A/N: Die erste Szene dieses Kapitels findet zeitlich VOR der Fummelei im Ferrari statt (siehe Kapitel-Titel). Ich wollte die Lücke schließen, wie um alles in der Welt die beiden Brüder so weit kamen, aber ich fand es blöd, FLASHBACK! über die Szene zu kleistern, daher...so. Sobald das erklärt wäre, kehren wir aber sofort zu der leckeren Episode im Auto zurück...
Die Rückblende, also. Ziemlich viel Zeit in ziemlich wenich Text. Hoffe, es wirkt nicht zu runtererzählt...
Waaah! Ich habe das Rad erfunden! Ich habe meine erste YGO-Sexszene vollendet! Konfetti Ich wiederhole noch einmal, dass ich selbst nicht fassen kann, dass ich das tatsächlich niedergetippt habe...kostete mich eine GANZE Schachtel Zigaretten. Bin nicht 100 zufrieden. Meh. Aber ich denke, es ist ok. Fürs erste Mal. ;)
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2.
Rückblende/Rücksitz
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Rückblende
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Sie hatten vor einer Woche begonnen, sich zu küssen – und seitdem hatten sie nicht mehr damit aufgehört.
Wenn niemand hinsah, natürlich. Aber dafür sorgten sie schon.
Es war wie ein Spiel, und keiner von ihnen beiden konnte einem Spiel widerstehen. Sie zogen sich in dunkle Ecken und küssten sich, sie lauerten dem anderen auf, um ihn mit ihren Lippen in Besitz zu nehmen. Eigentlich passierte es, sobald die Tür hinter ihnen zufiel. Irgendeine Tür.
Einmal, da hatten sie es so weit getrieben, dass sie beinahe aufgeflogen wären. Hinter der verschlossenen Tür einer Toilettenkabine in einem 5-Sterne-Restaurant, während Maximilian Pegasus, Duke Devlin und ein Haufen anderer hochrangiger Spielexperten auf ihre Rückkehr am Tisch warteten...
Glücklicherweise hatte man ihnen die Ausrede abgekauft, dass das Seufzen und Stöhnen hinter der Tür seinen Ursprung in Seto Kaibas Magengeschwüren hatte. Wusste der Henker, wie sie damit durchgekommen waren. Aber andererseits waren sie nicht nur Meister des Spiels, sondern auch Meister der Lüge. Beide.
Abgesehen davon war es keine ganze Lüge. Seto Kaiba HATTE Magengeschwüre.
Trotz aller Gefahren war es unmöglich, damit aufzuhören. Der Gedanke war schließlich schon früher da gewesen...viel früher.
Als Mokuba 15 wurde, hatte er bemerkt, dass sich Setos Verhalten ihm gegenüber wandelte. Plötzlich sah er seinen kleinen Bruder an, als wäre dieser ein sprungbereites Tier...mit vorsichtigen, forschenden Augen. Plötzlich wurden die seltenen Umarmungen hölzern und fahrig, wie etwas, das Seto hinter sich bringen musste. Als Mokuba 16 wurde, hörten diese Umarmungen ganz auf. Und vieles andere auch. Keine nächtelangen Sessions mit seinem Bruder im Bett bei Süßigkeiten und Videospielen. Kein Reinplatzen ins Badezimmer mehr, um Zeit zu sparen. Nichts.
Mokuba hatte zunächst nichts davon verstanden. Er hatte geglaubt, sein Bruder vertraue ihm nicht mehr – nun, da er älter wurde und zu so was wie einem ebenbürtigen Menschen heranwuchs. Er war nicht mehr das kleine süße zottelige Ding, das um Setos Beine wuselte.
Es hatte Mokuba traurig gemacht, enorm traurig...aber er hatte es hingenommen, zunächst. Denn um ehrlich zu sein, hatte er vollkommen andere Probleme in dieser Zeit. Seine erwachenden Bedürfnisse, zum Beispiel.
Zum ersten Mal in seinem Leben hatte Mokuba das Verlangen nach dem warmen Körper eines anderen Menschen verspürt – vorzugsweise eines männlichen anderen Körpers. Anders als Seto war Mokuba nicht gefesselt durch Misstrauen und Bitterkeit – er konnte ausprobieren, und er tat es. Mit dem wilden Mop rabenschwarzer Haare und den blitzenden, lavendelfarbenen Augen war es ihm nicht so schwer gefallen, Interessenten anzulocken. Außerdem hatte Seto ihn dazu erzogen, sich zu nehmen, was ihm gefiel.
Er hatte so einiges erlebt, auf Rückbänken von Autos, in dunklen Kinos, in nach Räucherstäbchen stinkenden Teenagerzimmern. Der körperliche Kick war gut, aber irgendetwas langweilte Mokuba an der Sache. Nie kam es zum Äußersten, und nie dauerte eine dieser Geschichten sonderlich lange. Und immer war es Mokuba, der den anderen in die Wüste schickte.
