Legende:
»Gerede«
/Gedanken/
::Parsel::
((AdA: Meine Kommentare))
Ist es wirklich Liebe?
Angelus ((Ada: Ich nenne Harry jetzt nur noch Angelus oder Angel)) sah sich um und stellte fest, dass er immer noch auf dem Dachboden des Black-Hauses war. Doch nun stand viel mehr Gerümpel herum und es war sauberer.
/Ob es funktioniert hat? Naja, dazu brauch ich erstmal das Datum/, überlegte er. Der Zeitreisende holte den verkleinerten Tarnumhang aus seiner Hosentasche, zauberte ihn auf normale Größe und warf ihn über sich. Unsichtbar, jedoch immer noch aus Fleisch und Blut, tapste er leise die Treppen runter.
/Viel verändert ist es aber nicht.../, schoss es dem Blonden durch den Kopf, als er sich etwas umsah. Der Teen kam schließlich aus dem Haus und dankte allen Göttern, dass anscheinend niemand zuhause war. Sein Glück. Nachdem Angelus seinen Tarnumhang wieder in seiner Tasche verstaut hatte, marschierte er durch London.
/Und jetzt?/, fragte er sich nach einigen Minuten. /Jetzt werde ich Gringotts einen Besuch abstatten, anschließend suche ich das Waisenhaus, in dem Riddle wohnt und dann werde ich für Dippet einen Brief schreiben. Aber zuallererst brauch ich dieses verflixte Datum!/, gab er sich selbst die Antwort und fluchte vor sich hin. Hätte sich Petunia nicht die Mühe gemacht, seine Haare zu einem Zopf zu flechten, hätte er sich diese gerauft. Gerade lief er an einem Kiosk vorbei, als ihm etwas einfiel. Schnell stiefelte er in den Laden und suchte nach der aktuellen Tageszeitung. Als er diese gefunden hatte, legte sich ein triumphierendes Grinsen auf seine vollen Lippen. Den er fand, was er suchte, ohne sich zum Affen zu machen: Das Datum. Heute war also der fünfte Juli. In einer Woche würden die Sommerferien anfangen und Tom Vorlost Riddle würde im Waisenhaus ankommen.
Nachdem der junge Mann die Zeitung wieder auf ihren alten Platz gelegt hatte und aus dem Kiosk trat, machte er sich auf den Weg, um in die Winkelgasse zu gelangen. Nach einer Stunde Fußmarsch schafften er es auch. Da er viel Geld mitgebracht hatte, ließ er den Großteil davon bei Gringotts in ein Verließ verlegen. Den anderen Teil tauschte er in Muggelgeld um und marschierte anschließend zu dem Muggelwaisenhaus, in dem Tom Riddle wohnte. Da er von Albus eine genaue Beschreibung davon bekommen hatte, war er recht schnell dort. In einer dunklen Ecke, zauberte er noch seinen Koffer auf die normale Größe, da es doch recht auffälig gewesen wäre, ohne Gepäck reinzukommen, doch im Zimmer einen Koffer und Käfig stehen zu haben. Während er auf die andere Straßenseite stampfte, zog er seinen Koffer hinter sich her und klingelte, als er ankam, bei dem rießigen Haus. Nach ein paar Minuten machte auch jemand auf. Es war eine ältere Frau mit grauen Haaren, aber einem freundlichem Lächeln auf den Lippen. Sie starrte ihn zwar einen Moment an, fing sich jedoch wieder.
»Guten Tag, mein Lieber. Was kann ich für dich tun?«, fragte sie höflich. Da es Krieg war, bei dem hauptsächlich Grindelwald zu tun hatte, wusste Angelus eine glaubwürdige Antwort.
»Guten Tag, Madam. Ich bin schon seit Jahren ein Waise. Die Polizei sagte, dass ich hier her kommen und Ihnen-« Unbemerkt von der Frau zauberte er ein Pergament hinter seinem Rücken und reichte es ihr. »-das überreichen soll«, schloss er und war über sich selbst überrascht, dass er so gut lügen konnte. Die Frau las sich das Pergament durch und bat ihn anschließend in das Haus.
»Ich zeig dir jetzt als erstes dein Zimmer. Übrigens ist mein Name Susan Cole und ich bin die Heimleiterin. Leider haben wir nur noch in einem Zimmer Platz. Ein weiterer Junge wohnt darin. Im Moment ist er nicht da. Am zwölften Juli kommt er wieder. Am besten wäre es, wenn du dich etwas von ihm fern hältst«, erklärte sie, während sie den Jungen in den zweiten Stock führte.
»Und wie heißt er?«, fragte Angelus, obwohl er es eigentlich schon wusste. Aber das musste er der Frau doch nicht auf die Nase binden, oder?
»Tom Riddle. Wie alt bist du eigentlich?«, fragte sie und machte die Türe zu seinem neuen Zimmer auf. Dort drin standen zwei Betten, Nachttische, alte Kleiderschränke und zwei Schreibtische. Es waren zwei Fenster eingearbeitet, doch davor hingen grüne Vorhänge.
»Ich bin siebzehn«, antwortete Angelus nebenbei.
»Okay. Das rechte Bett ist das von Tom. Der Kleiderschrank dort gehört auch ihm. Gegenüber von deinem Zimmer findest du das Bad. Äh, wie heißt du eigentlich? Das stand in dem Brief von der Polizei gar nicht drin«, meinte Mrs Cole.
