Und wieder drehte er sich um.
Um sich herum konnte er die Bettdecke, das zerknautschte Kissen und das zerwühlte Laken spüren.
Schon seit einigen Stunden versuchte er endlich in den Schlaf zu finden; doch mehr als ein Dahindösen schaffte er nicht.
Mit einem Seufzer langte er zielgerichtet nach seinem Wecker.
'4 Uhr 35' schepperte es ihm blechernd aus dem elektronischem Uhrwerk entgegen.
Er seufzte wiederholt und musste gleich daraufhin husten.
Oh ja. Die Erkältung hatte ihn voll im Griff.
Die Nase lief, der Hals kratzte, die Müdigkeit war da, der Schlaf jedoch nicht und zu dem stieg die Temperatur. Langsam aber stetig.
Der Kopf dröhnte und das Liegen machte es nur noch schlimmer.
Mehr oder weniger ächzend schälte er sich aus dem Wirr-Warr seines Bettes und setzte sich auf dessen Kante. Dort verharrte er einen Augenblick. So lang bis der aufkommende Schwindel wieder nachließ.
Dann stützte er sich ab und auf recht wackligen Beinen und unsicherer als sonst begab er sich in Richtung Badezimmer.
Auf halbem Wege vom Bad zur Küche klopfte es an der Wohnungstür.
Für einen Augenblick blieb er stehen und überlegte, ob er denjenigen, der da vor seiner Tür stand, einfach ignorieren und seinem Verlangen nach Flüssigkeit nachgehen sollte, doch er entschied sich die Türe zu öffnen.
Mit der Hand leicht an der Wand entlang fahrend torkelte er leicht benommen aber dennoch unbeirrt zur Eingangstür.
Er griff nach dem Knauf als just in diesem Moment ein zweites Mal geklopft wurde.
„Maaaatt?" Es war Foggy.
Richtig. Er hatte ja gesagt, dass er vorbeikommen wollte.
Aber so früh? Was wollte er denn hier mitten in der Nacht?
Egal. Er öffnete die Tür und wollte seinem Freund gerade den Wind aus den Segeln nehmen, indem er ihm erklärte, dass er momentan kein Interesse an Daredevil und Foggy sich keine Sorgen zu machen bräuche. Selbst wenn er wollte… allein der Gedanke die Wohnung zu verlassen machte ihn unsagbar müde.
Doch er kam noch nicht einmal dazu den Mund zu öffnen. Foggy war schneller.
„Maatty… da bis' du ja" lallte er ihm in einem leicht vorwurfsvollem und in der Lautstärke potenziertem Tonfall entgegen.
Zu Foggy's eigenem Geruch und seinem Aftershave gesellten sich noch der Gestank von abgestandenem kalten Rauch und Bourbon. Matt hatte mit einer aufkommenden Übelkeit zu kämpfen.
„Foggy! Halt den Mund und komm' rein!" sagte er und zog den offensichtlich Betrunkenen zu sich in die Wohnung. Dieser riss ihn torkelnd leicht mit und nahm ihm ihn daraufhin sofort in den Arm.
„Oh… sssoooorry Maaatty… dasss woll'e ich nich'. Alles ok?"
Foggy's Körpergewicht auf seinen Schultern und die penetranten Gerüche waren nicht gerade förderlich für Matt's Gleichgewicht. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit… er hatte das Gefühl gleich durch den Boden zu fallen.
„Fog… Foggy!" sagte er mit leicht gepresster Stimme und schob den anderen Mann relativ behutsam von sich weg.
„Setz' dich doch erst mal auf die Couch! Ich mache dir einen Kaffee und du erzählst mir was du hier mitten in der Nacht machst. Ok?"
Und mit diesen Worten schob er Foggy weiter in Richtung Couch, wo dieser sich beinahe augenblicklich jedoch recht umständlich drauf fallen ließ, während Matt langsamen Schrittes in den Küchenbereich lief um für den Betrunkenen Kaffee zu machen.
An sich wäre er jedoch lieber wieder zurück in sein Bett gekrochen. Mittlerweile hämmerte es in seinem Kopf und ihm war einfach nur noch schlecht.
Als er den Kaffee endlich fertig hatte goss er ihn in eine recht große Tasse und wollte ihn dann rüber ins Wohnzimmer tragen wo sein Freund Foggy saß und die ganze Zeit unverständlich vor sich hin brabbelte. Jedoch überkam ihn nach zwei Schritten ein extremer Schwindel. Auf der Suche nach Etwas an dem er sich festhalten konnte ließ er automatisch die Tasse fallen, welche klirrend und heißen Kaffee vergießend zu Boden fiel. Dann merkte er nur noch wie sein Kopf unsanft auftitschte.
Stille.
