A/N: Üblicherweise müsste ich an dieser Stelle schreiben, dass jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder bekannten Personen bei diesem chap rein zuuuuuuuuuuuuufällig wären, also tue ich das. Wenn ihr etwas anderes denken solltet, ist das nun wirklich nicht meine Schuld…;D
Einen Riesendank für die phantastischen Reviews und eine Runde Butterbier á la Tränkemeister für alle!
Simba: oh, danke für den Kuchen, der war sehr lecker! ;D Geflasht, hm? Das hört man doch gern… Ich bleibe bestimmt so, bin viel zu alt und zu stur, um mich noch zu ändern, Frau Professor Faulkes…
ll: na ja, da noch keine großartige Beziehung zwischen Sev und Hermione besteht, gibt es ja noch nicht viel, was negativ zu beeinflussen wäre. Obwohl unser ZTM heute mal wieder ganz schön Mist baut in der Hinsicht… zumindest aus Hermiones Sicht…
Leoka: …lach… schön, wenn sich jemand so über die „neue Staffel GSI" freut…
no name: ah, da werde ich also zu durchschaubar? ;D Na, macht nichts, Hauptsache, Hermione und Severus arbeiten wieder zusammen, oder? Vielen Dank übrigens für dein Review bei Wolfs Rudel!
rianne71: hallo, ich bin doch immer da… nie ganz weg oder so… danke für dein Lob!
Boomshaker41: ah, immer noch keine andere Rückennummer? ;D Schön, dass du auch wieder dabei bist!
ViperSn: man könnte meinen, ich sei jahrelang verschwunden, dabei habe ich doch erst vor kurzem die Once-Upon-Story fertig gestellt… hm, was Sev der Eule so ins Ohr flüstert, wird wohl sein Widerspenstigen-Zähmung-Geheimnis bleiben… aber ich freue mich über dich und den Winzwolf!
enna: servas, Enna, prima, dass man von dir mal wieder was hört! Echt, funktionieren bei dir die Alerts? Bei mir haut es meistens nicht hin. Oh, ich mochte Stonehenge schon immer, und darum und die ganze Umgebung/Whiltshire wimmelt ja nur so von Gespenstergeschichten und Spuks, absolut unwiderstehlich! Selbstverständlich bleibt der 2-Tages-Rhythmus erhalten…
Ally: autsch… mit GSI habe ich mir irgendwie selbst ins Fleisch geschnitten… Keiner will mehr was anderes lesen… :( Selbstverständlich darfst du dir Simba live und in Farbe vorstellen, so ist es ja gedacht… vielen Dank für dein Lob!
diedoetlinger: wow, gleich drei Dinge auf einmal, und dabei ist das hier gar kein Überraschungsei! Jedenfalls freue ich mich über so viele Komplimente und hoffe, ich kann deine Erwartungen erfüllen.
Nik: lol… nachdem ich mich durch Herrn von Vogelweides Gedichte gewühlt habe, bin ich allerdings deiner Meinung, weil ich jedes Mal in Lachen ausbreche, wenn ich daran denke… ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht mehr genau, welche Worte ich mir ausgedacht habe, aber es waren nicht mehr viele, so untätig war er ja nicht, der Herr Minnesänger… Stonehenge steht genau wie Irland ganz weit oben auf meiner Urlaubsliste…
Glasperle: ich wäre ja schon eher mit dieser „Staffel" herausgekommen, wenn mir das Irland-Bunny nicht dazwischen gerutscht werde, ich bitte also vielmals um Entschuldigung und denke, das wird nicht die letzte GSI-Folge… näher kommen? Na, schau'n mer mal…
lufa: menno, du bist gemein, weißt du das? Ich liefere ich hier im Monatsrhythmus neue ffs oder OS ab und du schreibst: lange drauf gewartet… :D Ich werde Professor Ark dein Lob ausrichten, als Lehrerin freut sie sich bestimmt, das zu hören! Simba habe ich selbstverständlich um Erlaubnis gefragt, wie ich das mit Ausnahmen von Personen öffentlichen Lebens immer mache…
Metadin: …lach… Freut mich doch, wenn du dich freust! Und mal sehen, ob ich deine Erwartungen erfüllen kann!
Angie: wohooo! Das nenne ich mal ein Monsterreview! Deinetwegen bin ich vom Stuhl gefallen, weil ich es nicht fassen konnte, aber ich verzeihe dir noch mal… ;D Uh… und dann kriege ich auch noch so lieb Honig ums Maul geschmiert… stell dir mal die Cheshirekatze vor, so sehe ich gerade aus… ich verstehe sehr gut, was du mit deiner Kritik zur Schlange meinst. Zur Entschuldigung kann ich nur anführen, dass es meine allererste ff war. Ich weiß auch, dass ich einen Haufen Anglizismen drin hatte, weil mir beim Schreiben nie die deutschen Worte eingefallen sind (was sagt uns das? Bücher immer schön in der Muttersprache lesen, zumindest wenn man vorhat, eine ff zu schreiben)… Cliffs? Welche Cliffs? Ich werde bestimmt keine Cliffs einbauen…
Mistmaus: ein Schwarzleser, der sich outet, ist ein Weißleser oder so… außerdem ist es wichtig, dass dir die Story gefällt, oder? Ich hoffe jedenfalls sehr, dass du auch bei dieser Story dranbleibst…
Cura: …kopfkratz… wenn du freudloser Tag sagst, meinst du das Wetter, oder? Bei uns hat es nämlich geschneit, passend zur ff… das Semester fängt jetzt erst wieder an? Oh, herrliches Studentenleben… :D Nachdem ich so viele, nette Reviews bekommen habe, geht's mir garantiert so gut wie dir…
Silvia: wieso erinnert dich die Eule an Hermione? Hackt sie auch dauernd nach Severus? Hm, das mit dem ins Ohr flüstern würde mir natürlich auch gefallen, keine Frage… Du bringst mich vielleicht zum Assoziieren, ehrlich mal… die Show mit der Eine-Million-Galleonen-Frage, moderiert von Goldilock Blitzezahn! Darauf kannst du dich verlassen, dass Hermione eine Schuld nie einfordern würde – sind schon manchmal recht archaisch, diese Zauberer… na ja, Abgang á la Tränkemeister eben…
Dracovigilans: …lach… Dann ist ja gut, dass du deinen Cappuccino nicht über den Bildschirm gespuckt hast, denn du weißt ja, Severus trinkt ja nichts mehr aus Angst, Hermione könnte schlüpfrige Details über Ron erwähnen… oh, ich beneide dich, Regen hin oder her. Ist es wirklich so großartig, wie es auf den Bildern aussieht? Mich würde ja dieser verdammte Zaun stören…
Try: oh, du hast es verdient, wenn ich daran denke, wie sehr ich dich belästigt habe. Klar gibt es den üblichen Rhythmus, kann euch doch nicht sinnlos warten lassen (…flüstert… hab Angst vor den Heulern!)… ja, ich habe durchaus geplant, die GSI „Folgen" aufeinander aufbauen zu lassen, obwohl ich mich nicht hetzen will, da mir regelmäßig andere Bunnies das Leben schwermachen, die ich nicht vernachlässigen möchte…
Taqeni: Kontrollrundgang? Das erinnert mich an die Fallensteller in Kanada und Alaska, die jeden Tag ihre Route abgehen und kontrollieren, ob ihnen Beute in die Falle gegangen ist… ich schätze, das ist mir jetzt bei dir passiert, aber ich fühle mich trotzdem absolut sicher… ;D
FA-AL: oh, ich glaube, mit Anknurren und Punkteabzug würdest du nicht davonkommen, solltest du Sev tatsächlich aus deinem Kopf ziehen und knuddeln, ich denke eher, du müsstest mit irgendeinem bösartigen schwarzen Fluch rechnen, aber hey: man darf ja wohl träumen, oder? ;D
Illing: …schnurr…. brumm…. grins… autsch! Nö, nix vergessen, alles da, wie es sich gehört von einem FCB und KGB! …knuddelt Illing zu Boden…
Das zweite Kapitel ist Cura gewidmet!
