Nur ein einziges Mal

Kapitel 2

Nicht zu wissen, ob man geliebt wird, ist Folter

Surrend öffnete sich die Tür zur Dachterrasse. Mit leichter Unsicherheit betrat Ahsoka diese und näherte sich ihrem Meister. In den Händen hatte sie einen Teller mit verschiedenen Speisen. Anakin war nicht zum Abendessen erschienen, was der Togruta ein wenig zu denken gab. War er ihretwegen dem Mahl fern geblieben? War dies nun der Anfang vom Ende? Nur noch wenige Meter trennten Ahsoka von Anakin. Sie wollte ihm hiermit eine kleine Freude bereiten. Bisher hatte sie stets eine positive Reaktion von dem Jedi erhalten, wenn sie ihn ab und an umsorgte. Als sie näher trat, erkannte die Padawan, dass ihr Meister schlief. Die Wärme der Sonne, hatte sich wie ein mollig warme Decke über ihn gelegt. Sein Kopf lag leicht seitlich geneigt. Seine Haare hingen dem Jedi ein wenig in der Stirn. Vorsichtig setzte Ahsoka sich neben ihn. Den Teller legte sie auf den Boden. Er sah so unendlich friedlich aus, wie er dalag. Die Glieder entspannt und das Gesicht sorgenfrei und weniger ernst. Zuerst zögerte sie ein wenig, doch streckte sie dann vorsichtig ihre Hand aus und schob die verirrten Strähnen seines Haars wieder an die richtige Stelle. Und ich diesem Moment, war sie sich sicher. Sie liebte ihn. Mochte er noch so schroff und unfreundlich sein.

Noch so abweisend und kalt. Das täuschte nicht über seine guten Seiten hinweg. Sie brauchte ihn. Mehr als sie es sich jemals hätte vorstellen können. Der Gedanken, er würde sie von seiner Seite weisen, schmerzte so stark, dass die Togruta das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen. Und Ahsoka wollte diese einmalige Gelegenheit nun nicht verstreichen lassen. Langsam und ihn nicht aus den Augen lassend, beugte sie sich zu ihm vor, bis sie seinen warmen Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte. Die Padawan war sich darüber im klaren, dass dies ein verhängnisvoller Fehler werden würde. Doch sie ignorierte gekonnt die warnende Stimme in ihrem Kopf und folgte lieber der Stimme in ihrem Herzen. Als Ahsoka seine Lippen mit den seinen verschloss, so weich und warm wie sie es niemals für möglich gehalten hätte, wurde ihr klar, dass sie das Richtige getan hatte. Für einen Augenblick, hatte die Togruta das Gefühle, als würde die Zeit stehen bleiben. Die Welt still stehen und nur noch sie beide wären lebendig. Ein wundervolles und berauschendes Gefühl, dessen sie sich vollkommen hingab. Nur dieses eine einzige Mal, dass schwor sie sich. Das Anakin seine Augen einen Spalt weit öffnete, bekam sie gar nicht mit, so vertieft war sie in ihren Gefühle und Sehnsüchten für den Jedi. Er wusste, dass er diesen Kuss abbrechen sollte. Es musste. Schon allein wegen Padmé. Doch er konnte es nicht. Der Ältere wusste, was er Ahsoka damit antun würde.

Und auch wenn er es nicht zugeben würde, so wollte er es auch gar nicht. Wollte sie nicht von sich weisen. Auch wenn das nicht richtig war. Padmé war seine Frau. Und er liebte sie. Doch er was er jetzt, in diesem Moment für seinen Padawan Ahsoka empfand, war nicht bloß Freundschaft oder Verbundenheit. Es war mehr. Viel mehr. Und so sehr Anakin dies auch erschütterte, so wollte er sich nicht von ihr lösen. Vorsichtig, als hätte er Angst, sich an ihr zu verbrennen, legte er seine linke Hand an ihre Wange und schloss wieder seine Augen. Nur ein kurzes Zusammenzucken verriet, dass der plötzliche Körperkontakt sie überrascht hatte. Doch nahm die Togruta ihre Lippen nicht von den seinen. Selbst wenn sie damit rechnete, jede Sekunde von ihm gestoßen zu werden. Schon allein, weil er tun musste. Ihre Haut war warm. Es war nicht das erste Mal, dass Anakin sie so berührt hatte. Doch früher hatte der Ältere ihr damit oftmals Trost spenden wollen. Heute war es anders. Gerade, als er ihren Kuss sachte erwiderte, spürte der Jedi, wie etwas Feuchtes sich seinen Weg über seine Hand bahnte. Erneute öffnete er seine Augen und musste erkennen, dass es Tränen waren. Ahsoka weinte. Leise und ohne zu schluchzen. Aber sie weinte.

