Hier bin ich wieder. Leider ist das Chapter einen Tag verspätet, was daran liegt, dass ich das Wochenende auf der Animagic verbracht habe und am Sonntag erst um kurz nach eins zurück gekommen bin. Ich bitte um Entschuldigung ^^
Viel Spaß jetzt mit dem zweiten Kapitel
Chapter 2 - Eine Weasley Hochzeit
"Hey, wir können Malfoy nicht einfach hier lassen!", meinte Ron.
"Wir können ihn auch schlecht mit nehmen", erwiderte Hermine, "es sei denn, du möchtest, dass er dein Date für die Hochzeit ist."
Ron wurde rot und murmelte etwas, dass sich anhörte wie 'Sei doch still'
Schließlich war der große Tag gekommen. Fast sechs Wochen waren vergangen seit Bills Verletzung während des Angriffes, und sie hatten beschlossen, dass das Lesen viel zu kurz war um noch länger zu warten, obwohl einige versucht hatten sie zum Warten zu überreden, bis Bill wieder vollkommen genesen war. Sie waren fest entschlossen auf der Stelle zu heiraten. Ron, Hermine und Harry sahen sich nun mit der Frage konfrontiert, was sie mit Malfoy anstellen sollten. Harry hatte vorgeschlagen, stärkere Sicherheitszauber um das Haus zu legen, Malfoy für diesen einen Tag seinen Zauberstab zurück zu geben, damit dieser sich im Ernstfall verteidigen konnte, und ihn hier zu lassen. Ron jedoch war der Meinung, dies wäre lächerlich und Malfoy würde irgendeinen Weg finden, sie alle zu töten.
"Er hat sich drei Wochen lang gut benommen, oder nicht? Ich finde wir sollten uns nicht so viele Gedanken darum machen."
"Du bist mir ein wenig zu vertrauensseelig, Harry. Bist du sicher, dass du nicht unter irgendeinem Zauber stehst?"
"Klar, Ron. Er hat mich unter dem Imperius, ohne Zauberstab, und anstatt mich dazu zu bringen euch umzubringen und mich auf die Seite Voldemorts zu stellen, flößt er mir nur Vertrauen ihm gegenüber ein, während wir auf eine Hochzeit gehen. Weißt du eigentlich wie dumm das ist?"
"Jungs, es geht nicht darum ob wir ihm vertrauen oder nicht. Alles wichtige ist mit einem Passwort geschützt, zusätzlich zu unseren anderen Sicherheitsvorkehrungen. Er kann das Haus nicht verlassen. Es besteht keine wirkliche Gefahr."
"Aber du musst zugeben, dass Harry ihm zu sehr vertraut!"
Hermine seufzte. "Ich gehe und installiere die zusätzlichen Sicherheitszauber. Ihr beide macht euch jetzt besser fertig; wir haben nur noch zwanzig Minuten bis wir los müssen."
"Mum wird mich umbringen, wenn ich nicht rechtzeitig zum Anziehen da bin."
"Naja, zumindest hast du eine neue Festrobe für heute bekommen."
Hermine unterdrückte das Lachen als sie die Küche verlies.
Der ganze Fuchsbau platzte fast vor Aufregung. Harry, Ron und Hermine apparierten zum Ende der Auffahrt und gingen ins Haus. Sofort wurden sie fast von einem blonden Mädchen überrannt, das mit einem Bündel weißer Seide auf ihren Armen zur Treppe hetzte. Ohne einen weiteren Blick auf die Neuankömmlinge verschwand sie im oberen Stockwerk. Sie konnten hören, wie sich ein paar der männlichen Weasleys hinten im Garten über irgendwas stritten und folgten den Stimmen. Die drei Freunde schafften es bis in die Küche, bevor ihre Anwesenheit bemerkt wurde. Mrs Weasley war gerade dabei einen Kuchen aus dem Ofen zu holen, den sie fast fallen gelassen hätte, als sie ihren jüngsten Sohn in die Küche kommen sah.
"Oh Ron! Ich hab mir solche Sorgen gemacht!"
Schnell stellte sie den Kuchen zur Seite und zog Ron in eine Umarmung, die schon bald auch Hermine und Harry mit ein bezog.
"Mum, wir haben dir jeden Tag geeult!"
"Ja.... schon.... aber du weißt schon. Habt ihr schon eure Sachen nach oben gebracht?"
"Ähm... also... Mum..."
"Die Sache ist die, Mrs Weasley", begann Hermine, "wir können nicht bleiben. Natürlich würden wir normalerweise herzlich gerne hier bleiben, aber wir haben vor nach Godric's Hollow zu ziehen. Harry liegt das sehr am Herzen, vor allem jetzt, mit allem was passiert ist."
"Ich weiß, dass Dumbledore geglaubt hat, dass er bei diesen Verwandten sicher ist, aber das kann ich nicht erlauben. Es ist dort nicht sicher."
"Wir sind ja bei ihm, Mum."
"Und das macht es besser? Denkt ihr ernsthaft, ihr wärt zu dritt fähig, eine Horde Todesser zu besiegen?"
"Das haben wir schon mal getan.", warf Harry ein.
"Das war etwas anderes. Ihr hattet Hilfe von Erwachsenen."
"Wir sind inzwischen erwachsen, Mum."
"Aber Harry nicht. Und ihr alle habt eure N.E.W.T. s noch nicht abgelegt."
"Trotzdem", sagte Harry, "sie sind erwachsen und, auch wenn ich sie und ihre Familie sehr liebe, sie sind nicht meine Mutter."
