Vielen Dank für die Reviews und eure Gedanken zum ersten Kapitel, Wolfempress, Lola und Mortianna´s Morgana! ch habe gerade ein bisschen bedenken, ob ich es mir was Raum und Zeit betrifft vielleicht zu leicht mache, in dem ich ihn einfach zurück schicke und von vorne beginnen lasse. Na ich lasse mal das nächste Kapitel da und warte was ihr dazu sagt. :-)

Liebe Grüße Gaby

2 Und dann waren´s plötzlich zwei

Tief Schwärze umgab ihn. Es war Nacht. Eine Mondlose finstere Nacht. Er konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Wo war er? Er saß doch noch gerade vor einem Schreibtisch und unterhielt sich mit Dumbledore, seinem Schutzengel, verächtlich verzog sich bei diesem Gedanken sein Mund, und einem Beamten und auf einmal war er hier. Ob er den Verstand verlor? Merkwürdige Geräusche vor ihm lenkten ihn ab. Was war das? Leise schlich er sich näher. Seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit und so konnte er Konturen ausmachen. An seiner linken Seite stand das Schloss wie ein riesiger schwarzer Schatten und schräg vor ihm erkannte er die peitschende Weide.

„Pst! Sei leise Peter!" zischelte vor ihm eine ihm nur allzu bekannte Stimme. James! Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.

Jetzt habe ich dich! Dachte er triumphierend. Er war älter und weiser und tausendmal klüger als dieser und er würde es ihm nun endlich beweisen können. Was musste sich der Narr auch in seiner letzten Vergangenheit von Voldemort bevor er seine Rache bekam umbringen lassen? Er fand das lange nachher noch sehr egoistisch von ihm. Freudig zückte er seinen Zauberstab, sann dabei über einen besonders gemeinen Zauberspruch nach und wollte sich schon aus dem Gebüsch stürzen um ihn zu stellen, als es ihm plötzlich eiskalt den Rücken hinab lief.

Ein tiefes Knurren das dann in einen hohes Heulen überging ließ ihn erstarren. Der Himmel riss in diesem Moment auf und gab die Sicht auf einen tief hängenden Vollmond frei. Schwer schluckte er. Es war diese Nacht! Remus war zum Werwolf geworden und wenn er ihn hier fand, dann war gleich wieder mausetot. Er musste fliehen und zwar gleich. Schon hörte er schwere Schritte rasch auf ihn zukommen. Das Tier hatte ihn gewittert. Er durfte keine Zeit mehr vergeuden, ansonsten würden er und Dumbledore degradiert werden, wenn es sowas im Himmel gab.

*

„Ich hab es gewusst!" rief Dumbledore leicht verstimmt aus.

„Sehen Sie?" Genau wie ich es mir gedacht habe! Kaum ist er dort, schleicht er sogleich hinter James wieder her. Nun würde das blöde Spiel wieder von vorne beginnen und das ist Ihre Schuld!" nun war er es der den Beamten giftig maß.

„Was sehen Sie mich so an? Er hat seine Entscheidung getroffen und wir müssen sie respektieren!" Die Weisung kam von ganz oben und niemand durfte diese anzweifeln. So weit kam es noch.

„Bitte ich flehe sie an, er braucht jemanden der Klug ist, der ihm ins Gewissen reden kann und der sich von ihm auf keinen Fall einschüchtern lässt! Wissen Sie überhaupt wie gefährlich dieser Mann ist?" Dumbledore hatte sich in Rage geredet.

Er sah es schon förmlich vor sich. Severus würde keinen Atemzug verstreichen lassen, ohne sich dabei an James, Sirius, Remus oder Peter fürchterlich zu rächen und diesmal würde er gewinnen. Die vier hatten praktisch keine Chance gegen ihn und das war unfair.

„Beruhigen Sie sich erstmal. Ihr Freund ist sowieso im Augenblick damit beschäftig sich vor einem Werwolf in Sicherheit zu bringen. Sollte er das überleben können wir immer noch über eine Alternative nachdenken, aber jetzt lassen Sie mich meine Arbeit machen. Es warten noch andere auf ihre weiter Reise!" Dumbledore nickte unzufrieden und wollte sich schon auf den Weg machen als eine junge Frau an den Schreibtisch herantrat.

„Hermione?" rief er erstaunt aus.

„Was 567.098.222 kennen Sie auch!" Der Beamte war schon etwas genervt von diesem Schutzengel-Neuling, was diesen aber nicht weiter kümmerte.

In seinem Kopf begannen die feinen Rädchen zu rotieren. Er hatte eine brillante, wenn auch gewagte und wie er ehrlich zugeben musste wenig ausgereifte Idee.

„Sie wäre perfekt!" stieß er laut hervor.

*

Er rannte so schnell er konnte und doch hatte er das Gefühl er kam kaum vom Fleck. Hinter sich spürte er den keuchenden, stinkenden Atem Remus Lupins, des Werwolfes im Nacken. Ein Sprung noch und er war Hundefutter! Dieser Gedanke spornte ihn an und ließ in schneller laufen. Er musste das Schloss erreichen. Dort war er in Sicherheit.

