Ff2 abweisung
Zu den Reviews:
Danke erst einmal an alle, die sich die Zeit für eine Rückmeldung genommen haben. Ich weiß noch nicht so ganz, wo ich mit der Geschichte enden will und freue mich über Anmerkungen.
Juni: danke für deine liebe Rückmeldung, auch bezgl. des Silbernen Drachen, der lag mir sehr am Herzen :) Und Glaubhaftigkeit ist ein tolles Kompliment. Ich hoffe, du ahst auch weiter Spaß, LG
Sayuri: lets see ;)
Reinadoreen: Danke :)
Kapitel 2 Beschnuppern/Chemie
Draco hatte einige unruhige Tage verbracht.
Die Verabredung mit Harry Potter war nicht wirklich weit, aber Draco war sich nicht sicher, was er von diesem Tanzabend mit Potter erwarten sollte.
Würde er den Mann einfach in eine Gaybar schleppen, ihn mit einem sexy Outfit, Drinks und Nahtanz verführen oder würde er ihn in eine etwas gehobenere Umgebung bringen, sich unterhalten, um mit Sicherheit genug Eis gebrochen zu haben, bevor er Harry ins Bett mitnahm.
Die letzte Idee gefiel ihm besser und das machte ihm Sorgen.
Scheinbar hatte Draco mehr im Sinn, als einen einmaligen Quickie.
Wollte er einen erneuten Versuch starten, Freundschaft mit dem Helden zu schließen?
Viele der Eigenschaften, die ihn an Potter genervt hatten, waren noch immer da.
Der Andere hatte alles was er sich wünschen konnte, aber wusste es nicht zu schätzen.
Die ihm zu Füßen gelegte Macht stand ihm nach Rang nicht zu und wurde noch nicht einmal genutzt.
Mit Sicherheit betrachtete sich Potter noch immer als Nabel der Welt, der für alles Sonderregeln erhielt. Selbst die Depressionen waren doch nur Ausdruck seines selbst zentrierten Egos.
Dennoch fühlte sich Draco in dessen Gegenwart wohl und fühlte sich zu Harry hingezogen.
Er wollte nicht, dass die Sache zu schnell vorbei war, weil das ein Ende des Reizes bedeuten würde.
Als ein entschlossener Malfoy, nicht der Mann für Selbstzweifel, schob er die lästigen Gedanken beiseite und entschied sich für die Gaybar.
Er wählte ein betont lässiges, aber gut sitzendes Outfit und flache Schuhe, um den Anderen nicht durch zu viel Höhenunterschied in die Defensive zu bringen.
Er grinste in sich rein. Als hätte er jemals einen einschüchternden Eindruck auf Potter gemacht.
Schulterzuckend wählte er Stiefel mit etwas höheren Absätzen und machte sich auf dem Weg zu seinem Date.
Als Draco Potter zu Gesicht bekam, war er glücklich über seine legere Kleidungswahl.
Eine ungewünschte Stimme in seinem Kopf wies ihn darauf hin, dass er insgesamt froh war den Dunkelhaarigen zu sehen.
Harry war kleiner als er, hatte kräftige Rücken- und Schulterpartien, aber sah dennoch unterernährt aus. Die Jeans und das Polo-Shirt unterstrichen seine Figur lässig, aber er wirkte nicht, als wollte er heute Abend jemanden mit nach Hause nehmen.
Die Begrüßung war distanziert und kurz, Draco bot seinem Begleiter den Arm, worauf hin dieser sich mit einem verschmitzten Lächeln unterhakte.
Sie landeten in einer dunklen Gasse. Ein Seiteneingang zu der anvisierten Bar war extra für Zauberer ein wenig abseits gelegt worden.
Der Club war gemischt für Muggel und Zauberer. Es gab strenge Umgangsregeln, aber viele der Zauberer nahmen diese gern in Kauf, um ihre Möglichkeiten eines erfolgreichen Fangs für den Abend zu erweitern.
Zumal es versteckte Räume gab, in welchen der Gebrauch von Magie erlaubt war.
Für Draco war dieser Ort immer eine Absteige gewesen, in die er entweder allein ging, um schnell Dampf abzulassen oder mit einer Begleitung wie Harry schnell zum Ziel zu kommen.
Der Andere würde sich hier schneller gehen lassen, als in einem der Posh-Clubs, die Draco gerne für seine erwartungsvolleren Eroberungen aufsuchte. Schließlich hatte er einen Ruf zu wahren.
Eigentlich fand er es ganz entspannend einen Abend lang nicht auf Etikette achten zu müssen, aber er hätte sich eher die Zungen abgebissen, als das zuzugeben.
Draco führte Harry hinein, als wäre seine Person die einzig nötige Eintrittskarte.
Für ihn war es eine altbewährte Taktik, seine Begleitung zu beeindrucken.
Die Einlasser nickten ihm zu und winkten ihn erfreut durch.
Doch anstelle bei Harry den gewünschten Eindruck zu hinterlassen, machte dieser einen Witz darüber, dass Malfoy wohl nicht mit seinem ersten Eroberungsversuch hier her kam.
Draco biss sich auf die Zunge. Er musste seine Taktik ändern.
Wie konnte er immer wieder vergessen, dass Harry Potter nicht durch allgemeine Bekanntheit zu beeindrucken war, sondern den Eindruck gewinnen sollte, etwas Besonderes für Draco zu sein.
Der Club war voll genug, um Draco auf dem Weg zur Bar ein wenig Zeit zu geben, seine Strategie neu zu ordnen.
Anstelle Harry die besten Drinks zu empfehlen, fragte er ihn nach dessen Wünschen. Harry schmunzelte, als hätte er den Richtungswechsel bemerkt und wählte einen Muggelcocktail, der Draco jedoch zu süß war.
