Notes: Da der erste Teil kürzer als alle Folgenden ist, werde ich heute fünf Kapitel und die anderen fünf am Sonntag hochladen. Viel Spaß beim lesen!
1.
Der erste Schritt war nicht der Schwerste.
Es war einfach gewesen, beinahe ein wenig zu einfach für ihren Geschmack. Padmé war es gewöhnt für die Dinge, die sie wollte, zu kämpfen. Sie auf irgendeine Art zu erringen - durch Diskussionen, politische Manöver oder ihr taktierendes Schweigen.
Padmé war nicht mit einem großen Plan aus ihrem eigenen Leben getreten. Es hätte auch ebenso gut ein Spaziergang sein können zu dem sie an diesem Nachmittag aufgebrochen war. Etwas, das kein Ehemann seiner Frau verweigern konnte.
Diese Simplizität machte ihr erst zu spät die Ernsthaftigkeit ihres Handelns klar.
Der wievielte Schritt war dies? Bereits einer zu viel?
Sie stand bewegungslos an eine Wand gedrängt, während die Leute vor ihr sich um die Rampe scharten, um als Erste auf das Schiff zu gelangen, in der naiven Hoffnung noch einen guten Platz zu ergattern.
Die Unentschlossenheit, die sie empfand, war etwas das sie verabscheute. Eine seltsame Art der Paralyse, des plötzlichen Stillstandes. Keine Situation war jemals so unausweichlich gewesen, als dass sie weder vor, noch zurück konnte.
Ihr Leben lag vor ihr, ausgebreitet wie ein totes Tier und sie analysierte es mit dem scharfen, klaren Blick der Beobachterin.
Ihr Leben verfaulte von innen heraus, durchdrungen von einer Dunkelheit die sie rastlos machte und an den Rand der Verzweiflung brachte. Sie hatte sehr wohl noch Hoffnung.
Hoffnung, dass ihre Liebe stark genug war um Anakins Fall aufzuhalten.
Wenn sie blieb, würde sie mit ihrer Hoffnung sterben. Die Einsicht das sie vielleicht nichts weiter tun konnte als mit ihrem Ehemann zu fallen war ihr auch bereits gekommen.
Wenn sie ging, dachte der rationale Teil in ihr, dann nur weil sie wusste, dass es die Hoffnung einer Närrin war darauf zu warten, die Liebe ihres Mannes in den Augen eines Monsters wiederzusehen.
Vor ihr hingegen lag Ungewissheit.
Ginge sie, ließe sie alles zurück.
Auf eine gewisse Weise, dachte sie, ist dies eine Flucht.
Padmé verabscheute den Gedanken zu fliehen. Ihr eigenes Leben zu retten, anstatt alles zu versuchen um ihren Mann zurückzubekommen.
Zu gehen hieße, dass es ihr egal war, was mit dem Rest der Galaxie geschah. Es würde voraussetzen zu einer Frau zu werden, die den Kopf unten hielt, die nicht alles tat um den Schaden zu begrenzen, den diese Bedrohung ausrichtete.
Eine Frau, die unter allen Umständen anonym blieb.
Zu gehen hieße, zu wissen, dass sie nichts mehr tun konnte. Es wäre das Eingeständnis das ihre Ehe gescheitert war. Konnte sie das?
In der nur langsam abklingenden Hitze spiegelte das graue Metall des Frachtschiffes die Farben des Sonnenuntergangs Coruscants wieder. Es blitzte in der sinkenden Sonne, während sich schließlich das Dock leerte und nur noch Leute vorbeikamen, um zum nächsten Schiff zu gelangen oder gerade heimkehrten um zu ihren Familien zu gelangen. Von den Lautsprechern verkündete eine geschlechtslose Stimme, dass Frachtschiff 5002 in einigen Minuten ablegen würde.
Für einen Moment blendete sie das Licht und sie war desorientiert und schwindelig von der Hitze. Sie hatte einen Großteil des Weges zu Fuß zurück gelegt um zu verhindern das man ihre Flucht würde verfolgen können. Der Durst ließ ihre trockene Zunge an ihrem Daumen kleben. Der Stoff ihres Kleides klebte an ihrem Rücken. Dies wäre der richtige Zeitpunkt umzukehren und auf Anakins Heimkehr zu warten.
Doch dann blickte Padmé auf ihre rechte Hand und sah die Entscheidung dort bereits liegen. Das Ticket sagte ihr den Tag, die Uhrzeit und ihr Ziel. Sie stellte fest, dass die nächsten Schritte ebenso einfach waren.
Padmé betrat das Schiff mit langsamen, aber sicheren Schritten.
Sie hatte das Für und Wieder abgewogen, so wie sie es zuerst als Königin und dann als Senatorin gelernt hatte. Die Lektion, dass man Dinge opfern musste, wenn man eine Chance sah, hatte Padmé früh gelernt.
Dies hier war eine Chance.
Vielleicht die einzige um die Sicherheit und Zukunft ihres Kindes zu gewährleisten.