Mrs Weasley wirkte verletzt und ängstlich.
"Komm ihr denn wenigstens bevor die Schule wieder anfängt für ein paar Tage heim?"
Zögerlich warfen sie sich Blicke zu.
"Mum, werd jetzt bitte nicht wütend. Wir.... ähm.... wir werden nicht zurück zur Schule gehen... auch nicht wenn Hogwarts offen bleibt."
Für einige Sekunden starrte sie ihn fassungslos an, dann blickte sie abwechselnd Hermine und Harry an. Dann... "WAS?!"
"Mum, lass mich das bitte erkl..."
"Ihr _müsst_ die Schule beenden! Was wollt ihr mit eurem Leben anfangen, wenn ihr keine Ausbildung habt?"
"Fred und George haben ihre N.E.W.T.s auch nicht und sie sind die wohlhabendsten der ganzen Familie."
"Ron, ich werde nicht mit mir reden lassen! Ihr geht zur Schule!
"Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht so beunruhigen, vor allem nicht so kurz vor der Hochzeit, aber wir wollten dich nicht anlügen."
Sie begann zu verzweifeln, vergeblich nach einem Ausweg aus diesem Wahnsinn suchend. Mr Weasley kam gerade zur Tür herein, schätzte die Situation schnel richtig ein und blickte zu den drei Teenagern, als würde er wissen, was gerade gesagt worden war.
"Arthur! Du musst ihnen das ausreden! Sie können doch nicht quer durch das Land ziehen, immer auf der Suche nach Kämpfen! Halt sie auf!"
Noch einmal warf er einen Blick auf jeden von ihnen, bevor er die Hände auf die Schultern seiner Frau legte und sie auf die Stirn küsste.
"Du musst sie gehen lassen, Molly. Sie sind Erwachsene. Denkst du wirklich, dass du-weißt-schon-wer einfach vergisst, dass Harry existiert und ihn in Ruhe lässt? Harry ist nicht der Typ von Junge, der die Hände in den Schoß legt und darauf wartet, was passieren wird. Was auch immer als nächstes geschieht, es wird ihn betreffen und wir haben nun mal einen Jungen erzogen, der nicht einfach hierbleibt und seinen Freund das alleine durchstehen lässt. Ob du es willst oder nicht, Molly, wir haben Ron zu einem sehr tapferen und treuen Mann erzogen. Ich würde keinen anderen Sohn haben wollen."
Mit einem Mal sah Mrs Weasley aus, als würde sie gleich beginnen zu weinen. "Aber....aber..."
"Komm schon, Schatz. Wir müssen eine Hochzeit ausrichten. Ihr zieht euch jetzt alle besser um. Ron, deine Festrobe hängt in deinem Zimmer."
Dieses Mal taten sie, wie ihnen geheißen war. Ron und Charlie waren Bills Trauzeugen, während Fleurs kleine Schwester, Gabrielle, und Ginny die Brautjungfern waren. Harry und Hermine zogen schnell ihre eigenen Festroben an und trafen sich wieder unten, um zu sehen, ob sie noch bei irgendetwas helfen konnten. Wie sich jedoch herausstellte waren sie nur im Weg und so gingen sie nach draußen zu einem kleinem Spaziergang durch den Garten.
Bill verbrachte die Zeit vor der Zeremonie damit sich mit Remus zu unterhalten. Sie hatten sich schon immer gut verstanden, aber jetzt hatten sie noch mehr gemein. Sie hatten zwei ganze Mondphasen miteinander verbracht und wussten jetzt, was sie erwarten konnten. Da Greyback nicht in seiner Wolfform gewesen war als er Bill gebissen hatte, war aus der Verletzung kein normaler Werwolf entstanden. Während des Vollmonds isolierte Bill sich und fand heraus, dass er extrem aggressiv wurde, zum Teil auch mit Gewaltausbrüchen, aber es hatte keine Verwandlung stattgefunden. Jetzt, eine Woche später, fühlte er sich wie neu geboren, wenn man von seinen immer noch nicht ganz verheilten Verletzungen absah, und war fest entschlossen heute sein Ehegelöbnis auszusprechen.
Harry hatte ab dem Zeitpunkt, an dem sie nach draußen getreten waren, auf den Boden gestarrt.
"Du denkst schon wieder an Malfoy, oder?"
"Denkst du, wir haben das richtige getan?"
"Ich schätze, das werden wir noch herausfinden, hm?"
"Das hilft mir nicht, Hermine."
Sie seufzte. "Ich hab auch nicht auf alles eine Antwort. Ich wünschte, ich hätte es." Sie gingen ein paar Schritte weiter und sie suchte eine Möglichkeit das Thema zu wechseln. "Ginny wird heute hier sein." Harry nickte. "Denkst du ab und zu noch an sie?"
"Um die Wahrheit zu sagen, ich habe nicht mehr an sie gedacht seit wir Schluss gemacht haben. Alles woran ich gedacht habe, waren die Horkruxe."
"Und Draco Malfoy."
"Möchtest du über ihn sprechen, Hermine? Du erwähnst andauernd seinen Namen."
"Entschuldigung. Es ist nur.... du scheinst besessen zu sein und das ist nicht gerade gesund. Und vielleicht.... werd jetzt bitte nicht wütend, aber ich glaube Ron könnte recht haben. Du vertraust ihm zu schnell."