Seto hatte sich seltsam benommen, wenn es um diese Dinge ging. Mokuba hatte irgendwie erwartet, sein älterer Bruder würde diese neue Sorte „Freunde" mit Misstrauen und Feindseligkeit behandeln, sie dafür hassen, dass sie Hand an seinen kleinen Bruder legten... Er, der normalerweise die Lebensläufe der Eltern von Freunden checken ließ, bevor Mokuba auch nur mit ihnen zu einem harmlosen Rumhängen gehen durfte!
Aber stattdessen schien Seto heilfroh zu sein, dass Mokuba diese Art von Spielgefährten hatte. Er war nie freundlich zu ihnen, aber er verhielt sich tolerant, was bemerkenswert war für einen, der nicht mal zu seinen eigenen Angestellten tolerant war. Einmal hatte er Mokuba und seiner derzeitigen Flamme sogar eine Reise nach Mexiko spendiert. Irgendetwas schien ihn daran zu erleichtern...
Mokuba verstand auch das nicht. Bis er irgendwann begriff, was mit ihnen beiden nicht stimmte.
Es war ein Traum, der ihn darauf brachte. Ein wiederkehrender Traum. Er träumte von Händen, die ihn berührten...auf eine Weise, die er durchaus schon kannte...aber diese Hände gehörten keiner seiner Bekanntschaften. Und sie lösten Gefühle in ihm aus, im allertiefsten Schlaf, die bisher niemand in ihm hatte auslösen können. Er drehte und wandte sich unter diesen Händen, hilflos und ekstatisch, während sie an ihm spielten, und nichts, nichts was in der Wirklichkeit passierte, konnte diesen Händen das Wasser reichen.
Und eines Nachts war zu diesen Händen plötzlich ein Gesicht erschienen.
Und er war schreiend aufgewacht. Denn in diesem Moment hatte er erkannt, wessen Hände auf seinem Körper er wollte. An wessen Körper er sich drücken wollte.
Sprachlos und schwitzend hatte er in seinem Bett gesessen, während sich Setos Verhalten der letzten Zeit zu einem stimmigen, aber erschreckenden Bild zusammenaddierte. In der Maske des Tiefschlafs war zu ihm gekommen, was sein älterer Bruder schon seit Langem mit seinem Verstand erfasst hatte.
Und er hatte erkannt, dass sie sich mitten in einer Griechischen Tragödie befanden.
Am nächsten Morgen hatte er einem bleichen, schweigsamen Seto mitgeteilt, dass er für einige Monate ins Ausland gehen wollte. Fort aus Domino. Für die Schule - natürlich.
Nie würde Mokuba Setos Blick in diesem Augenblick vergessen. Es war eine untrennbare Mischung aus plötzlichem Schmerz und heftiger Dankbarkeit gewesen.
Es war auch der Moment gewesen, der ihnen beiden klargemacht hatte, dass sie beide es wussten. Und dass sie wussten, dass der andere es wusste.
Seto hatte diese Auslandsreise für Mokuba in Rekordzeit arrangiert.
Aber die acht Monate hatten nichts verändert.
Als sie sich am Domino Airport wiederbegegneten, hatte es dieses elektrische Summen in der Luft gegeben...dieses Flimmern in zwei Augenpaaren...dieses total verräterische Lächeln...und kein Small Talk, der darauf folgte, kein harmloses Durchsehen von Reisefotos konnte das wieder ungeschehen machen.
Und wie es halt so war mit zwei Menschen, die wussten, dass der andere etwas wusste, das er nicht wissen sollte...
Es wurde unerträglich.
Nichts ging mehr. Kein Nebeneinandersitzen in Setos Flugdrachen, kein nächtliches die-Köpfe-zusammenstecken über Plänen für ein neues Spiel. Keine freundschaftlichen Berührungen, und seien sie noch so nebensächlich.
Sie litten, beide für sich, auf zwei Seiten einer unsichtbaren Wand. Und diese Wand bestand nicht aus Hass, nicht aus Misstrauen...sie bestand aus dem Gegenteil davon. Und einer guten Portion Scham.
Und eines Abends war Mokuba der Gedanke gekommen: wenn es durch Verzicht nicht besser wurde...warum versuchen, zu verzichten?
Es war ein logischer Gedanke. Ein Kaiba-Gedanke. Er musste Seto einleuchten.
An diesem Abend hatte sich Seto ausnahmsweise ins Zimmer seines Bruders gewagt, obwohl dieser bereits im Bett war. Das war etwas, das er sich normalerweise verbot. Vielleicht war es, weil der CEO der Kaiba Corp am nächsten Tag zu einem Wochenbesuch nach San Francisco aufbrechen sollte. Allein, natürlich. Sie unternahmen keine gemeinsamen Reisen mehr.
Vielleicht war es das Wissen, dass sie sich eine Woche nicht sehen würden – und dass es ihn gegen seinen Willen quälen würde – das Seto an diesem Abend in Mokubas Zimmer trieb. Wie auch immer – die Situation war genau die richtige.