SSHGSSHG
2. Kapitel
Der Red Lion war der einzige Pub in Avebury, und er erfreute sich großer Beliebtheit nicht nur bei den Einheimischen. Das lag nur zum Teil an dem guten Ale, welches ausgeschenkt wurde, eher an der Tatsache, dass dieser Pub zu den Gebäuden in England gehörte, welches am meisten vom Spuk verfolgt wurde. Die Muggel, welche zuvor Stonehenge und die großen Steine rings um Avebury besucht hatten, ließen es sich nicht nehmen, auch noch einen Abstecher hierher zu planen.
Hermione Granger, die seit ihrem elften Lebensjahr durchaus vertraut mit Spuk und Geistern war, kümmerte sich nicht um das gute Dutzend Touristen, welches sich nicht einmal von dem kalten Schneetreiben hatte verschrecken lassen. Es wäre ihr auch egal gewesen, wenn sich Florrie, der Hausgeist des Pubs, direkt neben sie gesetzt und ein Gespräch angefangen hätte. Sie machte sich Sorgen um Liz Faulkes.
Ihre Kommilitonen waren in die Herberge zurückgekehrt. Sie hatten nach ihrer Professorin gesucht und sich benommen wie kopflose Hennen, bis Hermione schließlich die Geduld riss und sie anwies, sich um die ihnen aufgetragenen Arbeiten in Stonehenge und Avebury zu kümmern, während sie selbst das örtliche Aurorenbüro aufsuchte. Obwohl sie um einige Jahre jünger als die anderen und Basil Oakward sogar der Assistent der Professorin war, hatte es keiner gewagt, ihr zu widersprechen und sich ihr fraglos untergeordnet.
Hermione starrte in ihr Glas mit heißem Apfelwein und tippte mit den Fingern gegen ihre Lippen. Sie hatten die gesamte Gegend um Avebury und Stonehenge abgesucht. Kein Ortungszauber hatte Erfolg gehabt. Sie hatten Eulen – und einen Falken, dachte sie – an alle beliebigen Personen geschickt, die etwas über den Verbleib von Liz Faulkes wissen oder anderweitig helfen konnten. Sie hatte den Leiter des zuständigen Aurorenbüros in den Wahnsinn getrieben bei dem Versuch, ihn zu einer gezielten Suche zu bewegen. Sie hatte mit der Chefin der magischen Eingreiftruppe von Whiltshire gesprochen.
Doch beide Organisationen hatten ihr mitgeteilt, dass es Professor Faulkes' gutes Recht war, jederzeit die Gegend zu verlassen und solange keine guten Gründe für den Verdacht eines Unfalls oder gar Verbrechens vorlag, die Vorschriften es nicht zuließen, vor übermorgen Abend etwas zu unternehmen.
Hermione hatte sogar versucht, ihre Spuren im Schnee, die noch sehr gut zu erkennen waren, zu verfolgen, doch nachdem die Professorin den Weg erreicht hatte, waren auch diese Spuren verschwunden. Sie fühlte sich ratlos und überlegte, ob sie tatsächlich ein wenig überreagierte. Vielleicht hatte Faulkes eine dringende Angelegenheit zu erledigen, die es ihr verwehrte, ihren Studenten Bescheid zu geben. Vielleicht würde sie morgen wieder da sein, wie immer freundlich lächelnd, und sich über die Sorgen Hermiones ein wenig amüsieren.
Vielleicht aber auch nicht.
Sie seufzte leise und versuchte, den Lärm der Touristen, die alle schon etwas zu viel Ale und Glühwein intus hatten, zu ignorieren. Ein paar junge Männer standen um den Brunnen, in dem angeblich die untreue Gattin eines Soldaten im englischen Bürgerkrieg einen schrecklichen Tod gefunden hatte. Lautstark, wenn auch nicht sehr lautmalerisch, versuchten sie den Geist der jungen Frau zu bewegen, sich zu zeigen.
Als ob Florrie sich mit solchen Hohlköpfen abgeben würde, dachte Hermione abfällig.
„Sind Se nich'n bisschen zu jung für Aljohol?", krächzte eine Stimme. Ein gebeugter, alter Mann stand vor ihrem kleinen Ecktisch. Er hatte sich gegen die Kälte tief in seine Jacke eingemummelt und die Kapuze so weit vornüber gezogen, dass man sein Gesicht in dem dämmrigen Licht des auf alt getrimmten Lokals nicht erkennen konnte.
„Ich bin zweiundzwanzig, Sir", antwortete Hermione höflich, obwohl sie eigentlich der Meinung war, dass es ihn überhaupt nichts anging.
Der alte Mann ließ sich auf den Stuhl ihr gegenüber sinken. „Jeht mich ja nich' was an…", murmelte er heiser, „nich' wahr?" Konnte er Gedanken lesen?
Sie fragte sich, ob er betrunken war. Seine Aussprache war undeutlich und nuschelnd, dabei sprachen die hier Ansässigen ein wirklich gutes Englisch – kein Wunder, wenn man die Nähe zu Oxford bedachte. „Sir, ich möchte Sie bitten, mich allein zu lassen. Ich bin nicht in der Stimmung für Gesellschaft, und es sind noch genug Plätze an anderen Tischen frei."
„Ha'm Se denn keine Angst vor de Jespenster?" Offensichtlich war er tatsächlich so betrunken, dass ihm der Wink mit dem Zaunpfahl entgangen war.
„Nein, mir machen Lebewesen im Allgemeinen mehr Angst", sagte sie betont.
Er nickte mehrmals beifällig, so oft, dass er aussah wie die Wackelhunde, welche die Touristen in ihren Autos so liebten. „'ne kluje, junge Frau!", krächzte er. Doch plötzlich riss er seine Hand hoch und streckte sie zitternd nach vorn. „Da!", keuchte er. „Direkt hinter Enen!"
Hermione drehte sich langsam um. Selbst wenn wider Erwarten tatsächlich Florrie oder einer der anderen Geister hinter ihr stehen sollte, na und? Doch natürlich war in der Ecke gar nichts. Die rötliche Wand und die roh verputzte Mauer, die eher schlecht als recht das Ambiente des im 16. Jahrhundert erbauten Gebäudes erhalten sollten, sahen aus wie immer.
Mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen wandte sie sich wieder ihrem Gesprächspartner zu. Der alte Mann war verschwunden, obwohl sie noch immer Gesellschaft hatte. Severus Snape hatte die Kapuze zurückgeworfen, seine Jacke geöffnet und seinen Rücken durchgestreckt. Ein äußerst selbstzufriedener Ausdruck stand in seinen sonst so undurchdringlichen Augen. „Bin ich gut?", fragte er leise.
Es katapultierte sie fast aus ihrem Stuhl. „Severus!", zischte Hermione verhalten. „Was machst du denn hier mitten im Schuljahr?"
„Auch dir einen schönen guten Abend", antwortete er im Plauderton. „Oh, und bitte nicht so enthusiastisch – du bist ja völlig außer dir vor Freude. Contenance, Gryffindor!"
Im Moment war sein Spott völlig verschwendet; Hermione starrte ihn an, als wäre er tatsächlich ein Spuk à la Florrie. Dann kam ihr zu Bewusstsein, was er sagte, genauso wie die Tatsache, dass er es tatsächlich war. Ihre Augen begannen zu glänzen, und ihre Lippen verzogen sich zu einem warmen Lächeln. „Severus!", wiederholte sie noch einmal, doch diesmal in einem gänzlich anderen Ton. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sagen würde, aber ich freue mich so, dich zu sehen!"
Sie hätte ihn gern berührt, doch sie wusste, dass er sich nur ungern anfassen ließ. Es erstaunte sie daher, dass er ihre Hand ergriff und an seine Lippen hob – genauso wie er es beim letzten Mal getan hatte, als sie sich verabschiedet hatten. „Und ich hätte nie gedacht, diese Worte jemals aus dem Mund einer Gryffindor zu hören", murmelte er knapp über der übersensiblen Haut ihres Handrückens.
Hermiones Härchen standen in Habachtstellung. Am ganzen Körper. Hitze stieg in ihr auf, und sie verwünschte sich selbst. Sie hatte unzählige Male bei diversen Siegfeiern im Ministerium – welche sich keineswegs nur auf den Jahrestag beschränkten – beobachtet, dass Zauberer sich Hexen gegenüber so bei der Begrüßung verhielten. Es war lediglich ein Kodex, der nichts mit Sympathie zu tun hatte. Und doch musste sie darum kämpfen, unbeeindruckt zu klingen.
„Sag mir, dass du nicht alles stehen und liegen gelassen hast, um hierher zu kommen", bat sie und hoffte, dass er ihre leichte Atemlosigkeit der Überraschung über sein unverhofftes Auftauchen zuschrieb.
Er zuckte mit den Schultern. „Gut, dann sage ich es eben nicht." Seine Lippen kräuselten sich ein wenig. „Gryffindor, du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mir deinetwegen irgendwelchen Ärger aufhalsen würde?"
„Nein?", fragte sie zweifelnd und biss kurz auf ihre Unterlippe. Dann runzelte sie die Stirn und sah ihm direkt in die Augen. „Du glaubst also auch, dass hier etwas Seltsames geschieht? Dass hier wirklich Leute verschwinden? Ich überreagiere doch nicht, wie du es mir so oft und gerne vorzuwerfen pflegst?"
Severus rieb sich über sein Kinn. „Ich glaube erst einmal gar nichts", antwortete er. „Aber ich denke, die Sache ist es wert, genauer untersucht zu werden. Außerdem sollte wenigstens ein Erwachsener ein Auge auf dich haben, solange Professor Faulkes verschwunden ist."
„Ich bin kein Kind mehr! Ich brauche niemanden, der auf mich aufpasst!", fauchte ihn Hermione an.
Seine berühmte Augenbraue wanderte nach oben, während sein Blick von ihrem Gesicht aus tiefer glitt. „Nein", gab er zu. „Ein Kind bist du nicht mehr, Hermione Granger." Seine Stimme… irgendwann würde sie einmal etwas sehr Dummes anstellen, wenn er so schnurrte wie jetzt. „Aber einen Aufpasser brauchst du trotzdem", fuhr Severus fort. „Du neigst dazu, dich sinnlos in Gefahren zu stürzen."
Sie hatte zuerst ihre Arme vor ihrer Brust verschränkt, als er begonnen hatte zu sprechen. Doch der Schalk überkam sie, deshalb legte sie die Hände auf den Tisch, beugte sich weit nach vorn und sah den Tränkemeister mit übertrieben anhimmelnden Blick an. „Und du wirst mich beschützen? Oh, du bist der Held meiner schlaflosen Nächte, Severus!"
Er beugte sich ebenfalls vor, so dass er trotz des Stimmengewirrs um sie her nur noch zu flüstern brauchte. „Und du bist eine unerträglich freche Göre, die irgendwann die Konsequenzen ihres Handelns zu ertragen haben wird!"
Hermione rührte sich keinen Zoll von ihm fort. Das hatte nichts mit der viel gepriesenen Courage ihres Hauses zu tun. Sie konnte sich einfach nur nicht dazu bewegen, Abstand von Severus zu nehmen. Sein warmer Atem streifte ihre Haut, als er in ihr Ohr raunte, sie konnte den Duft seines Aftershaves inhalieren, die geschwungenen, schwarzen Wimpern und die ersten dunklen Stoppeln an seinem Kinn betrachten.
Für einen Moment war sie völlig gedankenverloren. Sie hatte keine Ahnung, was er dachte oder warum auch er in dieser Position verharrte. Eine Stimme riss sie beide auseinander als wären sie Kinder, die man bei etwas verbotenem ertappt hatte. „Möchten Sie etwas trinken, Sir?", fragte ein Kellner, der neben ihnen stand und einen Block zückte.
„Dasselbe wie die Lady", erwiderte Severus und musterte Hermiones Wangen, die zu glühen schienen. Sie vermied Augenkontakt und schien sich ganz und gar ihrem gewürzten Apfelwein zu widmen. Ihm war nicht so ganz klar, was plötzlich geschehen war, doch es irritierte ihn und er beschloss, es erst einmal beiseite zu schieben. Er ging zur Tagesordnung über. Soweit man das so nennen konnte.
„Erzähl mir, was ihr hier eigentlich treibt", sagte er leise, als das dampfende Getränk vor ihm stand.
Sie furchte die Stirn. „Wir sind sieben", erklärte sie. „Beziehungsweise waren sieben, bevor Simba verschwunden ist."
„Ihr nennt sie wirklich so?"
„Nur wenn sie nicht dabei ist, natürlich", versicherte sie hastig. „Sie ist der liebste und netteste Mensch der Welt, doch wenn ihr jemand oder etwas in die Quere kommt, kämpft sie mit Zähnen und Klauen – wie eine Löwin eben."
Severus schnaubte. „Hm. Und weiter? Warum haltet ihr euch hier in Avebury auf, wenn ihr doch Stonehenge erforscht?"
