AN: Und hier haben wir Kapitel Nr. 2! Viel Spass wünsche ich euch :)
Disclaimer: Die TV Serie, sowie der Hauptcharakter Detective Mac Taylorgehört CBS und dem Duo Bruckheimer/Zuiker!
Zum Kapitel:
Die Jungs sind Versuchungen ausgesetzt!
„Das wird er niemals erlauben," sagte der Junge Kopf schüttelnd und verschränkte die Arme vor der Brust. Er saß auf seinem Bett.
Ihm gegenüber saß sein Bruder Alex auf dem blauen Hocker und spielte nervös an seinen Fingern herum. Dann sah er auf.
„Da hast du wahrscheinlich recht, aber einen Versuch ist es Wert, Bruder."
David zuckte unschlüssig mit den Schultern und stand auf.
„Gut, also ... warum nicht jetzt gleich? Er ist unten in der Küche. Wenn du unbedingt so scharf darauf bist ihn an zu lügen, dann mach es doch," rief David und ging auf die geschlossene Zimmertür zu.
Alex stand ebenfalls auf und trat mit seinem kleinen Bruder auf den Flur hinaus. Dort blieb er noch mal kurz stehen. „Wehe du sagst was, David!"
Der andere Junge nickte grinsend. Er hatte die Warnung verstanden. Sie gingen langsam über den Flur und die Treppe hinunter in die Lobby.
Als sie in die Küche kamen, saß Stephen mit Mac an dem weissen Küchentisch und trank eine Tasse Kaffee. Eine Tageszeitung lag gefaltet neben Stephens Hand und eine Zuckerdose stand in der Tischmitte.
„He, Jungs," begrüßte der schwarzhaarige Cop die Jungen und griff nach den Keksen, die in der Tischmitte auf einem kleinen weißen Teller lagen.
„He, Mac," erwiderte Stephens Jüngster fröhlich und ging zu dem großen silbernen Kühlschrank. Er öffnete ihn, nahm eine kalte Dose Pepsi heraus und schloss ihn wieder. Dann drehte sich David um, öffnete die Dose an dem Metallklipp, nahm einen Schluck und fixierte Alex, der vor dem Tisch stand und an einem Keks kaute.
Nachdem Alex den letzten Bissen hinuntergeschlungen hatte, putzte er sich die Hände an seiner blauen Jeans ab.
„Dad! Wie wär's, wenn ich dir dieses Wochenende nicht auf die Nerven gehe?"
„Super," gab der Arzt zurück, stellte die Tasse auf den Tisch und sah seinem Sohn in die Augen. „Wo willst du hin?"
David stand hinter ihm und nahm noch einen Schluck aus seiner Dose, doch er ließ keinen Moment von seinem Bruder ab. Er könnte sich vorstellen, dass sein Dad den kleinen Wochenendtrip genehmigen würde, da Alex in den letzten beiden Wochen keinen größeren Ärger gemacht hatte, doch bei der Sache mit dem Motorrad war er sich nicht so sicher.
„Ich," nahm Alex das Gespräch wieder auf und versuchte so erwachsen auszusehen wie nur möglich. „Wir wollen campen gehen. Im Forest Park." Alex beobachtete jede Reaktion seines Dads sehr sorgfältig, bevor er hinzufügte. „Ähm Morgen. Von Morgen früh bis Sonntagabend."
„Und damit kommst du mir jetzt," sagte Stephen ruhig. Er sah auf seine Küchenuhr. „Um sechs Uhr abends und ihr wollt Morgen los?"
Alex nickte.
Stephen nahm das Kinn in seine Hände und sah Mac an, der während des Gesprächs den Mund gehalten hatte. Schließlich war Alex das Kind seines Verlobten. Der Arzt stöhnte laut. „Geh nach oben und ich werde es mir überlegen, okay?"
Alex wandte sich zum Gehen, doch er drehte sich noch einmal um. „Da ist noch was!"
