A/N: Diese Story ist nicht von mir, sondern von The Red Dragons Order (Userid 144910).

Ich habe nur die Ehre, sie zu übersetzen. Denkt beim Reviewen daran, dass ich nichts an der Geschichte ändern kann. Aber reviewen dürft ihr gerne...

Kapitel 1

Harry seufzte als er die Eule kommen sah. Es war die Eule, die der Orden alle drei Tage sandte um nach ihm zu sehen und ihn aufzumuntern. Wann würden die nur begreifen, dass nichts ihn aufheitern konnte ausser das Zurückkommen von Sirius? Sicher, Professor Lupin – 'Nenn mich Remus' – war immer nett und eine grosse Hilfe, aber Harry sank trotzdem langsam in eine Depression. Er schlief nicht, er ass nicht, er sass nur in seinem Zimmer bei den Dursleys und träumte von Millionen von Wegen, wie er Sirius hätte retten können, oder wie das Leben gewesen wäre, wenn sie nach seinem dritten Jahr zusammengezogen wären. Oder Versionen, wie es gewesen wäre, wenn er von Anfang an bei Sirius gelebt hätte. Cedric wurde auch in diese Träume hereingezogen. Die beiden waren die besten Freunde seit dem Kindergarten, dann starteten sie zusammen in Hogwarts, trafen auf Hermione und Ron, und alle waren glücklich und hatten die Chance, Kinder zu sein. Voldemort kam gar nicht zurück, seine Mutter und sein Vater erwachten aus einem magischen Koma, Malfoy wurde aus der Schule geworfen, alles wäre wunderbar. Dann wachte er auf aus dem Traum und erinnerte sich genau daran wo er war und was passiert war. Dann kamen die Schuldgefühle zehnfach verstärkt zurück und er hielt dann sein Kissen fest bis die Tränen aufhörten. Einige Male war er vor Müdigkeit ohnmächtig geworden, dann kamen die Träume von Voldemort. Der Dunkle Lord sagte ihm immer dass es sein Fehler war, dass Sirius gestorben war. Alles war sein Fehler. Und Harry akzeptierte das.

Die Dursleys liessen ihn meist in Ruhe, dank der Tatsache dass der Orden ihnen an der Station gedroht hatte, aber auch weil sie die immense Traurigkeit, die ihren Neffen umhüllte, spüren konnten. Sogar Vernon hatte nicht das Herz, Harry herumzukommandieren. Um die Wahrheit zu sagen, machte es keinen Spass mehr, vorher konnte er immer die zurückgehaltene Wut in den grünen Augen sehen, aber jetzt war da nichts mehr. Petunia entdeckte, dass sie in ihrem Herz tatsächlich einen Platz hatte für den Sohn ihrer Schwester. Sie ging regelmässig rauf in sein Zimmer mit Essen und um die Eule zu füttern und ihr auszumisten, da Harry es manchmal vergass. Es machte ihr Angst, Lilys grüne Augen so tot und abgestorben zu sehen, wenn sie sie so voll von Leben und Rebellion gegen alles was Gesetz und Ordnung war, kannte. Dudley war meistens weg, um Nachbarkinder zu terrorisieren, und er konnte nicht verstehen, warum seine Eltern so besorgt um einen Freak wie Harry waren. Natürlich, die Freaks an der Station hatten ihnen gedroht, aber das war keine Entschuldigung die kleine Scheisse zu ignorieren. Jetzt musste Dudley alle seine Arbeiten machen, was er hasste.

Harry seufzte und ging zur Seite um die Eule durchs Fenster zu lassen. Er hatte wirklich keine Ahnung warum sie ihm diese Briefe schickten, wenn sie ihn ja sowieso beobachteten. Er nahm der Eule den Brief ab und sie – die gelernt hatte, nicht auf etwas zu essen zu warten – flog rüber zu Hedwigs leerem Käfig, wo sie trank, bevor sie geduldig auf Harrys Antwort wartete.

'Liebster Harry,

Wie geht es dir? Bist du sicher, dass es dir gut geht? Es schien dass du etwas auf dem letzten Brief ausgeleert hattest, es waren einige Kleckse in der Tinte. Hast du geweint? Es ist gut so, lass alles raus, du kannst es nicht alles verschossen halten.

Hier gibt es nichts Neues. Dumbledore kommt und geht, Molly ist so wie üblich, der Laden der Zwillinge geht sehr gut und sie machen jetzt auch sehr nützliche Waffen für uns in ihrer Freizeit. Ron und Hermione streiten, Ginny korrespondiert auffällig häufig mit Neville und jemandem namens Luna Lovegood. Tonks ist immer noch verrückt, und sie und Kingsley haben beide Hände voll zu tun, das Ministerium unter Kontrolle zu behalten. Fudge ist immer noch ein Idiot, aber ein etwas besser erträglicherer.