»Mein Name ist Angelus Diamond Nexima.«
»In Ordnung. Du kannst ja erstmal auspacken. In einer Stunde gibt es Abendessen. Dann zeige ich dir auch das ganze Haus und stelle dich den anderen vor«, lächelte Mrs Cole und verschwand wieder. Da der Zeitreisende keine große Lust verspürte, seine Klamotten mit körperlicher Kraft aufzuräumen, machte er eine wegwerfende Handbewegung und keine fünf Minuten später war alles an seinem Platz. Nun machte er Hedwigs Käfig auf und ließ sie auf seiner Schulter sitzen. Dann begab er sich an seinen Schreibtisch und kritzelte für den Schulleiter Professor Dippet einen Brief. Hedwig schickte er mit diesem Brief nach Hogwarts. Seufzend setzte er sich auf sein Bett und schlug ein Buch auf. Für Muggel war es irgendein Roman, doch Zauberer sahen, dass es sich um ein schwarzmagisches Buch handelte. Erst nach einer Stunde sah er auf, da es zaghaft an der Tür klopfte.
»Herein!«, sagte er laut und zögernd wurde die Türe geöffnet. Ein Mädchen, Angel schätzte es um die zehn Jahre alt, mit braunen Haaren trat ein.
»D-Das A-Abendessen ist fertig«, stotterte sie und hatte anscheinend Angst. Verwundert zog Angel eine Augenbraue in die Höhe. Vielleicht lag es ja daran, dass sie in dem Zimmer von Riddle war und dieser hatte ja, soviel wie der Blonde wusste, hier keine Bewunderer oder ähnliches. Also stand der Zeitreisende auf, legte das Buch auf sein Bett und marschierte geschmeidig zu dem kleinen Mädchen, welches jetzt wohl am liebsten weglaufen würde.
»Alles klar, Kleine?«, fragte er vorsichtig und ging vor ihr in die Hocke. Er konnte erkennen, dass sie fasziniert in seine Augen sah und dies verwirrte ihn.
»Ja. Deine Augenfarbe ist seltsam. Riddle hat auch so komische«, murmelte sie.
/Stimmt! Riddle hat rote Augen. Meine sind smaragdgrün und nicht einmal in der Zaubererwelt groß verbreitet, obwohl es da ja schon komische Farben gibt. Rote Augen haben Slytherins, also haben Muggel mit Sicherheit noch nicht viel davon gesehen... Wenn überhaupt!/, überlegte er.
»Ich weiß nicht, was dieser Riddle für eine Augenfarbe hat, aber das ist doch jetzt auch egal. Lass uns essen gehen«, lächelte er und nahm sie an der Hand, während sie nebeneinander herstiefelten.
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Die ganze Woche lang hatte sich Angel mit den Kindern beschäftigt und hatte sie irgendwie lieb gewonnen. Er spielte mit ihnen, las ihnen etwas vor und half überall, wo er konnte. Dadurch war er auch bei den Helferinnen, es gab nur Frauen, beliebt, denn irgendwie musste er ja seine Langeweile vertreiben, wobei er auch manchmal auf den Markplatz ging und sich die Läden ansah. Doch seine Augen zogen anscheinden wirklich viel Aufmerksamkeit auf sich, da ihm jeder Mensch, außer den Kindern, nur in die Seelenspiegel starrte. Auch viele sabbernde, verträumte oder gierige Blicke folgten ihm in der Stadt und er hatte einfach nur die Schnauze voll. Manchmal fragte er sich, ob es in seiner Zeit auch schon so gewesen war, doch nach mehrmaligen Gedankengänge, in denen er an die letzten Tage in der Winkelgasse und bei Ginny dachte, musste er sich eingestehen, dass es dort genauso war. Er war einfach nur zu naiv gewesen, um es zu bemerken. Ihm selbst gefielen seine Augen, aber wenn das so weiterging, würde er eine Illusion auf sie legen. Professor Dippet hatte ihm erlaubt nach Hogwarts zu gehen und eine Bücherliste hatte er in dem Brief auch gefunden. Die Wälzer hatte er auch sofort gekauft. Angelus würde nach den Ferien in die siebte Klasse gehen, in der auch Tom Riddle war.
Heute war der Tag an dem Tom wieder in das Waisenhaus kam und Harry lag gerade auf seinem Bett und schlief. Ihm war langweilig gewesen und so war er vor etwa einer Stunde eingeschlafen. Deshalb bemerkte er auch nicht, wie ein großer, junger, schwarzhaariger Mann mit rubinroten Augen und schlankem Körperbau in das Zimmer trat. Dieser kam näher an ihn heran und war etwas verwundert.
/Wer ist das? Was macht der hier?/, fragte sich Tom Riddle und musterte den Schlafenden. Die langen, blonden Haare lagen um seinen Kopf verteilt auf dem Kissen, seine Gesichtszüge waren entspannt und sein Mund leicht geöffnet. In Toms Augen war der Junge einfach nur göttlich. Im nächsten Moment konnte er sich selbst ein Ohrfeige geben. Göttlich? Sicher, er wusste, dass er nicht auf das weibliche Geschlecht stand, aber zuvor hatte er einen Jungen noch nie göttlich´ gefunden. Wenn dann hübsch, nicht mehr. Da Tom noch nie viel Geduld hatte und auch viel zu neugierig war, stupste er den Blonden an der Schulter an. Er wollte den Namen wissen und warum er hier war. Punkt, Aus, Basta! Langsam regte sich der Blonde.
