Kapitel 2

Remus wandte sich abrupt ab. Mary stand ziemlich verwirrt im Abteil.

„ Du solltest jetzt wirklich gehen", forderte er sie auf.

„ Ja, bis bald Professor."

Und sie rauschte aus dem Abteil. i'Man, was ist bloß los mit mir? Ich kenne ihn doch gar nicht. Warum löst er bloß solche Gefühle in mir aus?'/i

„Wo warst du denn so lange?", fragte Laura neugierig.

„Ach, ich hatte noch ein paar von uns getroffen, wisst ihr, war halt bei den anderen", sagte sie noch immer leicht durcheinander.

Als sie ausstiegen, hörten sie schon die gewohnten Rufe.

„ Erstklässler, hier rüber!"

Ja, jetzt war sie wieder zuhause, sie atmete tief durch, es roch nach dem Dampf der Lokomotive, nach den Bäumen im Verbotenen Wald und nach Magie, so roch es nur an Orten, wo Zauberer und Hexen lebten.

Freudig ging sie mit den anderen auf eine der Kutschen zu, und obwohl sie wusste, dass dies ein hartes Jahr werden würde, freute sie sich darauf.

Im Schloss begann das übliche Fest, die Erstklässer wurden eingeteilt, die genauso begeistert aussahen wie sie damals selbst.

Dumbledore sprach seine übliche Rede. Mary schweifte mit ihrem Blick den Saal ab, bis sie am Lehrertisch hängen blieb. Da saß er, Remus Lupin, er sah wirklich gut aus, nicht so wie die Jungs in ihrem Alter, man sah ihm an, dass er schon viel erlebt hatte, sie fand aber. dass es ihm nur noch besser aussehen ließ.

„Ey Mary, was ist denn los mit dir? Wo starrst du denn die ganze Zeit hin?", fragte Maggie und versuchte Marys Blick zu folgen, doch die drehte sich rasch zu ihrer Freundin um.

„Gar nichts, ist alles in Ordnung. Guck mal, wir haben einen neuen Lehrer!"

Mary zeigte in die Richtung, in der Lupin saß. Doch keinen schien es wirklich zu interessieren, es war ja nicht sehr ungewöhnlich, dass sie einen neuen Lehrer bekamen.

Nach dem sie gegessen hatten, machten sich alle auf den Weg in ihre Gemeinschaftsräume. Mary, Laura und Maggie gingen gleich in ihren Schlafsaal, um ihre Sachen auszupacken, dort trafen sie ihre Klassenkameradin Elaine Bexter.

„Hi, na wie geht's euch? Einen schönen Sommer gehab?", fragte sie die drei Freundinnen. Elaine war erst letztes Jahr nach Hogwarts gekommen vorher besuchte sie Beauxbaton, bis ihre Eltern sich scheiden ließen und sie wieder mit in die Heimat ihrer Mutter kam. Sie verstanden sich gut mit Elaine, sie war ein nettes Mädchen.

„ Oh mein Urlaub war traumhaft!", schwärmte Maggie, das etwas mollige Mädchen mit braunen Haaren und Augen, den anderen von ihren Griechenland Urlaub vor.

„ Ich war für drei Wochen in Frankreich bei meinem Dad, er hat eine neue Freundin", sagte Elaine grimmig. Die anderen Mädchen schwiegen Elaine tat ihnen leid, denn sie hatte bis zuletzt gehofft, dass ihre Eltern wieder zu einander finden würden.

Laura überlegte, musste dann grinsen, stöberte in ihrem Koffer und schrie fast.

„ Schaut mal." Sie zog einen ziemlich knappen, pinken Bikini aus ihrem Koffer. „Hab ich von Mallorca mit gebracht." Die anderen drei Mädchen prusteten los und Laura ließ ihn beleidigt wieder in den Koffer fallen.

„ Wo willst du den denn anziehen?", fragte Elaine amüsiert.

„ Mh, es wird sich garantiert eine Möglichkeit ergeben. Und dann werdet ihr mich beneiden!", sagte Laura gespielt beleidigt...

So ging es noch den ganzen Abend. Alle erzählten aus ihrem Urlaub nur Mary saß auf ihrem Bett und dachte an zwei wundervoll warme Augen.

Nachdem die Lehrer sich nach ihrer Versammlung verabschiedet hatten, ging er durch die alt vertrauten Korridore und erinnerte sich an seine Jugendzeit. Bei diesen Gedanken fühlte er sich alt. Er lächelte verbissen, andere Männer in seinem Alter waren schon verheiratet und hatten Kinder, doch konnte er einer Frau ein Leben mit einem Werwolf zumuten? Dann huschte ein Gesicht in seine Gedanken, ein junges hübsches Mädchen mit strahlend blauen Augen und schwarzem Haar, so glänzend wie Seide. Sie war noch so jung und wirkte so zerbrechlich und trotzdem strahlte ihre Ruhe etwas sehr erwachsenes aus, sie war anders als die anderen Mädchen und sogar als die meisten Frauen, die er kennen gelernt hatte. Als Lupin die Tür zu seinem Büro erreichte, stöhnte er auf und schüttelte den Kopf, so durfte er doch nicht von einer Schülerin denken. Und trotzdem die Gedanken an Mary wollten einfach nicht verschwinden...