„Ja, klar. Das kann nicht alles gewesen sein," sagte sein Dad und nahm kurz Blickkontakt mit David auf, der immer noch hinter ihm stand.
Doch dieser hob sofort abwehrend die Hände. „Ich will nicht mit. Ich bleib hier."
Stephen nickte.
„Sam hat eine neue Motorcrossmaschine zum Geburtstag bekommen und er nimmt sie mit, weil er sie im Gelände etwas austesten will," gab Alex jetzt bekannt.
Mac konnte sich ein Lachen nicht mehr verkneifen, doch ein Blick von seinem Verlobten genügte und er beruhigte sich sofort wieder. Stephen widmete seine Aufmerksamkeit wieder Alex, der seinen Hundeblick aufgesetzt hatte. „Du fährst auf keinen Fall mit einem Motorrad um es auszutesten, noch dazu im Gelände! Auf keinen Fall, Alex!"
Der Junge sah Stephen enttäuscht an. „Nein, Alex! Du darfst mit campen fahren, aber du setzt dich nicht auf eine Motorcrossmaschine! Es bleibt dabei!"
Alex begann jetzt mit den Händen zu gestikulieren. „Dad, bitte! Die anderen dürfen auch. Ich verspreche dir, ich bin vorsichtig. Ich lasse mir vorher alles erklären, okay?"
„Nein," sagte Stephen. Diesmal in einem strengeren Ton, den seine Söhne kannten und - fürchteten. Normalerweise! Stephen stand auf, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen. „Alex! Du wirst nicht auf dieses Motorrad steigen. Hast du verstanden? Das ist ein Verbot! Und wenn du keinen Ärger mit mir willst, dann rate ich dir es einzuhalten. Ist das klar?"
Alex überlegte eine Sekunde, ob er sich wiedersetzen sollte oder besser ... wollte.
Als er immer noch keine Antwort bekommen hatte, hob Dr. Connors mahnend einen Finger. „Ob das klar ist, Alexander?"
Der Junge seufzte. Er konnte seinen Dad wohl wirklich nicht überzeugen, also nickte er. „Ja, Sir."
„Wann fahrt ihr Morgen los," fragte Stephen weiter, ohne noch einmal auf das Verbot einzugehen.
„So um elf etwa. Ich werde abgeholt und ich gehe jetzt besser packen!"
Stephen nickte und setzte sich wieder Mac gegenüber. David hatte die Pepsi ausgetrunken, warf sie in den Mülleimer aus Stahl und lief hinter seinem Bruder her, der die Küche verließ und die Treppe hinauf stieg.
Mac stand auf, ging zur Kaffeemaschine und schenkte sich eine zweite Tasse ein.
„Willst du auch noch einen, Schatz," fragte er seinen Freund und setzte seine volle Tasse auf dem Tisch ab. Stephen trank gierig den letzten Schluck aus und reichte ihm die Tasse. „Ja!"
Während der Detective nach schenkte, klingelte das schnurlose Telefon, was neben den Keksen lag.
Stephen stellte die Tasse ab und nahm den Anruf entgegen. „Connors?"
„Hi, Rick!"
Mac stellte die Kanne wieder in die Kaffeemaschine und setzte sich.
Stephen lauschte für einen Moment seinem Gesprächspartner. „Bitte! Wir hoffen doch, dass du kommen kannst?" Er sah Mac an und nickte. „Okay! Da hast du noch mal Glück gehabt!" Stephen hörte wieder zu und lachte dann leise. " ... Ja, er hat mich gefragt. ... Ja! ... Wir waren doch übers Wochenende in Miami mit den Jungs. ... Am Abend. An einem Strand! ... Genau. Oh ja es war sehr romantisch, Rick! Mein Liebling hat sich wirklich Mühe gegeben! ... Ja, warte kurz ... äh bestell Sully doch bitte viele Grüße von mir! Danke. Bis dann! Ich freu mich, Rick!"
