Als Henry nach Hause kam, hatte es wieder angefangen mit schneien.
Er öffnete die Tür, warf seine Tasche in die Ecke und zog seine Jacke und Schuhe aus.
,,Henry? Bist du das?" kam es aus dem Wohnzimmer.
,,Ich weiß ja nicht, ob hier noch jemand wohnt, der um die Zeit kommt." antworte Henry und ging ins Wohnzimmer.
Dort saßen Emma und Regina auf dem Sofa und lasen die Zeitung gemeinsam, wie sie es schon seid über einem Jahr machten.
,,Wie war's heute?" fragte Regina als sie die Zeitung zu schlug.
,,Wie immer eigentlich. Wir haben mal wieder in Mathe eine unangekündigte Leistungskontrolle geschrieben. Aber sonst eigentlich wie immer. Und Ma, Entschuldigung wegen diesen überstürzten,,Morgen". Ich habe mal wieder zu lange geredet und die Zeit dabei vergessen."
,,Ist schon gut, Henry." Regina lächelte ihren Sohn an.
,,Wolltet ihr nicht raus gehen?" fragte sie und schaute dabei Emma und Henry an.
,,Stimmt ja! Min, ich bin in 5 Minuten fertig. Dann können wir raus gehen."
Und damit war Henry schon wieder auf dem Weg in sein Zimmer um sich etwas anderes an zu ziehen.
,,Stopp! Henry komm noch einmal kurz zurück?" flüsterte Regina ihrer Frau zu.
Aber nicht leise genug.
,,Was will sie mir jetzt erzählen?" fragte Henry, der jetzt wieder im Wohnzimmer stand.
,,Ja! Wann wolltest du ihm das erzählen?" fragte Emma Regina zurück.
,,Ich dachte heute Abend, nach dem Essen. Aber naja! Ich glaube jetzt müssen wir ihm es sowieso erzählen oder er lässt uns bis Heute Abend nicht in Ruhe." sagte Regina lachend.
,,Was erzählen? Von was redet ihr?"
Henry sah jetzt seine beiden Mütter fragend an.
,,Stimmt. Jetzt müssen wir es erzählen. Na komm mal her, wenn du es wissen willst." stimmte Emma Regina zu.
Dies ließ sich Henry nicht zweimal sagen. Wie für jeder Junge, in seinem Alter, waren Geheimnisse das interessanteste, was es gab.
Er zwang sich zwischen Emma und Regina auf"s Sofa.
,,Also, was wolltet ihr mir erzählen?" fragte Henry und blickte Emma erwartungsvoll an.
,,Willst du oder soll ich?" fragte diese Regina.
,,Gemeinsam?"
,,Ja oder so."
,,Henry, wolltest du jemals einen Bruder oder eine Schwester haben?" fragte Regina und blickte zu ihren Sohn hinunter.
,,Ja schon, aber ich glaube ja wohl kaum, dass das möglich ist. Wenn ihr nicht gerade an Adoption denkt."
,,Also ja ?" fragte Emma und blickte jetzt auch auf ihren Sohn hinab.
,,Ja." sagte Henry jetzt etwas kleinlaut, weil er merkte, dass seine Mütter ihn ansahen.
,,Und warum denkst du, dass das nicht möglich ist?" fragte Emma weiter.
,,Naja, weil ihr... Du weißt schon. Weil ihr zwei Frauen seid. Und das nicht möglich ist. Wenn nicht gerade einer von euch ein Zwitter ist. Aber ich glaube, da wäre derjenige ein Regenwurm oder eine Schnecke. Und das hoffe ich mal nicht." sagte Henry lachend.
,,Was das betrifft, kannst du unbesorgt sein. Keiner von uns ist ein Regenwurm oder eine Schnecke oder irgenetwas in der Art. Oder?" Emma sah Regina schmunzelnd an.
,,Also nicht das ich wüsste. Aber um mal wieder auf's eigentliche Thema zu kommen. Du meinst also, weil deine Mom und ich Frauen sind, ist es nicht möglich." fasste Regina noch einmal zusammen.
,,Jop."
,,Dann wird das jetzt deine Vorstellung etwas durch einander bringen."
,,Warum? Äh... Stopp mal! Wir reden jetzt die ganze Zeit darüber, ob ich Geschwister will oder nicht. Es hat doch irgendeinen Grund. Ma, was wolltet ihr mir sagen?" fragte Henry und sah zu Regina hoch.
,,Drücken wir es mal so aus. Hier wird es in 9 Monaten etwas lauter und wir müssen wohl das Gästezimmer etwas anders einrichten. Außer natürlich du willst dir dein Zimmer mit deinem Bruder oder deiner Schwester teilen."
Und bevor Regina aus gesprochen hatte, fiel ihr Henry in den Hals und umarmte seine Mutter fest.
Regina und Emma mussten anfangen mit lachen.
,,Ich kann es nicht glauben." sagte Henry nachdem er seine Muter wieder los gelassen hatte.
,,Aber wie ist das möglich?"
,,Die Magie der wahren Liebe machte anscheinend auch das unmöglich möglich." sagte Emma und grinste ihren Sohn an.
,,Ich habe genau das selbe gefragt, weil ich es auch nicht verstanden habe."
,,Na, jetzt bist du wenigstens nicht mehr die Einzigste, Liebling." sagte Regina lachend.
,,Wolltet ihr nicht eigentlich raus gehen?"
,,Ma, hast du schon mal raus geschaut? Es ist mittlerweile stockdunkel."
,,Verdammt! Tut mir leid Henry. Und morgen bin ich den ganzen Tag im Büro. Am Wochenende! Versprochen!"
Emma sah Henry an.
,,In Ordnung. Versprochen! Aber jetzt hätte ich nichts dagegen, wenn wir Abendbrot essen könnten. Ich verhungere hier gleich."
,,Was sitzt du hier dann noch so rum? Komm!"
Emma stand auf und hielt Henry eine Hand zog ihn hoch und Henry machte sich auf den Weg in die Küche.
,,Du bleibst hier, bis wir fertig sind."
Und damit drückte Emma Regina wieder auf die Couch und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor sie sich auf den Weg zu ihrem Sohn machte.
