Kapitel 2
Sarah lachte hysterisch auf. „Was!?"
John starrte Naomi nur an, dann senkte er den Blick und dachte nach.
„John", sagte in diesem Moment Suzie einfühlsam. „Sie braucht Dich. Sie hat keine Ahnung was es heißt der Anführer zu sein und nach Deinem Ding mit dieser blonden Schlampe wird sie niemand Anderen mehr akzeptieren. Sie ist eine Maschine und nicht gewohnt sich selbst zu schützen. Wenn sie nicht geführt wird, rennt sie offenen Auges in ihr Verderben". Sie sah zu Naomi.
„Suzie hat Recht. Schließ Dich ihr an und versuch ihr zu helfen. Leite sie behutsam, so dass sie nicht sofort merkt dass sie geleitet wird. Dann wird sie irgendwann verstehen, dass nur ihr Beide zusammen es schaffen könnt". Die Farbige hatte sehr eindringlich mit viel Gefühl gesprochen.
Derek mit Widerwillen im Gesicht trat vor, um seine unverhohlene Meinung kund zu tun als Sarah loswetterte.
„IHR SEID WOHL TOTAL VERRÜCKT GEWORDEN!" Schrie sie, dann sah sie zu John. „John, das kannst Du nicht wirklich in Betracht ziehen". Redete Sarah leise und eindringlich auf ihren Sohn ein.
„Genau!" Fiel Derek ein. „Du bist John Connor, die letzte Chance der Menschheit":
John schüttelte langsam den Kopf. „Zwei nahezu unbesiegbare Cyborgs", sagte er und blickte in Naomis Augen... Camerons Augen. „Dazu noch die Informationen die Naomi von Future John mitgebracht hat und dann...". Er zögerte und senkte den Blick.
„John..."
„Nein Mom, unterbrach er Sarah aufblickend. „Eine solche Chance bekommen wir nie wieder".
John sah in Naomis ausdrucksloses Gesicht und dann in Suzies, dass eine steile Falte auf der Stirn zeigte.
„Was soll ich sonst sagen?" Flüsterte er.
Sofort entspannte sich Suzies Gesicht und auf Naomis erschien ein schmales Lächeln...Camerons Lächeln.
John muss Naomi wohl völlig entgeistert angestarrt haben denn Suzie schnippte mit den Fingern vor seinem Gesicht. „Erde an Retter der Menschheit... aufwachen!"
„Was?" Fragte John, der aufschreckte.
Suzie sah zu Naomi. „Wenn das so weiter geht brauch er einen Psychologen".
„Mein Sohn brauch keinen Psychologen. Er wird keinesfalls auf die Befehle einer Maschine hören!"
„Ich muss nachdenken", sagte John und ging ohne ein weiteres Wort nach oben.
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Es klopfte.
„Ja?" Entgegnete John gedankenverloren.
Die Tür öffnete sich und Derek streckte den Kopf ins Zimmer.
„Wusste doch, dass ich Dich hier finde", sagte Derek mit einem Grinsen.
John drehte den Kopf und sah zu ihm. „Huh?"
Derek schüttelte grinsend den Kopf. „Na hier", sagte er auf die Umgebung deutend.
John sah sich um und kratzte sich dann verlegen am Kopf. Anscheinend begriff er erst jetzt richtig, dass er auf Camerons Bett saß.
Derek zögerte einen Augenblick, bevor er sich neben John setzte.
„Du bist nicht wütend?" Fragte John ein Wenig über Dereks lächeln verwirrt.
Derek lachte kurz bitter auf. Dann schüttelte er den Kopf. „Kyle hat immer wieder auf die Fotografie deiner Mom gestarrt. Ich dachte er wäre komplett verrückt das alte Ding ständig mit sich rum zu schleppen. Er sagte immer nur, dass sei sein Glücksbringer. Erst als ich Dich sah wusste ich, dass Future John ihm das Bild aus einem bestimmten Grund gegeben hatte. Der Dummkopf hatte sich in eine uralte Fotografie verliebt". Erneut schüttelte er den Kopf. „Wir können nicht bestimmen, in wen wir uns verlieben".