Sie unterhielten sich eine Weile – Mokuba im Bett, Seto auf einem Stuhl daneben – tauschten Belanglosigkeiten und Harmlosigkeiten aus. Waren froh, zusammen zu sein, und gleichzeitig davon verängstigt. Mokuba erinnerte sich daran, dass ihre Körpersprache in diesem Moment Bände sprach. Er selbst hatte die Arme überkreuzt, Seto die Beine – beides schrie förmlich „Fass mich nicht an!" in allen erdenklichen Sprachen. Und die Wirklichkeit sah so verdammt anders aus.
Er war schon immer ausgezeichnet darin gewesen, unausgesprochene Dinge zu deuten.
Das war unvermeidlich. Sein älterer Bruder war absolut sturzblind, wenn es um Gefühle anderer ging...also war dieser Part automatisch Mokuba zugefallen.
Und in diesem Moment war es unverkennbar, was zwischen ihnen in der Luft schwebte. Seto hatte Angst. Vor sich selbst. Und dass Seto Kaiba Angst hatte – das war eine Schwingung, mit der auch Mokuba nicht vertraut war. Vor allem, da er nicht weniger Angst hatte.
Mokuba wartete, bis sein älterer Bruder sich mit einem gemurmelten „Pass auf dich auf, Mokuba." erhob, um zu gehen.
Er streckte die Hand aus, um Setos Arm zu ergreifen – die erste Berührung seit was, Monaten! – zerrte ihn ans Bett zurück und stieß hervor: „Bleib!"
Die Überraschungsattacke fruchtete. In seiner Verblüffung beugte sich Seto zu ihm runter, bis ihre Gesichter auf einer Höhe waren. Er schenkte seinem kleinen Bruder ein nüchternes Halblächeln, aber da war Unruhe in seinem Gesicht. „Ich soll dir doch wohl keine Geschichte erzählen? Wie früher? Passt wirklich nicht, ich muss mich vorbereiten für die Spinner bei Industrial Illusions..."
Mokuba zischte: „Lass das! ICH weiß, was ich meine, DU weißt, was ich meine, und es geht nicht um Gutenachtgeschichten!" Er atmete tief ein. Das zu sagen, kostete Mühe. Viel Mühe. Seine schmale Brust war wie zugeschnürt. „Ich sag´s nur einmal: BLEIB."
Langsam dämmerte Erkenntnis in Seto Kaibas Augen. Die Erkenntnis, dass die Karten offen auf dem Tisch lagen. Er lachte bitter. „Das kann ich nicht. Nicht so, wie du es Willst."
„Du willst es doch auch..." begann Mokuba, aber Setos Reaktion schnürte ihm die Worte ab. Der ältere Kaiba stieß seinen Bruder so hart vor die Brust, dass er nach Luft schnappend in den Kissen landete. Mit schreckgeweiteten Augen starrte Mokuba hoch in die verzerrte Grimasse, die Setos Gesicht darstellte.
„Willst du, dass ich dir dein Leben versaue, kleiner Bruder?" fauchte er kalt. „Willst du das? Willst du mitansehen, wie alles den Bach runtergeht...? Bist du so wild darauf, dass ich dich ruiniere...? Vergiss es. Ich hab zu viel in dich investiert. Ich werde dich nicht mit Schmutz beschmeißen, verstehst du das?"
Mokuba hielt sich noch immer die schmerzende Brust. Die Atemnot trieb ihm Tränen in die Augen – vielleicht nur die Atemnot, vielleicht was anderes. Er keuchte: „Seto...wenn...zwei Leute...das Gleiche wollen...ist es Wahnsinn, es...nicht zu versuchen..."
„Erzähl mir nichts von WAHNSINN!"
Seto Kaiba war schon bedrohlich, wenn er nur ein bisschen die Stimme erhob. Wenn er brüllte, war er furchterregend. Und er brüllte wie noch nie. „Das, was DU mir vorschlägst, ist Wahnsinn!"
Aber Mokuba war zu lange Setos Bruder, er hatte zuviel gesehen, als sich erschrecken zu lassen. Seine Stimme blieb leise, und ruhig. Unter anderem, weil immer noch nicht sehr viel Luft in seine Lungen kam. „Wenn mir etwas gefällt, soll ich es mir nehmen, und mich durch nichts aufhalten lassen," hustete er. „Das sind DEINE Worte, Großer Bruder."
Für eine Sekunde hielt Mokuba es für denkbar, dass Seto ihn schlug. Aber natürlich tat er das nicht. Er stand nur da, mit zornblitzenden blauen Augen, und hasste stattdessen sich selbst. Nach und nach wurde seine Miene kalt, und das Blitzen erlosch.
„Seit wann kannst DU mit mir diskutieren...?" zischte er und verschwand mit einem letzten Flattern seines Mantels aus dem Zimmer.
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Rücksitz
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Es WAR Wahnsinn...Wahnsinn im wahrsten Sinne des Wortes.