Stephen reichte Mac das Telefon über den Tisch.
„Hier! Mein Bruder," sagte er grinsend.
Taylor nahm das schwarze Telefon entgegen und grinste ebenfalls. „He, Rick. ... Sehr gut und bei dir in West Virginia? ... Hm ja. Einer muss ja fragen, oder? Außerdem, wenn ich das nicht bald getan hätte, wärst du wahrscheinlich vorbei gekommen und hättest mich umgebracht ..."
Diese Äußerung brachte dem Detective einen Tritt gegen sein Knie ein. Er lächelte und gab seinem Freund einen Luftkuss. „Du willst uns helfen?"
Mac sah kurz Stephen an, der mit den Schultern zuckte und dann nickte. „Ja, klar. Wenn du unbedingt willst und dich das Wochenende wirklich mal deinem Kommando entziehen kannst? Dann komm ruhig schon am Freitag."
Stephen nickte wieder zustimmend. Rick würden dann das Gästezimmer oder die Luftmatratze bekommen, wenn er damit einverstanden war. Denn der Arzt wollte seinen Bruder unbedingt in seiner Nähe und in seinem Haus haben und bewirten! Sie konnten sich nicht so oft sehen und darum musste Stephen jede erdenklich kleine Möglichkeit nutzen, um Rick für sich zu haben. Er liebte es mit ihm auf dem Sofa zu sitzen, Baseball zu gucken, zu quatschen und ein Bier zu trinken und dann ein zu pennen - wie in alten Zeiten!
Brian und Justin müssen ja auch noch irgendwo schlafen ... Hm, vielleicht quartieren wir die bei Mac ein?
„Gut," sagte Mac zu Rick. „Bestell Sully, Mike und dem Rest der kämpfenden Truppe liebe Grüße von mir. Ja, bestell ich deinen Neffen, danke. Rick, bis dann. Wir freuen uns auf dich! Bye."
Der Cop legte auf und warf das Telefon auf den Tisch zurück. „Hör auf mich zu treten, wenn ich mit deinem großen Bruder telefoniere!"
Stephen grinste und hob einen Finger in die Luft. „Sorry, aber so groß ist der nicht, das sind nur ein paar Jahre, Mac!"
Dann beugte er sich über den Tisch, stützte die Hände auf der Platte ab und gab Mac einen leidenschaftlichen Zungenkuss.
Im ersten Stock stand Alex vor seinem Kleiderschrank. Auf dem Bett lag eine grüne Armeetasche in der bereits eine Boxershorts lag. Neben der Tasche lag ein Schweizer Taschenmesser, welches Mac ihm vor einigen Tagen geliehen hatte und ein Feuerzeug. Er nahm ein schwarzes T-Shirt aus dem Schrank und einen grünen Kapuzenpullover und warf beides in die Tasche. Wenig später kamen noch ein paar Socken und eine schwarze Baseballkappe hinzu. Alex ging an seine Kommode, öffnete die unterste Schublade und zog zwei 20-Dollar-Scheine heraus, die er in seine Brieftasche stopfte und sie für Morgen auf den Schreibtisch legte. Hinter ihm klopfte es an der Tür.
Er drehte sich um. „Ja?"
David kam in sein Zimmer und schloss die Tür wieder hinter sich. Er schüttelte den Kopf und grinste. „Ich hätte echt nicht gedacht, dass du das machst!"
Alex schenkte ihm einen verständnislosen Blick.
„Dad ins Gesicht zu lügen, mein ich," klärte David seinen großen Bruder auf. „Du fährst trotzdem oder?"
Alex zuckte mit den Schultern, während er zum Bett ging und in seine Tasche sah. Dann ging er wieder zu seinem Kleiderschrank und nahm ein weißes T-Shirt zum Schlafen und eine Boxershorts heraus. Er warf beides in die Tasche.
