Prolog

Königspalast von Avalon / Balkon

Es war ein Tag wie jeder andere. Die Bewohner des Landes Avalon gingen ihren täglichen Pflichten nach. Sie bestellten die Felder, arbeiten im Wald. Trieben Handel. Es war ein friedliches Leben, es fehlte den Menschen an nichts.

Wie schon so oft beobachtete der König sein Volk vom Schloss aus, seine Frau an seiner Seite. Er war froh und stolz darauf das es seinem Volk gut ging. Er liebte sein Volk. Und es liebte ihn. Er hielt die Gefahren der Welt von ihnen fern, niemand hatte ihm je einen Vorwurf daraus gemacht was er war. Ein Vampir. Einer der ältesten die je auf Erden wandelten. Wieso sollten sie, er war immer da gewesen. Wenn jemand Hilfe brauchte war er da.

Wenn jemand Sorgen hatte hörte er zu. Wenn jemand Angst hatte tröstete er ihn. Er war ein guter Herrscher sein 400 Jahren. Er beschützte jeden aus seinem Volk, nicht nur die Menschen. Avalon war das einzige Land auf der Welt in dem sowohl die Magische als auch die Nichtmagische Bevölkerung friedlich zusammen lebten. Aber auch die Magischen Geschöpfe egal ob angeblich dunkle Kreaturen oder jene des Lichtes sie alle Lebten friedlich zusammen.

Es war ein Perfektes Reich. Es war wie ein Leuchtfeuer in der Finsternis der Welt. Dies alles verdankten sie ihrem Herrscher. Sie alle folgten ihm, sie alle hatten ihm treue geschworen die er eigentlich nicht wollte. Er wollte sie glücklich sehen dann war auch er glücklich. Er hatte soviel Leid gesehen. Das Leid von fast 1000 Leben, er wollte nur einen Ort schaffen der fei war von Kampf, von Feindschaft, Hunger und Tod.

Das war sein Antrieb. Es gab immer wieder kleinere Streitereien aber das war normal. Es störte den Frieden nicht. Die Menschen hier lebten friedlich, sie wussten es zu schätzen. Während die Welt in Dunkelheit versank konnten sie in Frieden leben.

König Michael seufzte „Es wird enden. Bald!" flüsterte er Leise. Königin Eloyin sah ihrem Mann traurig an. Sie wusste was er meinte. Die Welt versank in Finsternis ihr kleines Reich war, war ein Traum. Ein Traum der 400 Jahre dauert, doch nur ein Traum. Die Königin war die 3 Frau des Herrschers. Sie wie die anderen zuvor liebte ihren Mann. Sie liebte ihn für das was er tat. Für das was er war, was er darstellte. Er war Hoffnung. Sie ließ ihren Blick über die Hauptstadt schweifen. Sie beobachtete das rege treiben. Ihr Herz schmerzte wenn sie daran dachte das es damit bald vorbei sein müsste.

Sie festigte den Griff um ihren Mann, als sie die Tränen sah die ihm die Wangen hinunter liefen. Trotzdem sprach der König ruhig weiter „Ich kann sie ich mehr beschützen, ich kann es nicht mehr. Die Dunkelheit wird kommen und all dies Vernichten." Er machte eine ausholende Geste die das ganze Reich einschloss. Eloyin wusste nicht was sie sagen sollte, so drückte sie sich nur noch fester an ihn. „Es tut mir Leid das du das Ende des Reiches mit ansehen musst." Sagte er leise. „Schhhh Michael wir alle wussten das es irgendwann zu Ende gehen würde." Versuchte sie ihn zu beruhigen. Plötzlich gab es einen unglaublich grellen Lichtblitz. Alles Bewohner des Landes wusste das dies das Zeichen war, das Ende von Avalon war gekommen.

Noch lange nach dem Lichtblitz standen der König und die Königin eng umschlungen auf dem Balkon. Ihr Blick war auf die Stelle am Horizont gerichtet wo der Lichtblitz erschienen war. Das Zeichen. Es ging zu Ende.

