht gemeint", erklärte Harry verlegen. Er hatte keine Angst vor Remus. Nicht die geringste. Er wusste, dass dem Werwolf der Fehler von vor drei Jahren kein zweites Mal passieren würde. „Weiß ich Harry. Ich wollte es dir trotzdem sagen. Zu meiner eigenen Beruhigung."
Das Haus war aus Backsteinen gebaut. Es leuchtete rot orange im hellen Mondlicht und zu Harrys Verwunderung schloss Remus die Tür mit einem gewöhnlichen Schlüssel auf und betätigte den Lichtschalter.
Es war ein kleiner Flur den Harry betrat. Es gab hier Garderobe, einen Spiegel und einen kleinen Schrank. Die Wände waren tapeziert mit einer Blümchentapete die scheinbar uralt war.
Vorsichtig stellte Harry sich vor den Spiegel, aber der sagte nichts, was er eigentlich erwartet hätte. Remus klopfte ihm lächelnd auf die Schuler. „Das einzig magische was du hier findest, ist das Bad. Vergrößert und mit einer Badewanne alla Hogwarts ausgestattet. Der Rest des Hauses ist voll Muggel tauglich. Abgesehen von der magischen Energieversorgung." Harry schmunzelte leicht. Irgendwie hatte er Remus genau so ein Haus zugetraut und irgendwie auch wieder nicht. Er hatte sich nie Vorstellen können wo der Werwolf wohnte.
„Komm. Ich zeig dir dein Zimmer. Es ist schon spät und du bist sicher müde." Harry nickte und folgte ihm ins Obere Stockwerk wo es drei Zimmer gab. „Hier. Dein Zimmer. Meines ist neben an. Gegenüber ist ein kleines Bad. Aber das unten ist wie gesagt bequemer." „Danke!" gähnte Harry. „Geh schlafen. Ich zeig dir Morgen den Rest", schmunzelte Remus und klopfte ihm sacht auf die Schulter. Ohne sich auszuziehen viel Harry ins Bett und schief ein, ausnahmsweise einmal ohne zu träumen.
Am nächsten Morgen weckte ihn der Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Seufzend drehte sich Harry um. Kaffee ans Bett das war einfach zu schön um wahr zu sein.
„Na? Gut geschlafen?" Etwas überrascht schlug er die Augen auf. Remus saß tatsächlich mit einem Becher in der Hand an seinem Bett. „Wie ein Baby", meinte er und setze sich auf. „Hier. Ich hoffe du magst Kaffee." Harry nickte und nahm den Becher entgegen. Die schwarze koffeinhaltige Flüssigkeit weckte seine Lebensgeister völlig. Seine Gedanken wanderten wieder zu dem was gestern geschehen war und mit einem Mal wurde ihm etwas bewusst.
„Ich hab, glaube ich, ein Problem, Remus", gestand er leise. „Was denn?" „Na ja. Diese Sachen hier und Dads Tarnumhang sind das Einzige was ich noch an Kleidern besitze." Remus lächelte verschmitzt. „Dann werden wir wohl einen kleinen Einkaufsbummel machen müssen." Harry nickte. „Aber nur wenn du dich danach fühlst." „Es sind noch zwei Tage bis Vollmond. Das ist kein Problem. Außerdem müssen wir auch noch ein paar Lebensmittel einkaufen. Sonst verhungern wir." „Oh... Na dann", schmunzelte Harry etwas verlegen. „Ach. Hedwig ist heute Nacht auch gekommen. In Begleitung. Vielleicht wartet Black Moon darauf das du ihr einen Brief mit gibst?" „Bekommt sie. Hast du zufällig was zu schreiben?" „Unten. Komm!" meinte Remus.
Während des Frühstücks kritzelte er ein Paar Zeilen auf ein Stück Pergament.
Danke für die Warnung. Mir ist nichts passiert. Ich bin in Sicherheit.
Eine hübsche Eule hast du da. Und sehr klug.
Hab ich eine Chance den Namen meines Lebensretters zu erfahren?
