Aoko zuckte vor Schreck zusammen, als Kaito völlig unvermittelt hinter ihr auftauchte und anfing, einen Schal um ihren Kopf zu wickeln, um ihr die Augen zu verbinden.

„Kaito, was soll das?"

„Pssssst!" Sein verschwörerisches Flüstern, so dicht an ihrem Ohr, dass sie seinen Atem auf ihrer Wange spürte, erstickte ihren Protest bereits im Keim. „Ich will dir was zeigen, Aoko."

„Was denn?" Um Himmels Willen, hatte ihre Stimme gerade gezittert? Ja, hatte sie. Dieser verdammte Mistkerl.

„Das ist ein Geheimnis!" Sie konnte das selbstzufriedene Grinsen, das sich gerade auf seinem Gesicht ausbreitete, regelrecht fühlen. „Vertraust du mir?"

Gute Frage. Vertraute sie ihm gut genug, um sich auf so ein Spiel einzulassen? Sie war sich nicht sicher …

„… Also schön", murmelte sie schließlich mit einer Mischung aus Aufregung, Nervosität und Gereiztheit. „Aber wenn das wieder einer deiner dämlichen Streiche ist, prügle ich dich hinterher krankenhausreif!"

„Aber klar doch." Immer noch grinsend ergriff er ihre Hände, um sie nach draußen zu führen.

Aokos Nervosität wuchs mit jedem neuen Schritt, aber ihr entging auch nicht, wie behutsam er sie durch den Garten lotste; sie stolperte kein einziges Mal und … wow, hatte sich der Griff seiner Hände schon immer so stark und verlässlich angefühlt?

Nach einigen kurzen, endlosen Sekunden stoppte er. „Schon da. Bist du bereit?"

Nein, ja, nein!

Bevor sie antworten konnte, nahm er ihr den Schal ab. Aoko blinzelte … und quietschte vor Entzücken.

Direkt vor ihnen befand sich ein Nest in einer Astgabel. In diesem Nest saßen drei kleine Babytauben.