Und hier kommt das zweite Oneshot. Diesmal war das Thema „Aufstand". Viel Spaß beim Lesen!
Manche fragen sich, warum die Bibliothek von Hogwarts Muggelbücher behält. Unter der Leitung dieses extravaganten Muggelliebhabers Albus Dumbledore hat man die Antwort, ehe man die Frage laut ausspricht.
Wenige Leute haben bemerkt, dass die Bibliothek auch eine Gutenberg-Bibel – vom Erfinder eigenhändig der „Schule fuer Haexerey und Zauberey von Hogwarts" gewidmet, aber das ist hier nicht das Thema – und unglaublich viele, hervorragend aufbewahrte Inkunabeln besitzt, sowie Bücher, die theoretisch im Laufe verschiedener Säuberungsaktionen und öffentlicher Bücherverbrennungen verschwunden sein sollten. Und vieles mehr.
Manche haben jedoch bemerkt, dass viele dieser Bücher wahrscheinlich kaum erschienen waren, als sie Eigentum der Bibliothek von Hogwarts wurden.
Jene, die ein bisschen neugierig waren, haben die richtige Frage gestellt, und zwar: Wie konnten diese Muggelbücher den ständigen Wechsel in der Politik der Zauberergesellschaft und in der Schulleitung überleben?
Die Antwort ist einfach.
Man hat ihnen geholfen zu überleben.
Denn keiner, nicht mal der Minister, der Schulleiter, der mächtigste schwarze Magier seiner Zeit oder selbst der König Großbritanniens – manche haben es doch versucht – durfte je ein Buch aus den Regalen nehmen. Egal aus welchem Grund. Und es natürlich erst recht nicht zerstören.
Dies ist das Gebiet der Bibliothekare. Und sie sind sehr beschützend, wenn es um ihre wertvollen Werke geht. Und sie pfeifen völlig auf die Mächtigen und ihre Meinung. Je nach dem politischen Klima beschränken sie sich darauf, die „gefährlichen" Bücher in die Verbotene Abteilung einzuräumen, was genauso sehr dazu dient, sie vor „Unfallsbränden" zu schützen als ihrer Hierarchie nicht (zumindest nicht zu sehr) zu missfallen.
Ein einziger Schulleiter hat je versucht – laut der Annalen soll dieser Ereignis im Laufe des 15. Jahrhunderts geschehen sein – in der Bibliothek jedes Muggelbuch und jene zu zerstören, die die Muggel befürworteten. Die amtliche Bibliothekarin hat sich natürlich gegen diese Entscheidung erhoben und hat einige Kollegen, Schüler, ehemalige Schüler, Bibliothekare unter ihren Freunden, Geister, Gemälde, Hauselfen um Hilfe gebeten.
Der damalige Schulleiter musste einem Aufstand gegenüberstehen, wie Hogwarts nie einen erlebt hatte. Die Schule wurde für ihn und seine Anhänger unerträglich – für die Schüler aber besonders lustig. Die Lage verschlimmerte sich so sehr, dass die Regierung ihn seines Amtes entheben musste. Und dass es bis heute keiner mehr versucht hat.
Als Anekdote kann man erwähnen, dass die Erzählung dieser Ereignisse – rein zufällig – anscheinend den Weasley-Zwillingen 1995 in die Hände gelang. Und dass sie sie als besonders „motivierend und lehrreich" betrachtet haben sollen.
Auch soll man erwähnen, dass die Bücher der Bibliothek – auch die Muggelbücher – von Voldemorts kurzer Herrschaft und der Schlacht, die in der Schule geschah, wie durch ein Wunder verschont geblieben sind.
Einige Leute haben sogar gemeint, dass Hogwarts' Spruch „wecke nicht den schlafenden Drachen" eigentlich eine Warnung vor solchen Fällen ist.
So könnte man ihn also verstehen:
Man soll einem Buch, der von der Bibliothekarin bewacht wird, NIEMALS übel wollen.
Wenn man nicht einen Aufstand auf den Hals bekommen will.