Hermione schüttelte den Kopf. „Oh, ganz so ist das nicht. Wir sind eine gemischte Forschungsgruppe, vergiss nicht, das reguläre Studienjahr ist noch nicht vorbei, und nur wer es geschafft hatte, die Prüfungen zeitiger abzulegen, konnte daran teilnehmen. Das heißt, nur Simba Faulkes, Basil Oakward und ich beschäftigen uns mit den Runen in Stonehenge, die anderen vier sind Arithmantiker, welche sich um die Steine in Avebury kümmern. Ich hätte gern beides gemacht, doch das Ministerium hat mir die Benutzung eines Zeitumkehrers verboten."
„Wie hinterhältig vom Ministerium. Vielleicht werden sie ja jetzt einen in Erwägung ziehen, um zu beobachten, was mit Faulkes passiert ist", murmelte Severus.
„Jedenfalls nicht vor übermorgen!" Hermione setzte an, um über die ignoranten Auroren und das Ministerium herzuziehen, schloss jedoch den Mund, weil sie wusste, dass Severus es hasste, wenn sie plapperte. Außerdem änderte es überhaupt nichts.
Der Tränkemeister warf einen Blick auf die Uhr. „Es ist gleich acht, also noch nicht zu spät für einen Besuch, denke ich."
„Du willst dir Stonehenge und die Steine hier draußen ansehen?"
„Nicht jetzt. Avebury und Stonehenge haben schon genug an Geistergeschichten, sie brauchen nicht noch mehr von tanzenden Lichtern in stockdunkler Nacht. Obwohl wir natürlich immer noch kreischen könnten wie die Banshees, in der Hoffnung, sämtliche okkulten Muggels zu Tode zu erschrecken." Er sprach trocken, doch seine Augen glitzerten.
Hermione lachte. „So sehr ich diesen Gedanken schätze, würde ich vorschlagen, es sein zu lassen. Das Ministerium besteht immer so penetrant auf die Einhaltung der Geheimhaltung."
„Trink aus, während ich zahle und zieh dich an. Wir verlassen diesen gastlichen Ort", sagte Severus und stand auf, um zur Bar vorzugehen. Hermione sah ihm nachdenklich hinterher.
Er trug aufgeraute, schwere, schwarze Hosen, selbstverständlich aus Drachenleder, der Snob. Seine Jacke war ebenfalls schwarz, aus dem gleichen Material, und darunter trug er ein dunkles Kapuzenshirt, mit dem er sich vorhin getarnt hatte. Sie fragte sich trotzdem, wie sie auch nur eine Sekunde lang glauben konnte, einen alten Mann vor sich zu haben. Natürlich war sie in Gedanken gewesen, so dass er sich anschleichen und seine Show abziehen konnte. Im Moment konnte sie jedoch an nichts anderes denken als daran, dass sie ein Hohlkopf gewesen war. Er bewegte sich so geschmeidig wie ein Raubtier und selbst die grölenden, jungen Männer am Brunnen hielten automatisch Abstand zu ihm. Seine schiere Präsenz schien zu reichen, um Respekt einzuflößen.
Sie rief sich selbst zur Ordnung und erwartete ihn an der Tür. Er knurrte unwillig, als sie ihm das Geld für ihren Apfelwein geben wollte. „Ich wiederhole mich nur ungern und mir scheint, du hast ein Problem mit deinem Gedächtnis, Hermione. Solange ich mit einer Frau unterwegs bin, wird sie nicht die Kosten tragen!" Sie wurde rot und murmelte einen Dank.
Der Tränkemeister nahm sie am Arm und führte sie aus dem Pub. Es hatte dieses Jahr eine unglaubliche Menge Schnee gegeben; das Dach des alten Gebäudes schien sich regelrecht unter dieser Last zu biegen. „Wirst du mir verraten, wo du jetzt noch hin willst?", fragte Hermione. „Du hast doch vor, Granger-Snape-Investigations durchzuführen?"
Severus knirschte mit den Zähnen. „Wieder diese alberne Wortkonstruktion! Halt dich fest, wir werden eine kurze Seit-an-Seit-Apparation durchführen."
„Nein, ich…" Bevor sie protestieren konnte, weil sie es hasste, riss sie der Wirbel der Apparation mit sich fort. Sie klammerte sich auch noch an Severus, als sie längst vor einem reetgedeckten Fachwerkhaus standen, das von allen Seiten von einer hohen Hecke begrenzt wurde.
„Einatmen, ausatmen", sagte der dunkle Mann und hielt sie fest. Sie hätte schwören mögen, dass er sich amüsierte. Sie würde ihn dafür verhexen, sobald sich in ihrem Kopf nicht mehr alles drehte. Die Vordertür des Hauses wurde aufgestoßen, und das so machtvoll, dass sie mit lautem Knall gegen die Wand knallte.
„Wer, zum Teufel, seid ihr und was macht ihr hier? Das ist ein Privatgrundstück, verschwindet!" Im Lichtkegel, der aus dem Eingang drang, erkannte Hermione eine große, stämmige Frau mit schulterlangen, dunklen Haaren. Sie hatte ihre Hände in die Hüften gestemmt und es hätte Hermione nicht gewundert, wenn Rauch aus ihrer Nase gestiegen wäre.
Severus neigte seinen Kopf. „Hallo, Schwesterchen", sagte er. „Hast du mich vermisst?"
Wäre es nicht so kitschig gewesen, hätte Hermione nach Luft geschnappt. Sie konnte sich im letzten Moment davon abhalten, doch das hinderte sie nicht daran, immer denselben unsinnigen Gedanken hin- und her zu schieben: Warum hat er mir nie davon erzählt?
„Oh, und wie, Severus!", schnappte die Frau. „Was ist es dieses Mal? Bist du wieder verletzt und blutest mir den Teppich voll?" Trotz ihrer harschen Worte trat sie einen Schritt vor, zog einen Zauberstab, und plötzlich blendete sie beide gleißendes Licht.
Severus riss den Arm vor sein Gesicht. „Verdammt, Al, ich habe nicht vor, deinen heiß geliebten Teppich ein zweites Mal zu versauen, es sei denn, du hast vor, mich zu verprügeln." Er beugte sich zu Hermione und wisperte so laut, dass es deutlich für jeden im Umkreis von einer halben Meile zu verstehen war: „Das hat sie nämlich früher immer getan…"
„Red keinen Unsinn, Sev, und komm endlich rein. Das letzte Mal habe ich dich vor dreißig Jahren verdroschen, und du hattest es mehr als verdient. Und bring deine Freundin mit, auch wenn ich bezweifle…" Die restlichen Worte gingen in undeutlichem Gemurmel über, als sie sich umdrehte und hineinging.
„Was bezweifelt sie?", fragte Hermione verwirrt. Sie dachte nicht daran, in dieses Haus zu gehen. Hatte sie je gedacht, Severus wäre erschreckend? Seine Schwester war es definitiv.
„Wahrscheinlich bezweifelt sie, dass du Trelawney das Wasser reichen kannst", antwortete er.
Hermione verschluckte sich. „Professor Trelawney?"
„Eben diese."
Sie war wie festgefroren. Severus, der bereits im Haus verschwunden war, bemerkte ihr Fehlen und drehte sich herum. „Komm schon, Gryffindor. Niemand wird dir hier etwas tun… jedenfalls nicht sehr." Falls das ein Witz sein sollte, heiterte er sie überhaupt nicht auf. Zögernd folgte sie dem Tränkemeister.