Angelus wurde von etwas pieksendes an seiner Schulter wach. Ärgerlich, warum man hier anscheinend nicht weiter schlafen durfte, öffnete er seine Augen und blickte sofort in rubinrote Seelenspiegel.
/Faszinierend! Aber wem gehören die?/, fragte er sich. Da er gerade eben erst aufgewacht war, brauchte er noch etwas bis er wusste, dass nur einer rote Augen hatte. Also studierte er dieses wunderschöne Gesicht vor ihm und war mehr als verzückt. Tom währendessen verlor sich fast in den neugierigen Smaragden des Jungen und hätte beinahe augeseufzt. Stattdessen unterbrach er die Musterung des Blonden.
»Darf ich fragen wer du bist und was du hier machst?«, fragte er barsch und fast befehlend. Dadurch wurde Angel nun ganz wach und wusste endlich, wer dieser gutaussehende Junge war.
/Denk dran, Blondie, Riddle ist hier nur ein Teenager, kein Massenmörder! Noch nicht.../, überzeugte er sich selbst, ehe er antwortete.
»Hat man es dir nicht gesagt? Du bist doch Tom Riddle, oder?«, fragte er gespielt ahnungslos.
»Ja, ich bin Tom Riddle. Und nein, man hat mir nichts gesagt. Also, wer bist du?«, hackte der Schwarzhaarige nach.
»Angelus Diamond Nexima«, antwortete der Blonde und freute sich, dass sein Name mittlerweile wie von selbst über seine Lippen glitt.
/Angelus´ passt/, schoss es derweil Tom durch den Kopf. »Und was machst du in diesem Zimmer?«, fragte er weiter.
»Naja vor einer Woche bin ich in diesem Haus gelandet und da dies hier das einzigste Zimmer ist, in dem noch ein freies Bett steht, hast du mich jetzt am Hals!«, grinste Angelus leicht. Er konnte sich vorstellen, dass es Tom aufregte. Der Slytherin erwiederte nichts, sondern ging zu seinem Koffer und fing an, seine Kleidung in den Schrank zu räumen. Eigentlich durfte er ja jetzt zaubern, denn schließlich war er siebzehn. Doch dieser Angelus hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, was Tom sehr verärgerte.
»Wie heißt deine Schule, oder eher dieses Internat?«, fragte Angel und stand elegant auf. Wenn Tom wusste, dass auch er selbst ein Zauberer war, so verbrachten sie vielleicht mehr Zeit miteinander. Dieser überlegte ob es etwas ausmachte, wenn er es dem Blonden erzählen würde. Entschied sich aber dafür, dass es nichts ausmachte und antwortete schließlich: »Hogwarts.«
»Und wie alt bist du?«, bekam der Erbe Slytherins die nächste Frage gestellt.
»Siebzehn«, war die knappe Antwort.
»Und-«, wollte Angel schon weiter fragen, wurde jedoch unterbrochen.
»Hör mal, Nexima, ich hab keine Lust all deine Fragen zu beantworten!«, knurrte Tom und drehte sich um. Seine Kleidung war immer noch nicht ganz im Schrank und er fühlte sich gestört. Da Angel gegenüber von Tom stand und dieser ihn nun ansah, schnipste er ärgerlich mit seinen Fingern, woraufhin seine Haare sich in einem lockeren Zopf befanden. Die roten Augen des Schwarzhaarigen wurden größer.
»Eigentlich wollte ich dich zum Schluss ja nur fragen, warum du dann nicht zauberst, aber bitte!«, schnappte Angel beleidigt, setzte sich auf sein Bett und las sein Buch weiter. Der Blonde hätte wissen müssen, dass Tom nicht gerade freundlich war, doch es ärgerte ihn trotzdem.
»Du bist ein Zauberer?«, fragte Tom bedröppelt.
»Ja, bin ich!«, sagte Angel immer noch beleidigt und sah stur auf sein Buch. Der Schwarzhaarige ließ seine Sachen mit einem Schlenker seines Zauberstab selbst in den Schrank richten und ging anschließend zu Angel. Unaufgefordert setzte er sich auf das Bett und betrachtete den Blonden, welcher inzwischen in den Wälzer vertieft war. Interessiert untersuchte er den Buchumschlag nach dem Titel ab und war überrascht, dass es sich um ein schwarzmagisches Buch handelte.
/Hätte ich dem Kleinen gar nicht zugetraut/, überlegte er, stand langsam auf und schlich sich hinter den Blonden. Da dieser sehr konzentriert war, bemerkte er es nicht. Tom beugte sich herunter und sah ihm über die Schulter. Dabei streifte sein Atem die Wange des Todesengels, welcher unweigerlich erschaudern musste. Vorsichtig drehte er seinen Kopf zur Seite und erblickte den Schwarzhaarigen, welcher interessiert einen Abschnitt im Buch las.
»Gefällt dir, was du liest?«, fragte er nach ein paar Minuten.
»Sicher, ich hätte dir gar nicht zugetraut, schwarze Magie einzusetzen«, gestand Tom und lächelte. Ein unwiderstehliches Lächeln, wie Angelus fand.
»Wer sagt, dass ich schwarze Magie einsetze? Ich könnte mich auch einfach nur darüber informieren, findest du nicht?«, grinste der Blonde.
