Und dann doch früher als geplant: das zweite Kapitel! :-)

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02. Unter Feinden

Das Nächste was Hermine mitbekam, war, dass sie auf einem knarzenden alten Holzboden landeten. Voldemorts Arm ließ sie sofort los und Hermine war einige Sekunden orientierungslos. „Was – wo sind wir?" „Wir sind gerade appariert, habe ich fälschlicherweise angenommen, dass du mit dieser Art zu Reisen vertraut wärst?", fragte er bissig. Hermine verspürte einen leichten Stich bei seiner scharfen Zurechtweisung, doch sie war noch zu durcheinander, als dass es sie wirklich traf. Im einen Moment waren sie noch im Büro des Professors gewesen und einen Augenblick später in Little Hangleton? Wohin waren der Wirbelsturm voller Eindrücke, der Knall und das Gefühl, durch einen Schlauch gequetscht zu werden, verschwunden? Normalerweise konnte man diese unangenehmen Erfahrungen jedes Mal beim Apparieren oder Disapparieren genießen.

„Für fähige Zauberer wie mich existieren diese lästigen Nebeneffekte nicht.", meinte Voldemort höhnisch. „Bei dem Gesindel mit dem du dich umgibst, wundert es mich natürlich nicht, dass du von solch präzisen Techniken keine Kenntnis hast." „Mit präzisen Techniken meinen Sie dann wohl Abschlachten, Vergewaltigen und Töten, wie es das Gesindel so gut kann, mit dem Sie sich umgeben?", erwiderte Hermine selbstzufrieden. Voldemort rümpfte die Nase. „Du bist ein reizendes Kind, doch ich rate dir – werde nicht noch reizender, denn sonst könnte es passieren, dass du dich zufällig bei Vollmond in einem Raum voller Werwölfe wiederfindest." Er griff nach dem Knauf einer Tür direkt vor ihnen und drehte ihn. Hermine spähte hinein und erblickte ein Schlafzimmer. „Das wird dein Zimmer sein. Morgen früh werde ich dich holen, damit du dem Treffen beiwohnst und allen ihren Eid abnehmen kannst. Und was den heutigen Abend betrifft – ein Hauself wird dir ein Abendessen bringen. Gute Nacht."

Ohne auf eine Antwort zu warten drehte er sich um und ging den durch Kronleuchter erhellten Gang hinunter. Hermine beobachtete ihn, bis er um die Ecke gebogen war, dann erst betrat sie ihr Zimmer. Es war größer, als es das Zimmer ihrer Kindheit gewesen war und zu Hölle, es war sogar größer als ihr und Rons Schlafzimmer! Aber natürlich, argumentierte Hermine, als sie sich aufs Bett setzte, habe ich auch noch nie in einem Herrenhaus gelebt. Sie verbrachte die nächsten paar Minuten mit dem Auspacken und Einordnen ihrer Kleidung bis sie von einem leisen Klopfen unterbrochen wurde. „Herein!", rief sie und faltete ihren bunte Schal zusammen. Hermine drehte sich gerade um, als ein Hauself mit einem Tablett voller Essen hereinkam. Er ging zu Hermines Bett und – mit einem Fingerschnipsen – erschien ein kleiner Tisch, auf dem er das Tablett vorsichtig absetzte. „Danke", sagte Hermine lächelnd.

Der Hauself erstarrte einen Moment ob ihrer übermäßigen Freundlichkeit, doch er erholte sich schnell, verbeugte sich und verschwand. Hermine trat zu dem hölzernen Tischchen und nahm die silberne Abdeckung vom Teller: Mehrere Stücke Fleisch in dunkler Sauce mit Kartoffelpüree erwarteten sie. Hermine setzte sich auf Bett und probierte das köstliche Bouef Bourgoignon. Kaum dass sie fertig gegessen hatte begann sie wieder damit, ihre Sachen auszupacken und sich danach für das Bett fertig zu machen. Morgen würde ein langer Tag werden...

