Titel: No Choice – Keine Wahl
Version: 18.01.2009
Autor: XIProngsIX
E-Mail:
(ab) Band: zeitlich irrelevant
Kategorie: Romance, Story
Kapitel: 2/?
Ratings: PG
Pairing: Harry Potter – Draco Malfoy
Inhalt: Unerwartet trifft Harry Malfoy nach einiger Zeit wieder. Sie könnten sich beide für einen neuen Anfang entscheiden. Ohne Verpflichtungen, Etiketten und Vorurteilen. Aber wenn Gefühle im Spiel sind, hat er da eine Wahl?
Sonstiges: /
WARNUNG: OOT – SLASH FANFICTION
Disclaimer: Figuren gehören J.K.R., Schauplätze und Idee mir. Ich verdiene kein Geld damit.
Geborgene Gasse
„Raus hier."
Mit diesen Worten hatte Malfoy ihn einfach sitzen gelassen. Harry stieß einen Seufzer aus, der sich zu einer kleinen Wolke formte.
…
Er blieb für einen Moment sitzen und stand auf. Ein lautes Krachen der Tür hinter ihm verriet, dass Malfoy geladen in sein Büro ging.
Im Café blickten ihn alle Leute an. Er spürte die neugierigen und sensationsgeilen Blicke, die ihn förmlich zu verschlingen drohten. Ein nervöser Blick seinerseits ging durch die Runde. Und wirklich, die Leute starrten ihn nur so an. Einige neugierig, andere empört über die Ruhestörung. Die nette Kellnerin von vorhin stand verloren in mitten all der Gäste, hielt das Tablett in der Hand und sah ihn entschuldigend an. Dann wand sie sich um und versuchte die Gäste abzulenken, indem sie Tische abräumte und nach Bestellungen fragte.
Harry indes stand auf, schnappte sich seine Jacke und klatschte zu viel Geld auf den Tisch. Er hörte nebenbei, wie die Kellnerin sich um einen Gast kümmerte.
„Möchten Sie noch etwas trinken, Sir?", fragte die Kellnerin einen älteren Mann mit ihrem freundlichen Lächeln.
„... Äh, wie bitte? Was haben Sie gerade gesagt?" Zerstreut konnte er endlich den Blick abwenden und sah die Kellnerin an.
Dann aber lief der Schwarzhaarige an seinem Tisch vorbei und schon klebte sein Blick wieder an ihm.
Der Schwarzhaarige eilte zur Tür und riss sie auf. Sie klingelte wieder. Genauso unschuldig, wie vorhin, als er hereingetreten war. Als wüsste sie nicht, was passiert ist. Immer noch spürte er die Blicke der anderen Gäste auf sich.
Er war gerade dabei, im vollen Zuge durch die Tür zu schreiten, als ihn ruckartig etwas zurückhielt.
„Wa-"
Er blickte an sich herunter und stellte fest, dass sich seine Jacke in aller Hektik in der Türklinke verhakt hatte.
„Verdammt!" Immer nervöser fummelte er an seiner Jacke herum, bis sie nach einer unendlichen Zeit endlich abging. Die Blicke auf ihm wurden auch immer unerträglicher.
Endlich befreit trat er aus dem Café in die winterliche Kälte. Harry ging schnellen Schrittes die Straße entlang, zwischen den Menschen vorbei und sobald er die erste abgelegene Gasse zwischen den Häusern und Geschäften entdeckt hatte, bog er ein. Etwas außer Atem lehnte er sich an die Hauswand. Er schloss die Augen und atmete erst mal tief durch.
…
Malfoy hatte ihm ganz klar seine Meinung gesagt. Sein Kopf war wie vernebelt gewesen. Gehört hatte er, was Malfoy gesagt hatte, aber es war nicht bei ihm angekommen. Und dann hat er nur noch diese erdrückende Schwere gespürt, die von Malfoy hervorgerufen war. Dass die ganzen Gäste ihn die ganzen Zeit über schamlos angestarrt hatten, hatte ihn nervös und nervöser gemacht. Es war, als erwarteten sämtliche Leute, dass er etwas tun sollte, was er nicht tun konnte. Schließlich musste er nur noch raus. Raus aus dem Café mit diesen Leuten und raus aus dieser erdrückenden Atmosphäre.