"Ich habe ihm gesagt, ich würde ihm eine zweite Chance geben, mein Vertrauen zu gewinnen und genau das tue ich. Und wenn ich alles in Betracht ziehe, was ich durchgemacht habe, denke ich, dass ich sogar verdammt gesund bin. Die meisten Leute wären an meiner Stelle längst in einer Gummizelle in St Mungos, aber schau: ich bin noch hier. Ich habe mir Jahre lang von dir und Ron anhören müssen, ich wäre besessen und es hat sich heraus gestellt, dass ich richtig lag. Macht euch bitte einfach über mich lustig und lasst mir diesen Anflug von ungesundem Verhalten."
"Du hast recht. Es tut mir Leid. Also... zurück zu Ginny?"
"Ich weiß nicht. Wie spricht man mit jemandem mit dem man gerade erst Schluss gemacht hat?"
"Du bist immer noch mit ihr befreundet."
"Ja, aber es ist immer noch nicht so lange her. Ich meine, hängen wir rum und quatschen? Ignorieren wir uns? Hat sie ein Date mit zur Hochzeit gebracht?"
"Würde es dich denn stören, wenn es so wäre?"
Harry war erstaunt, als er merkte, dass es ihm egal war. Er wollte, dass sie glücklich und in Sicherheit war. Aber würden sie nach dem Krieg wieder zusammen kommen? Harry glaubte schon, aber wer war er, sie jetzt von ihrem Glück abzuhalten? Wenn das bedeutete sich einen neuen Freund zu suchen, dann sollte es so sein. Wahrscheinlich würde er sich immer um sie sorgen, so wie man sich eben um seine erste Liebe sorgte, aber auch er würde weiter machen, wenn sich die Gelegenheit dazu bot.
Je näher die Zeremonie heran rückte, desto mehr Gäste erschienen. Ordensmitglieder, weit entfernte Verwandte der Weasleys, und ein paar Leute, die Harry als Ministeriumsbeamte erkannte. Aus dem Grund, dass es zur Zeit immer dort gefährlich war, wo größere Gruppen zusammen trafen, hatten die Weasleys versucht, die Gästeliste kurz zu halten, doch schon bald hatten sie entdeckt, dass es einfach ein paar Leute gab, die man nicht außen vor lassen konnte. Nur ein Hand voll von Fleurs Verwandten hatten sich bereit erklärt, die Reise auf sich zu nehmen. Die meisten französischen Zauberer fühlten sich zu Hause um einiges sicherer und Reisen nach England waren seit Voldemorts Rückkehr immer seltener geworden.
Man hatte Stühle heraufbeschworen und mit Hilfe von Magie im Garten aufgestellt. Blumen und weiße und violette Bänder schmückten einen kleinen Pavillon am Ende des weißen Mittelgangs.
Harry und Hermine nahmen in den vorderen Reihen neben Remus und Tonks Platz, die natürlich zusammen gekommen waren. Sie trug ihre Haare lila, beinahe im selben Ton wie der der Blumen und Brautjungfernkleider.
"Ich war schon seit Jahren auf keiner Hochzeit mehr und ich war mir nicht sicher, was zu solchen Anlässen passen würde und dann hab ich mir gedacht, ich passe mich einfach meiner Umgebung an! Ich hatte Angst dass sich das grelle Pink mit den Hochzeitsfarben beißen würde."
Harry und Hermine schmunzelten und lachten mit ihr. Remus verdrehte die Augen, lächelte aber liebevoll.
Es schien Harry, als wäre eine Ewigkeit vergangen, als endlich die Musik aufspielte und Bill seinen Platz vor den versammelten Gästen einnahm. Ginny wurde von Ron, der dieses Mal mit seiner Festrobe ziemlich zufrieden schien, den Mittelgang herab geführt. Harry beobachtete Ginny aufmerksam. Was war mit dem schüchternen, kleinen Mädchen, das er gekannt hatte, passiert? Natürlich war sie wunderschön. Das hatte er längst gewusst. Aber jetzt, weit weg von Hogwarts und den schlecht sitzenden schwarzen Roben, sah er sie das erste Mal richtig.
Ihre roten Locken waren elegant am Hinterkopf hoch gesteckt und der violette Stoff hing über ihre Schultern, ihr Schlüsselbein und den Nacken betonend, was sie um Jahre älter wirken lies. In diesem Moment wusste Harry auf einmal, dass er das richtige für sie getan hatte. Sie musste nicht in seine Angelegenheiten verwickelt werden. Sie verdiente jemanden, der wirklich für sie da sein konnte und Harry wusste, dass er nicht vollständig er selbst sein würde, selbst wenn er sie lieben könnte. Sie war stark und tapfer und einige der wenigen, die es vielleicht mit ihm aushalten könnten, aber letzten Endes würde er sie hinab in seinen Abgrund ziehen und er würde es sich nie verzeihen, sie zerbrochen zu haben. Harry, in seinen eigenen Gedanken versunken, bemerkte nicht mal, wie sein bester Freund nervös an seinen Roben herum zupfte, oder Hermine, die ihn anstarrte, als wäre sie in einer anderen Welt.