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Am nächsten Morgen wurde Hermine vom selben Hauselfen, dessen Namen – Laurie – sie nun erfuhr, geweckt und gebeten sich anzuziehen, damit man sie zum Dunklen Lord bringen konnte. „Wann muss ich dort sein?", fragte sie, als sie aus dem Bett stieg. „Ich möchte gerne duschen." „Später, Miss, später – bitte!", antwortete der Hauself und eilte hinaus. Hermine tat der panische kleine Hauself Leid, der Angst davor hatte, Voldemort warten zu lassen. Doch wie konnte sie mit dem momentanen Zustand ihrer Haare unter Menschen gehen? Sich selbst einen missmutigen Blick im Spiegel zuwerfend, band Hermine ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und murmelte schnell ein paar Sprüche, damit ihre Haare nicht in alle Richtungen abstanden. Dann schlüpfte sie in ihre braune Kordhose und ihren violetten Rollkragenpullover. Gerade als sie etwas Abdeckstift auf eine schmerzhafte Fieberblase auftrug, klopfte es an der Tür. „Ähm...". Hermine blickte zur Tür. Sie hatte Herein! sagen wollen, aber was, wenn das ein Fremder war? „Wer ist da?"

„Der Dunkle Lord hat mich geschickt, um dich zu ihm zu bringen.", ertönte eine Männerstimme vor der Tür. Er klang nicht besonders freundlich, dachte Hermine als sie aufstand; die Finger fest in einander verschränkt. „Sind Sie ein Todesser?" „Nein, ich bin der verdammte Premierminister.", antwortete er und sie konnte einen zweiten Mann schnauben und lachen hören. Hermine wurde rot und sah sich unsicher um. „Ich komme", hörte sie sich selbst mit brennenden Wangen sagen. Warum verhielt sie sich so dumm? Ein paar Sekunden und beruhigende Atemzüge später trat sie aus dem Zimmer, um ihre Eskorte kennenzulernen: Zwei maskierte Todesser. „Tut mir leid, dass Sie warten mussten.", sagte Hermine zu ihnen und versuchte höflich zu klingen. „Wir sind es nicht, wegen denen du dir deshalb sorgen machen solltest.", sagte der Todesser zu ihrer Linken als der andere ihr bedeutete, den Gang hinunter zu gehen. Hermine verspürte einen Stich Unsicherheit dabei, zwei Todessern ihren Rücken zuzudrehen, doch sie tat, wie sie ihr gesagt hatten. Um sich etwas zu beruhigen, lenkte sich Hermine ab, indem sie die Dekoration in Augenschein nahm.

Der Gang war opulent verziert und in warmen Farben gehalten; mit einem Läufer auf dem hölzernen Fußboden, Luster an den Decken und Gemälden an den Wänden. Ganz und gar nicht so, wie sie sich das Zuhause des Dunklen Lords vorgestellt hatte. „Halt.", sagte einer der Todesser plötzlich zu ihr. Hermine schrak zusammen. Was würden sie ihr antun? Dann bemerkte sie links eine große Tür aus Mahagoni, welche wohl zum Arbeitszimmer des Dunklen Lords führte. Einer der Todesser klopfte an und Hermine war beinahe erleichtert, als sie Voldemorts Stimme hörte, die sie hereinbat. Sie fand es unweigerlich komisch, dass der Klang von Voldemorts Stimme etwas geworden war, worauf sie sich freute. Natürlich machte es unter ihren Umständen Sinn, denn hier war er der Einzige, der geschworen hatte, sie nicht zu verletzen.

„Lasst uns allein.", befahl Voldemort seinen Gefolgsmännern, die sich verbeugten und dann gingen; die Tür fiel hinter ihnen mit einem leisen Klacken ins Schloss. Hermine wartete stumm darauf, dass er zu reden beginnen würde, doch er schien damit beschäftigt zu sein, sie mit leicht gerunzelter Stirn zu betrachten. Nach ein paar Sekunden unter seinem Blick begann Hermine sich zu winden und öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen. Da erklang plötzlich seine hochmütige Stimme. „Nach dem Frühstück gehen wir zur Versammlung." „Oh, in Ordnung.", sagte Hermine bemüht freundlich und lächelte. Er erwiderte das Lächeln nicht. „Du wirst dich dann umziehen. Ich erlaube dir, das zum Frühstück zu tragen, aber zur Versammlung wirst du umgezogen erscheinen, es sei denn, du willst, dass dich niemand ernst nimmt." Hermine war überrascht von seinem spitzen Kommentar und blickte an sich hinunter. „Was stimmt nicht mit meiner Kleidung?" Er rümpfte die Nase und zog eine Augenbraue hoch.