Es war Raserei. Raserei zweier Körper, die einander allzu lange entbehren mussten.
Ohne sich abzusprechen – an dieser Nacht war nichts abgesprochen, wie sollte man so was schon absprechen? – hatten sie sich heute beide viel Mühe mit ihrer Garderobe gegeben, wie es sich für ein besonderes Ereignis schickte. Das war zwar makaber, aber trotzdem eine Tatsache.
Das Ergebnis war, wie Mokuba nicht entgangen war, irgendwie amüsant: während er sich alle Mühe machte, erwachsener und ernster zu wirken, schien Seto sich angestrengt zu haben, weniger erwachsen und lockerer auszusehen.
Er hätte es niemals zugegeben, aber bevor sie losgefahren waren – Stunden, bevor sie losgefahren waren – war Mokuba bereits wie ein aufgescheuchter Kolibri durch sein Zimmer geschwirrt und hatte sich in verschiedene Outfits geworfen. Er hatte sogar – o mann, das konnte er keinem erzählen – in verschiedenen Kombinationen vor dem Spiegel rumposiert.
Es war frustrierend. Sein riesiger Kleiderschrank war prallvoll mit diesen bunten, kindischen Sachen – Streifen, Streifen, Streifen, T-Shirts mit Aufdrucken von Rockbands, noch mehr Streifen, Westen in brüllenden Farben. Auch sein hellblaues Halstuch war nicht besonders hilfreich. Mit nichts davon wollte er heute Seto begegnen.
Er sah aus wie ein notgeiler Pfadfinder. Unmöglich war das.
Schließlich hatte er im allerhintersten Winkel seines Schrankes eine schwarze Cargohose und ein schlichtes, dunkelrotes Hemd entdeckt. Er erinnerte sich dunkel. Das war sein „Ich-muss-mit-Seto-auf-ein-idiotisches-Geschäftsessen"-Look. Er hatte nie viel dafür übrig gehabt, aber heute erschien es ihm genau richtig.
Er hatte sich für diese alberne Vor-Date-Panik irgendwie etwas geschämt...aber das hatte sich gelegt, als er Seto draußen am Auto warten sah. Denn es war nicht zu übersehen, dass auch der CEO für heute nacht seinen Kleiderschrank umgekrempelt hatte.
Natürlich trug er einen Trenchcoat, den indigofarbenen – Seto war einfach nicht Seto ohne Trenchcoat – aber statt seines üblichen hochgeschlossenen Pullovers hatte er ein schlichtes Hemd an, das mit seinem Hellblau bestens zu Mokubas Halstuch gepasst hätte. Dazu trug er – es glich einem Wunder – statt seiner Lederpants eine dunkelblaue Bügelfaltenhose. Selbst auf die Lederbänder, die normalerweise seine sehnigen Arme zuschnürten, hatte er verzichtet.
In einem Anfall unüblicher Ausgeflipptheit hatte Mokubas älterer Bruder sogar die ersten beiden Knöpfe an seinem Hemd geöffnet und ließ einen Teil seines vernarbten Halses sehen.
Sie sahen einander an, und ihrer beide Mundwinkel zuckten für einem Moment. Sie hatten beide versucht, dem anderen in der Wahl ihrer Sachen näher zu kommen. Es war seltsam anrührend.
Aber so, wie die Dinge sich nun mitten in der Nacht im Inneren des Wagens entwickelten, hätten sie auf die sorgfältigen Kleidersessions verzichten können.
Denn ihre Kleider hatten keine Chance.
Mokubas Hemd erwischte es zuerst. Der Stoff konnte Setos herrischen Händen, mit denen er seinen Bruder auf seinen Schoß zerrte, nicht lange standhalten. Ein Riss klaffte auf, und Seto bedeckte die Zentimeter Haut, die zum Vorschein kamen, mit fiebernden Küssen.
Nicht in der Lage, das Zittern seiner eigenen Hände unter Kontrolle zu halten, riss Mokuba ungeschickt an Setos Hemd, bis schließlich die Knöpfe durch den Fond des Wagens flogen und in den Ritzen der Sitzbank verschwanden. Keinen kümmerte es.
Nichts kümmerte sie mehr. Zunächst.
Mokuba keuchte erschrocken, als der Ältere seine Hände auf seinen Hintern legte und ihn mit unerwarteter Wildheit an sich riss. Er spreizte die Beine und spürte, wie ihn dort etwas heißes, hartes berührte. Sein Bruder, den Kopf an seiner Brust, die Lippen auf seiner Haut, stieß ein qualvolles Stöhnen aus.
Für den Schatten eines Augenblickes verspürte Mokuba Furcht. Was sich da unten leidenschaftlich an ihn drückte, war...nicht klein. Es war schon nicht einmal mehr mittelgroß. Es war...also, es war wirklich SEHR groß.
Seto wird mir nicht wehtun, sagte er sich selbst vor, niemals. Auch hierbei nicht...oder?