„Vielleicht," sagte er. „Vielleicht auch nicht." Er drehte sich zu seinem Bruder um. „Holst du mir das Zelt aus der Garage? Liegt im Regal, oben rechts. Und Onkel Rick's Schlafsack!"
David sah ihn an. Er stöhnte. „Klar."
Der Junge ging aus dem Zimmer und lief die Treppe hinunter. Dann öffnete er die Zwischentür und verschwand in der großzügigen Garage.
Während er die Tür zu zog, überlegte er, ob er Alex verpetzen sollte. Denn, falls etwas mit dem Motorrad passieren würde, wär ihr Dad garantiert noch wütender auf Alex. Und nicht nur auf Alex. Auch auf ihn, denn er hatte dann den Mund gehalten und nichts gesagt ... Aber auf der anderen Seite, hatte Alex schon einige Male für ihn gelogen. Nein .. David würde nichts sagen – zu niemandem.
Er sah sich in der Garage um. Stephens grauer BMW stand in der Mitte. Da der Arzt heute nicht mehr weg wollte, hatte er ihn in die Garage gefahren und das Tor offen gelassen. Macs Wagen stand auf dem Bürgersteig.
David schenkte dem Wagen erst keine Beachtung, er war auf der Suche nach dem grünen Zelt. Doch als er an der Beifahrerseite vorbeiging, sah er etwas glänzendes und warf einen Blick durch die Glasscheibe. Der Schlüssel steckte im Zündschloss. Hat er wohl vergessen ... David ging um die Motorhaube herum, öffnete die Fahrertür, stieg ein und schloss die Tür wieder. Er durfte zwar noch nicht fahren, aber reinsetzen war wohl erlaubt. Er streckte die Beine aus und kam mit den Füßen an die Pedale.
Dann drehte er den Schlüssel, um das Radio anzuschalten. „Geht doch."
Er überlegte, ob er nur ein ganz kleines Stückchen aus der Garage hinaus fahren sollte. Sein Dad und Mac waren noch in der Küche ... oder im Wohnzimmer? Und Mac würde auch nicht jeden Moment aus der Haustür kommen, weil er heute Nacht hier bleiben wollte. Also ... David sah kurz nach hinten, um sich zu vergewissern, dass nichts in der Einfahrt stand. Dann nahm er den Sicherheitsgurt, ließ ihn aber wieder los. Er wollte den Wagen nur mal kurz aus der Garage setzen und dann wieder zurück. Dafür musste er sich nicht anschnallen.
Langsam drehte er den Schlüssel ganz nach rechts. Der Motor sprang an. Es war ein leises Surren. David sah wieder kurz über seine Schulter. Dann griff er nach der Gangschaltung und legte vorsichtig den Rückwärtsgang ein. Die leuchtende Anzeige neben dem Schalthebel sprang auf `R´.
„Okay ..."
Er sah noch mal nach hinten, dann gab er langsam Gas und der Wagen rollte durch die Garage in Richtung Einfahrt. Plötzlich hörte er ein Geräusch, doch anstatt auf die Bremse zu treten, erwischte David das Gaspedal und trat es durch.
Stephens 7er BMW schoss rückwärts aus der Einfahrt, raste über die Strasse und knallte mit voller Wucht in einen roten Mercedes, der in der Einfahrt gegenüber geparkt war.
Der laute Knall war bis in die Küche zu hören. Mac und Stephen sahen sich verschreckt an und beide dachten das Selbe. Nicht mein Auto!
Sie standen ruckartig auf, verließen die Küche und öffneten die Haustür. Alex hatte es ebenfalls gehört und stand zwei Sekunden später auf der Treppe.
Als Mac aus dem Haus trat, sah er sich kurz suchend um und entdeckte seinen Dienstwagen am Straßenrand – noch intakt. Als er zu dem Nachbarn gegenüber sah, entdeckte er den BMW seines Freundes, dessen Heck in die Motorhaube eines roten Mercedes gekracht war.