„Braune Kordhosen mit einem violetten Rollkragenpullover und schwarzen Schuhen? Das klingt ja nicht mal ansprechend." „Na ja...ich...", Hermine sah ein zweites Mal an sich herunter. Ihre Kleidung passte halbwegs zusammen. War das nicht alles, worauf es ankam? „Nein.", sagte er geradeheraus, fast so als hätte er ihre Gedanken gelesen, und näherte sich ihr. „Dein Outfit würde höchstens einem Kind stehen, und da du ja darauf bestehst, als Frau betrachtet zu werden, solltest du besser damit beginnen, wie eine auszusehen." „Was soll ich denn anziehen?", erwiderte Hermine etwas zu energisch. Seit wann ging ihr Kleidungsstil ihn etwas an? „Nun, da du ja offensichtlich ein hoffnungsloser Fall bist, wird eine einfache schwarze Robe genügen."

„Fein.", gab Hermine seufzend zurück und steckte ihre Hände in die Hosentaschen. „Ich würde an deiner Stelle nicht frech werden.", sagte er; seine kalten Augen bohrten sich in ihre. „Nur weil ich einen Eid abgelegt habe, dich nicht zu verletzten, heißt das nicht, dass ich dir nicht auf andere Weise Schmerz zufügen könnte." „Drohen Sie mir?", fragte Hermine mehr instinktiv als dass sie es gewollt hatte. Er glitt zu ihr hinüber, die Hände am Rücken verschränkt und Hermine begann sich unwohl zu fühlen. Hatte er seinen Zauberstab in der Hand? Wie konnte sie die Ohrringe aktivieren, wenn sie sich wirklich in Gefahr befand? Hermine versuchte ruhig zu wirken, als er direkt vor ihr stehenblieb und flüsterte: „Ich drohe nicht, ich warne." Er grinste, legte ihr eine Hand auf den Rücken und schob sie vorwärts. Hermines Atem stockte ob der ungewollten Nähe, doch sie entschied, dass es wohl besser war, sich nicht zu beschweren. Sie war ziemlich sicher, dass es ganz egal war, wie viele Schwüre Voldemort ablegte, sie nicht zu verletzen – wenn er es wirklich wollte, würde es ihm sicherlich gelingen sie zu umgehen.

„Wohin gehen wir?", fragte Hermine; um einen beiläufigen Tonfall bemüht, als sie dem Gang folgten. „Das habe ich dir bereits gesagt. Frühstück." „Werden dort noch andere sein?" „Wenn das der Fall wäre, hätte ich dich so nicht gehen lassen", antwortete er und warf einen weiteren angewiderten Blick auf ihr Outfit. Die Braunhaarige presste ihre Lippen zusammen, doch sie sagte nichts. Mode war für Hermine immer etwas gewesen, das nur anderen wichtig war. Für sie war es genug, wenn ihre Socken zusammenpassten und ihre Kleidung ordentlich und sauber war. „Warum stört Sie meine Kleidung eigentlich, Sie tragen doch immer schwarze Roben?", fragte Hermine plötzlich und blickte unsicher auf. Er grinste. „Warum glaubst du, dass ich immer schwarze Roben trage?" „Ich schätze, ich habe Sie nie in etwas anderem gesehen.", murmelte Hermine. Sie konnte sich beim besten Willen den Dunklen Lord nicht in etwas anderem als schwarzen Roben vorstellen.

