2. Kapitel
Die vier Männer kamen im Hof der Ponderosa an, gerade als die Morgendämmerung anbrach. Sam Browning hatte den Essenswagen bereits zu der Stelle gefahren an der die Rinder zusammengetrieben waren, und die meisten Männer in der Baracke machten sich für die Abreise bereit. Das Frühstück fand früher als üblich statt, Pferde und Ausrüstung wurden überprüft und fertig gemacht um die Ranch zu verlassen.
Candy, der es vorzog so genannt zu werden, befestigte den Umfangsriemen seines Pferdes, und schaute sich nachdenklich um. Er hatte über die Jahre an einigen recht großen Ranches gearbeitet, seit er ein unabhängiges Leben gewählt hatte und er war beeindruckt, wie organisiert die Männer auf der Ponderosa eingeteilt wurden, für einen Viehtrieb, der nicht gerade der größte in der Saison war. Nicht ein Mann dort murrte, über den frühen Start, sie waren gut gelaunt, bestrebt aufzubrechen, und planten bereits was sie mit ihrem verdienten Geld am Zahltag, der 6 Wochen entfernt war, anfangen könnten.
Er führte sein Pferd vom Pferch an den Zügeln, seine Augen wachsam gegenüber den Männern dort, während sie ihre Pferde sattelten, aufstiegen und ihren Weg zu dem vorgeschriebenen Treffpunkt machten. Er bemerkte die vier neuen Cowboys, die in den Hof ritten, und er wunderte sich wie sie dazu passten, als sich die Tür des Hauses öffnete und ein junger Mann trat heraus, und als er die Männer sah ging er auf sie zu.
Es gab eine Diskussion zwischen ihnen, und, was aussah wie ein Paket wechselte von dem Hauptsprecher zu dem jungen Mann. Es war in diesem Moment, das Joe aufsah und bemerkte das Candy ihn beobachtete. Er winkte den Mann zu sich herüber und beobachtete ihn die ganze Zeit, während Candy ihnen entgegenkam, sein Pferd führend.
"Bist du Candy?"
"Bin Ich." Candy nickte und schaute Joe direkt in die Augen, scheinbar um klar zu machen das, obwohl Joe sein Gehalt bezahlte am Ende der 6 Wochen, er, Candy, sich auf keinen Fall minderwertig ihm gegenüber fühlte. Er behielt seinen Hut auf dem Kopf und hob sein Kinn herausfordernd an.
Joe nickte, ein leichtes Grinsen spielte über seine Lippen, Candy´s Haltung akzeptierend, und er wandte seine Aufmerksamkeit wieder den vier Männern zu, die auf seine Anweisungen zu warten schienen.
"Candy hier wird sich um euch kümmern, wenn ihr mit ihm ausreiten würdet. Er ist auch neu hier, also macht euch nicht zu große Sorgen, falls ihr euch zufällig verirrt." es gab ein Glitzern in seinen Augen, als er sprach und er sah zu Candy um zu sehen wie Candy auf den Sarkasmus reagierte. "Candy, so möchtest du genannt werden, oder nicht?" und als Candy nickte fuhr er fort "Candy, das ist Tom Matthews, Phil Jackson, Andy Cooper und Travis Mayhews. Andy und Travis sind bereits früher mit uns geritten also können sie ihre übliche Position an der linken Flanke übernehmen. Tom und Phil werden zu den Männern an der rechten Flanke gehen."
"Und wo möchten Sie das ich reite?" sagte Candy leise.
Joe hob seine Augenbrauen leicht an und zupfte an seinem Ohrläppchen, bevor er leise sagte, "Nun, du reitest am besten hinten."
Candy nickte. der schlechteste Platz während eines Viehtriebs, und aus irgendeinem Grund nicht überraschend das er ihm gegeben wurde. Er zeigte keine Irritation oder Ärger, aber die Art wie er die Zügel zwischen seinen Fingern schnipste, zeigte dem jungen aufmerksamen Cartwright, der allen kurz zu nickte und dann wieder ins Haus ging, das er es war. Die schloss hinter ihm.
"Du bist neu hier?" fragte Travis als er sich zu seinem Pferd drehte.
"Gestern angekommen." antwortete Candy.