Harry war die ganze Zeremonie über mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Anschließend wurden er und Hermine an einen Tisch mit mehreren Mitgliedern der Familie Delacour gesetzt, die nicht viel Englisch sprachen. Hermine versuchte sich mit ihnen mit den wenigen Worten Französisch zu unterhalten, die sie beherrschte, während ein junger Mann, nicht viel älter als Harry, der sich selbst als Raoul vorgestellt hatte, versuchte ein Gespräch mit dem gebrochenen Englisch, das er beherrschte, zu forcieren. Allerdings blieben sie meistens bei sehr langweiligen Unterhaltungen untereinander, darüber wie dämlich sich Ron am Haupttisch verhielt. Nach dem Essen wurde der Tanz eröffnet und jeder außer Raoul, Harry und Hermine hatte den Tisch verlassen bis Fleur sich mit einem Lächeln, das ganz England hätte erstrahlen lassen, zu ihnen gesellte.
"Isch se'e, du 'ast die Bekannschaft meines Bruders Raoul gemacht."
"Oh?", sagte Hermine, "Dein Bruder? Das hast er uns gar nicht erzählt!"
"Manschmal vermeidet er Unter'altungen auf Englisch. Aber auf Französisch wird er dir ein 'Orr abkauen, schneller als du se'en kannst."
"Dann ist es ja gut, dass keiner von uns Französisch spricht, nicht wahr?"
"Schwester, du führst misch vor."
"Warum fangt irr dann keine richtige Unter'altung an? Isch wette du und 'Arry habt viele Gemeinsamkeiten. 'Arry war der jüngste Suscher in 'Ogwarts und ein begnadeter Flieger."
"Escht?" Raoul wandte sich zu Harry, jetzt mit deutlich mehr Interesse. "Isch bin Jäger, in Beauxbatons."
Schnell drehte sich die Unterhaltung nur noch um Quidditch, so dass Fleur und Hermine sich entschuldigten.
Harry und Raoul redeten ziemlich lange über ihre Lieblingsteams und -spiele bis Raoul das Thema wechselte.
"Bist du mit diesem Mädschen 'ier... 'Ermine?"
"Ähm, nein. Sie ist nicht mein Date oder so."
"'ast du denn ein Date mitgebrascht?" Harry lachte und schüttelte den Kopf. "So ein gut ausse'ender junger Mann ohne Begleitung?"
"Naja, eigentlich hab ich gar nicht richtig nach einem Date gesucht. Ich habe zur Zeit keine Zeit für so was."
"Isch finde du bist sähr attraktiv, 'Arry."
"Oh ich.... naja... du siehst auch gut aus... Aber ich... also ich bin nicht....ich..."
"'Arry du findest misch anzie'end, oder nischt? Isch mag disch sähr."
"Naja....Ich-", Harry hielt mitten im Wort inne, als er spürte, wie eine Hand unter dem Tisch seinen Oberschenkel drückte.
"'Arry, isch finde disch wirklisch nett."
"So sieht es aus." Harry würgte die Worte hervor, denn sein Mund war mit einem Schlag ziemlich trocken geworden. Zu seinem Entsetzen hatte seine Leistengegend begonnen auf die Nähe von Raouls Hand zu reagieren und so dankte Harry den Göttern, dass er solch unförmige Roben trug. Und noch mehr entsetzte es ihn, dass er Raoul wirklich attraktiv fand. Nun, natürlich, wer würde das nicht tun? Raoul war ein Delacour. Die ganze Familie war wunderschön. Und sie alle trugen Veelablut in sich. Harry vermutete, nein, vielmehr hoffte er, dass Männer mit Veelablut den selben verführerischen Zauber hatten, wie auch Frauen. Die andere Erklärung für den Platzmangel in seiner Hose war momentan einfach zu viel für Harry.
"Raoul, ähm, du bist wirklich nett und alles, aber ich.... ich stehe nicht auf Jungs."
"Nischt? Aber 'Arry, isch bin sischer du könntest an Jungen wesentlisch mähr Freunde 'aben. Sie sind viel besser dazu geeignet disch zu befriedigen."
Seine Hand glitt weiter an Harrys Oberschenkelinnenseite empor, bis sie sich in seinen Schritt legte. Aus irgendeinem Grund fühlte er sich durch Raoul, der ihm immer näher kam und ihn so eindringlich ansah, an Malfoy erinnert. Sie hatten das selbe weiß-blonde Haar. Den selben aristokratischen Stil. Harry erschauderte, als er realisierte, dass er gerade an Malfoy gedacht hatte, während er eine Errektion hatte. Vielleicht hatte Hermine doch recht und seine Obsession ging allmählich deutlich zu weit.
"Komm, ge'en wir weg von dieser Party. Man wird uns nischt vermissen. Lass misch dir zeigen, wie gut es sein kann."
Während ein Teil seines Kopfes ihn anschrie, dass er nicht schwul war, und der andere Teil exakt das Gegenteil behauptete, traf Harry seine Entscheidung. Unglücklicher weise sollte er nie fähig sein, eine Antwort zu geben, denn sie wurden von Fred und George unterbrochen, die ein Publikum brauchten, vor dem sie die neuste Gemeinheit für Ron vorführen konnten.
Harry versuchte das Gespräch so gut es ging zu verdrängen, doch es verfolgte ihn den ganzen Tag hindurch, auch wenn Raoul sich aus dem Staub gemacht hatte um es jetzt bei Charlie Weasley zu versuchen. Er spielte mit dem Gedanken Hermine von der ganzen Geschichte zu erzählen, als sie ihn fragte, was los sei, doch er beschloss es sein zu lassen. Das letzte was er jetzt brauchte war sie, die in seiner Sexualität herum pfuschte.
Harry ging gerade zurück ins Haus, nach dem Streich der Zwillinge, als jemand ihn rief.
"Harry, könnte ich kurz mit dir sprechen?"