Schreib mir sofort wenn du eine andere Vision hast. Dumbledore sagt du sollst deine Okklumentik üben. Bitte, Harry, tu was er sagt. Er tut nur was in deinem besten Interesse ist. Ich werde ihn fragen, ob du uns nicht in der letzten Ferienwoche besuchen kannst.

Sei vorsichtig, Remus Lupin'

Harry schüttelte den Kopf und suchte ein Pergament.

'Mir geht's gut. Nichts um sich darüber aufzuregen. Sag hallo zu allen, und sei extra lieb zu Seidenschnabel.

Harry'

Das war sein üblicher Brief und dies war keine Ausnahme. Er band ihn an die Eule und sie flog davon, nachdem sie ihm aufmunternd in den Finger gezwickt hatte. Harry ging zurück zu seinem Bett und starrte an die Decke. Er wollte nur Sirius, oder irgendjemanden den er Familie nennen konnte, der für ihn da war. War das zuviel verlangt? Mit diesen Gedanken schlief er ein, ohne den unnatürlichen Nebel zu bemerken, der sich draussen ausbreitete. Noch wusste er nicht, dass sein Leben sich bald verändern würde, und diesmal würde es besser werden.

Während der Nebel sich über Little Whinging legte, beeilten sich die Leute heimzukommen und die Läden machten zu. Es war etwas Unnatürliches an diesem Nebel, etwas Gefährliches. Mütter und Väter holten schnell ihre Kinder, und nicht einmal der mutigste Junge traute sich draussen zu bleiben, auch nicht solche über 20. Da war irgendetwas...

Der Nebel war speziell dicht im Quartier um den Ligusterweg. Mundungus Fletcher, der an diesem Abend Wache hatte, zitterte und beeilte sich zurück zu Arabella zu kommen. Er nahm es lieber mit ihrer Wut auf als in diesem Nebel zu bleiben. Und so bemerkte er den grossen schwarzen Umriss nicht, der durch den Nebel schwebte. Nicht einmal jemand, der 3 Meter daneben gestanden hätte, hätte mehr gesehen als etwas Dunkles das sich bewegte, so dicht war der Nebel.

Das schwarze Ding war ein Schiff, genannt Black Pearl, ein Name der zu ihm passte. Es war von dunkelbraunem, fast schwarzem Holz, die Segel waren auch schwarz, und sie verbreitete ein Gefühl von Gefahr.

Das Schiff schwebte durch den Nebel als ob es durch Wasser gleiten würde. Einige Zentimeter waren zwischen dem Boden und der Strasse. Es machte kein Geräusch, ausser den Seilen. Die Mannschaft beobachtete die Häuser mit grossem Interesse. Keiner von ihnen hätte gedacht, dass die Zukunft so sein könnte, und sie hatten alle abgelehnt als der Kapitän ihnen angeboten hatte, an Land zu gehen bevor sie in die Zukunft reisten.

Sie stoppten vor einem Haus das aussah wie alle anderen. Es war weiss, mit einer Einfahrt, eine dieser selbstfahrenden Kutschen stand auf dem Weg zur Tür. Eine Nummer 4 aus Messing hing an der Tür und leuchtete etwas im Licht der Lampe, die auch dort stand. Seile wurden vom Schiff aus geworfen und fünf der Mannschaft begannen hinabzusteigen. Als ihre Füsse den Boden berührten, umkreisten sie das Haus auf der Suche nach einem Weg hinein. Sie fanden ein offenes Fenster im ersten Stock.

„Dort ist er."Sagte einer. „Anamaria, wir brauchen deine Kletterfähigkeiten."

„Schon dabei, Capt'n."sagte eine Frauenstimme, bevor eine der Personen einen Enterhaken schwang und ihn warf. Nach dem Nachprüfen ob alles hielt, begann die Person, die zuerst gesprochen hatte zu klettern. Die anderen folgten schnell.

Sie betraten den Raum still und sahen sich um. In einer Ecke stand ein Koffer und zweien wurde befohlen ihn mitzunehmen. Eine weisse Eule sass in ihrem Käfig und sah sie mit Interesse an. Ein anderer Mann nahm die Eule und streichelte sie um sie ruhig zu halten. Die zwei Leute die übrig blieben, schauten aufs Bett, wo ein kleiner Junge schlief.

„Bist du sicher, dass er 16 ist?"fragte die Frau. „Er sieht mehr aus wie 12."

„Er ist es."Der Mann nahm den Jungen auf und schüttelte den Kopf darüber wie leicht er war. „Komm, bevor jemand aufwacht."