"Sie sind gute Menschen" bemerkte Travis als er sein Pferd bestieg, "Sei einfach anständig und arbeite gut für dein Geld. Dann geht´s gut."
Candy nickte und drehte sich weg `Als ob ich dich nach deiner Meinung gefragt hab` dachte er, als er seinen Fuß in den Steigbügel steckte und in seinem Sattel Platz nahm. Er senkte seinen Hut und führte den Weg aus dem Hof.
Im Haus ging Joe zum Bürobereich, wo Ben mit seinen Augen der Strecke folgte die Hoss, mit seinem Finger auf der Landkarte zeigte. Beide Männer sahen auf als Joe das Zimmer betrat.
"Travis hat die Post mitgebracht," sagte Joe und legte sie auf den Schreibtisch.
"Waren sie in Ordnung?" fragte Hoss, sein Finger verharrte an der Stelle, an der er von Joe´s Eintritt unterbrochen worden war.
"Sicher, alle begierig darauf zu gehen. Oh, Ich habe diesen Canady - Candy auch getroffen."
"Oh ja, wie geht´s ihm?" grinste Hoss und seine blauen Augen leuchteten auf, "Was hältst du von ihm?"
Joe zuckte die Schultern, mehr interessiert daran, seinen Vater zu beobachten, der die Briefe durchblätterte, als an etwas das Hoss sagte. Es war mittlerweile ein Ritual, jedes mal wenn die Post kam. Ben würde jeden Umschlag einzeln durchgehen, sich die Adresse ansehen um den Schreiber zu erkennen, und ihn dann hinlegen um den nächsten zu nehmen. Immer hoffnungsvoll. Joe seufze und war gerade im Begriff Hoss zu antworten, als Ben erklärte das es einen Brief von Adam gab.
"Endlich, hat auch nur neun Monate gedauert." antwortete Joe mit Sarkasmus in der Stimme.
"Ich hab es dir schon mal gesagt Joe, es ist nicht einfach Post zu schicken, wenn du auf See bist." sagte Ben knapp als er den Brief aufriss.
Er überflog ihn schnell, und die beiden jüngeren Männer beobachteten das Gesicht ihres Vaters, als ob jede Veränderung ihnen einen Hinweis darauf geben würde, was der Verfasser erzählte. Er stoppte und sah zu ihnen hoch,
"Es tut mir leid Jungs, ich hätte wissen sollen, das ihr genauso ungeduldig, wie ich seit, zu hören was Adam zu sagen hat."
"Klar, bin ich, Pa." erklärte Hoss, "Was sagt er? Wo ist er? Geht es ihm gut?"
"Wie sollen wir wissen ob es ihm gut geht?" Blaffte Joe, "Der Brief ist bereits neun Monate alt, alles mögliche kann passiert sein in der Zwischenzeit."
"Ich weiß das-" sagte Hoss, mit ungeduldiger Stimme und er starrte seinen Bruder mit kalten, blauen Augen an, "Lies ihn laut, Pa."
Ben nickte, räusperte sich und begann zu lesen:
Lieber Pa, Hoss und Joe,
wie Ihr an dem Umschlag erkennen könnt, kommt dieser Brief aus Nottingham in England. Das ist, seit Wochen, die erste Gelegenheit mich zu setzen und euch zu schreiben, und ich hoffe dass das Postboot dazu kommt, das es Amerika erreicht und ihr es so schnell wie möglich erhaltet.
Seit ihr alle gesund? Meine Gedanken sind bei euch allen, jeden Tag, glaubt mir? Ich ertappe mich dabei meine Augen zu schließen, um mir euch vorzustellen. Ich vermisse euch alle. Ich hätte nie gedacht, ein Mann kann seine Familie so sehr vermissen, wie ich meine. Ich mache mir Sorgen darüber, ob es Überflutungen gab diesen Winter. Hältst du dich von Ärger fern, Joe? Hoss, arbeite nicht zu hart, du kannst nicht alles auf einmal machen, selbst wenn du willst, es ist einfach nicht möglich. Pa, Pass auf dich auf, okay?
Meine Gedanken sind durcheinander im Moment. Die erste Gelegenheit zu schreiben und mir fällt nicht ein was ich sagen soll. Ich möchte so viel schreiben, jeden Moment teilen, seit ich weg bin, aber das ist natürlich nicht möglich oder logisch.