„Derek ich..."
„Du liebst die Maschine... Cameron" unterbrach dieser John. „Das sieht ein Blinder. Ehrlich gesagt, nachdem wie Es... SIE sich verhält weiß ich nicht mehr so genau, ob sie Dich nicht auch liebt. Zumindest sah es so aus". Er zuckte mit den Schultern.
John seufzte. „Diese Suzie sagte Cameron hätte schon immer Emotionen gehabt und Future John hätte sie hergeschickt, um sie zu beschützen".
Derek schwieg und dachte nach. „Das macht Sinn", entgegnete er nach einer Weile.
„Darf ich Dich mal was fragen?" John schien es unbehaglich zu sein, ganz so als wollte er die Frage gar nicht stellen.
Derek sah ihn an und nickte nur.
„Warum hasst Du Cameron ? Ich meine, Du hasst alle Maschinen aber bei Cameron ist das irgendwie anders", fragte John interessiert.
Derek blickte John einige Sekunden an. Er überlegte, welchen Teil seiner Begründung er vortragen sollte. Dann wurde sein Blick abwesend. „Es war damals, nach dem J-Day. Kyle und ich waren in den Tunneln unterwegs, als wir jemanden weinen hörten. Wir fanden ein kleines Mädchen mit braunen Haaren und einem süßen Muttermal an der Braue". Nun blickte er in Johns aufgerissene Augen. „Ja genau, es gab einmal ein Mädchen das aussah wie die Maschine".
John blickte betreten zu Boden. „Kannte er...kannte ich sie?"
„Nachdem Kyle und John Connor gefangen genommen und ins Century Arbeitslager gebracht worden waren nahm Kate Connor mich und Allison bei sich auf. Bis sie 2027 verschwand habt Ihr sie wie eine Tochter aufgezogen", entgegnete Derek.
„Allison...", murmelte John gedankenverloren. „Verschwand?" Fragte John. Er dachte sich was passiert sein würde aber jetzt wollte er die ganze Geschichte hören.
Derek haderte eine Weile mit sich selbst. „Ich... war im Einsatz als das passierte. Auf dem Rückweg wurden wir von den Maschinen gefangengenommen. Wir wurden In einem alten Haus gefangengehalten und nacheinander in den Keller geführt. Als ich dran war und die Treppe hinuntergeführt wurde in den Keller hörte ich die Musik. Irgendetwas Klassisches. Die Maschine, die mich hinuntergeführt hatte blieb draußen und schloss die Tür. Der Raum in den ich gebracht worden war war fast finster aber dort stand ein altes Klavier. An den Tasten saß eine Person und spielte diese Musik", sagte er versonnen. „Ich wunderte mich noch, woher das Ding stammen mochte als ich die Pianistin erkannte. Ich wollte auf sie zueilen, sie in die Arme nehmen. Ich hatte einen Augenblick vergessen wo ich war und sah nur Allison vor mir. Das änderte sich als sie aufblickte, der Gesichtsausdruck gefühllos und kalt...die Augen tot. Ich wusste sofort, dass ich eine Maschine vor mir hatte".
„Cameron?" Fragte John leise.
Derek sah ihm starr in die Augen. Mehr als eine Minute sagte er kein Wort. Schließlich schüttelte er langsam den Kopf. „Ich hab keine Ahnung, welchen Namen ... welche Bezeichnung die Maschine in dem Keller damals hatte aber die die Du liebst...", Derek hatte ein leichtes Grinsen im Gesicht."... Die , die Du liebst ist eine Andere. Camerons Augen sind nicht tot, sie sind voller Leben und das ist genau das, was mir so ne höllen Angst einjagt, mehr noch, als wenn sie nur eine Maschine wäre".
John nickte verstehend, dann sah er zu Boden. „Was ist damals passiert, in dem Keller meine ich".