»Könntest du, aber zauberstablose Magie ist meistens schwarzmagisch und du hast es vorher benutzt«, meinte Tom.
»Stimmt«, seufzte Angelus und hielt Tom das Buch unter die Nase.
»Falls du es lesen willst. Ich hab es schon durch«, erklärte er auf den fragenden Blick hin. Tom nahm es gerne an und legte es auf seinen Nachttisch.
»Warum bist du nicht auf Hogwarts?«, fragte der Schwarzhaarige, nachdem er sich wieder auf Angels Bett niedergelassen hatte.
»Ich werde dieses Jahr meinen Abschluss dort machen«, erklärte der Blonde mit einem Schulterzucken.
»Erzähl mir etwas von Hogwarts!«, forderte er Tom dann auf. Schließlich konnte er sich ja mal verplappern und etwas sagen, was er eigentlich noch gar nicht wissen durfte. Also erzählte der Slytherinerbe alles was Hogwarts betraf. Über die Gründer, die Häuser, den Unterricht, die Lehrer, die Geister, die Gänge und die Schüler. Am Abend wurden sie durch ein Klopfen gestört, welches aus der Richtung der Türe kam. Nach einem harten »Herein!« von Tom, stürmten fünf elfjährige Kinder auf einmal herein. Etwas verdutzt starrte Tom sie nur an. Die Kinder mieden eigentlich sein Zimmer und soviel auf einmal waren hier womöglich noch nie drin, seit er hier war.
»Angel, das Essen ist fertig!«, quietschten sie gleichzeitig und verblüfft wandte sich der Schwarzhaarige an den Angesprochenen.
»Danke, wir kommen gleich«, wimmelte der Blonde sie ab, worauf sie wieder aus dem Zimmer hüpften.
»Du scheinst bei diesen Knirpsen sehr beliebt zu sein«, stellte der Slytherin trocken fest.
»Kann sein. Gehen wir essen?«, wich der Todesengel aus und erhob sich. Tom nickte und stand ebenfalls auf.
»Aber nicht, dass das jetzt zur Gewohnheit wird und ich jeden Tag so eine kreischende Meute in meinem Zimmer habe«, meinte er noch, ehe er aus dem Zimmer verschwand. Kichernd folgte Angelus ihm. Er wusste nicht wieso, aber er mochte den Schwarzhaarigen. Denn hier war er Tom Vorlost Riddle und ein Jugendlicher. Voldemort jedoch war ein Mörder und Monster. Also war da kein großer Unterschied, abgesehen von der Augenfarbe.
Das Abendessen verlief so wie immer: Lachend, lustig und vorallem laut. Dem jungen Riddle konnte man ansehen, dass er richtig genervt davon war.
»Müsstest du das nicht gewohnt sein?«, fragte Angelus mit einem amüsiertem Lächeln auf den Lippen, da er neben dem Schwarzhaarigen saß.
»Müsste ich, bin es aber nicht. Es ist einfach nur nervig!«, erklärte er und aß schnell weiter, um aus dem Raum zu kommen. Leise lachend machte der Zeitreisende es ihm nach, nur aß er langsamer. Als Tom fertig war, flüchtete er schon fast aus dem Zimmer. Angelus' Gelächter folgte ihm.
»Angel, liest du uns etwas vor?«, fragte ein sechsjähriges Mädchen mit braunen, schulterlangen Haaren und haselnussbraunen Augen. Der Angesprochene nickte.
»Sicher, Kleine. Was soll ich euch vorlesen?«, fragte er sanft und erhob sich, um in ein großes Wohnzimmer zu gehen. Alle Kinder folgten ihm. Sie alle waren jünger als er und sie hörten gerne zu, wenn er ihnen ein Buch vorlas. Auch die Heimleiterin und Helferinnen folgten ihnen. Angelus hatte eine sanfte und glockenhelle Stimme, die einen in den Bann zog. Auch wenn es meistens Kindergeschichten waren, welche sich die Kinder aussuchten. Es war immer wieder schön, seiner Stimme zu lauschen und einfach mal abzuschalten. Und so war es dann auch. Der Blonde las die Geschichte Aschenputtel´ vor und brachte die Kinder mit seiner beruhigenden Stimme langsam in den Schlaf. Nachdem er fertig war, sah er sich um und fand die Mehrzahl der Kids schlafend vor. Lächelnd stand er auf und die Helferinnen taten es ihm gleich. Nacheinander wurden die Schlafenden in ihre Betten getragen, wobei der Todesengel natürlich half. Als er fertig war, putzte er sich im Bad schnell die Zähne und schlürfte dann gähnend in sein Zimmer.
Dort marschierte er, natürlich ohne anzuklopfen, hinein und fand Tom mit einer Schlange redend vor. Sie waren so in ihr Gespräch vertieft, dass sie ihn gar nicht bemerkten. Leise schloss er wieder die Tür.
»Vielleicht solltest du das Zimmer abschließen, wenn du mit deiner Schlange sprichst. Oder wissen die Bewohner dieses Waisenhauses, dass du ein Parselmund bist?«, fragte er, lief zu seinem Bett und wurde von den zwei geschockten Augenpaaren angestarrt.