„Deiner," sagte Mac nur und rannte über die Wiese des Vorgartens auf die Strasse zu. Stephen folgte ihm und kam wenig später vor seinem geliebten Auto zum Stehen. Als er einen seiner Söhne hinter dem Lenkrad sah, verdunkelte sich seine Miene schlagartig. Er hatte gedacht, dass Jemand seinen Wagen gestohlen hätte und einen Unfall gebaut hatte, doch ... es war anders.
Der Arzt ging an die Fahrerseite und öffnete die Tür mit einem Ruck. David saß auf dem Sitz. Seine Hände lagen auf seinen Knien und er zitterte. Aus seiner Nase tropfte Blut auf seinen beigen Pullover. Er war nicht angeschnallt! Und ... der Airbag war nicht aufgegangen!
So eine verdammte Scheiße!
Stephen hockte sich vor die offene Fahrertür und sah seinen Sohn an. „David?"
Keine Reaktion. Doch er zwinkerte und atmete heftig. Stephen dachte kurz darüber nach den Rettungswagen zu holen, entschied sich dann aber doch anders. Der Arzt tastete mit den Händen vorsichtig die Nackenwirbel ab, um sicher zu gehen, dass er ihn aus dem Wagen holen konnte ohne, dass er ihm schlimmere Verletzungen zufügen würde. Jetzt sah David ihn an.
„Hörst du mich," fragte sein Dad. Der Junge nickte langsam.
„Tut dir was weh," fragte Stephen weiter. Er bekam keine Antwort.
„Die Nase," fragte er deshalb. David nickte wieder. „Sonst noch was?" Kopfschütteln. Stephen stöhnte erleichtert auf. „Kannst du laufen?"
Die Atmung wurde schneller. Stephen nahm die Hände wieder weg. Es hatte keinen der Nackenwirbel erwischt. Connors sah sich nach seinem Freund um.
Mac stand bei Fred Miller, dem Nachbarn in dessen Auto David gekracht war und redete mit ihm. Ganz der Detective, dachte Stephen und stand auf. „MAC!"
Taylor wandte sich sofort von Fred ab und ging zu seinem Freund. „Ist mit ihm alles okay?"
„Ich weiß es nicht," sagte Stephen und schüttelte den Kopf. „Er redet nicht."
Mac grinste. „Das würde ich auch nicht, wenn ich gerade dein Auto zu Schrott gefahren hätte."
Stephen sah ihn kurz verärgert an und hob dann vorsichtig die Beine von David über den Sitz, so dass sie auf dem Boden der Einfahrt von Fred standen. „Hilfst du mir mal, wir müssen ihn reinbringen. Er hat einen Schock."
Mac nickte. Stephen packte David unter den Armen und zog ihn langsam und vorsichtig auf die Beine. Dann legte er einen Arm um Davids Schulter, um ihn zu stützen. „Kannst du laufen?"
Ein langsames Kopfschütteln war die Antwort. Und dann brach David in Tränen aus. Stephen hielt sofort inne. „He, David," sagte er ruhig. „Sch... komm schon. He ..."
Doch sein Sohn beruhigte sich nicht. Stephen hatte nicht vor, hier auf dem Grundstück des Nachbarn zu bleiben. Er bückte sich, griff mit der rechten Hand unter Davids Kniekehlen und nahm seinen Jungen in die Arme. „Wir gehen jetzt rein, okay?"
Langsam ging er über den Bürgersteig. Fred trat ihm entgegen. „Stephen, wir klären das Morgen. Es ist ja nicht so viel passiert."
Stephen nickte dankend. „Ich habs mir noch gar nicht angesehen, Fred. Ich komme Morgen rüber, ja?" Er griff noch mal unter David um ihn besser halten zu können. „Mac, kannst du mein Auto oder was davon übrig ist ... wieder in die Garage fahren?"