Derek stand auf. Er ging zum Fenster. „Ich weiß nicht mehr Alles aber während die Maschine spielte wurde ich gepackt und auf einem Stuhl festgebunden. Dann bekam ich eine Spritze. Während sie unaufhaltsam weiterspielte stellte mir ein Mann Fragen. Zwischendurch ging er zu der Maschine und beriet sich anscheinend mit ihr. Sie hat nie ein Wort zu mir gesagt, spielte immer nur die gleiche nervtötende Melodie. Als ich später in Dein Camp kam war sie oder eine, die wie sie aussah, schon da und gehörte zu Deinen …..Mitstreitern".
Nun erhob sich John ebenfalls. Er ging einige Zeit auf und ab. „Was für Fragen?"
Derek atmete tief durch, dann sah er über seine Schulter auf John, der stehengeblieben warf und ihn ansah. „Er hat eigentlich nur eine einzige Frage immer wieder wiederholt: -Wo ist John Connor-".
„Hmm...", entgegnete John. „Du hast es natürlich gesagt".
Derek senkte den Blick und zuckte die Schultern.
John lächelte. „Schon gut, kein Prob, ist ja nicht Deine Schuld".
Derek blickte auf. Unglaube spiegelte sich in seinem Gesicht. Dann erschien ein schmales Lächeln. „Danke".
„Genau so wenig ist es aber Camerons Schuld, was sie vielleicht unter Skynets Einfluss getan hat oder was an meinem Geburtstag passiert ist", stellte John fest.
Nun nickte Derek ernst. „Das ist der Grund, warum ich nicht mit der Barrett auf sie schieße".
„Und... Jesse?" Fragte John zögerlich.
Derek zuckte zusammen.
„Entschuldige, ich wollte nicht...".
Derek unterbrach ihn durch Heben der Hand. „Nein, schon gut. Ich hielt es für ne gute Idee Euch auseinanderzubringen aber nachdem was gestern passiert ist... Was Jesse getan hat ist unverzeihlich. Zumindest aber habe ich Etwas gelernt."
John blickte seinen Onkel fragend an.
Derek kratzte sich im Nacken. „John Connors Entscheidungen sollte man nicht anzweifeln".
John dachte nach. „Wenn Du jetzt auf einmal für Cameron sprechen würdest, würde Mom völlig austicken".
Derek erhob sich und begann auf und ab zu wandern. „Du hast Recht. Solange ich gegen Cameron wettere findet Sarah immer eine Ecke an der sie Cameron in Schutz nehmen muss".
„Genau", entgegnete John. „Würdest du jetzt auf Camerons Seite stehen wäre Mom gleichzeitig gegen Sie. Das ist einfach, weil sie sich die Führung nicht aus der Hand nehmen lassen will".
Derek nickte und zuckte schließlich zusammen, als John mit aufgerissenen Augen aufsprang. „Apropos Mom", sagte er entgeistert. „Was machen die eigentlich da unten, nicht dass die aufeinander losgehen".
Derek kratzte sich am Kopf. „Als ich hochging standen sich deine Mom und die Blonde gegenüber und starrten sich nur an, während die Maschine grinsend daneben stand".
John wollte schon zur Tür, wurde aber von Derek am Arm festgehalten. „Du wirst das machen oder?" Fragte Derek besorgt. „Dich ihr anschließen?"
John nickte ohne zu zögern. „Welche Wahl habe ich denn? Außerdem muss irgendwer auf sie aufpassen".
„Das verstehe ich", entgegnete der Soldat spontan. „Aber sie darf nicht auf Dauer das Heft in der Hand halten. Ich bin auf Deiner Seite aber was die Anführerrolle betrifft bin ich absolut gegen die Maschine".
John nickte. „Aber danke, dass Du auf meiner Seite bist".
„Bin ich immer".
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Überraschenderweise hielt Suzie Sarahs Blick stand.
„Niemals...", knurrte Sarah. „... niemals wird sich mein Sohn freiwillig von einer von Denen Befehle erteilen lassen.
„Cameron ist keine von -Denen-", entgegnete die Blonde mit Betonung.
