Hi, da bin ich wieder. Ich hab nicht gedacht, dass das mit den Reviews so schnell geht. Ihr habt mich überrumpelt.

Falls ihr euch fragt, wie Hermine so einfach zu Fuß nach Hogwarts spazieren kann, lautet die Erklärung, dass Hermine bei mir in Sheffield wohnt ( ich meine, es sind ja keine genaueren Angaben gemacht worden, oder?) und Hogwarts bei mir etwa hundert Kilometer nördlich in den Pennines liegt.

Kapitel 1

Hermine war am Ende ihrer Kräfte. Sie hatte nicht gedacht, dass es so schwierig werden würde die rund hundert Kilometer nach Hogwarts zu bewältigen, doch anscheinend hatte sie sich gewaltig geirrt. Sie irrte nun schon seit rund einer Woche durch Nordengland und ihr kam es vor, als wäre sie ihrem Ziel um noch nicht einmal einen winzigen Schritt nähergekommen.

Vor ihrem geistigen Auge sah sie immer die Karte, auf der sie die Position von Hogsmead eingezeichnet hatte. ‚Immer weiter nach Norden, Hermine! Einfach weitergehen!', feuerte sie sich selbst in Gedanken an. ‚Immerhin laufe ich in die richtige Richtung, das ist ja schon einmal etwas', dachte sie und schüttelte den Kopf um solche Gedanken loszuwerden.

Es musste merkwürdig aussehen, dass sie, ein Ozelot und somit ein Tier aus dem brasilianischen Dschungel, hier in England herumstreifte und den Kopf schüttelte, scheinbar ohne jeden Grund. Sie hatte schon mehr als einen Muggel fast zu Tode erschreckt und war froh nun in einen Wald zu kommen, wo man sie nicht so einfach entdecken konnte.

Während der letzten Woche hatte sich einiges für sie geändert. Sie hatte kein Zuhause mehr, ihre Eltern waren Tod, sie musste sich auf eigene Faust etwas zu essen besorgen und Trockenheit war bei dem regnerischen Wetter ein Fremdwort für sie geworden. Und etwas zu essen besorgen hieß entweder sie musste etwas aus den Mülleimern klauben, oder kleinere Tiere jagen, wobei sie die erste Möglichkeit immer vorgezogen hatte, auch wenn das hieß, dass sie nun seit über vierundzwanzig Stunden nichts mehr gegessen hatte.

Tief in ihren Gedanken versunken, bemerkte sie eine Wurzel nicht und stolperte. Zu allem Unglück ging es danach eine kleine Böschung zu einem ausgetrocknetem Flussbett hinab, die Hermine auf dem Rücken entlang schlitterte.

Sie starrte einen Moment abwesend auf ihre Pfoten, an deren Anblick sie sich noch nicht gewöhnt hatte und rappelte sich dann langsam auf. Sie durfte jetzt nicht schlapp machen. Nicht jetzt, da sie es fast geschafft hatte, fast geschafft haben musste. Sie war schon eine Woche unterwegs. Auf halber Strecke aufgeben war gegen ihre Natur.

Sie kletterte ohne große Mühe an der anderen Seite des Flussbettes wieder die Böschung hinauf und setzte ihren Weg fort. Es war wahrscheinlich Einbildung, aber der Wald kam ihr bekannt vor. Einen Moment später hätte sie sich selbst ohrfeigen können für so einen absurden Gedanken, doch sie ließ es lieber, da sie immer noch alle vier Beine brauchte um ihr Gleichgewicht zu halten.

Doch das Gefühl des Wiedererkennens verschwand nicht, nein, es wurde eher noch gegenwärtiger. Konnte es vielleicht doch sein und sie befand sich im Verbotenen Wald? Sie beschleunigte ihre Schritte etwas, als sie Licht durch das Blätterdach der Bäume fallen sah. War dort der Waldrand? Eilig rannte sie darauf zu. Konnte es sein?

Am Waldrand angekommen blieb sie wie versteinert stehen. Doch nicht aus Furcht sondern aus Unglauben. Sie hatte es geschafft. Sie war nach Hogwarts gekommen! Alleine, ohne Hilfe! Sie wollte einen Freudenschrei loslassen, doch ihrer Kehle entkam nur ein Geräusch, dass wie ein etwas zu tiefes Miau klang. Sie war immer noch ein Ozelot und das war etwas, was so schnell wie möglich behoben werden sollte.