»Äh, danke für den Tipp. Ich hoffe du erzählst es nicht weiter, ansonsten muss ich dir das eben Erlebte aus deinem Gedächtnis löschen«, sagte Tom kalt und sah ihn fest an. Gemütlich zog sich Angel bis auf die schwarze Boxershort, da es Sommer war, war es heiß, aus und bemerkte nicht, wie Tom bei diesem Anblick schwer schluckte. Anschließend ging er elegant zu dem Schwarzhaarigen. Dieser saß immer noch auf dem Bett und so beugte sich der Todesengel zu ihm herunter und stoppte ganz nah an dem hübschen Gesicht. Toms Herz machte derweil Überstunden und klopfte hart an dessen Brust. Der Blonde lehnte sich weiter vor und stoppte an Toms Ohr. Sein Atem streifte es und bereitete dem Erben Slytherins eine Gänsehaut.
::Würdest du mir wirklich das Gedächtnis löschen, Riddle?::, zischte Angel in Parsel und brachte den Schwarzhaarigen zum erschaudern. Doch als ihm bewusst wurde, dass der Blonde kein Englisch gesprochen hatte, sah er ihn wieder geschockt an.
::Du kannst Parsel?::, zischte er zurück und tat es absichtlich in der Schlangensprache. Vielleicht hatte er sich ja geirrt. Doch diese Theorie wurde von dem Zeitreisenden zunichte gemacht.
::Sicher. Problem damit?::, fragte der Angesprochene und richtete sich wieder auf. Noch eine Sekunde länger in der Nähe des Rotäugigen und er wäre über ihn hergefallen.
::Kommt ganz darauf an. Woher kannst du es?::, fragte Tom misstrauisch. Er wusste, dass dies nur die Erben Slytherins konnten und dass er selbst einer war, wusste er auch. Er wusste, wer zu seiner Familie´ gehörte.
::Ein missglückter Fluch übertrug mir Fähigkeiten von einem gewissen Mann. Daher kann ich es::, antwortete der Todesengel knapp. Tom runzelte die Stirn.
::Und wer war dieser Mann? Und was für ein Fluch?::, fragte er sichtlich interessiert, stand auf und sah auf den blonden Mann herab, denn er war über fast einen Kopf größer.
»Ich kann es dir nicht sagen. Noch nicht. Vielleicht irgendwann«, weichte der kleinere aus und drehte sich um. Mit schnellen Schritten erreichte er schließlich sein Bett und legte sich darauf, bevor er die Decke über sich zog und das Band aus seinen Haaren löste, um es auf das Nachttischchen zu legen. Leicht bedröppelt stand Tom immer noch an der gleichen Stelle. Doch schon bald wurde er wütend und folgte dem Todesengel. Vor seinem Bett blieb er stehen und riss die Decke von dem nur leicht begleideten Körper weg. Angriffslustig funkelten diese verdammt intensive Smaragde ihn an.
»Gib mir meine Decke zurück!«, forderte der Blonde knurrend.
»Nein«, antwortete der Schwarzhaarige locker und grinste triumphierend.
»Sofort, Riddle! Ich sag dir nichts! Finde dich damit ab!«, fauchte Angelus und setzte sich in eine aufrechte Position.
»Nein, das werde ich nicht tun. Jetzt erzähl mir mal, wer dieser Typ ist und was das für ein Fluch war!«, befahl er. Mit einem »Du kannst mich mal am Arsch lecken!« legte sich Angel wieder hin und drehte sich zur Wand, damit er Tom nicht ansehen konnte.
»Gerne«, grinste der Schwarzhaarige. Ruckartig drehte sich Angel wieder um und sah ihn entgeistert an. Wütend riss er dem grinsenden Mann die Decke aus der Hand und legte sie wieder über sich.
»Du wirst nie an meinen Allerwertesten rankommen, Tom!«, murmelte der Blonde und gähnte. Er war müder als er gedacht hatte. Der Schwarzhaarige sah ein, dass er im Moment nichts aus dem Kleinen rausgriegte und schlürfte, leicht enttäuscht, zu seinem eigenem Bett. Seine hübsche Schlange hatte sich dieses Schauspiel belustigt angesehen. Da auch er müde war, zog er sich bis zur Boxershort aus, legte sich hin und schlief schon bald ein.
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Angelus wurde am nächsten Tag von etwas nassem wach. Gequält öffnete er seine Seelenspiegel und sah, ganz nah an ihm, eine Schlange. Sie war nicht besonders groß, ihre Schuppen waren eine Mischung aus blau, grau und gelb.
::Du bist doch Toms Schlange, oder?::, fragte er, nachdem er es gepeilt hatte.
::Ja. Mein Name ist Nagini, junger Herr::, zischte sie.
/Nagini! Wenn sie so klein ist, muss sie ja noch total jung sein!/, überlegte er.
::Aha. Darf ich fragen, weshalb du mich weckst?::, wollte er wissen, bevor er sich aufsetzte, kurz gähnte und sich den Schlaf aus den Augen rieb.
::Ich brauche eure Hilfe, junger Herr. Tom ist ein Langschläfer und es ist sehr schwer ihn zu wecken. Ich habe es eine geschlagene Stunde versucht, aber dieser Trottel dreht sich von einer auf die andere Seite::, meinte sie ärgerlich. Angel schmunzelte und sah zu dem Schlafenden.
/Man sieht der süß aus.../, schoss es ihm durch den Kopf und eine Sekunde später könnte er sich selbst in den Arsch treten. Süß? Er wollte ihn dorch gar nicht süß finden! Sein Leben war einfach beschissen, wie er wieder einmal feststellte. Jedoch wurde er von der Schlange aus seinen Gedanken gerissen.