Das Wohnzimmer war weitaus gemütlicher als sie erwartet hatte. Eine bequeme dunkle Couch, im selben Farbton gehaltene Stühle und Sessel, große, breite Fenster, die tagsüber viel Sonne hereinließen, jetzt jedoch mit schweren Vorhängen verschlossen waren. In dem riesigen Kamin knackten Holzscheite, und die Wärme, die von ihm ausstrahlte, wurde nur noch von einem grauhaarigen Mann übertroffen, der vor dem Kamin stand und sie anlächelte.
Severus machte eine ausladende, elegante Verbeugung vor seiner Schwester und nickte dem Mann zu. „Darf ich vorstellen: Alana Snape-Rackmin und ihr Mann, Alan Rackmin. Zum Glück tragen sie fast dieselben Vornamen, so haben sie weniger Schwierigkeiten, sie sich zu merken." Er deutete mit derselben höfischen Gewandtheit zu Hermione. „Hermione Granger, Kriegsheldin, Trägerin des Merlinordens 1. Klasse, beste Absolventin Hogwarts seit 1022 Jahren und eine ehemalige Schülerin von mir."
„Meine Güte, Sev, hör mit dem Theater auf!", fuhr ihn seine Schwester an. Sie reichte Hermione die Hand und musterte sie dabei von oben bis unten. „Wenn Sie ihn veralbern, meine Liebe, reiße ich Ihnen Ihr Herz heraus und verfüttere es an einen Norwegischen Stachelbuckel."
Hermione streckte ihr Kinn vor. Schließlich und endlich gab es einen Grund, warum sie nach Gryffindor einsortiert wurde. „Mrs. Snape-Rackmin! Sie missverstehen hier etwas ganz gewaltig! Ich habe nicht vor, Ihren Bruder zu veralbern und außerdem…" Der Zorn, der die kurze Zeit, seit sie auf Severus' Schwester getroffen war, in ihr brodelte, kochte jetzt über. „Und außerdem muss ein Snape, der mich schafft und an einen Drachen verfüttert, erst noch geboren werden!"
Alana schnaubte, Severus' Oberlippe war leicht gekräuselt und der grauhaarige Mann lächelte und schob seine Frau beiseite. „Hören Sie nicht auf Al", sagte er mit tiefer, sanfter Stimme. „Sie meint es nicht so, es ist ihr Beschützerinstinkt. Sie hat noch nicht begriffen, dass Severus seit langer Zeit erwachsen ist und selbst auf sich aufpassen kann. Ich bin erfreut, Sie kennen zu lernen, Miss Granger. Obwohl ich mit Ihrer Welt nicht allzu viel zu tun habe, ist mir Ihr Name selbstverständlich ein Begriff."
Er schüttelte Hermiones Hand und geleitete sie dann zu einem bequemen Sessel. „Setzen Sie sich, Miss Granger. Möchten Sie etwas trinken? Whisky? Ein Glas Wein?" Seine Augenbraue hob sich und er spreizte die Finger seiner rechten Hand, als er die angebotenen Drinks aufzählte.
Hermione schüttelte den Kopf und beobachtete wachsam, wie sich Snapes Schwester ihr gegenüber auf der Couch niederließ, während der Tränkemeister den Sessel neben ihr wählte. „Danke, Mister Rackmin. Ich habe mein Limit an Alkohol heute bereits erreicht." Sie sah kurz zwischen ihm und seiner Frau hin und her. „Sie sind ein Muggel, nicht wahr?"
Er nickte. Snape zeigte ein Wolfsgrinsen. „Sie ist clever, das musst du zugeben."
„Ich muss gar nichts zugeben, Sev. Alle Welt weiß, dass Alan ein Muggel ist."
Hermione schüttelte den Kopf. „Sie sind der berühmte Schauspieler Alan Rackmin!", sagte sie langsam. „Ich kenne Leute, die würden ihre Seele verkaufen, um Sie einmal zu treffen und jetzt sitze ich hier…"
„Hör auf zu plappern, Hermione", murmelte Severus. „So berühmt wird er wohl nicht sein. Schau ihn dir doch an. An ihm ist nichts Besonderes. Er wird immer eingesetzt, um in albernen Fantasyfilmen Leute zu spielen, die halb so alt sind wie er selbst."
„Sev!", warnte Alana. Sie hatte die gleiche Fähigkeit wie ihr Bruder, ein einziges Wort wie eine ellenlange Bedrohung auszusprechen.
Der grauhaarige Mann lächelte nur. „Lass ihn, Darling. Wir kriegen den Jungen schon noch groß." Severus verdrehte die Augen und knurrte, als sich seine Schwester vorbeugte und ihm den Kopf tätschelte.
Hermione entspannte sich, als sie merkte, dass es ein übliches Familiengeplänkel war. Rackmin verschwand in der Küche und klapperte dort herum. Severus wurde ernst. Er starrte seine Schwester an. „Warum hast du mir nie erzählt, dass hier in der Gegend ständig Leute verschwinden?"
„Was meinst du mit verschwinden?" Sie runzelte genauso drohend die Stirn wie er, wenn er es mit einem Schüler zu tun hatte, der sich etwas zu Schulden kommen ließ.
„Oh, Al, komm schon, du weißt, was das Wort „verschwinden" bedeutet: weg, fort, nicht mehr da, abwesend…"
„Sev…" Hermione lief ein Schauer über den Rücken. Jetzt wusste sie immerhin, woher der Tränkemeister den drohenden Ton hatte. Sie ging davon aus, dass Alana ein paar Jahre älter als ihr Bruder war, obwohl sich das Alter einer Hexe immer schwer einschätzen ließ.
Alana verschränkte die Arme vor der Brust. „Severus Snape! Mach nicht den Fehler, mich wie einen deiner hohlköpfigen Schüler zu behandeln! Ich weiß, was das bedeutet. Ich frage mich nur, warum du es wissen willst. In ganz UK verschwinden jährlich um die 20.000 Menschen, und das sind nur die, die gemeldet wurden. Man geht von einer Dunkelziffer aus, die zehnmal höher liegt! Woher also dein plötzliches Interesse an Wiltshire?"
„Weil Wiltshire das verdammte Bermuda-Dreieck von England ist, wie es scheint!"
„Hör auf zu fluchen, Severus!"
Der Tränkemeister ignorierte ihren Einwand. „Im Verhältnis gesehen verschwinden hier pro Jahrzehnt doppelt so viele Leute wie in allen anderen Gegenden!"
„Das ist völliger Unsinn, Sev. Wenn du dich so sehr mit der Materie beschäftigt hättest, wie du glaubst, wüsstest du auch, dass von den Leuten, die hier so offensichtlich verschwinden" – Alana sprach das Wort „verschwinden", als kaute sie an einem besonders zähen Stück Fleisch – „die meisten wieder auftauchen, und zwar immer außerhalb unserer Grafschaft!" Sie sah ihn triumphierend an.
Hermione und Severus wechselten einen Blick. „Wie meinst du das? Wieder auftauchen?", fragte er.