Sarah runzelte die Stirn. „Ach nicht? Das ist also kein Metallskelett unter ihrer Haut was?" Fragte sie mit triefendem Sarkasmus. „Und in ihrem Kopf steckt kein verdammter Chip?"
Langsam schlich sich ein Grinsen in Suzies Gesicht. „Frag mal Deinen Sohn, was ihn Mehr interessiert. Camerons Skelett und ihr Chip oder ihre braunen Augen und die wohlgeformten Schenkel? Von ihrem süßen Hintern und den beiden anderen Vorzügen wollen wir gar nicht erst...".
Sarah hatte ausgeholt und einen Gewaltigen Haken abgefeuert.
Kapitel 3
Die Faust war an Suzies Kopf vorbeigeschossen. Hätte Naomi die Blonde nicht gedankenschnell aus dem Weg gezogen hätte die vernichtende Rechte Sarahs wohl erheblichen Schaden angerichtet.
„Fuck!" Rief Sarah und wollte nachsetzen, was Naomi aber dadurch zu verhindern wusste, dass sie zwischen Sarah und ihre Freundin trat.
„Noch ein Vorzug, wenn man Maschinen zum Freund hat!" Rief Suzie lachend.
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Sie hatte, als Sarah Connor diese Blonde Metal-Loverin schlagen wollte fluchtartig das Haus verlassen.
Riley sah sich immer wieder um, ob ihr Jemand folgte.
Sie wusste, dass John wohl nicht für ihren Schutz sorgen würde, sonst hätte er sie nicht einfach alleine gelassen.
Ihr Gedankengang stoppte jäh, als sie in eine Hand in Höhe ihres Halses lief. Die Hand packte zu.
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„Geh mir aus dem Weg Maschine", knurrte Sarah Naomi an. Ihre Fäuste waren geballt, das Gesicht weiß vor unterdrücktem Zorn.
„In Deinen Träumen Connor", entgegnete die Dunkelhäutige grinsend.
Sarah wurde immer wütender „Du mieses Stück!" Sie begann zunächst Naomi zu schubsen, schließlich sogar auf sie einzuschlagen.
Der Cyborg wehrte jeden Schlag mit übermenschlicher Geschwindigkeit ab. Entweder wich sie einfach aus oder lenkte Sarahs Schläge mit schnellen Bewegungen ihrer Arme und Hände von sich ab.
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Als John die Treppe herunter kam blickte Suzie zu ihm hoch. Sie stand grinsend im Durchgang zur Küche und amüsierte sich offenbar darüber, was in dem Wohnraum vor sich ging.
Als John den Fuß der Treppe erreichte sah er erst das Chaos, was dort herrschte. Abgesehen von der zerstörten Wand, unter der das halb zerstörte Sideboard stand sah der Raum aus wie eine Trümmerlandschaft. Nichts stand mehr da wo es hingehörte. In diesem Moment standen sich seine Mom und die grinsende Naomi an den Enden der Couch gegenüber. Beide hielten eine Lehne fest und schoben das schwere Möbelstück hin und her.
Na ja, eigentlich schob nur Naomi während Sarah versuchte um die Couch herum zu laufen, was die Erstgenannte aber immer wieder dadurch zu verhindern wusste, dass sie das Möbelstück blitzschnell zurückzog und dann in Sarahs Weg brachte.
„Bleib endlich stehen Du verdammter Schrotthaufen!" Rief Sarah wütend.
Naomi lachte. „Was willst Du machen Connor? Mir die Augen auskratzen?"
Als Antwort gab Sarah nur ein grollendes Knurren von sich.
„Mom, lass das. Was soll der Blödsinn?!" Rief John, verärgert über diese Albernheiten, wo es so wichtige Dinge gab.
Derek, der hinter John die Treppe herunter gekommen war, war in Richtung Küche gegangen. Als er an Suzie vorbei gehen wollte hatte diese Plötzlich den Arm ausgestreckt und der Spitze Gegenstand darin traf seine Brust.
