Hallo zusammen!

Es tut so gut, Eure vertrauten Namen zu lesen. Einigen von Euch ist NDDB sicher noch in Erinnerung geblieben. Ich bin nun dabei, einige Kapitel zu überarbeiten. Ich hoffe, die ärgsten Stolpersteine und Stilblüten auszumerzen, um dann endlich den dritten Teil fertig zu schreiben. Handlung, Personen und Orte sind gleich geblieben, ich hoffe die Rechtschreibfehler nicht!

Ich freue mich auf ein schöne Zeit mit Euch!

Sirisa

2. Die Recherche

Atemlos hatte Hermine die Bibliothek erreicht, ihre Schultasche auf einen freien Tisch geworfen und sich auf die Bücherregale mit zahlreichen Lexika gestürzt.

Sie überhörte die leisen Rufe einiger Ravenclaw-Mädchen, denen sie Unterstützung bei ihrer Hausarbeit zugesagt hatte und ebenso übersah sie die Strahlen der tiefhängenden Herbstsonne, die Ron und Harry sicherlich zum Quidditch-Training nach draußen locken würde.

Statt dessen begab sie sich systematisch auf die Suche. Schnell fand sie einige Abhandlungen über die Zaubertrankvariationen, die Snape im Unterricht aufgeführt hatte, jedoch nirgendwo ein Hinweis auf Ronkowa.

Hermine zwang sich, die interessanten Bücher immer wieder aus der Hand zu legen. Wie gerne hätte sie in diesen alten Schriften geschmökert, doch die Zeit verging wie im Fluge.

Letztlich änderte Hermine ihre Taktik und suchte nun vermehrt nach den großen Zauberern des Zarenreiches.

Endlich wurde sie in einem alten, zerschlissenen Lexikon fündig.

Hier wurde erstmalig von weisen Frauen gesprochen und es gab einige Hinweise auf die mächtigen Tränke der russischen Hexen, die in der Männerdomäne der Zaubertrankmeister eine Sonderposition einnahmen.

Aufgeregt begann sie sich Notizen zu machen, ihre Feder glitt mit altbekanntem Feuereifer übers Pergament und ihre Wangen begannen vor Aufregung zu glühen, bis ihr plötzlich jemand das Lexikon unter der Nase wegzog.

Noch ehe Hermine aufgesehen hatte, wusste sie, dass es Snape war. Leider hatte sie in ihrem Arbeitseifer nicht bemerkt, dass die Aufsicht gewechselt hatte und nun Snape wie ein drohender Racheengel durch die Regale und um die Tische glitt, mit verkniffenen Mund und Argusaugen die arbeitenden Schüler beobachtend.

Seine bösen Augen hatten sich zu schmalen Schlitzen verengt als er die Passage nachlas, die Hermine gerade im Buch bearbeitete.

„Weibertränke!" peitschte es aus seinem Mund.

„Sie wollen einen Aufsatz über Weibertränke schreiben?" höhnte er und doch kam es Hermine vor, als wäre seine Stimme eine Spur schriller als sonst.

„Wen zum Teufel sollte das wohl interessieren? Alberne Liebeszauber, Abwehrzauber gegen Wechseljahresbeschwerden oder Menstruationskrämpfe..." Snapes Stimme schwoll an, die Schüler an den Nachbartischen duckten sich automatisch über ihren Heften und zogen die Köpfe zwischen die Schultern. Snape allein war schon die Pest, aber ein übellauniger Snape konnte einem ein ganzes Schuljahr, wenn nicht sogar die gesamte Schullaufbahn verseuchen. „Schreiben sie etwas Gescheiteres oder sie können sich direkt ein S bei mir abholen," donnerte Snape gnadenlos auf Hermine herab und um seinen Worten noch mehr Nachdruck zu verleihen, hatte er sich hoch aufgerichtet, sein Kopf in den Nacken geworfen wobei seine ölig glänzenden Haare wie schwarze Schnüre durch die Luft wirbelten.

Auch Hermine hatte mit eingezogenem Kopf auf ihr Pergament geschaut und als Snape sich zum Gehen wandte, da konnte sie nicht verhindern, dass ihr ein leises „Professor?" entfuhr.

„WASSSSS?"

Snape drehte sich langsam zu ihr um und sein Gesicht drückte Unglauben aus, dass es Hermine wagte ihr Wort nochmals an ihn zu richten.

Diese hob während des Sprechens langsam den Kopf und sah ihrem verhassten Lehrer nun direkt in die Augen, stellte sich der Eiseskälte und der Geringschätzigkeit, mit der er auf sie herab sah.

„Dann haben sich also all die russischen Zaren nur für Wechseljahresbeschwerden und Menstruationskrämpfe interessiert als sie um die Gunst von Nadjeschda Ronkowa geworben haben?" Hermines Zeigefinger klopfte wie zur Bestätigung auf das vor ihr liegende Dokument.

Wieder war Snape leicht zusammengezuckt, als er diesen Namen aus Hermines Mund hörte.

Doch dieses Mal beugte er sich langsam und beherrscht tief zu ihr herab, brachte sein Gesicht so nah an das ihrige, dass sie seinen Atem in ihrem Haar spüren konnte und schnarrte: "Nadjeschda Ronkowa war eine Ausnahme und Sie werden niemals mehr über sie in Erfahrung bringen können als die Tatsache, dass sie existiert hat."

Trotz des wutverzerrten Gesichtes direkt vor ihren Augen sprudelte es aus Hermine heraus:„Und warum nicht, Sir?"

„Weil die Abhandlungen der Ronkowa sicher verwahrt in der für Schülern verbotenen Abteilung stehen, DARUM!"

PENG! Snape hatte das Lexikon mit einer schnellen Bewegung geschnappt und mit Wucht zurück auf den Tisch geknallt. Nun rauschte er mit hoch erhobenem Haupte davon, eine sichtlich eingeschüchterte Hermine zurücklassend.

Zwei Abteilungen weiter lehnte er sich an eine Fensterbank und ergriff eine Zeitschrift, um damit sein zu einem Grinsen verzerrtes Gesicht zu verdecken.

„Wehe ihr!" dachte er bei sich.

„Wenn sie jetzt versucht an die Bücher zu gelangen, dann wird sie wohl eine unangenehme Überraschung erleben."

Die Schriften der Ronkowa.......Daran hatte er auch schon geknabbert. Leider war es ihm nie gelungen den Zauberbann zu brechen, der ihm als Mann die Weisheiten verwehrt hatte. Abwartend beobachtete er über den Rand der Zeitung hinweg Hermine, die nun scheinbar verzagt das Lexikon ins Regal zurückstellte, ihre Sachen packte und die Bibliothek verließ.

„Verdammt, Verdammt, Verdammt", fluchte sie still vor sich hin, „warum habe ich nicht besser aufgepasst! Jetzt habe ich mir auch noch selber die Zensur vermasselt!"

Wütend auf sich selber ging sie in ihr Zimmer, knallte die Tür zu und vergrub ihren Wuschelkopf in ihren Kopfkissen. Sie hatte keinen Appetit und beschloss das Abendessen ausfallen zu lassen.

Wäre sie heute noch ein weiteres Mal Snape begegnet....sie hätte sich wohl übergeben müssen.

TBC..... soon