Sein Herz schmerzte bei diesem Anblick. Er hatte seinen Padawan noch nie weinen sehen können. Und noch weniger, wenn er der Grund für ihre Trauer war.

„Ahsoka.", flüsterte der Jedi leise in den Kuss hinein, ehe er sich ein Stück von ihr entfernte und damit ihren Kontakt beendete.

Er suchte ihren Blick mit den Augen, doch sie sah ihn nicht mal an. Schaute stattdessen zur Seite und würdigte ihn keines Blickes.

„Ahsoka, bitte. Sieh mich an.", sprach er eindringlicher, versuchte aber weiterhin, sie nicht zu verschrecken.

Vielleicht würde sie jetzt mit ihm sprechen. Sein Padawan saß mit dem Rücken zum Horizont, wo sich die Sonne weiterhin ihren Weg gen Boden näherte. Als sie zu ihm aufblickte, die Augen voller ungeweinter Tränen und mit dem hoffnungslosen Blick eines Träumers, dem man alles genommen zu haben schien, viel ihm erst auf, wie schön sie eigentlich war. Wie sich das Licht brach und ihre schlanke Gestalt besser zum Vorschein kam.

„Wieso weinst du?"

Die Togruta zog tief die Luft ein. Füllte ihre Lunge mit Sauerstoff, ehe sie hörbar schwer ausatmete und fieberhaft nach einer Antwort zu suchen schien. Offenbar wollte sie die richtigen Worte wählen.

„Weil ich etwas getan habe, dass ich nicht bereue. Obwohl ich mir doch wünschen müsste, es Rückgängig machen zu können!"

Als sie vollkommen unerwartet den Kopf ruckartig hob und ihm hoffnungsvoll in die blauen Augen blickte, hielt er unweigerlich für einen Moment den Atem an. Ihre Augen waren groß und klar. In ihnen standen Hoffnungslosigkeit, Verwirrung und eine Mischung aus Angst und Tatendrang.

"Was soll ich jetzt nur tun, Meister?", fragte die Togruta beinahe verzweifelt.

"Wie soll es jetzt weiter gehen?"

Anakin wusste darauf keine Antwort. Blickte stattdessen zur Seite und vermiet es, in ihre Augen zu sehen. War ihm das gleiche doch selbst erst vor einigen Jahren widerfahren, konnte er sich gut in ihre aussichtslose Lage hineinversetzen. Als die Padawan erkennen musste, dass ihr Meister anscheinend keine Antwort für sie hatte, seufze sie schwer und alle Hoffnung für eine friedliche Lösung starb in ihr. Anscheinend war dies nun doch das Ende. Das Ende ihrer Ausbildung. Und das Ende einer wunderbaren Freundschaft. Als Ahsoka sich erhob und gehen wollte, packte Anakin sie jedoch ohne Vorwarnung am Handgelenk, nachdem er selbst auf die Füße gesprungen war und wirbelte die Togruta zu ihm herum. So sollte sie nicht gehen. So durfte es nicht enden. Das konnte der Jedi nicht zulassen. Er würde alles tun, um ihre Freundschaft zu retten.

Ahsoka war ihm wichtig. Sogar sehr wichtig. Wohlig presste sich die Padawan an ihn, fühlte erneut an diesem Abend seine Lippen auf ihren und ließ den Jedi die Sehnsucht ihres Körpers spüren. Ein Pochen schien den gesamten Körper der Jüngeren zu erfüllen. Ein Verlangen, welches sie noch nie zuvor verspürt hatte. Doch der leidenschaftliche Kuss und diese Attacke, waren nur ein Strohfeuer und nach wenigen Momenten der Zärtlichkeit, ließ er ab von seiner Schülerin. Stoßweise atmend, wurde Anakin bewusst, dass er zu weit gegangen war. Der Jedi hörte ihr schweres Atmen. Die Luft war stickig und erfüllt von dem süßlich, lieblichen Duft der nachgereiften Äpfel, die Ahsoka mitgebracht hatte. Wieder einmal hatte sie sich sorgen um sein Befinden gemacht. Sie war umsichtiger als man es meistens von ihr dachte oder erwarten würde. Nicht nur umsichtig, sondern auch fürsorglich. Und insgeheim schätze er diese Eigenschaft an ihr. Es war, wie ein seltsames, aber natürliches Parfum, dass sie beide umgab und geradezu in Versuchung führen wollte. Der Geruch ließ Bilder in seinem Kopf entstehen. Bilder, die er lieber wieder schnell verwerfen sollte. Er schwankte zwischen intensiven Emotionen und seinem messerscharfen, klaren Verstand. Der Vernunft. Dieses auf und ab, machte ihm zu schaffen.