Michael straffte die Schultern, sanft drückte er seine geliebte Frau von sich. Er hatte sie alle geliebt, bis in den Tod zwei Frauen hatte er schon zu Grabe getragen. Eloyin würde er diese Ehre nicht mehr erweisen können. Er sah ihr fest in die Augen. „Es wird Zeit meine Liebe." Flüsterte er. Er gab ihr einen letzten Kuss, bevor er schnellen Schrittes im inneren des Palastes verschwand. Noch lange starrte Eloyinn auf den Stelle wo er gestanden hatte, sie verinnerlichte diesen Moment. Es war der Moment des Abschiedes.

Sie würde ihn nie wieder sehen, das wusste sie. Er hatte sie frei gegeben. Doch konnte sie überhaupt wieder Lieben, einen anderen Mann so lieben? Sie glaubte nicht daran. Sie brauchte sich auch keine Gedanken darüber zu machen, sie würde nicht mehr lange Leben. Sie wusste das sie starb, sie wusste sogar wer sie töten würde.

Wieder viel ihr Blick auf den Punkt am Horizont von wo das Licht gekommen war. Dort hatte sich die goldene Stadt befunden. Sie war nun zerstört, dort hatte die letzte Schlacht stattgefunden. Der Schattenlord, der die Welt in Dunkelheit getaucht hatte, fand dort sein Ende. Die Kreaturen und Menschen die ihm folgten irrten nun umher und würden Krieg, Schmerz, Leid und tot bringen. Sie würden auch in Avalon einfallen. Sie würden alte Feindschaften die längst vergessen waren zurück bringen. Die Welt war vom schlimmsten bösen befreit, doch die vielen kleinen Übel würden dafür sorgen das dass Böse weiter lebte.

Sie warf einen letzten Blick auf die Stadt, die bald brennen würde. Sie wusste das niemand sich je an ihr Königreich erinnern würde. /Schade, das es so Enden musste/ Dachte die Königin, doch konnte sie ihren Mann verstehen. Sie wusste was ihr Mann und seine fünf engsten Vertrauten nun tun würden. Er hatte nie ein Geheimnis vor ihr gehabt, hatte sie nie belogen.

Traurig ging sie in ihr gemeinsames Schlafzimmer und wartete auf ihren Richter. Auf denjenigen der sie töten würde. Sie wartete auf Michael…

Königspalast von Avalon / Kellergewölbe

Schnellen Schrittes eilte Michael die Stufen zum Kellergewölbe hinab. Es war an der Zeit das zu tun was er seit 400 Jahren geplant hatte. Er eilte die unzähligen Gänge entlang und gelangte zu einem großen Zweiflügligen Tor. Das Tor war Schmucklos, ohne zu zögern stieß er die Torflügel auf und Schritt in den Raum. Es war fast schon eine Halle. Auf dem Boden konnte man ein riesiges Pentagramme erkennen um das in komplizierten Mustern andere Pentagrammen angeordnet waren. An jeder Spitze des Pentagramms befand sich ein Kreis. Jeder dieser Kreise war mir komplexen Runen versehen.

Er betrachtete noch einmal Prüfend, spärlichen Licht der wenigen Fackeln die Anordnung der Runen und der Pentagramme. Auch an den Wänden waren uralte und eigentlich verbotene Runen gezeichnet. Sie sollten die Energien die in diesem Raum gleich fließen würden, leiten. Und zwar ins Zentrum des Pentagramms. Von dort aus würde die Energie über einen Fokus zu den anderen Pentagrammen geleitet werden.

Er würde diesen Fokus darstellen, er war der einzige der Mächtig genug dazu war. In 10000 Jahren erlangte ein Vampir eine Menge Macht. Außerdem war er ein extrem Starker Magier. Er war das wohl Mächtigste Wesen was derzeit auf der Erde lebte. Und doch hatte er während all der Jahre des Krieges nicht eingreifen dürfen. Es war nicht sein Schicksal gewesen. Doch er wollte nicht das es noch einmal soweit kam. Niemals wieder.