Er blieb stehen und wartete darauf, dass Remus Lupin zu ihm aufschloss. Der Werwolf wirkte noch immer erschöpft vom letzten Vollmond. Oder vielleicht war er auch erschöpft, weil seine jüngere Freundin ihn so auf Trapp hielt?
"Molly hat mir erzählt, ihr würdet nicht zurück zur Schule gehen."
"Ich hätte wissen müssen, dass ich mir auch noch von dir eine Standpauke anhören muss."
"Ich werde dir keine Standpauke halten. Du bist James' Sohn und bedenklicher Weise hast du viel von ihm. Ich wusste schon bevor jemand es ausgesprochen hatte, dass ihr nicht zurück gehen werdet. Ich will nur, dass du weißt, dass du mir jederzeit eulen kannst, wenn du Hilfe oder Informationen brauchst. Aber sei vorsichtig, wie du manche Dinge schreibst, für den Fall dass man die Eule abfängt; ich arbeite noch immer undercover."
"Bei Greyback?" Remus nickte. "Warum?"
"Seine Informationen sind sehr wichtig für den Orden und da er micht in Hogwarts letzten Monat nicht gesehen hat, bin ich der einzige, den der Orden noch hat, den er undercover einsetzen kann. Das Rudel hat nicht viel Kontakt mit den Todessern, deswegen bin ich noch nicht auf Peter gestoßen. Ich befürchte, dass dieser Tag dennoch kommen wird."
"Das ist ein Risiko. Was ist mit Snape? Denkst du nicht, dass er etwas weiter erzählt haben könnte?"
"Ich glaube nicht, dass er wusste, was mein Auftrag war. So weit er wusste, sollte ich im Hauptquartier des Ordens bleiben und dass er meinen Trank jeden Monat zu brauen hatte. Wenn er gewusst hätte, dass ich zu Greybacks Rudel gehe, wäre ich schon längst entdeckt worden. Er würde es Voldemort verraten haben und es wäre nur zu einfach für sie gewesen, dass Peter mir zufällig über den Weg läuft. Ich glaube einfach nicht, dass er es zulassen würde, dass ich weiter spioniere. Und als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme habe ich eine kleine Illusion auf mich selbst gelegt. Nichts, dass Snape oder Peter nicht durchschauen könnten, aber es macht mich weniger auffällig."
"Was haben sie vor?"
"Sie wollen nach dem Malfoy Jungen suchen. Offenbar hat er, nachdem er seinen Auftrag nicht ausführen konnte, die Panik bekommen und ist geflohen. Er hatte Angst vor Voldemorts Bestrafung für seine Unfähigkeit zu Töten. Jeder hat den Befehl erhalten ihn zurück zu holen. Absolut unversehrt, damit Voldemort sich ihn vorknöpfen kann. Außerdem ist seine Mutter, Narcissa, verschwunden. Es ist bekannt, dass Voldemort auch nach ihr suchen lies.... vermutlich um sie zu töten, als Strafe für Lucius und Draco. Ich weiß nicht, ob er sie erwischt hat oder ob sie sich versteckt. Keiner spricht darüber. Ich weiß nur, dass Malfoy Manor verlassen ist. Es wird gemunkelt, dass man Lucius und die anderen aus dem Gefängnis befreien will, doch das ist noch nicht sicher."
"Was wird der Orden unternehmen?"
"Leider nicht besonders viel. Es gibt Unstimmigkeiten wie man reagieren sollte, vor allem weil Dumbledores Tod alle verunsichert hat. Wir versuchen mit dem Versprechen, dass wir jede Sicherheitsvorkehrung bieten, die Schule offen zu halten, doch es scheint als würden wir verlieren. So beschützt die Schule auch ist, das Ministerium will nicht die Verantwortung für die Sicherheit der Schüler übernehmen. Wenn sie zu Hause sind, kann man einfach die Eltern dafür verantwortlich machen, wenn etwas passiert. Es hat einen Angriff auf den Minister gegeben, also müssen wir von einem Spion innerhalb des Ministeriums ausgehen."
"Ich habe im Propheten davon gelesen."
"Ja, nur was sie nicht abgedruckt haben, ist, dass gegen die Aurorenabteilung ermittelt wird. Tonks und Kingsley wurden beide ausführlich befragt. Kingsley hat den Muggel Premierminister jetzt für über ein Jahr bewacht, deswegen war er weniger betroffen von diesem Problem. Aber Tonks erzählt, dass jeder in ihrer Abteilung den Druck deutlich spürt. Wenn sie die Auroren infiltriert haben, was haben sie sonst noch getan? Wie sicher sind wir noch? Sie versuchen trotzdem darüber Schweigen zu bewahren. Wenn das Volk es wüsste.... naja, es würde eine Panik auslösen. Viele können in der Nacht nur schlafen, weil sie wissen, dass das britische Ministerium die am besten ausgebildeten Auroren der Welt hat."
Harry nickte, wechselte jedoch schnell das Thema. "Ich werde nach Godric's Hollow gehen. Ich will dort leben."
Remus starrte Harry mit einem unlesbaren Ausdruck in den Augen an, bevor er sprach.
"Bist du sicher, dass das klug ist?"
"Momentan sind wir im Grimmauldplatz, aber ich weiß, dass das nicht unbedingt der sicherste Ort ist, immerhin wissen sie jetzt, dass wir es länger als Hauptquartier verwendet haben."
"Ja, aber ich gehe davon aus, dass ihr Schutzzauber und ähnliches angewendet habt."