„Nun, man trägt seine besten Roben nicht in der Schlacht", antwortete er. „Nicht, dass irgendeiner eurer furchtbar schlecht gezielten Flüche mich je getroffen hätte..." Hermine schnaubte amüsiert und rief sich eine Minute später selbst zur Ordnung. Warum lachte sie über eine Bemerkung, die ihre Seite beleidigte? „Es ist immer von Vorteil, über sich selbst lachen zu können", kommentierte er, als er wieder einmal erriet, was sie dachte. Dann erreichten sie den Speisesaal. Er war im viktorianischen Stil gehalten, mit fast ausschließlich hellen Farben – bis auf die Möbel aus Mahagoni. Es schien sehr untypisch für den Dunklen Lord. „Das ist der Frühstücksaal.", erklärte er. „Und nur falls du dich wunderst – das Haus war schon so, als ich es bekommen habe. Ich kann nichts für die Einrichtung." „Es ist hübsch.", meinte Hermine aufrichtig, als sie die Fenster, die bis zum Boden reichten, betrachtete. Die Vorhänge waren zurückgezogen; wie um es dem Sonnenlicht zu erlauben den Mahagonitisch einzuhüllen, der über und über mit frisch zubereitetem Frühstück beladen war. „Doch ich gebe zu – unerwartet."

Er setzte sich geräuschlos und bedeutete ihr zu essen. „Bitte." Hermine setzte sich zögerlich. Sie versuchte, nicht über Gift nachzudenken – er hatte immerhin einen Schwur abgelegt. Voldemort sah sie spöttisch an. „Ich hatte nicht angenommen, dass die grundlegende Etikette für dich ein Fremdwort ist, doch andererseits – du bist ja keine Lady.", stellte er fest und griff nach dem Toast, um ihn mit einem Löffel Eierspeise auf seinem Teller zu platzieren.

"Sind Sie immer so sarkastisch?", antwortete Hermine, gleichzeitig verärgerd und amüsiert. Er zuckte mit den Schultern und zog die Augenbrauen hoch, während er einen Schluck Tee trank. "Ich bin Brite." Hermine starrte ihn einen Moment lang an, dann schnaubte sie und sah auf ihren leeren Teller. "Ja, Sie sind eindeutig der Inbegriff trockenen Humors." Sie nahm sich etwas Orangensaft und griff nach Brötchen und Schinken, um sich ein Sandwich zu machen. "Dumbledore möchte einen speziellen Zaubertrank.", sagte Voldemort, ohne den Blick zu heben. "Welchen Trank?", sagte Hermine und hob den Kopf. "Den wirst du nicht kennen. Er zählt eher zu den finstereren Gebräuen." Hermine hielt ihre Hand vor ihren vollen Mund, bevor sie sagte: "Können Sie mir mehr darüber sagen?"

Er antwortete nicht, sondern kaute nachdenklich. Hermine nutze sein Schweigen, um ihren Bissen hinunterzuschlucken, und er tat das Gleiche. "Er ähnelt dem Imperius. Er ist für jemanden deinem Alters kompliziert und sehr fortgeschritten." Er warf ihr einen Blick aus seinen roten Augen zu. "Aber Dumbles...", seine Stimme troff voll falscher Zuneigung, "war fest von deinen außergewöhnlichen Fähigkeiten überzeugt und hat mich überredet, dir eine Chance zu geben, um dich zu beweisen." Er lächelte sie mit schmalen Lippen an. "Also kein Grund nervös zu sein." Hermine schluckte laut und blickte ihn leicht perplex an. "Er war der Meinung, dass ich dazu fähig wäre? Ich habe es noch nicht einmal geschafft, den Imperius erfolgreich auszuführen. Wie soll ich dann an dieser Form davon arbeiten?" "Nicht mein Problem." Er grinste wieder; seine roten Augen glänzten amüsiert, als er seine Teetasse mit einm Schluck leerte. "Vielen Dank für den Sarkasmus.", meinte Hermine und imitierte seinen schadenfrohen Gesichtsausdruck. "Nun", sagte er mit einem flaschen Lächeln, "Wie schön zu sehen, dass du aufholst. Zumindest deine Konversationsfähigkeit nähert sich dem Level, auf dem sie sein sollte. Unglücklicherweise kann man das nicht über deinen Kleidungsstil sagen."