Er erschauerte, vor Lust und Angst gleichzeitig, als er Seto in diesem Augenblick flüstern hörte. „Mokuba...!"
Die Art, mit der sein Bruder seinen Namen sagte, war beängstigend... Er sagte es vertrauensvoll und leise, wie ein Bruder, wie er es immer gesagt hatte – und zur selben Zeit sagte er es wie ein Liebhaber, verzweifelt, besitzergreifend, wie im Fieber.
Es war ungeheuer verstörend, das zu hören...und mindestens ebenso erregend.
Mokuba unterdrückte einen leisen Schrei, als Seto eine seiner dunklen, sensiblen Brustwarzen entdeckte und begann, sich daran festzuknabbern. Eine wohlige Gänsehaut schlich sich langsam seinen Körper runter. Er fühlte sich schwach. Sein Körper bewegte sich willenlos gegen den seines Bruders. Er legte seine Arme um Setos Nacken, wühlte seine Nase in das kastanienbraune Haar, atmete den vertrauten Duft ein...
Mokuba hätte nie geglaubt, dass es möglich sein konnte, gleichzeitig geil zu sein und sich geborgen zu fühlen. Aber mit Seto war es ganz genau das. Er beschloss, sich nicht mehr zu fürchten.
Seine Finger wanderten liebevoll über den starken, aber zitternden bleichen Oberkörper unter ihm. Berührten die Spuren einer vergangenen, halb vergrabenen Zeit...eine vernarbte harte Stelle hier, eine verblichene Brandwunde dort...die Narben kümmerten ihn nicht, sie waren ihm vertraut. Sie waren Seto. Gehörten dazu. Er ertastete sie blind auf der weißen Haut.
Setos Atem war rasch, sein flacher Bauch hob und senkte sich schnell, während er unter den kleinsten Berührungen zusammenfuhr. Mokuba wusste, dass es der Schock lange unterdrückter Lust war.
Aber da war noch etwas anderes. Das leise Stöhnen seines Bruders, das Zittern seiner sonst so verhärteten Muskeln enthielt noch etwas anderes...tiefe Dankbarkeit.
Ein Körper, der nicht genug Sonne und erst recht nicht genug...hiervon...bekam.
Setos Körper.
Das Gesicht noch immer im Haar seines Bruders vergraben, lächelte Mokuba. Es war wirklich höchste Zeit...
Sein Mund wurde trocken. Er war nervös. Mit einem letzten Ruck überwand er seine Scheu und ließ eine tastende Hand weiter runterwandern. Sie stahl sich unter Setos Gürtel – der ohnehin allmählich überflüssig wurde, wie Mokuba fand – und legte sich auf die heftige, wartende Erektion darunter.
Er fühlte Setos Lippen sich öffnen, als dieser einen leisen Schrei ausstieß – und erschrocken erstarrte.
Schweratmend verharrten die beiden Brüder aufeinander, regungslos. Mokuba hörte Seto gegen seine Brust keuchen. Was war passiert...? Das Glühen auf Setos Haut war noch da...die Beule unter Mokubas Hand war noch da...aber irgendetwas schien seinen Bruder zu lähmen.
„Mokuba," wisperte Seto, ohne ihn anzusehen, „ich kann nicht..."
Versuchsweise bewegte Mokuba seine forschende Hand, streichelte die harte Wölbung durch den Stoff, und Seto stöhnte an seinem Ohr. Gequält. Drängend. Verzweifelt. Mokuba wimmerte leise, als er seine eigene Erregung wachsen spürte, und merkte, dass er dieses Warten nicht mehr aushielt.
Mokuba schloss die Augen und drückte sein Gesicht tiefer in das verschwitzte Haar. „Doch. Du kannst. Alles, was du willst. Bitte, nicht mehr reden...!"
Hände legten sich an Mokubas Schultern und vergrößerten den Abstand zwischen ihren erhitzten Körpern. Er wehrte sich etwas dagegen, aber Setos Griff war so energisch wie eben, als er ihn an sich gezogen hatte.
„Mokuba...ich muss dir was sagen..."
Das hörte sich so schüchtern an, so ganz und gar nicht nach Seto, dass Mokuba seine Weigerung aufgab und beschloss, zuzuhören.
Seto blickte ihm ins Gesicht. Er sah ungewohnt, fast ein bisschen komisch aus...das sonst so sorgfältige Haar von Mokubas Händen zerwühlt, die kaltblauen Augen riesengroß in dem schmalen Gesicht, rote Flecken auf den fahlen Wangenknochen. Aber sein Gesicht war ernst und er biss sich auf die wundgeküssten Lippen.
Also unterdrückte Mokuba das Grinsen, das sich auf seiner eigenen Miene breit machen wollte.
„Ich...", Seto wirkte zerknirscht. „Ich hab´s noch nie...ich meine...ich bin noch..." Er brach frustriert ab, als müsse er sich noch einmal neu sortieren.