Er fragte sich, ob er es rückgängig machen würde, wenn er könnte. Aber etwas in ihm wollte es nun mal wissen. Wenigstens wusste er jetzt, wo Malfoy war. Er konnte nur noch hoffen, dass er nicht wieder plötzlich verschwand. Trotzdem, das war nicht seine Absicht gewesen und es tat ihm Leid, dass ihr Treffen so enden musste.
Harry öffnete wieder die Augen und sah den Himmel. Graue, schwere Wolken bedeckten ihn vollkommen. Große und kleine ließen keine Sicht auf die Sonne zu. Es würde wohl bald wieder anfangen zu schneien. Da merkte er auch, wie kalt es eigentlich war. Bisher hatte er nicht darüber nachgedacht, doch jetzt fröstelte es ihn. Er zog seine Jacke an und trat aus der dunklen Gasse hervor.
Irgendwo hatte er doch in der Nähe geparkt. Als er nämlich am frühen Nachmittag ausgestiegen war, hatte er das Café gesehen und dachte, er könne auf dem Rückweg dort vorbeischauen. Jetzt wollte er nur noch nach Hause.
Er sah kurz die Straße rauf und runter. Sah die Geschäfte, Häuser, Autos und Menschen. Sie wirkten, als wären sie in einer anderen Welt. Wieso musste das Leben nur so kompliziert sein?
…
Was Harry nicht bemerkte, war eine Gestalt, die ihn aus einem Fenster beobachtete. Sie sah, wie er aus dem Café stürmte, in die Gasse ging und dort eine Weile blieb. Innerlich aufgewühlt beobachtete sie, wie der Schwarzhaarige wieder aus der Gasse kam und nach einem Orientierungsblick zu einem Auto auf der gegenüberliegenden Seite lief und einstieg.
Verflucht.
Sie schnappte sich die Schutzkleidung und zog sie an, während sie die Treppe hinunterhetzte. An der Hintertür merkte sie, dass sie in aller Eile fast Schlüssel und Helm vergessen hätte. Shit! Das durfte doch nicht wahr sein! Jetzt, wo jede Sekunde zählte und der Typ von vorhin schon längst über alle Berge sein könnte.
Im Hinterhof schnappte sie sich ihr Motorrad und fuhr mit quietschenden Reifen auf die Straße. Aber wenigstens hatte sie Glück. Das Auto stand am Ende einer Schlange und der Motorradfahrer reihte sich in die Schlange ein. Die Ampel sprang um und sie konnten weiterfahren. Das Auto bog rechts ab und das Motorrad hinterher.
…
Harry bemerkte den Motorradfahrer gleich. Am Anfang dachte er sich nichts dabei, aber als er aus der Stadt gefahren ist und der Motorradfahrer immer noch hinter ihm klebte, wurde er langsam nervös. Er wurde doch nicht etwas verfolgt, oder?
So langsam neigte sich auch der Nachmittag dem Abend zu und es wurde dunkel. Dort vorne begann die Landstraße und es gab keine Straßenlaternen. Der Motorradfahrer aber war immer noch hinter ihm. Harrys Hände krampften sich ums Lenkrad. Wieso fürchtete er sich überhaupt? Immerhin saß er im Auto und sein womöglicher Verfolger saß auf einem Motorrad. Da kann ihm doch gar nichts passieren.
Die Landstraße begann und für Harry der apltraum wahrgewordene Horror.
In einer Tour blinkte der Motorradfahrer hinter ihm auf und blendete ihn damit. Normalerweise würde Harry davon ausgehen, dass der Motorradfahrer ihn nur überholen wollen würde, aber deswegen folgt man doch keinem Autor minutenlang. Außerdem sah das Motorrad klasse aus. Kein Zweifel, dass er ihn locker überholen könnte, wenn er wollte. Schließlich verstellte er den Rückspiegel. Und das keinen Moment zu früh. Plötzlich lief ein Wildschwein über die Straße.
„Mist!", rief Harry aus.
Er riss das Lenkrad um und trat auf die Bremse. Quietschend kam sein Auto quer über der Straße stehen. Abbekommen hatte er zum Glück nichts. Dem Motorradfahrer ist auch nichts passiert. Denn dieser kam gerade mit erhobener Waffe auf seinen Wagen zugesteuert.
„Oh, Scheiße."