Hermine errötete leicht und Voldemort erhob sich vom Tisch. "Die Versammlung beginnt um elf Uhr. Wenn du damit fertig bist dich vollzustopfen, geh in dein Zimmer, sorg dafür dass du halbwegs prästentabel bist und sieh zu, dass du um 10.50 Uhr fertig bist."

Er disapparierte.

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Hermine fröstelte, als mehrere Personen apparierten und der kühle Luftzug ihren Körper traf wie Wellen auf einen Strand. Voldemort blickte, wortkarg wie immer, auf die dunklen Umrisse der Todesser wie ein Schäfer auf seine Herde. "Ist es nur Ihr innerer Kreis?", fragte Hermine leise, als die Männer vortraten und sich um sie herum aufstellten. "Ja.", sagte er, seine Lippen bewegten sich kaum und seine Augen waren auf seine Gefolgsmänner gerichtet. "Sie werden jeder den Schwur an ihre Einheiten weiterleiten. Andernfalls würde es zu lange dauern...wenn man bedenkt, wie viele mir nun folgen.", meinte er mit einem leichten Lächeln und Zufriendheit in seiner Stimme als er kurz zu Hermine blickte, die mit dem Drang kämpfte, die Augen zu verdrehen.

"Guten Morgen, Gentlemen", raunte er als sich ein Halbkreis um sie herum gebildet hatte. "Heute wird die Versammlung nur von kurzer Dauer sein, denn, wie ihr ja alle wisst, werdet ihr unter Ms. Grangers Aufsicht einen Eid ablegen." Hermine konzentrierte sich auf einen uralten Spiegel ganz am Ende der hell erleuchteten Halle, als sie die Blicke der Todesser auf sich gerichtet spürte. "Danach wird jeder von euch denselben Schwur an seine Einheit weitergeben und mich informieren, wenn das geschehen ist." Er sah zu Hermine und seine roten Augen trafen auf ihre Braunen. "So kann Dumbledore sichergehen, dass ich meinen Teil des Handels erfüllt habe." Sie nickte. Er trat einen Schritt zurück und verschränkte die Hände hinter dem Rücken, als er ihr Nicken erwiderte. "Ich rate dir, schnell zu beginnen, Ms. Granger, das hier sind beschäftigte Männer in hohen Positionen, die es sich nicht leisten können, ihre Abteilungen für längere Zeit unter der Aufsicht ihrer unfähigen Angestellten aus dem Orden zu lassen."

Die Todesser lachten rau und Hermine, die ganz alleine vor den Zauberern stand, die sie von oben bis unten musterten – wie Schlangen, die ihr Opfer einzuschätzen versuchten – war zu nervös, um dem Dunklen Lord einen bösen Blick zu zuwerfen. "Ich habe hier einen magischen Vertrag, den Dumbledore und der Dunkle Lord verfasst haben.", sagte Hermine und öffnete eine Schriftrolle. "Ich werde jetzt den Eid sprechen und dann kommen Sie alle zu mir, unterschreiben und nehmen je eine Schriftrolle für Ihre Einheiten mit, bei denen Sie dasselbe Prozedere anwenden werden, das ich gerade erläutert habe." Hermine seufzte leise und bemühte sich, die Röte aus ihren Wangen zu vertreiben. "Mit dieser Unterschrift stimme ich der Einhaltung des Waffenstillstands zwischen dem Orden des Phönix und Lord Voldemort und seinen Todessern so zu, wie er von den jeweiligen Anführern der beiden Seiten festgelegt wurde. Ich werde mich während dieser Zeit nicht gegen die gegnerische Seite verschwören, sondern das gemeinsame Ziel unterstützen; es sei denn, die andere Seite hätte eine Klausel des Vertrages gebrochen. Ich schwöre außerdem, während dieser Zeit kein Mitglied der gegnerischen Seite oder ihren Gesandten zu verletzen; es sei denn, es handelt sich um Selbstverteidigung."