"Ja, natürlich."
"Nun, ich würde nicht lange dort bleiben. Aber bist du sicher, dass du nach Godric's Hollow gehen willst?"
"Wohin sonst könnte ich gehen? Ich werde die Weasleys nicht in Gefahr bringen, indem ich bei ihnen bleibe. Ich war noch nie in Godric's Hollow. Ich habe noch nie gesehen, wo Mum und Dad begraben liegen. Ich wurde dort geboren und sie sind dort gestorben und ich habe keinerlei Erinnerung daran. Ich habe das Gefühl, dass ich ihnen näher kommen sollte."
Die Augen des Werwolfs wurden mit einem Mal wässrig und er blickte weg von Harry.
"Ja, du hast natürlich das Recht das zu tun. Aber lass mich dich trotzdem warnen; Ich weiß nicht in welchem Zustand das Haus ist. Ich weiß, ein Teil wurde in der Nacht in der.... na du weißt schon...zerstört. Hagrid konnte dich raus bringen aber ich weiß nicht, wie viel vom Haus gerettet werden konnte. Von außen hat es furchtbar ausgesehen, aber ich konnte nie den Mut aufbringen, in das Haus zu gehen um den Schaden selbst zu betrachten. Weil das Haus deinen Eltern gehört hat, wurde der Fideliuszauber gebrochen nachdem sie... von uns gegangen sind, also solltest du kein Problem damit haben, es betreten zu können. Das Anwesen ist außerhalb vom Dorf und von einem Muggelabschreckzauber geschützt, deswegen laufen sie nicht darauf herum. Benutzt einen Desillusionierungszauber und alles andere, das Hermine sich einfallen lassen kann, wenn ihr euch dazu entscheidet es wieder bewohnbar zu machen."
"Werden wir."
"Ich werde gerne mit euch kommen, aber das ist vermutlich nicht möglich. Ich war nicht mehr dort, seit dem Tag ihrer Beerdigung. Legt Blumen für mich auf ihr Grab, ja?"
"Natürlich." Aus dem Augenwinkel heraus erblickte Harry Professor McGonagall, die sich von Bill und Fleur verabschiedete, und so entschuldigte er sich bei Remus.
"Professor McGonagall."
"Potter. Wie geht es ihnen?"
"Gut. Und selbst?"
"Ich wünschte, sie würden ihre Meinung ändern und mir Dumbledores Pläne verraten. Aber ich schätze, dass das sehr unwahrscheinlich ist."
"Da haben sie recht. Es tut mir Leid. Aber ich habe mich gefragt ob sie mir wohl verraten würden, wer Dumbledores Erbe ist."
"Er hatte keinen. Der einzige lebende Verwandte ist sein Bruder, Aberforth. Er hat alles geerbt und ist erst letzte Woche gekommen um endlich alles zu holen."
"Könnten sie mir verraten, wie ich mit ihm in Kontakt treten kann? Es ist sehr wichtig." McGonagall antwortete nicht sofort darauf. "Ich weiß, dass sie es nicht unterstützen, dass ich das selbst in die Hand genommen habe, aber das ist der Weg, den er selbst so gewollt hatte und die Informationen, die jetzt vielleicht in Aberforths Besitz sind, könnten alles verändern."
"Es ist komisch, dass sie nach Aberforth fragen, denn er hat ebenfalls nach ihnen gefragt. An eben dem Abend, an dem er die Sachen von Albus geholt hat, hat er mich per Kamin gerufen und fragte mich, ob ich ihm sagen könne, wie er sie finden könnte. Ich sagte ihm natürlich, nein, aber ich meinte, ich könnte ein Treffen arrangieren, wenn sie dazu bereit wären. Er war sehr verschwiegen was seine Beweggründe angeht, was mich misstrauisch gemacht hat. Aber er ist nicht mehr Todesser als ich es bin, also sollte ich gegen meine eigene Meinung handeln. Aberforth ist der Schankwirt des Hog's Head in Hogsmeade. Seien Sie bitte nicht allzu auffällig, wenn sie zu ihm gehen. Sie können nie wissen, wer ihn in diesen Tagen im Auge hat. Du-weißt-schon-wer hat nicht annähernd so viele Informationen wie Albus sie hatte, aber er hat ganz bestimmt keine Angst vor seinem Bruder."
Harry bezeugte durch ein Nicken sein Verständnis. "Danke, Professor."
"Oh, um Merlins Willen, seien sie bloß vorsichtig, Potter. Ich sollte besser gehen. Ich bin schon ziemlich spät dran für einen anderen Termin. lassen sie es mich wissen, wenn sie irgendetwas benötigen."
Der Nachmittag verging, während Mrs Weasley ein wenig mehr Aufhebens als sonst um sie machte, was die drei dazu brachte, darauf zu achten, niemals alleine mit ihr zu sein, und schon bald lungerten sie in der Nähe der Tanzfläche herum, wo sie die Paare beobachteten.
"Sie sehen so gut zusammen aus.", meinte Hermine und nickte zu den Frischvermählten herüber. Fleur hatte ihren Kopf auf Bills Schulter abgelegt und sie lächelten beide zufrieden als sie miteinander flüsterten. "So glücklich. Und ich kann nicht glauben, dass Fred und George wirklich mit deinen Tanten tanzen, Ron. Vielleicht gibt es dann auch für dich noch Hoffnung."