„Ganz gleich was passieren wird…", sprach der Jedi, während er in seinem Inneren eine Entscheidung fällte.

„… ich werde nicht zulassen, dass du es jemals bereuen wirst. Und niemand, wird etwas daran ändern können."

Mehr als verwundert über die Worte ihres Meister, blickte sie ihm ins Gesicht. Ihr Herz hatte für den Bruchteil einer Sekunde ausgesetzt, nur im nächsten Augenblick doppelt so schnell weiterzuschlagen. Sie kannte dieses Gefühl mittlerweile. Aufregung, wechselte mit Nervosität und Anspannung. Es war ihr vertraut und sie genoss es, sich bei seinem Anblick so zu fühlen. Der Ältere war ernst und es gab kein Anzeichen dafür, dass er einen Scherz gemacht hatte. Er stand einfach nur vor ihr und die Padawan wusste genau, was er gemeint hatte. Anakin bewältigte die verbliebenen zwei Meter zwischen ihnen. Es würde das einzige Mal sein, dass sie sich so nahe sein würden. Das wussten beide und akzeptierten es vorbehaltlos. Der Jedi stand so dicht bei ihr, dass Ahsoka seinen Duft riechen konnte, welcher ihr mittlerweile so vertraut war, wie ihr eigener. Sie fühlte eine gewisse Willenlosigkeit in sich Aufsteigen, wann immer sie seinen Geruch einatmete. Als würde sich ihr Bewusstsein verabschieden und stattdessen ihren Emotionen einfach die Kontrolle über ihren Körper gestatten. Erneut an diesem Abend hob er langsam seine rechte Hand an ihr Gesicht. Die Togruta beobachtete jede seiner Bewegungen genau, bis seine Finger ihre Haut berührten und über ihre Wange strichen.

Dem übermächtigen Drang nachgebend, schmiegte sich die Jüngeren an seine Hand. Mit allen Sinnen genoss sie die zarte Berührung. Spürte, wie er alle Willenskraft aufbringen musste, um seiner Leidenschaft nicht einfach freien Lauf zu lassen. Die Padawan hätte spielend leicht alles von ihm haben, was sie wollte, ohne große Mühen dabei zu haben. Andererseits steckte dieser Mann auch voller intensiver Besitzansprüche. Er ist unberechenbar, faszinierend und ebenso zärtlich wie schroff-brutal. Während er den meisten kalte Gelassenheit zeigte, bekam sein Padawan in diesem Moment die ganze Bandbreite seiner Gefühlswelt zu spüren. Wie in Zeitlupe beugte er sich zu ihr heran. Seine Lippen kamen Ahsoka's immer näher und im nächsten Moment küsste er sie auch schon. War das ein Traum? Und wenn ja, konnte er sich so echt, so gut anfühlen? Nur wenige Herzschläge später, schlang er seine Arme um die Togruta und drückte ihren Körper noch fester an seinen. Als wollte er sie nie wieder loslassen. Doch die Zärtlichkeit und Zurückhaltung des Moments verflog schnell und wich stattdessen hungriger Begierde. Anakin's Hände erkundeten ihren Körper schnell, beinahe zügellos und drängte sie Schritt für Schritt zurück zu seinem Lehnstuhl. Ahsoka wusste genau, was er vorhatte. Doch um Nichts im Leben würde sie etwas dagegen unternehmen wollen. Verzehrte sie sich doch selbst nach ihm. Diesem athletischen Körper, diesen breiten Schultern und seinen wundervollen Lippen.