„Ich...weiß nicht genau, wie´s gemacht wird." sagte er schließlich kaum hörbar.
Mokuba starrte ihn stumm an und konnte es für einen Moment nicht fassen.
Und mit plötzlichem Mitgefühl begriff er, dass Seto noch nie so angefasst worden war. Dass seine Haut kein Streicheln kannte und sein Hals keine Küsse...bisher zumindest.
Er wusste natürlich, dass sein Bruder kein Aufreißer war. Setos einzige Leidenschaften waren Duel Monsters, seine Firma, die Lust, einen anderen zu besiegen – und er, Mokuba. Aber...
Er blinzelte. Aber das konnte doch nicht sein...Seto war jung, er war reich, er sah umwerfend aus, er war selbstbewusst – oder konnte zumindest überzeugend so tun – und er hatte massenweise Verehrer beiderlei Geschlechts...er musste doch ...zumindest... ein oder zwei mal rumprobiert haben, oder nicht?
Oder etwa nicht?
„Du...du...bist AUCH noch...?" stammelte er schließlich.
Die Bestürzung in Mokubas Stimme war so echt, dass Seto unfreiwillig lachen musste. Ein schiefes Grinsen schob sich auf sein Gesicht und er senkte den Blick. „Was soll ich dir sagen...? Ich hab mich eben für den Richtigen aufgespart."
Mokuba wurde rot, als er den leisen Spott in der Stimme seines Bruders hörte, aber trotz allem wusste er, das Kompliment war ernstgemeint.
Sie schwiegen, beide laut und schnell gegeneinander atmend, und Mokuba fragte sich, warum er vorher nie darüber nachgedacht hatte, ob sein älterer Bruder noch unberührt war oder nicht. Dabei war es eigentlich offensichtlich. Er dachte an Seto, wie er steif hinter seinem Schreibtisch stand, eine uneinnehmbare Bastion der Selbstbeherrschung. Es war so klar – wie sollte diese Körper schwach werden, sich hingeben? Woher sollte er wissen, wie das ging...?
„Und? Du?" unterbrach Setos Stimme seine Gedanken, ziemlich plötzlich und in eigenartigem, bemüht kühlem Plauderton. Mokuba hob den Kopf und begegnete zwei unerwartet durchdringenden blauen Augen.
Er verstand nicht sofort, was Seto meinte. Der Ältere schien sich irgendwie zu versuchen, beherrscht zu wirken, was weder zu seinem leisen Keuchen noch zu der Härte zwischen seinen Beinen passte, die sich immer noch gegen Mokuba presste.
„Nicht, dass es mir was ausmachen würde," fuhr Seto schnell fort, als sein kleiner Bruder ihn nur ratlos anstarrte, „ich meine, du hattest das Recht, zu..."
Mokuba machte so was wie Verletztheit in Setos Stimme aus – und endlich kam es bei ihm an, worauf der andere hinauswollte. Wider Willen lächelte er. Unmotivierte Eifersucht. Eine von Setos furchterregendsten und besten Eigenschaften.
„Nein." sagte er und blickte dem anderen ruhig in die Augen. „Habe ich nicht. Ich..." er stockte. Was nun kam, war wahr, aber wirklich seltsam. „...ich glaub, ich hab auch immer auf...irgendwen...gewartet."
Es war zwar keine Spur davon in Setos kühlem Gesicht zu sehen, aber Mokuba glaubte so etwas wie ein erleichtertes Ausatment zu hören.
„Danke", erwiderte sein älterer Bruder leise, ohne aufzusehen. „Das...ist irgendwie eigenartig. Aber auch irgendwie schön."
Mokuba lehnte sein Kinn auf Setos nackte Schulter und seufzte. „Wem sagst du das."
Seto vermied es, ihn anzusehen. Er blickte mit blauen Augen an ihm vorbei auf die schwarzen Fenster. Er wirkte noch immer niedergeschlagen.
Mokuba lehnte sein Gesicht an Setos, und der andere reagierte sofort, indem er mit der Hand durch das pechschwarze Haar strich. Setos Atem war immer noch tief und heftig, sein Körper glühte immer noch sehnsüchtig gegen Mokubas. Aber trotzdem rührte er sich nicht.
Mokuba hatte es sich anders vorgestellt. Er war davon ausgegangen, dass es SEIN erstes Mal sein würde...er hatte nicht damit gerechnet, dass sein Bruder noch weniger Ahnung hatte als er selbst...Wie sollte ER, Mokuba, in dieser Situation den Anleiter spielen, wenn ihm selbst das Herz panisch irgendwo oben im Hals rumflatterte?
Wie konnte er dieses Begehren befreien? Wie sollte er Seto dazu bringen, seine Kontrolle einfach sausenzulassen...?