"Ich bezweifle es. Darf ich dich daran erinnern, dass ich den Preis für das langweiligste Date am Neujahrsball gewonnen habe?"
"Ja, aber das war vor zwei Jahren. Es wäre eine Schande wenn wir schon mal so fein angezogen sind und dann nicht auch nur einmal tanzen."
"Ne... das passt schon."
Ihr Lächeln fiel kurz in sich zusammen bevor sie fort fuhr. "Naja, ich werd ein wenig Pusch holen gehen. Wollt ihr Jungs auch irgendwas?"
Die beiden verneinten und sobald sie außer Sichtweite war, schlug Harry Ron auf dessen Hinterkopf.
"Autsch! Für was war das denn jetzt, verdammt noch mal?"
"Hätte sie denn noch offensichtlicher sein können?"
"Was?"
"Sie will mit dir tanzen, du Idiot!"
"Das will sie?" Rons Augen weiteten sich angstvoll und seine Stimme zitterte ein wenig.
"Ja! Sogar ich kann das sehen!"
"Ich glaub nicht, dass ich das tun kann."
"Mach es. Sie wird nicht ewig auf dich warten, bis du endlich zu Verstand gekommen bist."
Sie verfielen in Schweigen, bis Hermine mit ihrem Getränk zurück kam. Nach ein paar weiteren Sekunden räusperte Ron sich. "Hermine", seine Stimme war heiser, "würdest du ähm.... möchtest du... mit mir tanzen?"
Hermine blickte drein, als wäre Weihnachten zu früh im Jahr. Sie reichte ihr Glas an Harry weiter und nahm wortlos Rons Hand um ihn zur Tanzfläche zu ziehen. Harry lachte auf, als er den Gesichtsausdruck seines Freundes sah, dessen Hände gerade von Hermine zu ihren Hüften geführt wurden. Sie legte ihre Arme um seinen Nacken.
"Sind sie jetzt endlich ein Paar oder was?"
Erschrocken drehte sich Harry um, um zu sehen wie Ginny, die zu ihrem Bruder blickte, auf ihn zu kam.
"Nein, aber es sollte nicht mehr lange dauern."
"Vor allem wenn ihr Drei den Sommer zusammen verbringt - und weit weg von Mum und Dad."
Harry setzte seine beste 'entsetzte' Miene auf, die er auf Lager hatte. "Was? Du denkst ich würde nicht darauf achten, dass alles anständig bleibt?"
Ginny hätte fast laut aufgelacht.
"Dean hat mir vor einem Tag geeult."
Die Spannung vor der Harry sich schon den ganzen Tag fürchtete trat plötzlich ein. Er antwortete nicht.
"Er wollte, dass er und ich wieder zusammen kommen."
"Und? Wirst du zusagen?"
"Ich weiß nicht. Ist es aus mit uns? Besteht gar keine Hoffnung mehr?"
"Ich will, dass du glücklich bist. Wenn ich überlebe, können wir es noch einmal probieren, aber ich bin nicht der, der dich davon abhalten wird, jetzt zu leben. Du und Dean, ihr habt immer gut zusammen gepasst. Wenn ich nicht gekommen wäre um seinen Platz einzunehmen, als ihr euch gestritten hattet, wäret ihr wieder zusammen gekommen?"
"Ich weiß nicht....vermutlich."
"Wenn er dich glücklich macht, dann geh zu ihm. Er ist ein guter Kerl. Wenn wir beide Single sind, wenn all das vorbei ist, dann werden wir sehen. Ist das ein Deal?"
Er streckte seine Hand aus und sie lächelte, schlug mit einem festen Schlag ein. "Deal."
"Also werdet ihr nicht mehr zurück zur Schule kommen, hm?" Er blickte sie erstaunt an. "Fred und George haben euch belauscht, wie ihr mit Mum geredet habt und sie haben es mir erzählt. Sie ist ziemlich fertig wegen der ganzen Geschichte. Seit Bill verletzt wurde ist sie noch ängstlicher. Ehrlich gesagt, kann ich es ihr nicht verdenken. Wir sind eine große Familie, wie groß sind unsere Chancen, dass wir alle es überleben werden? Und mit Percy, der.... naja, eben Percy ist, und euch drei, die losziehen um Voldemort zu suchen.... hat sie jeden Grund um krank vor Sorge zu sein. Du gehörst zur Familie, Harry. Sie liebt es, über dich als einen Sohn zu denken."
"Ich weiß, aber das ist etwas, das ich tun muss."
"Ich weiß. Aber... sei dir einfach dessen bewusst, dass es hier Leute gibt, die dich lieben."
Sie kehrten zurück in den Grimmauldplatz nur um diesen so vorzufinden wie sie ihn verlassen hatten. Malfoy befand sich im Lesezimmer und las, nichts wirkte als wäre es am falschen Platz, also gingen sie für diesen Abend schlafen.
Harrys Schlaf wurde gestört, wie immer, von Träumen in denen Menschen, die er liebte starben. Sirius fiel wieder durch den Schleier. Dumbledores Ausdruck als der grüne Blitz in traf. Und Harrys Eltern. Er hatte ihren Tod nicht mitangesehen, aber er hatte genug gehört um sich den Rest dazu denken zu können. Jedes Mal wenn jemand starb, hörte Harry ein helles, kaltes, grausames Lachen...