Nachdem Hermine fertig gesprochen hatte, hob sie den Kopf, um ihre Reaktionen zu sehen, doch alle trugen ihre Todessermasken, weswegen sie mit etwas mehr als einem Duzend Pokerfaces konfrontiert wurde. Hermine beschwor einen einfachen hölzernen Tisch herauf, auf dem sie die zusammengerollten Verträge neben einer Feder platzierte und trat dann zurück. Jeder Todesser schien zu zögern, um nicht der Erste sein zu müssen; ihre Masken neigten sich leicht von Seite zu Seite, so als ob sie ihre Gegenüber herausfordern wollten, voranzugehen. "Wir würden doch nicht wollen, dass Ms. Granger unser Zögern als eine Drohung versteht, meine Todesser.", sagte Voldemort gedehnt, als er zu Hermine ging; seine Schritte wurden von einem seidenen persischen Teppich am Boden gedämpft. Das schien zu funktionierten, denn um ihren Meister zu erfreuen, traten alle gleichzeitig vor und bildeten hastig eine Reihe.

Hermine beobachtete stumm, wie Name um Name der Liste hinzugefügt wurde und fragte sich, warum sie Masken trugen, wenn sie doch wussten, dass sie bei diesem Schwur ihren Namen preisgegen würden. Ganz abgesehen davon, dass sie ohnehin die Hälfte seines inneren Kreises kannte. Hermine versuchte, ihre Augen davon abzuhalten sich zu weiten, als ihr eine Idee kam. Nachdem der innere Kreis den Schwur an die Truppen weitergegeben hatte, würde sie eine Liste von allen Todessern haben. Diese Liste würde an Dumbledore weitergegeben werden und dann – aber Voldemort würde niemals solch einen Fehler begehen, sagte ihr ihre Vernunft. Er musste etwas geplant haben... Sobald alle Namen auf der Schriftrolle standen und der letzte Todesser sich wieder im Halbkreis eingereiht hatte, griff Hermine nach dem Vertrag, doch Voldemort kam ihr zuvor und rollte ihn auf. Er grinste sie an. "Du hast doch nicht geglaubt, dass du eine Liste meiner Gefolgsleute bekommen würdest, oder?" "Ich muss Dumbledore das übermitteln", unterbrach ihn Hermine. "Und das wirst du.", sagte Voldemort, als er sacht mit seinem Stab dagegenklopfte und einen Zauberspruch murmelte, bevor er ihn entrollte. Eine glühende '16' war unter dem Schwur erschienen, wo all die Namen zuvor gewesen waren. "Dumbledore muss die Identitäten nicht wissen, sondern nur, dass alle unterschrieben haben und dass der Gesandte anwesend war und die Echtheit des Dokuments bezeugen kann." Er gab ihr die Schriftrolle.

"Allerdings werde ich nicht anwesend sein, wenn sie ihren Einheiten den Schwur abnehmen.", meinte Hermine. "Ich habe Dumbledore unter Eid bereits mitgeteilt, dass ich sechzehn Einheiten mit je fünfundzwanzig Mitgliedern und meinen inneren Kreis habe. Wenn diese mir die, von ihren Einheiten unterschriebenen, Verträge geben, werde ich die Namen in eine Nummver verwandeln, so wie du es bereits gesehen hast. Und diese Schriftstücke wirst du dann erhalten." Hermine blickte ihn unsicher an. "Dumbledore hat das nie erwähnt." "Dann schick ihm eine Eule. Du wirst sehen, dass ich die Wahrheit spreche.", gab der Dunkle Lord prompt zurück. "Immerhin – welchen Vorteil habe ich durch diese Allianz? Bis jetzt keinen, also warum sollte ich wollen, dass sie zerbricht?"

Hermine nickte steif und schwor sich, dem Direktor sofort einen Brief zu schreiben, wenn sie in ihrem Zimmer war.

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Das wars wieder mal, wie hat es euch gefallen?

~M