Harry
„Dezent aber bestimmt. Erst Honig um den Mund schmieren und dann um Informationen bitten. Wie dein Vater", lachte Remus, dem er den Brief gezeigt hatte. „Kommt nicht so gut, oder?" „Doch, doch. Lass es ruhig so. Dann weiß dein Retter zumindest, dass du dich für ihn interessiertst. Und bei James hat es auch oft geklappt."
Eine halbe Stunde später liefen beide dann durch die Winkelgasse. Remus hatte Harry mit einem Verschleierungszauber belegt, damit ihn keiner erkannte und sie keinen Geleitschutz benötigten.
Der erste Weg führte sie zu Gringotts, wo Harry sich Geld holte und einiges auch in Muggel Geld wechselte. Dann ging es zu Madam Malkiens. Die Frau war etwas verwirrt aber nahm seine Maße für die Umhänge. „Hauswappen?" fragte sie. „Gryffindor", antwortete Harry und erstarrte im nächsten Moment.
Malfoy betrat in diesen Sekunden den Laden, gefolgt von Nott, Crabbe und Goyle. „... echt Schade. Ich wäre zu gern dabei gewesen, wie er draufgeht. Er hat sicher geschrieen wie am Spieß. Verdient hat er es. Immerhin hat St. Potter Dad ins Gefängnis gebracht. Ah, der Werwolf. Wie geht es ihnen Professor!"In Harry flammte Wut auf. Wie konnte dieser Flegel nur so in der Öffentlichkeit von seinem Tod reden und Remus dann derart überheblich ansprechen.
„Danke Mr. Malfoy. Es geht mir bestens. Ich habe mich noch nie besser gefühlt. Richten sie ihrem Vater doch liebe Grüße von mir aus wenn sie ihnen das nächste Mal besuchen... Oh. Stimmt ja. Die Todesser dürfen ja keine Besucher empfangen. Erst bei ihrer Hinrichtung." Malfoy wich augenblicklich alle Farbe aus dem Gesicht und Sekunden darauf wurde er knallrot.
Harry sah Remus unterdessen erstaunt an. Von dieser sarkastischen Seite kannte er ihn gar nicht und Malfoy schäumte vor Wut. „Sie werden über kurz oder lang auch in der Hölle schmoren. Genau wie dieser verlauste Köter und der heilige Potter", zischte Malfoy. Harry beobachtete das Remus ihn finster ansah. Schnell bezahlte er seine Sachen und schob den Werwolf aus dem Laden, ehe noch ein Unglück geschah. Allerdings wäre das sicher eher von ihm selbst ausgegangen, da er drauf und dran war diesem blonden Schleimer eine reinzuhauen.
„Dieses Arsch. Aber,... Seit wann bist du so sarkastisch?" fragte Harry leise. „Ein Jahr mit Sirius in einem Haus. Es hat wohl doch mehr abgefärbt als ich dachte. Nimm dir bloß kein Beispiel an mir. Was deine Beschimpfung angeht, gebe ich dir Recht. Dieser Bengel gehört übers Knie gelegt." Harry lachte auf. „Das bringt bei ihm auch nichts mehr."
Den ganzen Vormittag verbrachte Harry damit Klamotten zu kaufen, zum Teil in der Winkelgasse, zum Teil aber auch im Muggel London, wo Remus sich erstaunlich gut zu Recht fand. Damit hatte Harry nun nicht gerechnet, da seine Erfahrungen etwas anderes sagten, wenn man da an Hagrid oder auch an Arthur dachte.
Für Harry war es angenehm endlich Kleider zu haben die wirklich passten und nicht mehr in Dudleys übergroßen Sachen rumlaufen zu müssen. Anschließend gingen sie noch in einen Supermarkt einkaufen und reisten dann, mindestens zehn Taschen tragend nach Hause.