Gnädiger Weise wurde er von Ron geweckt, der um 2 Uhr nachts durch den Gang rumpelte auf dem Weg ins Bad. Der Meinung, dass er nicht dazu fähig war weiter zu schlafen, setzte er seine Brille auf, nahm sich seinen Zauberstab und ging hinunter in die Halle. Er nahm sich vor das Haus zu erkunden, vielleicht durch Sirius' Sachen zu sehen, da es nicht viel mehr zu tun gab. Wäre er Hermine, könnte er sich hinsetzen und bis zum Morgen lesen, aber er hatte nicht den Nerv sich jetzt lange auf etwas zu konzentrieren. Nach einer Stunde ging er wieder nach unten zu ihren Schlafzimmern. Da er Licht unter der Tür von Hermines Zimmer hindurchscheinen sah, klopfte er sanft an bevor er die Tür öffnete. Sie war mit einem Buch auf ihrem Schoß eingeschlafen, mehrere andere lagen auf dem Nachtkästchen. Harry schmunzelte, schaltete das Licht ab und schloss die Tür wieder. Es schien jedoch, als wäre sie nicht die einzige, die noch Licht brennen hatte. Als nächstes öffnete er Malfoys Tür, nachdem er den selben Lichtspalt an dessen Tür gesehen hatte, und war ziemlich erstaunt, zu sehen, dass der Junge mit offenen Augen auf den Laken lag und zur Decke empor starrte.
"Warum schläfst du nicht?"
"Ich kann nicht."
"Ich war doch nicht zu laut, oder?"
"Nein, ich hab nachgedacht."
"Dir muss viel durch den Kopf gehen."
"Nicht mehr als dir, könnte ich mir vorstellen."
"Vielleicht sind wir uns ähnlicher als wir denken... oder zugeben wollen."
Malfoy nickte, starrte aber immer noch nach oben."Vor ein paar Jahren hätte das noch nicht zugetroffen. Ich habe nicht gewusst.... naja... gar nichts habe ich gewusst. Nur auf welcher Seite ich zu stehen hatte. Aber ich wusste gar nichts darüber."
"Hast du ihn letzten Sommer das erste mal gesehen?" Malfoy nickte. "Hattest du Angst?"
"Mein Vater hat mir beigebracht, dass ein Gefühl nur dann Wirklichkeit ist, wenn man zulässt, dass man es durch deine Handlungen und deinen Ausdruck erkennt. Also nein, ich hatte keine Angst."
"Warum bist du dann gegangen?"
"Warum glaubst du denn, Potter? Er ist der dunkle Lord. Man kann ihn nicht einfach ignorieren."
"Das machst du jetzt schon seit ein paar Wochen.", meinte Harry und nickte in Richtung von Dracos Arm. Der Blonde zog ihn enger an sich und legte seine andere Hand über den schändlichen Unterarm, als wollte er verbergen, was sie beide längst wussten, dass es dort war.
"Ich schätze, es brennt seit der Nacht in der Dumbledore umgebracht wurde." Malfoy sah weg. "Eine meiner Quellen hat mir heute erzählt, dass Voldemort seinen Anhängern befohlen hat dich zu fangen und zu töten."
"Und Mutter? Ist es wahr, was der Prophet schreibt, dass sie vermisst wird?"
Harry nickte.
Draco presste seine Augen zusammen um die Tränen aufzuhalten und setzte sich plötzlich auf um Harry direkt anzusehen.
"Woher weißt du das?"
"Eine Quelle."
"Also habt ihr jemanden in Voldemorts Reihen. Woher willst du wissen, dass er keiner seiner Spione ist?"
"Er ist keiner."
"Dumbledore dachte auch, Snape wäre auf seiner Seite."
"Ja, nur, ich habe das noch nie gedacht."
Mehrere, furchtbare Momente vergingen, in denen Malfoy auf den Boden starrte, so wie er vorher zur Decke gestarrt hatte, und Harry sah sich im Raum um, als könnte er dort einen leichten Weg finden zu dem, was er als nächstes sagen sollte.
"Malfoy, ich wollte sagen, dass es mir Leid tut." Malfoys Kopf schnellte nach oben um Harry anzusehen. "Wegen der Sache im Klo der Maulenden Myrthe. Ich wusste nicht, was der Fluch bewirken würde bevor ich ihn benutzt habe. Ich habe von ihm gelesen und war neugierig was passieren würde und dann passierte alles so schnell, dass ich es ausgesprochen habe ohne nachzudenken. Und ich... ich habe dir nie gesagt, dass es mir Leid tut...deswegen tu ichs jetzt."
Malfoy nickte. "Ich kann nicht sagen, dass ich dich wirklich dafür verantwortlich mache. Ich habe einen Unverzeihlichen verwendet, also hast du mit etwas gleichwertigem zurück geschossen. Ist nichts passiert."
"Es hat keine Narbe hinterlassen?"
Draco zuckte mit den Schultern. "Nur ein wenig. Genau ausreichend."
Harrys Augenbrauen zogen sich aus Verwirrung ob des letzten Satzes zusammen, doch Malfoys Gesichtsausdruck machte deutlich, dass er es nicht erklären würde.
"Naja, ich sollte gehen. Ich hab mir nur gedacht, naja, da wir jetzt auf der gleichen Seite stehen... Ich hab das einfach sagen müssen."
Und dann, kurz bevor Harry sich umdrehen und gehen wollte, dachte er, er sähe das undenkbare. Dracos Mundwinkel zuckten nach oben, was fast schon... wie der Anflug... eines Lächeln wirkte.
"Gute Nacht, Potter."
"Nacht."
Chapter 3 coming soon: Aberforth Dumbledore