::Helft Ihr mir, ihn aus dem Bett zu schmeißen?::, fragte sie lieb.
::Warum willst du ihn überhaupt wecken?::, fragte er neugierig und stieg aus seinem Bett. Er hielt Nagini seinen Arm hin, welche sich auch sofort darum schlängelte und um seinen Hals liegen blieb.
::Letztes Jahr hat er mich gekauft, aber da wir am nächsten Tag bereits nach Hogwarts mussten, konnte ich die Stadt gar nicht ansehen. Und gestern hab ich den ganzen Tag in seinem Koffer geschlafen. Er konnte mich ja schlecht rausholen, da Ihr anwesend wart und er nicht wusste, ob Ihr kreischend zur Heimleiterin rennt. Aber heute will ich mir alles ansehen und bin einfach zu neugierig um zu warten!::, jammerte sie. Leise lachend stiefelte der Todesengel zu Naginis Besitzer und überlegte sich, wie er die Schlafmütze aufwecken sollte.
::Hast du eine Idee?::, fragte er die Schlange.
::Ich hab doch schon alles ausprobiert::, seufzte sie als Antwort.
::Bestimmt nicht alles::, grinste der Blonde fies und Nagini hatte eine böse Vorahnung, doch sie ließ ihn. Vorerst. Angelus ließ mit einem Wink seiner Hand einen großen Eimer über Toms Kopf erscheinen. Er war nicht leer, oh nein! Bis zum Rand war mit eiskaltem Wasser gefüllt. Als Nagini erkannte, was er vorhatte, kicherte sie leise. Wohlgemerkt hörte es sich bei einer Schlange irgendwie komisch an.
::Er wird Euch umbringen::, kicherte sie amüsiert.
::Das bezweifle ich in keinster Weise, meine Schöne. Aber vielleicht hab ich Glück und komm mit einem Folterfluch davon. Außerdem brenne ich darauf, sein Gesicht danach zu sehen::, meinte er immer noch grinsend und kippte den Eimer um. Die ganze Ladung Wasser spritzte genau auf das Gesicht des Schwarzhaarigen. Prustend und mit einem spitzen Schrei auf den Lippen, fuhr Tom hoch und saß nun bibbernd und äußerst nass auf seinem Bett. Zuerst fragte er sich was das war, doch als er Gelächter hörte und über seinen Bettrand spickte, wusste er es. Dort lagen doch tatsächlich seine treue´ Schlange und der Engel´, welche sich schüttelten vor Lachen. Wobei Angel sich schon den Bauch halten musste.
::Warum habt ihr das gemacht?::, zischte er. Eigentlich wollte er ja knurren, doch es kam bibbernd über seine sinnlichen Lippen. Nachdem sich die beiden beruhigt hatten und Angel sich die Lachtränen aus den Augen gewischt hatte, sahen sie ihn unschuldig an.
::Es war witzig. Nagini hat dich nicht wachbekommen und hat mich um Hilfe gebeten::, erklärte der Blonde und konnte sich ein Grinsen einfach nicht verkneifen. Tom knurrte kurz und wickelte anschließend die Decke um seinen Körper. Einige Minuten herrschte Stille, bis Angel sie durchbrach.
::Kein Folterfluch?::, fragte er ungläubig.
::Willst du einen?::, bekam er als Gegenfrage. Hastig schüttelte er den Kopf.
::Dann halt den Rand. Was bekomm ich als Entschädigung?::, wollte der Slytherin wissen. Angelus überlegte, doch ihm fiel nicht wirklich etwas ein. Also zuckte er mit den Schultern.
::Überleg du es dir::, wies er den Schwarzhaarigen an.
::Gut. Wenn mir etwas einfällt, sag ich es dir::, informierte er ihn, obwohl er schon etwas wusste. Der blonde Zeitreisende nickte nur.
::Begleitest du uns, wenn wir heute London besichtigen?::, fragte Nagini bettelnd. Sie mochte den Blonden jetzt schon. Fragend sah Angesprochener zu Tom. Doch dieser blickte stirnrunzelnd zu seiner Schlange.
::Wann haben wir besprochen London zu besichtigen?::, erkundigte er sich. Die Schlange sah ihn treuherzig an.
::Gerade eben::, meinte sie lieb. Seufzend wandte er sich an den blonden Schönling.
::Von mir aus kannst du mit::, eröffnete er und erhob sich aus seinem Bett.
::Wunderbar!::, freute sich der Blonde.
Tom schritt zu seinem Schrank, holte sich eine enge Hose, eine Boxershort, Socken und ein schwarzes T-Shirt, alles in schwarz, daraus hervor und watschelte immer wieder gähnend zu der Tür, um in das Badezimmer zu gelangen. Nun stand auch Angelus auf und machte sich daran, Klamotten aus dem Schrank zu holen. Die Unterwäsche, die schwarze, enge Hose und das blutrote Shirt landeten anschließend auf dem Bett und warteten darauf, angezogen zu werden. Nachdem Tom, frisch geduscht, angezogen und nicht mehr bibbernd, wieder in das Zimmer kam, marschierte Angel in das Bad um die gleiche Prozedur zu vollziehen. Als er wieder in das Zimmer kam, schnappten sich die jungen Männer ihre Geldbeutel, Zauberstäbe und Rucksäcke und stiefelten anschließend in das Esszimmer, in dem das Frühstück gerade aufgetragen wurde. Nagini hatte sich unter Toms T-Shirt verkrochen. Die Helferinnen wunderten sich sichtlich, dass Angel sich so gut mit Tom verstand. Sie fanden, dass der Blonde das genaue Gegenteil von Tom war, freuten sich jedoch, dass der Schwarzhaarige den Neuzugang nicht verspottete und freundlich war. Was man nicht alle Tage zu sehen bekam.