Taylor nickte, wandte sich um und stieg in den kaputten BMW.
Hoffentlich springt er noch an.
Während Mac die zwei Autos voneinander trennte und langsam vorwärts über die Straße und in die Garage von Stephen fuhr, trug dieser David über die Wiese des Vorgartens auf die Haustür zu, die er offen gelassen hatte. In der Lobby angekommen, überlegte er schnell, ob er ihn ins Wohnzimmer oder in sein Bett bringen sollte und entschied sich für Letzteres.
Alex stand immer noch wie versteinert auf der Treppe, doch als er seinen Dad kommen sah, ging er mit hoch und öffnete für ihn Davids Zimmertür.
„Danke," sagte Stephen freundlich und trat in das Zimmer. Er hörte das Garagentor, was zu geschlagen wurde. Als er mit David vor dessen Bett stand, sah er Alex an und dann auf die Bettdecke. „Kannst du mal, er ist schwer."
Alex nahm die Decke hoch und sein Dad legte David vorsichtig auf den Rücken und ein zweites Kissen unter seinen Kopf. „Holst du mir von unten noch meine Tasche, Alex? Danke."
„Ja, klar," sagte der Junge, warf noch mal einen Blick auf seinen kleinen Bruder und eilte dann die Treppe hinunter, um den Arztkoffer seines Dads zu holen.
Stephen hörte wie sich die Haustür schloss und dann Schritte auf der Treppe. Er zog David vorsichtig die weißen Turnschuhe aus und legte sie neben das Bett. Ein paar Sekunden später stand Mac in der Tür und sah auf David hinunter, der langsam den Kopf hin- und herbewegte und sich in dem Zimmer umsah. Die Tränen liefen ihm immer noch über das Gesicht, doch das Schluchzen hatte aufgehört.
Dann kam Alex durch die Tür und reichte seinem Dad den Koffer. „Hier. Kann ich sonst noch was tun?"
Stephen überlegte kurz, während er sich den Hocker heranzog und den Koffer darauf ablegte. „Ja. Bestell uns eine Pizza. Das beruhigt mich bestimmt und ich bringe ihn nicht schon heute um."
Alex nickte beunruhigt und verließ das Zimmer, um unten die Bestellkarte des Pizzadienstes zu suchen. Während er die Treppe hinunter ging, überlegte er, ob er Morgen wirklich auf die Maschine steigen sollte.
Soll ich das Dad auch noch zumuten. Er will ne Pizza essen! Und wenn er Pizza essen will, dann kann David sich auf was gefasst machen ...
Stephen öffnete den Koffer, warf einen verärgerten Blick auf seinen Sohn und ging dann ins Badezimmer, um sich die Hände zu waschen. Mac ging auf das Bett zu. „Weißt du eigentlich was für ein Glück du gehabt hast, David?"
Der Junge schüttelte langsam den Kopf.
Mac fuhr fort. „Der Airbag hätte aufgehen müssen ... Aber er ist defekt. Du hast dir nur die Nase angeknackst, aber es hätte auch viel schlimmer kommen können."
„Ich weiß, Mac," flüsterte David leise und begann wieder zu weinen.
Genau in diesem Moment kam Stephen zurück in das Zimmer. Als er David wieder weinen sah, wanderten seine Augen zu Mac. „Was ist passiert?"
Mac stöhnte. „Ich hab ihm nur verdeutlicht, dass er hätte tot sein können. ... Noch dazu ohne Sicherheitsgurt, so eine Scheiße!" Er sah Stephen in die Augen. „Wieso bist du eigentlich so ruhig?"
Stephen schüttelte ernst den Kopf. „Ich bin nicht ruhig. Ich spare mir nur alles für Morgen auf, wenn Alex nicht hier ist."
Mac nickte. „Ich gehe mal runter und warte auf den Pizzaboten."