Den Hinweis nahm er dennoch an und bestellte ein herberes Muggelgetränk.
Harry gab ein anerkennendes Nicken und sah sich um. Als Draco ihn auf die Tanzfläche entführen wollte, wurde er vertröstet, also begann er eine belanglose Unterhaltung über Harrys Beruf im Ministerium, neuen Tratsch und den Tanzbereich der Bar.
Harry entspannte sich mit der entsprechenden Menge an Alkohol zusehends und wies sämtliche Angebote fremder Männer charmant zurück.
Draco erhielt ebenfalls Aufforderungen und Einladungen und jede seiner Verneinungen wurde von Harry vergnügter aufgenommen.
Erst nachdem der Blonde zum vierten Mal versichert hatte, dass er hier war, um die Zeit mit Harry zu verbringen, also kein Bedürfnis nach anderen Männern hatte, ließ Harry seine Angebote fallen, sich allein an der Bar zu vergnügen.
Nicht jedoch ohne sich zu versichern, dass er, wenn das passende Angebot käme, durchaus auch ohne Rücksicht auf Draco annehmen würde.
Draco nahm diese Ansage weniger gelassen hin, als ihm lieb war.
Als hätte Harry eine Chance jemand Anderen attraktiver zu finden, als seine blonde Begleitung.
Dennoch wünschte er, er könnte einen guten Grund vorbringen, Harry ein Versprechen abzuringen, nicht ohne ihn zu gehen.
Er versuchte einen schnippischen Kommentar zu gängigen Höflichkeitsformen, den Harry lachend abbügelte, dass das wohl kaum für diesen Ort zutreffen könnte.
Nach einer halben Stunde, weiteren Anmachen und einer Menge dieser süßen Drinks, nahm Harry Dracos Hand und führte den erleichterten Blonden auf die Tanzfläche. Sie schoben sich in eine etwas ruhigere Ecke durch und bewegten sich zur Musik.
Lächelnd stellte Draco fest, dass seine leicht torkelnde Begleitung noch immer das Taktgefühl einer toten Maus hatte.
Da sein Gegenüber jedoch dennoch gut genug aussah, ergriff Draco einfach die Initiative, zog Harry näher und führte ihn unauffällig zur Musik.
Es war ohnehin eine willkommene Ausrede, den Anderen noch näher zu ziehen und ihre Hüften gegeneinander zu bringen.
In ihrer momentanen Umgebung schien das auch die angesagte Nähe zu sein.
Harry ließ sich von Draco näher bringen und fand nach einer Weile einen halbwegs stimmigen Rhythmus mit seinem Tanzpartner.
Falls ihn die wachsende Erektion Dracos störte, ließ er es sich nicht anmerken.
Wahrscheinlich hatte auf Harry die heiße Umgebung auch ihre Wirkung.
Er grinste übermütig, schlang seine Arme um den schlanken Hals des Blonden und schmiegte auch die Oberkörper gegeneinander.
Draco sah das Grinsen und fühlte sich herausgefordert. Eine seiner Hand, die auf Harrys Schulter für ein wenig einheitliche Bewegung gesorgt hatte, begann über den verschwitzten Rücken zu wandern, bis sie die Hüfte erreichte.
Auf Harrys hochgezogene Augenbraue reagierte Draco mit einer schnellen Bewegung, die seine Hand auf Harrys Hintern und seiner Erektion mehr Reibung verschaffte.
Draco befand sich in einem Rauschzustand. Die laute Musik, viele schwitzende Körper und eine wache Libido hatten immer eine starke Wirkung auf ihn gehabt, aber in Kombination mit einem willigen Harry Potter im Arm, schien sich seine Lust nur noch zu steigern.
Er ging leicht in die Knie, um seinen Schritt näher an Harrys zu bringen und die Erregung des Anderen zu fühlen.
Er hätte fast vor Erleichterung gestöhnt, als er Harry gleichermaßen hart vorfand.
Das Stöhnen des kleineren Mannes sah er mehr, als es zu hören, doch er reagierte sofort.
Er neigte den Kopf, sah Harry fest in die Augen und öffnete leicht den Mund.
Keine zwei Sekunden später spürte er Lippen gegen seine, ohne dass der Augenkontakt unterbrochen wurde.
Draco stöhnte in Harrys Mund und küsste ohne Zurückhaltung.
Er hatte sich Harry immer als einen leidenschaftlichen Liebhaber vorgestellt und wurde nicht enttäuscht.
Die Bewegungen des Anderen wirkten plötzlich sehr viel sicherer als beim Tanzen.
Harrys eine Hand fuhr in Dracos Haare, während die andere zwischen die Oberkörper glitt und gegen Dracos Brust drückte.
Noch bevor Draco überlegen konnte, wie weit Harry in dieser Umgebung gehen würde, war der Kuss unterbrochen.
Draco sah verwirrt auf und musste feststellen, dass Harry sich bereits von ihm gelöst hatte und einen Schritt zurück getreten war.
Er entschuldigte sich zur Toilette und ließ einen völlig erregten und fassungslosen Draco allein auf der Tanzfläche zurück.
Mit den Augen verfolgte er Harrys Weg, sah wie der Andere sich einen freudig reagierenden Blonden schnappte und hinter sich her zur Toilette zog.
Alleine über eine Minute blinkend auf der Tanzfläche zu stehen, schien eine Aufforderung für seine noch nicht fest involvierte Umgebung darzustellen. Innerhalb weniger Momente hatte sich eine junger Mann von vorne an ihn geschmiegt, während ein Anderer ihn von hinten mit den Armen umschloss. Zu verwirrt und erregt, um sich etwas dagegen zu haben, ließ sich Draco mitreißen.