Lasst mich euch erzählen, wo ich gerade bin. es ist Frühling hier in England. Wir legten gestern Abend an und habe zwei Tage Landurlaub. Ich sitze in einer Taverne oder Herberge ( sie nennen sie Gasstätten hier ) mit einem festen Boden unter meinen Füßen zum ersten mal in Monaten.
Nottingham ist ein Baumwohlmüllstadt, angewiesen auf die Baumwolle die aus dem Süden ( Amerika ) kommt, für ihre Industrie. Sie produzieren hier eine Menge Spitze, so wie andere Baumwollprodukte wie es aussieht. Der Bürgerkrieg in den Staaten hat eine Menge Mühlenbesitzer hier ruiniert und so wie es aussieht wir es einige Zeit dauern sich davon zu erholen. Die hohen Preise der Samenkapseln, die wir geliefert haben, wurden nicht sehr begeistert akzeptiert. Wenn ich auf die Straßen dieser Stadt schaue, sehe ich eine Menge Armut. Wir haben geglaubt unser kleiner Konflikt hat nur uns betroffen, aber es deutlich zu sehen das er weiter reichte als wir realisieren konnten.
In manche Hinsicht erinnert mich die Stadt an Boston, ich glaube, dass das wegen des Alters der Gebäude ist. Es ist ziemlich kühl, es gibt viele Frühlingsblumen, einig die ich noch nie gesehen habe, viele Bäume und es ist sehr grün hier. es gab einige Schwierigkeiten in der Nordsee. Wir taumelten ziemlich während des schlechten Wetters. Die Böen waren schwer. Ich denke nicht das ich zuvor solche Wellen gesehen habe, und ich dachte oft, auf dem weg hinab in die Wellentröge, das wir nie wieder nach oben kommen würden. Wir verloren unseren Hauptmast, und zwei Männer wurden über Bord gespült.
Ich werde bald wieder schreiben. Ich bin nicht sicher wo wir als nächstes hinfahren werden, da der Captain seine Befehle noch nicht geöffnet hat. Ich werde wieder schreiben sobald ich kann.
Euer gehorsamer und respektvoller Sohn, und Bruder,
Adam
Ben seufzte, legte das Papier hin, und eine Weile lang blickte er nicht nach oben um die Blicke seiner Söhne zu treffen. Er wollte nicht das sie Feuchtigkeit bemerkten, die sich hinter seinen Augenlidern bildete, als er an die Gefahren dachte die sein Sohn durchgestanden hatte, und wie wenig er ihnen über sich selbst erzählt hatte. Es war Hoss der als erstes sprach,
"Glaubst du er ist in Ordnung?" fragte er mit ziemlich ängstlicher Stimme.
"Damals oder Jetzt?" murmelte Joe und Hoss sah auf, als ob er überrascht wäre, das sein Bruder so eine Frage überhaupt stellt.
"Jetzt natürlich."
"Er sagt nicht viel über sich selbst, oder?" sprach Joe seinen Vater an, der nun aufsah und langsam den Brief faltete um ihn in den Umschlag zurückzustecken, "Es ist erst der zweite Brief den wir von ihm bekommen haben seit er gegangen ist und - "
"Er hat uns alles gesagt was er zur Zeit konnte. Es muss ein Problem gegeben haben, das es so lange gedauert hat ihn zuzustellen." Ben runzelte die Stirn und zog seinen Atem hinein, "Nun, kein Zweifel es werden noch mehr Briefe kommen. Es werden wahrscheinlich einige auf einmal kommen, das ist oft passiert als ich zur See fuhr." er zwang sich zu Lächeln, aber es war offensichtlich für seine Söhne, das der Brief ihren Vater eher ziemlich deprimiert als erleichtert hatte.
"Sicher, Pa. Ich glaube genau das wird passieren." nickte Hoss und sah Joe an, das dieser nicht wagen sollte etwas anderes zu sagen.
"Glaubst du er bekommt unsere Briefe, Pa?" fragte Joe Ben besorgt, der die Schultern zuckte.
"Das selbe trifft hier zu, Joe. Er bekommt einen Stapel von ihnen, wenn er anlegt." Ben legte den Brief in eine Schublade und sah dann beide an, "Jedenfalls, wir sollten zurück zum Geschäft kommen.. Wo waren wir?"