Alana warf ihrem Mann, der mit einem Tablett mit Tassen und einer Teekanne zurückkehrte, einen liebevollen Blick zu, bevor sich ihr Mundwinkel spöttisch verzog. „Oh, Sev, komm schon. Du weißt, was „auftauchen" bedeutet: wieder da sein, zurück, anwesend…"
„Sie sind einfach wieder da? In anderen Grafschaften?", fragte Hermione zweifelnd.
„Wirklich äußerst clever, deine Hexe", murmelte Alana.
„Ich bin nicht seine Hexe!", fauchte Hermione.
„Da hörst du es, Al. Sie ist nicht meine Hexe", bestätigte Severus amüsiert. „Du willst mir also allen Ernstes erzählen, dass die Leute, die hier so haufenweise verschwinden, sich einfach so aus diversen Gründen abgesetzt und in anderen Grafschaften ein neues Leben angefangen haben?" Er sah zu Rackmin. „Vielleicht, weil sie ihre nörgelnden Ehepartner nicht mehr ertragen konnten?"
„Ha, ha, äußerst witzig!" Alana starrte ihn mit verengten Augen an. Er erwiderte den Blick mit demselben Ausdruck. Hermione bewegte sich unbehaglich in ihrem Sessel. Die Intensität, mit der sich die beiden Geschwister dieses Rede- und Anstarrduell lieferten, beunruhigte sie.
Rackmin lächelte sie an und goss ihr eine Tasse Tee ein. „Machen Sie sich nichts daraus", sagte er und deutete auf die beiden Snapes. „Die sind immer so. Wie Hund und Katz. Aber wehe, einem der beiden passiert etwas – dann hängen sie aneinander wie die Kletten. Als Severus vor ein paar Jahren halbtot und blutend durch die Tür stürzte, hat sie ihn wie eine Glucke unter ihre Fittiche genommen."
„Erzähl dem Mädchen keinen Unsinn!", fauchten der Tränkemeister und Alana wie aus einem Mund.
Rackmin zeigte ein schiefes Grinsen. „Sehen Sie, was ich meine, Miss Granger? Nein, mal im Ernst, Severus. Es stimmt, dass hier im Vergleich zum Rest Englands eine Menge Leute plötzlich fort sind. Das liegt zum einen daran, dass manche aufgrund von Unfällen oder Verbrechen genauso verschwinden wie überall sonst. Und dann gibt es natürlich auch die Schlaumeier, die sich die ganzen Spukgeschichten aus der Gegend zum Vorwand nehmen und ihre Abwesenheit irgendwie inszenieren. Wo doch jeder weiß, dass es keine Geister gibt…" Er hob scherzend die Augenbraue. „Das einzig seltsame ist…" Er verstummte.
„Was denn?"
„Was Alan sagen möchte, ist, dass es Gerüchte über seltsame Vorkommnisse gibt", übernahm seine Frau. „Manche der Leute, die wieder aufgetaucht sind, waren äußerst verwirrt. Und sie hatten alle ihr Gedächtnis verloren. Sie konnten sich nicht mehr daran erinnern, was ihnen passiert ist. Ihnen fehlte immer der Zeitraum, in dem sie verschwunden waren, obwohl sie sich ansonsten an alle anderen Begebenheiten ihres früheren Lebens zumindest nach einiger Zeit wieder erinnern konnten."
Severus runzelte die Stirn. Hermione hatte sich früher, wenn er das im Unterricht getan hatte, immer wohlweislich zurückgehalten. Es wirkte bei ihm äußerst bedrohlich. „Und das war für euch nicht einmal ein Grund, diese Sache zu erforschen oder ihr nachzugehen? Klingt das in deinen Ohren nicht ein wenig so, als hätte man diese Leute obliviatet?"
„Severus, jetzt ist es aber gut!" Alana verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich habe bereits vor mehr als zwanzig Jahren mit den Auroren darüber gesprochen, falls du es wissen willst. Und weißt du, was die mir gesagt haben? Solange die Leute nicht schwerer verletzt sind als ein bisschen Gedächtnisschwund werden sie einen Teufel tun und sich darum kümmern. Und weißt du noch etwas? Ich finde, sie haben Recht. Alan und ich sind hierher gezogen, weil die Verbrechensrate in Wiltshire ungewöhnlich gering war und ist, die Menschen einen in Ruhe lassen und nicht einmal die verdammten Idioten deines ehemaligen Meisters uns hier gestört haben!" Sie hatte sich in Rage geredet, ihr Gesicht war hochrot.
Der Tränkemeister hingegen war blass geworden. „Und du glaubst diesen Blödsinn, den du erzählst?", fragte er gefährlich leise. „Mag sein, dass die Verbrechensrate niedrig ist und ein paar verwirrte und offensichtlich obliviatete Menschen nichts zu bedeuten haben. Aber genau diese Einstellung ist es, die es – wie sagtest du so schön? – meinem ehemaligen Meister ermöglicht hatte, so viel Macht und Einfluss zu gewinnen. Weil scheinbar Unbeteiligte lieber wegsahen als nachzufragen."
„Severus!"
„Unterbrich mich nicht, verdammt!" Der Tränkemeister knirschte mit den Zähnen. „Und du glaubst, die Todesser haben euch hier nicht gefunden und belästigt, weil sie die schöne Landschaft in Wiltshire nicht mochten? Ich sage dir was, Schwesterchen! Als ich von meinem ersten ehemaligen Meister zu meinem zweiten ehemaligen Meister kroch, habe ich ihn angebettelt, euch zu schützen. Und das tat er. Ihr hattet all die Jahre einen Geheimnisverwahrer - Minerva McGonagall. Das ist der einzige Grund, warum ihr nie Ärger mit den Todessern hattet!"
Die Geschwister waren jetzt blass und starrten einander an, als hätten sie sich nie zuvor gesehen. Alan Rackmin seufzte und ließ sich neben Hermione auf die Couch fallen. „So geht es jedes Mal aus", murmelte er. „Er kommt her, wir trinken Tee, sie schreien sich an. Ich glaube, die beiden haben nie einen anderen Weg gefunden, um sich zu sagen, dass sie sich lieben."
„Halt die Klappe, Alan!", sagten Severus und Alana einstimmig.
„Nein, ihr haltet jetzt mal die Klappe", sagte Rackmin energisch und richtete sich auf. „Eure ewigen Streitereien sind schon fast unerträglich, wenn wir unter uns sind, aber falls es euch entfallen sein sollte – Miss Granger ist unser Gast. Und sie fühlt sich im Moment sehr unwohl, und das nur, weil ihr euer Temperament nicht zügeln könnt." Ein fast identischer Ausdruck von Schuldbewusstsein glitt über ihre Gesichter; es war fast lachhaft, wie sehr sich die Geschwister in diesem Moment ähnelten.
Severus hatte sich jedoch sehr schnell wieder im Griff und trug seine undurchdringliche Maske der Gleichgültigkeit. Seine Schwester sah Hermione nachdenklich an. „Ich bedaure diesen Tumult, Miss Granger", sagte sie. „Ich glaube zwar nicht, dass Sie die Richtige für ihn sind, aber er muss viel von Ihnen halten, wenn er Sie hierher mitbringt."