In gemäßigterem Tempo setzte sie ihren Weg fort. Der kurze Sprint hatte fast ihre ganzen übrig gebliebenen Kraftreserven aufgebraucht und es wurde ihr mehr als einmal für kurze Zeit schwindelig. Und sie hatte noch nicht einmal die Hälfte des Weges zu Hagrids Hütte hinter sich gebracht. Wenigstens bis dorthin wollte sie es noch schaffen, doch ihr ausgelaugter Körper versagte ungefähr zwanzig Meter vor ihrem Ziel. Ihr wurde endgültig schwarz vor den Augen.

xXxXxXx

Mittlerweile war die Hiobsbotschaft im Grimmauldplatz Nummer 12 auch bei den Nicht-Ordensmitgliedern angekommen. Alle, aber besonders Harry und Ron waren geschockt über die vermeintliche Entführung ihrer Freundin und frustriert darüber, dass es keine Spur gab. Und auch Harrys Narbe konnte ihnen in diesem Fall nicht weiter helfen. Seit dem fünften Schuljahr von Harry wusste Voldemort um die Verbindung, die zwischen ihnen aufgrund der Narbe herrschte und unterdrückte starke Empfindungen, es sei denn, sie waren zu seinem Vorteil.

Gerade in diesem Moment saßen Harry, Ron, Ginny, Fred und George im Salon und diskutierten heftigst.

„Wer sagt denn, dass Hermine wirklich entführt worden ist?", brauste Ginny gerade auf.

„Und wer sagt, dass sie es nicht ist?", lautete die prompte Gegenfrage von Fred.

George unterstützte seinen Zwillingsbruder. „Wenn sie nicht entführt worden wäre, wäre sie doch schon längst hierher gekommen oder hätte uns zumindest eine Eule geschickt!"

„Aber..."

„Fred und George haben Recht, Ginny", sagte nun auch Ron. „Es ist fast schon offensichtlich, dass man sie entführt hat. Sieh es doch endlich ein!"

„Aber..."

„Ich finde, Ginny hat vielleicht Recht. Hätte Voldemort Hermine entführen lassen, hätte ich bestimmt so etwas wie Freude gespürt oder etwas von ihr geträumt aber nichts dergleichen ist geschehen. Es ist durchaus möglich, dass sie irgendwo dort draußen umherirrt", klinkte sich nun auch Harry in die Diskussion ein.

Eine neue Stimme ertönte von der Tür. „Und ich finde, dass ihr euch viel zu viele Gedanken macht." Remus kam zu ihnen und setzte sich in einen Sessel. „Der Orden such nach ihr. Wenn sie nirgends zu finden ist, gibt es ja immer noch Severus. Er ist schließlich nicht umsonst Spion. Wenn Voldemort Hermine hat, wird er es herausfinden."

xXxXxXx

Währenddessen im Schloss...

Hagrid stampfte mit gerunzelter Stirn durch die Gänge des Schlosses in Richtung des Büros vom Direktor. Kurz zuvor hatte er einen Ozelot ohnmächtig in der Nähe seiner Hütte gefunden. Er kannte sich zwar nicht so gut mit nichtmagischen Tieren aus, aber dass der Ozelot ein Tier war, das bekanntlich nicht in England heimisch war, wusste er. Also war seine erste Tat, nachdem er das arme Tier in seine Hütte gebracht und es in Fangs Korb gelegt hatte, Dumbledore aufzusuchen und ihn darüber zu unterrichten.

Als er vor dem Wasserspeier angekommen war, nannte er das Passwort (Knallbonbons) und schritt die Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend. Noch bevor er anklopfen konnte, ertönte von drinnen ein „Herein!" und er trat ein.

„Ah, Hagrid! Was führt dich zu mir?", fragte ein außerordentlich gut gelaunter Dumbledore und sah ihn fragend an.

„Nun, Professor Dumbledore, Sir, die Sache ist die... ich habe, als ich aus Hogsmead zurückgekommen bin, einen Ozelot vor meiner Hütte gefunden. Er ist nicht weiter verletzt, aber dennoch kommt es mir komisch vor. Ein Tier, das in Brasilien heimisch ist, hier in England?"

„Das ist in der Tat merkwürdig... Setzt dich doch! Zitronenbonbon?"

Doch bevor Hagrid auch nur die Chance hatte zu reagieren, wurde die Tür aufgerissen und ein fuchsteufelswilder Zaubertränkemeister kam hereingestürmt.

Ende Kapitel 1

Tu bi kontinnuet...