Ohne, dass er es wollte, fiel Mokuba plötzlich etwas ein. Eine Phantasie. Eine heimliche Phantasie von ihm, aus anderen Zeiten, einsameren Zeiten. Etwas, das er sich manchmal verschämt vorgestellt hatte, während er es sich selbst machte. Es hatte mit Seto hinter seinem Schreibtisch zu tun, mit ihm selbst unter Setos Schreibtisch...und meistens auch noch mit einer gehörigen Menge Schokoladenmousse.
Hätte irgendwer ihm vor einer Woche gesagt, dass er einmal dazu kommen würde, diese Phantasie in der Realität zu erproben – er hätte ihn laut und erschrocken ausgelacht.
Aber heute...heute hatten sich die Dinge verändert.
Und plötzlich wusste er, was er machen könnte. Und was er machen WOLLTE.
Setos Schreibtisch stand Kilometer entfernt. Und Schokoladenmousse hatten sie auch keine...aber Seto war hier. Und alles andere war gleichgültig.
„Was ist...?" murmelte Seto, als er Mokubas kleines Grinsen an seinem Hals spürte.
Ernst richtete Mokuba sich auf dem Schoß seines Bruders auf und nahm das Gesicht des Älteren in beide Hände. Es fühlte sich etwas komisch an, ihm gegenüber so entschlossen zu sein, aber Seto erhob keine Einwände.
„Seto," sagte er. „Ich will dir ein Geschenk machen. Du musst nichts machen. Du musst es nur annehmen." Er sah ihm forschend in die Augen. „Kannst du das?"
Nervosität zuckte über die blassen, angespannten Züge des anderen. „Ich denke schon...?"
Mokuba atmete laut und tief ein. Äußerlich war er beherrscht, innerlich aber hätte er am liebsten vor Panik und Freude gleichzeitig geschrieen.
„Gut," brachte er heraus und kletterte von Setos Schoß, um sich zwischen seine langen, schlanken Beine zu knien.
Ein weiterer leiser Schock durchfuhr Setos Körper, als Mokuba seine Hände an der empfindlichen Innenseite der Schenkel entlangführte und sie auf den Verschluss der Hose legte, der sich unter seinen Fingern wölbte.
Ein starkes Zittern überkam ihn, und er brauchte länger, als er wollte, um sie zu öffnen. Aber es machte nichts. Seto sah ihm stumm zu und schien vergessen zu haben, zu atmen.
Schließlich kam Mokuba mit dem Verschluss zurecht, befreite, was darin war...
Und begann, leise zu lachen.
Wie die meisten Männer reagierte Seto Kaiba nicht besonders begeistert darauf, wenn andere beim Anblick seines Geschlechts lachten. In dieser Hinsicht war er beruhigend normal. „Was...was ist...?" wollte er wissen. Die unüberhörbare Gekränktheit löste nur noch mehr ungewollte Heiterkeit bei Mokuba aus.
„Es ist nichts," brachte er zwischen leisen Kicherschüben schuldbewusst heraus. „Es ist nur...ich habe es doch schon so oft gesehen, weißt du...nur noch nie so...! Noch nie so...hart..."
„Ich kann nichts dafür," knurrte Seto ihn an, aber es klang liebevoll, „Das ist allein deine Schul...ah...!" Mokubas neugierige Hand brachte ihn zum Schweigen.
Mokuba sah aus den Augenwinkeln, wie sein Bruder seinen Kopf hilflos nach hinten warf, aber er konzentrierte sich auf das, was seine eigene Hand machte. Er bewegte sie und lauschte, wie die kleinen Bewegungen von harten, abgehackten Atemstößen Setos erwidert wurden. Der Körper über ihm wandte sich qualvoll.
Er mochte, was er hörte. Er mochte, was er sah. Er konnte keine Angst mehr davor haben.
Er neigte den Kopf und ließ seine zierliche, weiche Zunge probeweise über die sensible Oberfläche flattern. Ein langes raues Stöhnen aus der Dunkelheit bestätigte ihm, dass seine Idee die richtige war. Setos erster Impuls war, ihm stürmisch entgegenzukommen...das war ein Gutes Zeichen...aber es war nur ein Reflex. Kurz darauf verharrte der Ältere wieder, wie durch sorgenvolle unsichtbare Fesseln zurückgehalten, und fuhr vor dieser Art von Vereinigung zurück.
Es war Zeit, den Qualen ein Ende zu bereiten. Mokuba schloss die Augen und nahm so viel von seinem Liebhaber in seinen Mund auf, wie er konnte. Langsam, sehr langsam lehnte er sich tiefer in den Schoß seines Bruders.
Er hätte niemals geglaubt, dass er Seto einmal so oft am Stück „Oh Gott...!" keuchen hören würde...vor allem, da Seto nicht an Gott glaubte. Er war vage stolz auf sich.
Setos Hände ballten sich zu Fäusten, bis die Knöchel weiß wurden, öffneten sich wieder, schlossen sich wieder, während sich sein Atem in raschen Stößen aus seiner Brust presste. Schließlich wanderten die zwei zitternden Hände in Mokubas schwarzes Haar und wühlten sich hinein, streichelten ihn, während dieser manchmal langsam, manchmal schneller seinen Kopf bewegte.