Nach dem Frühstück meldete Angelus sie beide ab und marschierte neben Tom in das Zentrum Londons. Da er selbst nur wenige Male in diesem Bereich war, blickte er sich genauso neugierig um wie Nagini, auf der ein Tarnzauber lag und sie somit aus dem Ausschnitt von ihrem Besitzer gucken konnte. Der Schwarzhaarige war eher etwas genervt.
::Ihr benehmt euch wie Kinder::, informierte er sie, doch diese ignorierten es gekonnt und besahen sich weiter alles. Nachdem sie auch die letzte Sehenswürdigkeit betrachtet hatten, marschierten sie zurück und die beiden Zauberer waren sich sicher, dass sie morgen Muskelkater in ihren Beinen hatten. Durch halb London zu laufen war ja auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.
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Seit drei Wochen war Tom nun wieder im Waisenhaus und in dieser Zeit, hatte Angelus sich mit ihm und Nagini immer mehr angefreundet. Im Moment saßen die beiden jeweils in ihren Betten und lasen Bücher. Nagini hatte sich auf den Weg nach Rattensuche gemacht. Tom starrte nur noch auf eine Stelle und konnte sich einfach nicht konzentrieren. In seinen Gedanken spielten sich die letzten Wochen ab und je mehr über diese nachdachte, desto mehr wurde ihm bewusst, dass er den blonden Zauberer, welcher in dem gleichen Zimmer saß, mehr mochte als ihm lieb war. Für ihn war es immer unwahrscheinlich vorgekommen, dass er sich VERLIEBEN würde. Doch genau dies war nun der Fall. Immer wenn er in Angelus' Nähe war, würde er ihn am liebsten niederküssen und dieses Gefühl der Geborgenheit genießen. Angel hatte ihm Seiten an sich gezeigt, welche er glaubte, nicht zu haben. Sicher, zu Nagini war er so, doch zu anderen Menschen nicht. Er war freundlich und meinte es dabei ehrlich. Er war sanft, zurückhaltend und geduldig. Er war einfach anders. Vor nicht einmal einem Monat wollte er nur Macht, doch jetzt war der Gefallen daran einfach weggewischt. Nun wollte er nur noch Angel. Er wollte die Liebe des Grünäugigen. Zaghaft sah er auf und beobachtete den Blonden.
Was Tom nicht wusste war, dass es Angelus nicht anders erging. Jedoch hielt er sich zurück. Es war ihm mittlerweile völlig egal, wer Tom in seiner Zeit war. Es war ihm ja sogar egal, dass dieser Junge seine Eltern töten sollte. Im Moment war er einfach nur Tom Vorlost Riddle und nicht Lord Voldemort. Sicher, in der Schule gab er sich in seinem Freundeskreis´ als solcher aus, jedoch hatte er noch keinen Mord begangen und nur das zählte. Als er den Blick des Schwarzhaarigen bemerkte, sah er ebenfalls auf und blickte schon kurz darauf in rubinrote Augen, in denen er immer wieder zu versinken drohte.
»Ich hab mich gefragt, ob du die Entschädigung der Aufweckfolgen vor drei Wochen jetzt erfüllen möchtest. Du erinnerst dich doch sicherlich, oder?«, fragte Tom und riss ihn somit aus seinen Gedanken.
»Klar. Dein Gesicht dabei, werde ich nicht so schnell vergessen«, grinste der Todesengel.
Kurz verzog Tom das Gesicht, ehe er weitersprach: »Gut. Dann küss mich«, sagte Tom direkt, bevor ihn der Mut verließ. Denn das wäre schon bald passiert. Angelus entgleisten alle Gesichtszüge.
/Küssen? Warum? Will der mich verarschen? Hat der etwa bemerkt, was ich für ihn fühle?/, schoss es ihm durch den Kopf.
»Warum?«, fragte er schließlich.
»Ich muss mir bei etwas noch ganz sicher werden. Also?«, fragte Tom und wartete. Es stimmte, er wollte sich ganz sicher sein. Schließlich hatte er noch nie so etwas wie Liebe empfunden und da wollte er sich hundertprozentig sicher sein. Wenn Angel ihn küsste, wusste er es vielleicht. Im Moment dankte er Nagini, dass sie den Blonden um Hilfe gebeten hatte, ihn zu wecken. Dadurch konnte er diese Bedingung stellen. Angelus schluckte noch einmal schwer und stand anschließend zögerlich auf. Langsam ging er zu Toms Bett, setzte sich und beugte sich vor. Zaghaft legte er seine Lippen auf die seines Gegenübers und bewegte sie. Sein Bauch fühlte sich urplötzlich so an, als ob tausende von Schmetterlingen darin herumschwirrten und er mochte dieses Gefühl. Sofort erwiederte Tom den Kuss, den jetzt war er sich sicher: Er LIEBTE Angelus tatsächlich. Mit Haut und Haaren. Angelus Lippen schmeckten so süß und unschuldig, dass er davon süchtig werden konnte. Und er vermutete, dass er dies jetzt schon war. Ruckartig legte er eine Hand auf den blonden Haarschopf und zog den Zeitreisenden näher zu sich, so dass dieser schon halb auf ihm lag.