Sie fühlte sich so unendlich wohl an diesem Ort und in seiner Nähe. Sie konnten nur hoffen, dass niemand sie stören oder entdecken würde. Sitzend half sie ihrem Meister, dessen schwere Tunika abzulegen, welche er achtlos zu Boden warf. Die Togruta fühlte das Spiel seiner Muskeln unter seiner sonnenwarmen Haut. Als seine Küsse eine feurige Spur über ihren Hals zogen, spürte sie die stärker werdende Lust in ihrem Inneren. Sie war bereit für ihn. Für ihn und sein sinnliches Handeln. Rasch entledigten sie sich ihrer Kleider. Ohne jeglichen Scham oder Schüchternheit saß Ahsoka vor ihm. Erwiderte offen seinen Blick. Schreckte vor keiner Berührung zurück. Sie war mutig, nicht nur auf dem Schlachtfeld. Nur widerwillig ließ sich Skywalker von seiner Padawan auf die Lehne zurück drücken. Wollte sie nun tatsächlich die Führung übernehmen? War sie bereits so selbstsicher? Der Jedi war sich dessen noch nicht ganz sicher, doch wollte er sie erst einmal die Führung übernehmen lassen. Es reizte ihn ein wenig, zu sehen, wie weit sie tatsächlich gehen würde. Langsam, wie eine Raubkatze auf der Pirsch, beugte sie sich zu Anakin vor. Ließ ihn dabei keine Sekunde aus den Augen. Ihre Hand, glitt langsam seinen linken Schenkel nach oben. Stoppte kurz vor seiner intimsten Stelle.

Erwartungsvoll blickte er sie an. Während sie sich küssten und ihrem Atem tranken, kniete sich Ahsoka über ihn, bevor sich Anakin heftig in die Padawan schob. Stöhnend presste sich der Jedi zwischen ihre Schenkel, während sich die Togruta halt suchend gegen ihn lehnte. Für wenige Augenblicke verbarg sie ihr Gesicht an seiner Schulter. Doch noch ehe er Fragen konnte, ob es ihr gut ging, bewegte sie sich schon langsam. Als die Padawan spürte, wie seine pralle Männlichkeit sie schonungsloser und tiefer ausfüllte, ließ sie sich gehen. Eine Zeitlang erfüllte nur ihr leises Keuchen und der gemurmelte Namen des jeweilige anderen den Klang der Umgebung. Anakin spürte, dass ihr Höhepunkt noch fern war und seiner so unendlich nah. Mit der letzten Willenskraft, die er aufbringen konnte, veränderte er ihre Position. Mutter Natur hatte den weiblichen Lustknopf leider etwas ungünstig platziert, das wusste der Jedi. Es brauchte ein wenig mehr Geschick seiner Seits, um Ahsoka alle Freuden eines Liebesaktes zu zeigen. Normalerweise bevorzugte er die Missionarsstellung, doch schon früher musste er feststellen, dass der Dreh- und Druckpunkt in dieser Stellung einfach zu weit weg vom Geschehen sein musste und oft nur indirekt stimuliert wurde. Sich aufrichtend drückte er die Togruta auf den Rücken. Dabei unterbrach er zu keiner Sekunde ihre Verbindung.

Ahsoka schob ihre Beine ausgestreckt zusammen, sodass seine außen und ihre innen lagen. Doch anstatt sich aufzustützen, wie die Padawan es erwartet hatte, ließ er sich auf ihre Brust nieder. Zunächst verstand die Jüngere nicht, was er vor hatte, doch als sie spürte wie seine Männlichkeit von oben über ihre empfindlichste Stelle glitt, sie bei jedem Stoß stimulierte, ließ sie sich fallen und genoss die intensiv wachsende Erregung noch mehr. Die beiden liebten sich mit einer rasenden Wildheit, die Anakin zuvor nicht erlebt hatte. Auch nicht mit Padmé.

…So war es noch nie…, schoss es dem Jedi durch den Kopf als er ihren Höhepunkt mit rasender Geschwindigkeit näher kommen spürte.