Mokuba lauschte dem an- und abschwellenden Keuchen in der Dunkelheit, während er Lippen und Mund einsetzte. Er reizte Seto, bis er ihn stöhnend verzweifeln hörte, um dann ebenso plötzlich wieder nachzulassen. Er wusste, dass er seinem älteren Bruder süße Qualen bereitete – und er liebte es. Es war nicht das erste Mal, dass er so etwas machte – aber das erste Mal, dass er es an einem Menschen machte, der ihm alles andere als gleichgültig war. Noch nie zuvor hatte sein eigener Körper sich so vor Lust dabei zusammengezogen.
Aber noch immer hielt der Ältere sich zurück... egal wie sehr die liebevolle Zunge ihn kitzelte. Mokuba konnte das Zögern spüren, die Angst, ihn, Mokuba, zu verletzen.
Nach einer Weile flüsterte Seto sachte: „Warte...warte...warte...!"... aber Mokuba hatte keine Lust mehr, zu warten. Seto um Gnade flehen zu hören, obwohl er sie eigentlich nicht wollte, erregte ihn so stark, dass er zu beben begann.
Ohne Warnung zog er sich von seinem Bruder zurück, und hörte Seto mit Mühe einen Schrei runterschlucken. Keinen leisen Schrei dieses Mal.
Mokuba blickte in das blaue Augenpaar, das ihm aus der Schwärze entgegensah.
„Willst du, dass ich es bis zum Schluss mache...?" fragte er leise in die Stille hinein.
Das Augenpaar sah ihn ungläubig an. Mokuba sah eine köstliche Mischung aus viel Scham und noch mehr Lust darin – und fand sie großartig.
„Du...bist...unmöglich..." ächzte sein Bruder mit dunkler Stimme.
„Ich nehm´s als Kompliment," erwiderte der Kleinere höflich und blinzelte kokett zu dem Älteren auf.
„Willst du...willst du das denn...?" flüsterte Seto, heiser durch das Keuchen und Stöhnen, das sein Bruder ihm entlockt hatte.
Mokuba lächelte nur zur Antwort.
Einen Moment war es still. Dann hörte er seinen älteren Bruder zögerlich sagen: „Mach es..." und dann ein Wort, das er selten, vielleicht noch nie aus Setos Mund gehört hatte, „...bitte."
Der Kleinere kicherte und schwelgte einen Moment in der Macht, die er ausnahmsweise über seinen starken Bruder hatte. Er reizte ihn mit der Hand, und Seto fuhr mit einem unterdrückten Lustschrei zusammen.
„Alles, was du willst," sagte er dann und begann, sein Werk zu Ende zu führen.
Das war sein Geschenk. Er würde Seto zeigen, dass es keine Schande war. Dass es keine Schande war, sich zu vergessen...sich hinzugeben... Vor allem nicht, wenn man sich liebte.
Und dann, schließlich, war es soweit. Sie erreichten den Punkt. Den Punkt, an dem die Kontrolle Seto Kaiba verließ, die Kontrolle, die ihn viel zu lange festgehalten hatte... –
Der Griff von Setos Händen wurde mit einem mal härter – fast ein bisschen zu hart. Die Finger krampften sich in sein Haar und schoben Mokubas Kopf energisch tiefer auf seinen erhitzten Schoß, als der Ältere begann, fester in die feuchte, einladende Hitze des Mundes hineinzustoßen.
Was immer Seto in diesem Augenblick leitete – zum ersten Mal in seinem Leben war es nicht sein Verstand.
Der Kleinere schrak etwas zusammen, als diese raue Behandlung begann, aber zur selben Zeit schauerte er von Lust zusammen, als er merkte, wie sein Bruder ihn schließlich, endlich, in Besitz nahm. Er hätte laut aufgestöhnt – wenn er gekonnt hätte.
Mokuba kostete das Pulsieren der Muskeln aus, das Kitzeln der überreizten Nerven, die verzweifelte Heftigkeit der Stöße. Genoss die letzten Sekunden der Qual, bevor sein Mund in einem Moment unbeherrschter Gier den Bogen überspannte – und seinen Bruder über die Grenze beförderte.
Seto schrie – dieses Mal schrie er wirklich – bevor sein Körper sich in hilfloser Lust aufbäumte, als seine schmerzenden Muskeln endlich im Höhepunkt explodierten.
Mokuba zuckte zusammen, und ein gewaltiger Ruck lief durch seinen eigenen Körper. Ohne nachzudenken, krallte er seine Hände in die Schenkel neben sich, als er selbst unerwartet heftig kam, ohne dass er sich auch nur angefasst hätte. Sein eigener Verstand wurde für einen wunderbaren Moment ausgelöscht, während der Körper des anderen sich ihm noch immer in lustvollen Wellen seinem entgegendrängte.
Er kam wieder zu sich, als er sich furchtbar verschluckte.