Mann, Mann, Mann er war als Kind nie sportlich gewesen und das rächte sich im Augenblick ganz fürchterlich. Sollte er diese Nacht wider Erwarten überleben, musste er ernsthaft über Sport nachdenken. Keuchend ging er in den Endspurt. Wenig Meter trennten ihn noch vom Eingang zum Schloss. Die Tür war schon fast zum greifen nahe. Er schaffte es! Er musste es schaffen!

Schneller Severus, lauf schneller! Rief er sich selber zu und holte das letzte aus sich heraus. Einmal glaubte er etwas griff nach ihm. Hastig machte er einen Sprung nach vorne, das zornige Heulen der Kreatur bestätigte ihm seinen Verdacht. Ihm wurde schwarz vor Augen, gleich fiel er ohnmächtig um und dann war es aus.

Nein! Er würde nicht ohnmächtig werden und er würde seinen verdammten Arsch retten! Noch einmal mobilisierte er alle Kräfte in sich und lief. Er lief um sein Leben und er wollte es mit aller Macht behalten. Wie oft kam es schon vor, dass man so ein Geschenk bekam? Praktisch nie! Endlich umfasste er die Türklinke. Hastig drückte er sie herab und warf sich gegen die Tür. Lautlos schwang sie nach innen, das diese eigentlich verschlossen sein müsste, darüber machte er sich im Moment keine Gedanken. Er fiel ins Innere und rutschte auf den Knien ein Stück nach vorne. Schnell drehte er sich um und schlug mit den Füssen die Tür zu. Er war in Sicherheit. Vor Erleichterung lag er am Boden und versuchte zu Atem zu kommen, dabei lag ein Grinsen auf seinem Gesicht. Sie hatten ihn nicht gekriegt. Er war immer noch am Leben und nun konnte der Spaß beginnen!

*

„Was faseln Sie da?" Der Beamte und Hermione blickten ihn fragend an.

„Wir könnten Sie hinschicken! Sie ist klug und mutig und kann ihn zur Vernunft bringen!" erwiderte Dumbledore. Jetzt, da er die Idee selber laut gehört hatte, kam sie ihm gleich noch viel besser vor.

„Die Zeit von 567.098.222 ist abgelaufen. Sie kann nicht mehr zurück. Ihre Reise geht weiter." Sagte der Beamte entschieden und begann in seinen Unterlagen zu blättern.

„Sie haben sich auf der Welt sehr gut gemacht. Sie waren meist zuvorkommend und freundlich, aber…was sehe ich den da? Sie haben einen Jungen geschlagen?" missbilligend sah er sie an. Hermione wurde rot.

„Ich kann das erklären!" rief sie schnell.

„Mit Sicherheit! Das können sie alle. Zuerst gewalttätig werden und dann anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Das haben wir im Himmel gern! Dafür bekommen sie einen Strafpunkt!"

Hermione erbleichte. Sie hatte Draco zu Recht geschlagen. Er hatte es verdient!

„Hm? Der Krieg eine schlimme Sache. Sie haben sehr viele Menschen verletzt und auch getötet." Zählte er weiter ihre Taten auf.

„Ich…das waren Todesser. Sie wollten auch mich töten!" Hermione hat bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst wie sie hierher kam, aber durch die Worte des Beamten kamen die Erinnerungen. Tränen liefen ihr über das Gesicht.

„Es war so schlimm. So schrecklich und grauenvoll. So viele Menschen, die ich liebte, sind gestorben." Schluchzend saß sie zusammen gekauert auf ihrem Sessel, zu überwältigt vom Schmerz, als das sie noch ein Wort hätte sagen können. Dumbledore nutzte ihr Schweigen, beugte sich weit nach vor und wagte erneut einen Vorstoß.

„Ich schreibe all ihre Formular! Ich tu alles was sie wollen, aber…" Der Beamte sah ihn gespannt an.

„Wenn ich sie zurückschicke?" Kurz leuchtete es in den Augen des Beamten auf. Er könnte pünktlich Schluss machen, müsste nicht die lästigen Formulare schreiben, das würde ein anderer für ihn tun.

„Ich weiß nicht…" zögerte er noch. Wenn das raus kam, war er seinen Job los und musste wahrscheinlich für den Rest der Ewigkeit bei Frau Holle Wolkendienst schieben.

„Ich bin gut im Schreiben, ich war Schulleiter auf der Erde." Lockte Dumbledore ihn.

„Einverstanden, aber nur unter einer Bedingung, oder besser gesagt zwei!" Dumbledore nickte zustimmend. Egal was es war, er wurde damit schon fertig.

„Erstens - Sie erzählen das niemanden und zweitens Sie bringen 567.098.222 dazu freiwillig auf die Erde zurück zukehren. Schließlich ist das nicht einmal ihre Zeit!" Um Dumbledores Lippen spielte ein Lächeln, das war leicht. Er kannte Hermione schon so lange, sie würde ihm bestimmt keinen Wunsch abschlagen.