Sie lagen nun schon eine ganze Weile nebeneinander. Ahsoka hatte ihren Kopf auf seine Brust gebettet, während sie seinen tiefen Atemzügen lauschte. Sie wussten beide, was nun geschehen würde. Sie müssten es beenden. Nicht nur dieses friedliche Zusammensein, sondern jeden Kontakt, der sie wieder zu diesem Punkt führen würde. Es wäre nicht richtig, auf diese Art und Weise weiter zu machen. Und das wussten sie beide. Die Togruta war sich darüber im Klaren gewesen, dass er sich nicht durch diesen Akt unsterblich in sie verlieben würde. Oder sogar den Orden verlassen würde, um mit ihr zusammen sein zu können. Nein, sie hatte sich selbst nichts vorgemacht und war froh darüber. Die Padawan bereute es nicht, ihm so nah gekommen zu sein, wie es Anakin ihr voraus gesagt hatte und das machte sie glücklicher denn je. Anakin blickte mit entspannter Miene zum Horizont. Die letzten Sonnestrahlen kämpften sich gen Himmel, doch jeden Moment würden auch sie verschwinden und diesen Planeten in endgültige Dunkelheit hüllen. Dieser Ort erinnerte ihn ein Stück weit an Freiheit. Die Freiheit, die er sich ein wenig wünschte. Tun und lassen zu können, was er wollte. Ohne ständig auf den Kodex achten zu müssen. Zusammen sein zu können, mit wem er wollte. Hatten ihn nicht erst all diese Verbote, Vorschriften und Anordnungen genau hierher gebracht? In Ahsoka's Arme? Hätte er frei und ungezwungen leben können, ohne sich ständig zu verstecken, wäre er dann vielleicht Padmé treu geblieben? Der Jedi hatte keine Antwort darauf. Er wusste nur, dass er diesen Ort nun niemals mehr so sehen würde, wie früher.

Das plötzliche Knurren seines Magens ließ sie aufschrecken. Für einen Moment blickte sie einander überrascht an, ehe der Ältere in schallendes Gelächter ausbrach. Ahsoka lächelte milde. Ja, dass war besser. Lieber mit Tränen vor Lachen auseinander zugehen, als mit betrübten Gesichtern in einer beklemmenden Situation. Sein Lachen war schon immer ansteckend für sie gewesen und mit einem frechen Grinsen im Gesicht, griff die Schülern neben sich unter die Sitzgelegenheit. Nicht wissend, was die Jüngere vorhatte, folgte er ein wenig ihrer Bewegung, während der Jedi versuchte, sein Gelächter allmählich zu ersticken. Ganz langsam, wie in Zeitlupe, hob sie das Tablette mit Früchten auf, welches sie ihm vorhin gebracht hatte und hielt es knapp vor ihn. Mit zwei Fingern, griff sie nach einem Apfelstück und führte dieses langsam zu seinem Mund. Vorfreudig öffnete ihn Anakin. Er hatten mächtigen Hunger und hieß ihre Fürsorglichkeit mehr als willkommen.

Doch als die glatte Schale der süßen Frucht gerade seine Lippen wie ein Hauch berührten, zog sie die dargeboten Köstlichkeit blitzschnell wieder zurück und aß sie selbst. Mehr als überrascht über diese Dreistigkeit musste er auch noch mit ansehen, wie sie übertrieben genüsslich jeden Bissen kauten und dabei entzückte Laute von sich gab. In sich selbst hineingrinsend musste der Jedi feststellen, dass es die selben Lauten waren, die er ihr gerade erst vor wenigen Minuten entlockt hatte. Aber auf andere Art und Weise. Nach all seinen Bemühungen und Anstrengungen hatte er doch wohl etwas zu essen verdient! Und jetzt wagte es dieses kleine Biest vor ihm zu dinieren und ihn dabei auch noch herausfordernd anzusehen. Das konnte der Ältere nicht auf sich sitzen lassen. Doch als er nach dem Tablett greifen wollte, um sich selbst zu bedienen, hielt sie dieses hinter sich, während die Padawan auf seinen Schoß kletterte um den Älteren ein wenig gefangen zu nehmen. Das charmante und zugleich schüchterne Lächeln, welches sie ihm zuwarf, reizte ihn ebenso zum Grinsen. Es war eben das Kind in Ahsoka, dass ab und an noch zum Vorschein kam und sich an die Oberfläche traute. Aber Anakin würde seine Rache schon noch bekommen! Dieser Anblick versetzte ihn nun doch in eine Zeit zurück, in der sie nicht mehr als nur Freunde gewesen waren. In dem sie ähnliche, wenn auch harmloserer Spielchen jeden Tag getrieben hatten. Mit dem Kettchen an ihrem Hinterkopf spielend, zog er sie näher zu sich.

„Damit das klar ist Snips, ich werde mich niemals geschlagen geben."

Das Lächeln auf ihrem Gesicht wurde breiter. Gewinnender. Und ehe er wusste, was sie vorhatte, beugte sie sich tiefer, fütterte ihn von Mund zu Mund.

„Das müsst Ihr auch nicht Meister, denn Ihr hattet mich besiegt und gewonnen, bevor ihr es überhaupt wusstet."

Da zog er Ahsoka fest an sich und küsste sie.

ENDE