Die Türen des Raumes öffneten sich erneut und seine Fünf engsten Vertrauten betraten den Raum, sie Trugen alle bereits die schwarzen Roben die für das Ritual nötig waren. Die Kapuzen hatten sie bereits tief in die Gesichter gezogen. Er lächelte sie an und sagte „Willkommen, meine Freunde. Dies ist die letzte Chance für jeden von euch noch umzukehren." Keiner von ihnen sagte etwas. Sie begaben sich schweigend auf ihre Positionen um das Symbol am Boden. Er seufzte. Er hätte es ohne sie tun können. Aber sie wollten ihn Begleiten, niemals würden sie sich davon abhalten lassen. Seine Freunde Andariel, Azuael, Gabriell, Jean und Lucien. Sie waren schon soweit mit ihm gegangen und würden auch bis zum Ende bei ihm bleiben.

Mit einer Handbewegung verschloss er die Türen zu dem Raum und stellte sich auf seine Position. Dann begannen sie die verbotene Formel zu rezitieren. Sie war in der Sprach der Dämonen verfasst und diese war den Menschen verboten. Die Fackeln erloschen und Dunkelheit breitete sich in dem Raum aus. Immer schneller sprachen sie die Sätze und mit jeder Widerholung schien die Finsternis etwas tiefer zu werden, schien die Dunkelheit etwas Dunkler zu werden.

Die Temperatur im Raum viel, es wurde eiskalt. Unbeeindruckt davon setzten sie die Beschwörung fort. Die Pentagramme begannen in einem gefährlichen Rot zu Leuchten. Nach einer Stunde hörten sie eine düstere Stimme sprechen Ihr wagt es mich zu stören?

Das rote Leuchten der Pentagramme nahm an Intensität zu. Über ihren Köpfen ballte sich das Licht, doch schien es obwohl es so Grelle war das sie fast blendete die Dunkelheit um sie herum nur zu verstärken. Michael sagte „Wir bieten unsere gewonnen Seelen dir an. Wir wünschen in deinem Reich zu dienen und deine Macht zu stärken."

Die Stimme lachte leise bevor sie sprach Ich weis um eure Pläne und doch müsst ich doch Wissen das ihr es nicht schaffen werdet der Dunkelheit zu widerstehen. Oder glaubt ihr es, denkt ihr wirklich ihr schafft es?

Michael antwortete ruhig „Wir wünschen zu dienen unsere Ziele sind nicht wichtig." Seine Stimme klang fest und selbstsicher. Lange herrschte Stille in dem Raum dann Antwortete die Stimme So sei es. Willkommen in der Dunkelheit…

An diesem Abend wurden die sechs Fürsten der Hölle geboren die grausamsten und Mächtigsten der Dämonen, ihr Ziel hatten sie schon lange vergessen. Sie brachten Leid und Tod über die Welt. Quälten und Folterten Tausende und genossen die Macht die in der Finsternis lag. Lucifer beobachtete mit Amüsement wie sie sich Anfang an ihr Ziel klammerten nur um zu scheitern. Sie zerstörten eine Reich nach dem anderen töteten Tausende und verloren sich in den Schatten. Ihr Ziel hatten sie Vergessen…

Tausende von Jahren vergingen und bald würden die gesegneten der Finsternis erwachen. Niemand würde sie aufhalten können, diesmal würde die Welt endgültig in Dunkelheit versinken. Dunkelheit gebracht von dem Mann der einst das Licht verehrte den Frieden schätze, den Hunger bekämpfte, den Tod betrog und Krankheiten heilte.

Der Mächtigste Fürst der Hölle Michael würde die Dunkelheit über die Welt bringen und die Menschheit in Verzweiflung stürzen. Er würde die gesegneten der Finsternis führen und die Vernichtung bringen.

Oder?