Der Kuss wurde erst unterbrochen, als ihnen der Sauerstoff ausging und schwer atmend sahen sie sich in die Augen. Angel wollte sich gerade zurückziehen, als der Druck auf seinem Hinterkopf sich etwas verfesterte und keine Sekunde später fühlte er wieder diese wunderbaren Lippen auf seinen. Nun verbarg er seine Hand in dem schwarzen Haar des Slytherins und legte sich ganz in das Bett. Wieder wurde der Kuss wegen Sauerstoffmangel unterbrochen.
»Angel, ich bin mir jetzt in einer Sache klar: Ich liebe dich«, flüsterte Tom gegen die eben noch geküsste Lippen. Die Augen des Todesengels weiteten sich ungläubig. War es wahr? Oder log Tom? Agelus suchte in den rubinroten Seelenspiegel nach einer Lüge. Fand jedoch nur Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit. Und dennoch musste er sich vergewissern.
»Meinst du das ernst? Oder spielst du nur mit mir?«, fragte er schließlich zaghaft. Tom schüttelte heftig mit dem Kopf.
»Die letzten Wochen mit dir haben mit stark verändert. Vor nicht einem Monat, war für mich Liebe´ einfach nur ein Wort. Das einzigste was mich interessierte war Macht, Macht und nochmal Macht. Doch jetzt will ich einfach nur bei dir sein, dich spüren, riechen und sehen. Ich dachte immer, dass es so etwas wie Freundschaft und Liebe nicht gibt. Doch du hast mich eines besseren belehrt. Ich liebe dich, Angelus Diamond Nexima, und würde alles für dich tun. Wirklich alles«, murmelte er und senkte den Blick. Er kam sich einfach lächerlich vor. Sechs Jahre lang versuchten alle möglichen Mädchen und auch viele Jungs sein Herz für sich zu gewinnen. Sechs lange Jahre. Und jetzt schaffte der Blonde es in gerade mal drei Wochen! Und diese Liebe, so wusste Tom, war stark. Er hätte wirklich NIE gedacht, wo etwas zu fühlen. Aber er mochte es und wollte es nie wieder missen.
»Tom?«, fragte Angel und nahm das Gesicht in seine Hände, damit dieser ihn ansehen musste.
»Du bist nicht der einzigste, der sich verliebt hat. Mir ergeht es nicht anders. Seit einer Woche ist es mir bereits klar, dass ich dich liebe. Doch ich war einfach zu feige, um es dir zu gestehen. Wenn ich noch Zweifel daran hatte, so hast du diese eben mit dem Kuss weggefegt. Er hat Gefühle in mir geweckt, die ich noch nie gefühlt habe. Gott, wenn ich an die Küsse mit Cho und Ginny denke, wird es mir ja richtig schlecht!«, fügte er unüberlegt hinzu und verzog leicht sein Gesicht. Fragend zog Tom eine Augenbraue in die Höhe.
»Wer ist Cho und wer ist Ginny?«, fragte er sofort.
»Cho ist ein asiatisches Mädchen und sehr hübsch. Das erste Mädchen in das ich mich verliebt habe. Nein, eigentlich war es eher eine Schwärmerei. Ginny ist die Schwester meines besten Freundes und irgendwie kam ich auf den absurden Gedanken, sie zu lieben. Doch manchmal ist sie einfach nur nervig und ich sehe sie nur als Rons, mein bester Freund, Schwester an«, erklärte er.
»Und ich bin nicht nur eine Schwärmerei?«, fragte Tom leicht geknickt. Er wollte die Antwort eigentlich gar nicht wissen.
»Unsinn! Bei einer Schwärmerei veranstaltet der Bauch doch kein Feuerwerk, oder? Außerdem war ich damals vierzehn Jahre alt! Jetzt kenn ich jawohl den Unterschied, meinst du nicht?«, empörte sich der Zeitreisende und bekam ein Lächeln von Tom. Ja, mit dieser Antwort war der Schwarzhaarige durchaus zufrieden. Als Antwort zog er den Blonden wieder zu sich und küsste ihn sanft. Unter diesem Kuss schmolz Angel richtig dahin und kuschelte sich, als sich ihre Lippen wieder voneinander lösten, näher an den Slytherin.
::Nein, wie süß!::, hörten sie plötzlich Naginis Stimme und setzten sich schlagartig auf. Als sie die Schlange an dem Ende des Bettes mit einem gewissen Glitzern in den Augen erblickten, liefen sie knallrot an. Angel zwar mehr als Tom, aber dieser hatte ja auch mehr Selbstbeherrschung.
::Habt ihr euch jetzt endlich eure Liebe füreinander eingestanden? Wurde auch langsam Zeit!::, meckerte sie und schlängelte sich zwischen sie. Die beiden starrten Nagini nur geschockt an, bis sich der Erbe Slytherins wieder fing.
::Was soll das heißen endlich´?::, fragte er.
::Na, das konnte ja sogar ein Blinder mit einem Krückstock erkennen, dass ihr ineinander verknallt seid! War ja wirklich keine Kunst...::, eröffnete sie mit einem Grinsen. Darauf bekam sie nur ein gleichzeitiges Schnauben der Jungs.