Die letzen von Dudleys abgetragenen Kleidern rangierte Harry nach einem ausgiebigen Bad entgültig aus. Das Bad war mit schlichten weißen Fliesen ausgelegt, die einen leichten grau-blau Schimmer hatten. Dafür war die Badewanne tatsächlich riesig. Aber es gab hier keine verschiedenen Düfte, dafür besaß Remus eine Menge an verschiedenen Badeölen, von denen sich Harry kurzerhand bediente. Von seinen neuen Sachen hatte er sich eine schwarze Jeans und ein dunkelblaues Hemd angezogen.
„Und?" fragte Remus ins Wohnzimmer kommend. „Wie sehe ich aus?" „Heilige Scheiße", keuchte der. Harry sah ihn verwundert an. „'Tschuldigung." „Passt das nicht zusammen? Warte ich...", begann Harry doch Remus unterbrach ihn. „Nein. So war das jetzt nicht gemeint. Du siehst klasse aus. Es ist nur... komm mal her." Während Remus in einem Kasten wühlte setzte sich Harry neben ihn auf die Ledercouch. Außer dem Sofa gab es hier noch einen Korbstuhl und einen mit rotem Samt bezogenen Sessel. Vor dem Sofa stand ein mit reichlichen Kratzern versehener Glastisch. Ein alter Brauner Schrank stand in der Ecke, worin sich „Das gute Sonntagsgeschirr" verbarg.
Remus reichte Harry ein altes Foto. Sein Vater war darauf zu sehen. Er trug die gleichen Sachen wie Harry. Nur das er auch eine Jackett lässig über die Schulter geworfen festhielt.
Der Gryffindor wusste sofort was sein Freund meinte. Er sah seinem Vater zum Verwechseln ähnlich, und wusste, das durch Sirius Tod auch die Narbe, die der Tod seines Vaters auf der Seele des Werwolfs hinterlassen hatte, wieder angefangen hatte zu bluten.
„Das war eine Woche nach unserem Abschluss, als sich James beim Ministerium für eine freie Aurorenstelle beworben hat." „Soll ich mich umziehen?" fragte Harry leise. Er wollte Remus nicht unnötig wehtun.
„Nein. Musst du nicht. Nicht wegen mir. Zieh das an was du möchtest. Es würde mich sicher sowieso alles irgendwie an James erinnern. Ihr habt den gleichen Geschmack und du wirst ihm immer ähnlicher. Aber... hast du einen Wunsch was unser Mittagessen angeht? Spaghetti vielleicht?" Harry nickte etwas bedrückt. „Ich koche", sagte er so entschieden, das Remus zu lachen anfing. „Wie sie wollen Chef. Die Küche gehört ihnen."
Die Küche war entgegen dem Rest des Hauses modern und fast neu eingerichtet. Zwei Blaue Hängeschränke und ein Ofen mit Ceranfeld gab es hier. Auch der Kühlschrank und der Geschirrschrank waren in Blau verkleidet. In einer Ecke stand ein kleiner Tisch mit vier Stühlen. Harry gefiel das Häuschen. Es reichte locker für zwei Personen und war richtig gemütlich, auch wen Remus meinte es wäre nicht viel und Harry hätte etwas Besseres verdient, fühlte er sich hier Pudelwohl. Um nichts in der Welt würde er wo anders hinwollen.
Remus war begeistert von Harrys Kochkünsten und dieser freute sich, das es ihm schmeckte. Wenigstens etwas, womit Harry sich und vielleicht auch Remus etwas ablenken konnte. Den Nachmittag verbrachten sie damit, das Remus ihm die Umgebung zeigte. Das Haus stand auf einer großen Lichtung Umgeben von Wald. Viele Schutzzauber lagen darüber, die es hier für Harry ebenso sicher machten, wie im Grimauldplatz.
Gegen sechs tauchte dann zu Harrys Leidwesen Snape persönlich bei ihnen auf um Remus den Banntrank zu bringen. „Professor?" fragte Harry vorsichtig. „Ja. Potter?" knurrte dieser. „Eh... weiß... Voldemort nicht das ich entkommen bin?" „Er hat es heute Mittag erfahren und ich kann ihnen versichern er war nicht begeistert", fauchte der Mann ehe er mit wehendem Umhang das Haus verlies und disapparierte. „Scheint so als hätte Severus auch etwas von dieser miesen Laune abbekommen", meinte Remus. Harry zuckte nur mit den Schultern. Sein Gedanke galt eher Malfoy. Der würde sich sicher schwarz ärgern das Harry immer noch am leben war.