„Ja, tu das," sagte Stephen seufzend und setzte sich auf die Bettkante. Er griff in den Koffer und zog ein paar eingepackte Latexhandschuhe heraus, die er sich überzog. Dann beugte er sich über David und drückte vorsichtig auf seinem Nasenrücken herum. „Tut das weh? Hast du das Gefühl, dass sie vielleicht gebrochen ist?"
„Nein," stöhnte der Junge und schluckte.
„Hast du Kopfschmerzen," fragte Stephen weiter, während er auf Davids Kopf herumdrückte.
„Etwas, aber es ist nicht so schlimm."
„Und schlecht ist dir auch nicht, oder? Oder musst du dich übergeben?"
„Nein, Dad," sagte David und bewegte langsam den Kopf nach links und rechts.
Stephen zog ein Tütchen aus dem Koffer in dem sich kleine zusammengepresste Wattestücke befanden. Er öffnete sie, nahm zwei gleich große heraus, drehte sie mit Daumen und Zeigefinger noch einmal, um sie noch fester zu machen und steckte dann beide in Davids Nasenlöcher, aus denen immer noch etwas Blut tropfte. David zuckte etwas.
„Hör auf damit," sagte Stephen streng, doch seine Augen waren sanft und ruhig, so als ob er jeden Moment einschlafen würde. „Stell dich nicht so an!"
David schluckte. Stephen stand auf, zog sich die Handschuhe von den Händen und schloss den Koffer, den er in die Hand nahm. Dann drehte er sich noch mal zu seinem Sohn um. „Und sonst ist wirklich alles in Ordnung, ja?"
Der Jungen nickte langsam. Dr. Connors war scheinbar nicht zufrieden. „Wenn was ist, sag es David!"
David schluckte schwer. „Es tut mir leid, Dad. Wirklich. Ich hab keine Ahnung warum ich mit dem Wagen fahren wollte, ich weiß es nicht, ehrlich."
Wieder liefen ihm Tränen über die Wangen.
Stephen schüttelte wütend den Kopf. „Ja, das würde ich auch gern wissen!"
Der Mann stellte den Koffer ab und ging aus dem Zimmer. Ein paar Sekunden später kam er zurück, mit einem feuchten, kalten Waschlappen und einem Glas Wasser in den Händen. Er setzte sich noch mal an Davids Bett und reichte ihm das Glas. „Hier."
Dann öffnete er wieder seinen Koffer und kramte eine Packung Aspirin hervor. Er öffnete die Packung nahm eine Tablette heraus und warf sie in das Wasserglas. Schon begann das Wasser zu sprudeln und die Brausetablette löste sich langsam auf.
Eine Minute später hatte der Junge es ausgetrunken. Stephen nahm es ihm ab und setzte es auf die Kommode. Den nassen Lappen legte er auf den Teppich. Danach ging er zum Schrank und holte eine schwarze Trainingshose heraus. Stephen zog David vorsichtig die Jeans aus und tauschte sie mit der Hose von Nike.
Er beugte sich nach vorn und gab David einen liebevollen Kuss auf die Stirn. „Versuch zu schlafen, ja. Wenn was ist, sag Bescheid!"
Er ging zum Schreibtisch und nahm das Telefon von der Ladestation. Dann legte er es auf die Kommode neben das Glas. Connors nahm die Bettdecke und legte sie über seinen Sohn. „Ich will nicht, dass du rumläufst! Klar? Wir sind unten. Und jetzt schlaf."
Mit diesen Worten legte Stephen ihm den kalten Waschlappen auf die Stirn, nahm den Koffer und ging aus dem Zimmer.
Tbc ...
AN2: Oh ja, es geht schon gut los! Alex lügt seinen Dad an und fährt wahrscheinlich trotzdem! Und David unterliegt der Versuchung, mal eben den BMW raus- und wieder reinzusetzten ... Und Rick hat angerufen, lol ... Mal sehen was im nächsten Kapitel auf die Familie zu kommt! Bis dahin, eure Vanessa