*

„Mr. Snape können Sie mir erklären was Sie um diese Uhrzeit hier im Foyer zu suchen haben?" erschrocken sprang er auf die Beine und drehte sich um. Hinter ihm stand Minerva McGonagall und blickte ihn streng an.

„Oh gut Sie zu sehen, Minerva"! stieß er erleichtert hervor und meinte es zum ersten Mal in seinem Leben tatsächlich so.

„Für Sie, Mr. Snape, immer noch Professor McGonagall und beantworten Sie meine Frage! Was haben Sie hier zu suchen?" fragte sie streng. Mühsam schluckte er und sein Körper begann zu zittern. Ärgerlich blickt er an sich herab.

Warum tat er das? Außerdem was sollte er jetzt sagen? Entschuldigung ich bin in 20 Jahren aus Versehen gestorben und deshalb hat man mich hierher geschickt? Wie hoch lag die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihm das nicht glaubte? Bei gut tausend Prozent. Er machte den Mund auf und wieder zu. Er hatte schon solange keine Ausrede mehr gebraucht, ihm fiel beim besten Willen keine ein. Er war ein Genie, ihm müsste doch eine einfallen! Aber da war nichts.

„Anscheinend haben Sie dazu nichts zu sagen!" bemerkte sie trocken.

„Sie werden noch ausreichend Gelegenheit haben darüber nach zu denken. Morgen Abend und die ganze Woche dürfen Sie bei mir Nachsitzen." Brummte sie ihm als Strafe auf. Na toll, kaum zurück durfte er schon Nachsitzen. Er verdrehte die Augen und wollte Richtung Kerker zu seinen Räumen davon schlurfen, aber McGonagall war noch nicht fertig mit ihm.

„10 Punkte Abzug für Slytherin, wegen unerlaubten Entfernen aus dem Schlafsaal!" Er hasste es jetzt schon ein Teenager zu sein!

„Gute Nacht, Mr. Snape!" rief sie ihm noch nach.

„Gute Nacht, Professor McGonagall" äffte er zurück.

Er konnte sie schon als Kollegin nicht ausstehen, wie würde das jetzt werden wenn sie seine Lehrerin war? Nicht daran denken! In knapp einem Jahr war er aus der Schule. Er lief die Stufen hinab, blieb vor seiner Tür stehen, sprach das Passwort und wollte eintreten, aber die Tür ließ sich nicht öffnen.

„Verdammt noch mal was?"

Auf einmal fiel es ihm ein. Das waren nicht seine Räume, noch nicht, vielleicht auch nie. Er wohnte nicht hier, sondern im Schlafsaal der Slytherin. Schon setzte er sich in Richtung dieser in Bewegung, doch plötzlich blieb er stehen. Siedendheiß fiel ihm ein, dass er keinen blassen Schimmer davon hatte, welches Bett seines war und er konnte schlecht in allen nachsehen! Er war noch nicht einmal eine Stunde hier und schlitterte von einer Katastrophe in die nächste.

*

„Ich soll wieder zurück?" Hermione verstand nicht ganz. Sie war doch den Schrecken dieser Welt gerade erst entflohen und sie hatte wirklich keine Lust ihnen erneut zu begegnen.

„Nein nicht einfach zurück. Sie sollen lang vor ihrer Zeit zurückkehren. Ich brauche ihre Hilfe. Severus Snape steht im Begriff eine riesen Dummheit zu begehen und Sie müssen das verhindern!" sagte er eindringlich. Er musste sie überzeugen das Richtige zu tun.

„Aber Professor Snape ist doch in der Heulenden Hütte gestorben!" warf sie hilflos ein. Sie wurde aus Dumbledores Worte nicht ganz schlau. Was wollte er von ihr.

„Das war ein Fehler. Er hätte nicht sterben sollen, also bekam er die Möglichkeit zurück auf die Erde zu gehen. Eigentlich bekam er zwei Möglichkeiten. Er hätte in das Heute und ins jetzt zurückgehen können oder und das hat er leider getan zu einem viel früheren Zeitpunkt!" erzählte er ihr. Schön langsam begriff sie was er meinte und plötzlich witterte sie ihre Chance.

„Wie viel früher? Wie viele Jahre?" fragte sie neugierig. Würde die Zeit reichen?

„20 Jahre! Er ist wieder Schüler und will sich an James und Sirius rächen und wahrscheinlich Lily für sich erobern!"

Das war die Zeit bevor Voldemort das erste Mal an die Macht kam. Sie könnte das verhindern und all ihre Freunde müssten nicht sterben. Sie könnte Harry seine Eltern zurückgeben, in dem sie ihren Tod verhinderte. Aber sie würde viel verlieren. Ihre Eltern, sie hätte praktisch keine Freunde mehr und der einzige Mensch den sie kennen würde und der auch sie kannte wäre Snape.

„Ich weiß nicht…" unsicher sah sie Dumbledore an, sie hatte Angst. Es war viel was er von ihr verlangte.

„Bitte Hermione, hilf mir!" flehte er und umfasste dabei ihre Hand. Hermione fühlte wie sie zu schwanken begann.