Die Frau nickte und zusammen schafften sie es den Jungen langsam zu Boden zu lassen. Der Junge wachte nicht auf. Nicht auf dem Weg zurück zum Schiff, auch nicht als sie ihn vorsichtig in eine Kabine brachten. Er spürte nicht den kraftvollen Zug, der zeigte dass sich das Schiff bewegte, noch sah er das Loch im Nebel, das das Schiff hindurch liess. Als das Schiff durch das Loch war, verschwanden Nebel und Loch. Die Nacht wurde wieder warm und die Leute wunderten sich.

Das einzige, das zurückgelassen wurde, war ein Seil vor einem Fenster im ersten Stock von Ligusterweg Nummer 4.

Harry kuschelte sich tiefer ins Bett. Es war warm und gut und... und da war einiges sehr falsch mit diesem Bild. Erstens war sein Bett nicht so gut. Zweitens hatte er keine Albträume. Drittens, der Raum sollte sich nicht bewegen. Und Viertens, seit wann kamen der Duft und die Geräusche des Meeres zum Ligusterweg?

Seine Augen öffneten sich und sein Mund auch. Er war in einer Kabine, das war mal sicher. Da stand ein Tisch, ein Stuhl, einige Kisten und ein Schrank. Harrys eigener Koffer stand am Kopfende des Bettes und Hedwig stand auch da. Neue Kleider lagen auf dem Koffer für ihn bereit. Dunkle Hosen, kniehohe Stiefel, ein Shirt mit enormen Ärmeln, ein Halstuch, eine Schärpe, ein dreieckiger Hut und ein Dolch. Er zog sich schnell an und sah an sich herunter. Alles war zu gross für ihn, also faltete er die Stiefel bis sie nur noch in die Mitte des Schienbeins reichten. Die Schärpe brauchte er um die Hosen oben zu behalten, aber das Halstuch zog er nicht an.

Gerade als er die Kabine näher untersuchte, öffnete sich die Tür und ein Mann kam rein. Er hatte dreckige Kleider an, die aussahen wie die die er trug. Als er Harry sah, grinste er und zeigte mehrere Goldzähne.

„Gut dich wach zu sehen, Hund."Sagte er mit einem Akzent, wegen dem Harry sich fragte, ob der Mann wohl besoffen war. „Ich bin Jack Sparrow, Kapitän dieses schönen Schiffs, der Black Pearl."Harry blinzelte nur und sass auf das Bett. Er hatte keine Lust zu kämpfen. Der Mann runzelte die Stirn. „Hast du nie von mir gehört?"

„Nein Sir."

„Lass das 'Sir', Hund. Ich bin ein Pirat, kein verteufelter Rotmantel." Jack setzte sich auf einen Stuhl und drehte sich zu Harry. „Du willst wissen wo, was und warum, richtig?"

„Ja Si- Kapitän."Nickte Harry.

„Also dann, starten wir am Anfang."Dann erzählte Jack Harry von der Zigeunerfrau, aber er liess einige Tatsachen aus, wie die, dass er gezwungen wurde dem Jungen zu helfen. Es war besser ihn glauben lassen, dass alles freiwillig war. Dann erzählte er Harry von ihrer Verwandtschaft und grinste. „So, was willst du machen? Ich gebe dir den Nachmittag frei, und morgen starten wir dein Training als Pirat."

Harry starrte ihn nur an. Er hatte während dem ganzen einseitigen Gespräch kein Wort gesagt. „Ist mir egal. Von mir aus ist alles gut."

Jetzt blinzelte Jack. Dieser Junge musste wirklich wieder lernen zu leben. „Gut, dann gehen wir raus um die Mannschaft zu treffen. Sie machten sich Sorgen um dich, weisst du."

Der Junge zuckte die Schultern und öffnete Hedwigs Käfig. Die Eule schuhute, landete auf seiner Schulter und er folgte dem Mann aus der Tür und ans Deck. Die Mannschaft liess alles stehen wo immer es gerade war und besammelte sich, die meisten kamen von den unteren Decks, wo sie sich vor der Sonne versteckt hatten.

„Kollegen!"rief Jack. „Hier stelle ich euch Harry Potter vor!"

Die einzige Frau an Bord, die Harry sehen konnte, kam zu ihnen rüber und starrte in seine Augen. „Hmm, wunderschöne Augen, Grün-Auge. Ich bin Anamaria."

Harry schüttelte ihre Hand, sagte aber nichts. Er war nicht sicher was er aus der Situation machen sollte, es brauchte alles seine Zeit um richtig anzukommen, er musste akzeptieren, dass er auf einem Schiff im 17. Jh., sein Ahne ein Pirat war und dass er zum Piraten trainiert wurde. Warum kam er immer in die unmöglichsten Situationen?