„Wir sind nicht…"
Alana beherrschte das Mitten-im-Satz-abschneiden genauso gut wie ihr Bruder. „Natürlich nicht, wie dumm von mir." Sie streifte Severus mit einem kurzen Blick. „Nun, es mag sein, dass du Recht hast, Sev. Wir mögen gedankenlos gewesen sein, aber ich glaube keine Minute lang, dass du es nur aus reiner Familienliebe getan hast, diesen Schutz für uns, meine ich. Dafür hast du mir einmal zu oft den Teppich voll geblutet."
„Ein einziges Mal!", murrte der Tränkemeister. „Und ich habe dir einen neuen geschenkt!"
„Pah! Wie dem auch sei, ich kenne meinen kleinen Bruder. Du hast dir für alle Fälle bei uns einen Zufluchtsort offen gehalten." Ein Lächeln glitt über ihre Züge. „Wie slytherin von dir." Sie holte tief Luft und wurde ernst. „Na schön, was gedenkst du jetzt in Bezug auf diese verschwundenen Leute zu unternehmen? Und warum dein plötzliches Interesse daran?"
„Ich fürchte, das ist meine Schuld, Mrs. Snape-Rackmin", antwortete Hermione an seiner Stelle. „Ich hatte ihn um Rat gebeten, weil meine Professorin verschwunden ist."
„Und er konnte nicht widerstehen, seine übergroße Nase gleich wieder in diese Angelegenheit zu stecken!", antwortete Alana und nickte. „Das sieht dir ähnlich, Sev."
Ihr Bruder schnaubte. „In Bezug auf Ähnlichkeiten musst du reden. Hast du schon mal in den Spiegel geschaut? Übergroße Nase…" Er knurrte leise.
Sie ignorierte seine Anspielung. „Also, was gedenkt jetzt der Herr Professor mit seiner ehemaligen Schülerin zu unternehmen?"
„Wir werden die Steine in Stonehenge untersuchen, an denen Faulkes zuletzt gearbeitet hat. Vielleicht hat sie ja etwas entdeckt und wusste es nicht einmal."
„Wie schön, dass du dann da bist", spottete Alana. „Du wirst das Rätsel um die verschwundenen Leute und en passant auch gleich das von Stonehenge und Avebury lösen!"
Severus hob arrogant seine Augenbraue. „Wer weiß…"
„Nun, jedenfalls nicht mehr heute", unterbrach Rackmin. „Es ist spät, und ich muss morgen ins Studio, also wenn es euch nichts ausmacht, den Abend zu beenden… Möchtet ihr hier übernachten?"
„Ich nicht!", sagte Hermione hastig.
„Ich dachte schon, du fragst gar nicht mehr." Severus' Lippen kräuselten sich leicht nach oben.
„War ja klar, dass du dich wieder durchschnorrst", murrte Alana, doch ihre Augen lächelten.
„In welches Studio musst du denn, Alan?", fragte Severus unschuldig. „Zum Schönheitschirurgen? Ein Sonnenstudio?"
Alana verpasste ihm einen Tritt gegen das Schienbein. „Treib es nicht zu weit, Sev!"
„Fast, Severus. Ich habe morgen ein Gespräch mit einem der Verantwortlichen von Pinewood."
Hermione stand auf. „Ich werde dann gehen. Entschuldigen Sie, Mrs. Snape-Rackmin, Mr. Rackmin, dass ich Sie aufgehalten habe."
„Es war mir eine Ehre, Sie kennen zu lernen, Miss Granger!" Der grauhaarige Mann lächelte liebenswürdig und reichte ihr seine Hand.
„Ganz meinerseits, Sir!", antwortete Hermione.
Auch Snape erhob sich. „Wenn du ihn jetzt um ein Autogramm bittest, rede ich nie wieder mit dir", brummte er.
Hermione verbiss sich ein Lachen. „Ach, so einfach ist das? Führe mich nicht in Versuchung!"
Er bedachte sie mit einem ärgerlichen Blick und ergriff ihren Arm. „Ich habe mit Miss Granger noch ein paar Worte zu wechseln. Bin in ein paar Minuten wieder da", erklärte er seiner Schwester und ihrem Mann.
„Besuchen Sie uns wieder, Miss Granger", sagte Alan Rackmin und ignorierte, dass seine Frau ihre Lippen abwertend vorschob.
Hermione lächelte unsicher und wandte sich an Alana. „Ich finde übrigens, dass Ihre Nase zum Glück keine Ähnlichkeit mit der Ihres Bruders aufweist." Bevor die ältere Frau antworten konnte, hatte sie sich verabschiedet und das Haus verlassen.
„Ich kann allein zurückapparieren, Severus", sagte sie, als sie vor der Tür standen.
„Ich zweifle nicht an deinen Fähigkeiten, Hermione", murmelte er und sah hoch in den sternenklaren Himmel. „Lass uns noch ein paar Schritte gehen, falls du noch nicht zu müde bist."
Sie war hundemüde. Die letzten Tage der Arbeit in der Kälte und das heutige Suchen und Sorgen um Simba Faulkes hatten sie erschöpft. „Natürlich nicht", hörte sie sich selbst sagen und seufzte innerlich.
„Gut". Eine Weile schlenderten sie schweigend den Hohlweg entlang. Die Hecken rechts und links waren über sechs Fuß hoch und schwer vom Schnee. Ihre Schritte knirschten und erzeugten ein leichtes Echo. „Ich möchte mir morgen die Steine in Stonehenge ansehen", sagte Severus. „Meinst du, es ist möglich, dich von deinen Kommilitonen abzusetzen und mich herumzuführen?"
„Kein Problem", erwiderte Hermione. „Außer mir ist sowieso nur Basil für Stonehenge zuständig, und den schicke ich einfach noch einmal zu den Behörden."
„Immer noch so herrschsüchtig wie zu Hogwartszeiten?"
„Offensichtlich", sagte sie trocken. „Ich hatte ein im Kerker Hogwarts lebendes Vorbild."
Severus neigte den Kopf. „Ich habe nie bemerkt, dass Professor Sprout tyrannische Anwandlungen hat."
Hermione lachte und boxte ihm auf den Arm. „Du weißt genau, wen ich meine!" Dann kam ihr zu Bewusstsein, was sie getan hatte, und sie wurde rot. Ob er wütend war, dass sie ihn geschlagen hatte? Bei Ron und Harry hatte sie das ständig getan, natürlich nur spielerisch, aber das hier war Snape. Sie versuchte, in seinem Gesicht zu lesen, aber er klappte den Kragen seiner Lederjacke hoch, als ein kalter Wind durch den Hohlweg fuhr.
„Weiß ich das?" Seine Stimme klang seltsam, aber nicht verärgert.
„Ja", sagte sie vorsichtig. Sie gelangten in einen Park, und sie erwartete, dass sich Severus verabschiedete, doch er lief einfach weiter. Sie hatte keine Ahnung, wie sie ihn im Moment einzuschätzen hatte. „Warum hast du den Teppich deiner Schwester voll geblutet?", fragte sie langsam. „Hatte dich Voldemort gefoltert?"
