-Akuri-

H

ey, Akuri-niisan! Aufwachen!"

Verschlafen öffnete ich ein Auge und schloss es sogleich wieder, als ich Mica vor mir sah, der mich angrinste.

„Gute Morgen!" Er rüttelte mich an der Schulter und störte so meine bequeme Schlafstellung. Ich stieß ihn entrüstet weg. Als er danach immer noch an meiner Schulter rüttelte, setzte ich mich genervt auf.

„Was ist denn?!"

Er lachte und tätschelte mir die Wange.

„Brüderlein, muss aufstehen!" krähte er.

„Ach muss das Brüderchen, aufstehen, Hm?" Ich grinste ihn an und streckte die Arme nach ihm aus. Er ahnte was kommt und wollte lachend flüchten.

Ich packte ihn aber und drehte ihn auf den Rücken. Zappelnd und kreischend versuchte er sich vor meinen Kitzel Attacken zu befreien.

„Aufhören!" lachte er, mir roten Wangen.

Nach einem letzten Bauchkitzler stellte ich ihn vor mein Bett. Er schwankte leicht erschöpft.

„Was ist denn los, kleiner Bruder?"

Er japste und stützte sich auf mein Knie.

„Du…hast verschlafen." Stieß er mit funkelten Augen aus. Verdutzt schaute ich ihn an, dann auf die Uhr.

„Verdammt!" Ich stürzte aus dem Bett. Es war 8.10 Uhr!

Im Runterrennen zog ich mir die Hose an. Beinah wäre ich mit einem Hosenbein hängen geblieben, konnte mich aber glücklicherweise am Geländer festhalten. Auf der letzten Stufe zog ich mir das T-Shirt über den Kopf und rannte ausversehen in meine Mutter.

„Akuri, was machst du denn noch hier? Haben die Prüfungen nicht schon begonnen?"

Ich antwortete nicht und rannte hastig in die Küche. Schnell goss ich die Milch in die Müslischüssel und verschüttete dabei das meiste. Während ich aus der Schüssel die Cornflakes löffelte, schnürte ich mir auf dem Esszimmerstuhl die Schuhe zu. Bald merkte ich, dass man mit einer Hand keine Schuhe binden konnte.

Gehetzt stellte ich die Schüssel auf den Tisch, wobei der Inhalt gefährlich hin und her schwappte. Mit zitternden Händen band ich sie zu und schlürfte die letzten Milchreste aus der Schüssel. Ich rannte durchs Haus und hätte schon wieder meine Mutter über den Haufen gerannt, wenn sie nicht ausgewichen wäre.

„Akuri. Warte einen Moment."

Ich stand wartend an der Tür. Meine Mutter kam in aller Seelen ruhe hinter mir her. Wie kann sie nur so ruhig sein?!

„Wenn ihr besteht, lade ich euch zum Essen ein. Bring Samaly und Hanabi mit. Und" Sie legte mir eine Halskette in die Hand.

„Das ist doch dein Medaillon."

Sie lächelte und schloss meine Hand.

„Es soll dir Glück bringen, Akuri." Ich umarmte sie, dankbar für diesen Vertrauensbeweis.

„Danke."

Ich zischte davon. Meine Uhr zeigte 8.20 Uhr an.

„Ich Vollidiot!" zischte ich mir zu. „Ausgerechnet heute zu spät zu kommen…"

„Hallo, Kleiner." Ich stolperte fast vor Schreck. Neben mir ist ein Konohaninja aufgetaucht. Er sprang neben mir her, als würden wir in Schritttempo gehen. Er hatte die Hände in den Hosentaschen. Das vermummte Gesicht grinste mich an.

„Na, bist du zu spät?"

Ich hatte keinen Atem für ein Gespräch. Was wollte er von mir.

„Wenn du dich nicht beeilst, bleibst du sitzen."

Was er nicht sagt! Entnervt rollte ich mit den Augen und rannte noch ein bisschen schneller.

Ich bog genervt von dem Kerl in die Zielgerade ein. Er kam hinter mir her und hatte mich kurz darauf eingeholt.

„Das sind keine guten Eigenschaften um ein Shinobi zu werden, Kleiner. Du solltest dir das abgewöhnen."

Ich blieb vor der Akademie stehen und drehte mich zu den Silberhaarigen um.

„Was wollen sie von mir? Dass ich zu spät bin, weiß ich selber! Haben sie nichts Besseres zu tun, als einem Schüler hinterher zu rennen?!"

Der maskierte Mann holte ein Buch aus seiner Tasche und begann zu lesen. Er beachtet mich nicht.

„Jetzt bist du sogar 21 Minuten zu spät, weil du dich hast ablenken lassen, junger Ninja." Er sah nicht auf. Sprachlos starrte ich ihn an. „Was stehst du hier noch rum? Schon 22 Minuten."

Verdattert löst ich den Blick von diesem komischen Kauz und stieg durchs offene Fenster. Denn gutmütigen Blick des Shinobis merkte ich nicht, der mir durchs Fenster folgte. Ich spürte das Metallstück, unter meiner Jacke, um meinen Hals ganz deutlich. Bring mir Glück!