Die nächsten zwei Tage waren einfach ein Genuss. Da das Haus weit ab von irgendeiner Muggel Siedlung stand, war es für Harry kein Problem auf seinen Besen zu steigen und umherzufliegen. Es war einfach pure Freiheit, pures Leben.
Harry hatte eigentlich damit gerechnet das Remus sich von ihm zurück zog und er hätte es sogar verstanden. Seine besten Freunde waren Tod, Harry glich einem beinahe wie aufs Haar, bei dem anderen war er Schuld an dessen Tod. Stattdessen aber war der Werwolf sogar so verrückt und organisierte sich auch einen Besen und einen Ball. Dann zauberte er drei Ringe herbei und sie spielen Quidditch. Harry musste aber zugeben, dass er ein miserabler Hüter war.
Am Vollmondtag verzichteten sie dann auf Quidditch. Remus war blass und total abgespannt. Jede Bewegung wirkte fahrig und zittrig. Am Abend verzichtete er dann sogar auf das Abendbrot. Aber er meinte das wäre jeden Monat so, Harry sollte sich keine Sorgen machen. Dennoch tat er es irgendwie.
Sie saßen im Wohnzimmer und Harry hatte sich in einen Muggel Roman vertieft als Remus aufstand. Der Gryffindor sah ihm fragend nach, bekam aber keine Antwort.
Zehn Minuten später hörte er das aufheulen des Wolfes vor dem Haus. Harry schüttelte leicht mit dem Kopf, legte das Buch „Die unendliche Geschichte" zur Seite und trat auch in die kühle Nachtluft.
Remus stand auf dem Rasenstück vor dem Haus. Harry wurde ein wenig mulmig, trat dann aber auf das Tier zu. „Du hättest nicht gehen müssen", meinte er. Der Wolf senkte nur den Blick und Harry überkam das Gefühl das er Wolf traurig war. „Hey. Komm. Was wollen wir anstellen? Ein bisschen umherstreifen? Oder... Hmm. Fangen spielen geht nicht. Gegen dich hab ich null Chancen. Auf vier Beinen bist du einfach zu schnell. Verstecken ist auch nicht gut. Es sei denn du versteckst dich." Doch Remus schüttelte den Kopf und stubbste ihn in Richtung Tür. „Na gut. Du hast ja Recht. Ich bin fast sechzehn und nicht sechs. Aber du kommst mit rein."
Der Werwolf legte sich eingerollt vor den Kamin und beobachtete Harry eine Weile. Der hielt die traurigen Blicke nicht lang aus und setzte sich auf den Boden. Nur ganz sacht kam der Wolf zu ihm gekrochen und jedes Mal wenn Harry ihn ansah rührte er sich keinen Millimeter. Nach dem Fünfen Mal wurde es Harry zu bunt. „Ich weiß zwar nicht wovor du solche Angst hast, aber meinetwegen kannst du ruhig herkommen", schmunzelte er und klopfte neben sich auf den Boden. Remus kroch ganz zu ihm ran und Harry begann zu erzählen was bisher geschehen war und las Remus dann vor. Er war sich nicht sicher ob Remus ihn verstand aber irgendwie beruhigte es ihn auch selbst seine Stimme zu hören.
Es war kurz nach Mitternacht als er das Buch bei Seite legte, weil ihm die Schrift vor den Augen verschwamm. Erst jetzt bemerkte er, dass der Kopf des Werwolfs in seinem Schoß lag und dieser schlief. „Süß", flüsterte er und schloss auch die Augen.
So dass war's für heute. Ich hoffe es hat euch gefallen. Falls ihr Fragen habt, fragt ruhig.