Severus blieb stehen. Sie standen im Schatten einiger Bäume, und es war zu dunkel, um den Ausdruck seiner Augen zu erkennen. „Ich glaube nicht, dass du das wissen willst!", knurrte der Tränkemeister drohend. „Hör auf zu fragen!"
„Wirst du mich verhexen, wenn ich es trotzdem tue?"
„Ich würde es in Erwägung ziehen, und jetzt hör endlich auf zu plappern!" Er wurde offensichtlich ärgerlich.
„Ist es wirklich so schrecklich, wenn sich jemand dafür interessiert, was dir passiert ist?"
„Ich bin nicht eines deiner Hauselfenprojekte, Gryffindor!" Die Warnung in seiner Stimme war unüberhörbar.
Sie blieb stur. „Was ist damals passiert?"
Severus presste die Lippen zusammen. Offensichtlich haderte er mit sich selbst, entschied sich jedoch letztendlich zu antworten. „Im Gegensatz zu dem, was später in vielen Zeitungen veröffentlicht wurde", sagte er leise, „hat der Dunkle Lord nicht ständig und bei jedem Treffen seine Anhänger gefoltert. Auf Dauer war die Angst vor Folter sehr viel mächtiger als die Folter selbst. Und er hätte wohl auch nicht so viele Gefolgsleute halten können, wenn er so leicht mit schmerzhafter Bestrafung bei der Hand gewesen wäre."
„Aber…?" Hermione war sich sicher, dass es ein Aber gab. Er sprach zögernd, und sie hatte nicht oft erlebt, dass er zögerte.
Der Tränkemeister verschränkte die Hände auf dem Rücken. „Du kennst mich besser als mir lieb ist, Hermione Granger."
Oh, der Stimmtrick, dachte sie, denn ihre Härchen richteten sich auf, als er ihren Namen sagte.
„Aber natürlich war er nicht immer nur zufrieden mit mir. Ganz besonders nicht an einem Tag vor über fünf Jahren." Er schwieg und sah sie eindringlich an.
Der Tag, an dem er Dumbledore getötet hatte… Die Erkenntnis kämpfte sich den Weg an die Oberfläche ihrer Gedanken. Sie erwiderte seinen Blick einfach nur und wartete, dass er weiter sprach. „Ich hatte Albus umgebracht!" Nur noch ein Flüstern. Hermione streckte ihre Hand aus und berührte seinen Arm. Noch immer sagte sie nichts, wollte ihm nur klarmachen, dass sie da war.
Er zuckte vor ihrer Berührung zurück, ließ sie jedoch zu. „Ich hatte eine kurze Rauferei mit Mister Potter, bevor der Hippogreif auf mich losging. Er war nicht so schwach wie unser aller Weltenretter, aber ich wollte ihn nicht auch noch… umbringen."
„Du bist kein Mörder", flüsterte Hermione.
Severus fluchte so undeutlich, dass sie nicht verstand, was er genau von sich gab. „… natürlich bin ich einer. Und jetzt sei still, wenn du den Rest noch hören willst."
Hermione gehorchte, ließ ihre Hand jedoch, wo sie war. „Der Lord war nicht erfreut, dass ich Dracos Job erledigt hatte. Tatsächlich war er äußerst ungehalten. Also statuierte er ein kurzes, aber schmerzhaftes Exempel und befahl mir dann, mich auszukurieren und drei Tage später wiederzukommen. Ich hatte niemanden anders mehr als Al, also bin ich zu ihr und bin… peinlicherweise auf ihrem geliebten Teppich zusammengebrochen."
Hermione nickte langsam. „Das ist ja wirklich ungemein peinlich!" Etwas schnürte ihr den Hals zu und sie hatte das Gefühl, jeden Moment entweder schreien oder weinen zu müssen, wahlweise beides. „Verdammt noch mal, Severus! Du warst schwer verletzt, psychisch und physisch völlig erledigt… Und du denkst, es war peinlich, den Teppich deiner Schwester mit Blut zu beschmieren?"
„Du kannst mir vertrauen, wenn ich dir sage, dass ihre ewige Nörgelei über diese Tatsache das einzige war, was mich in diesen Tagen einigermaßen bei geistiger Gesundheit erhalten hat", sagte er trocken. Plötzlich packte er sie an der Hüfte und zog sie hinter einen Baum. Sie hatte keine Zeit aufzuschreien, als er seinen Körper an sie presste und ihr den Mund zuhielt. „Keinen Laut", flüsterte er in ihr Ohr.
Und dann hörte sie es ebenfalls. Zweige knackten unter einem schweren Gewicht, etwas – jemand - kam näher. Severus' Griff lockerte sich, obwohl er sie weiterhin hinter sich hielt, doch sie konnte ihren Kopf unter seinem Arm durchschieben und durch die Zweige des Baumes spähen. Klang das nicht wie Hufgetrappel? Würden sie die Geisterkutsche zu sehen bekommen, die angeblich in dieser Gegend spukte?
Es war nichts dergleichen. Wenige Sekunden später brach ein Hirsch aus dem Unterholz hervor und blieb mitten auf dem Weg stehen. Sein Brustkorb hob und senkte sich heftig und seine Nüstern blähten sich auf. Offensichtlich hatte ihn etwas erschreckt. Er war schön, muskulös, riesig, und Hermione konnte ihren Blick nicht abwenden. Das Tier war mindestens ein Sechzehnender.
Als sich der Tränkemeister bewegte, war sich Hermione der Nähe zu ihm nur zu bewusst. Der Kragen seiner schweren Lederjacke strich über ihr Gesicht, als er lautlos seinen Zauberstab zog und auf den Hirsch deutete. Es verschlug ihr den Atem, als sie zum ersten Mal in ihrem Leben seinen Patronus aus der Spitze des Zauberstabs gleiten sah. Eine Hirschkuh sprang in anmutigen Sätzen über den Boden, bis sie den Hirsch erreicht hatte und umkreiste.
Das Tier schnaubte unruhig bei dem unerwarteten Anblick der geisterhaften Erscheinung, floh jedoch nicht. Hermione beobachtete das Geschehen und wandte ihren Blick dann zu Severus' Gesicht. Er war völlig abwesend, seine Augen waren unverwandt auf die Hirschkuh gerichtet. Es war also wahr. Dieser Patronus bedeutete für ihn die Nähe zu Lily Potter und nichts und niemand würde jemals wichtiger für ihn sein. Sie hatte plötzlich Schwierigkeiten beim Atmen.
Es schien, dass Severus ihren Stimmungswechsel bemerkte. Eine Bewegung aus dem Handgelenk beendete seinen Patronus, und er trat hinter dem Baum hervor. Der Hirsch warf sich herum und stürmte davon. Der dunkle Mann sah ihm lange nach, dann drehte er sich zu Hermione herum. „Du wirst dich doch nicht splinten, wenn du allein apparierst?", fragte er halblaut.
Hermione schüttelte den Kopf, unfähig, ihn anzusehen. „Wollen wir uns um neun Uhr vor dem Red Lion treffen?", fragte sie betont gleichgültig.
Offensichtlich zu gleichgültig, denn er beugte sich herunter und versuchte, ihr in die Augen zu schauen. „Ist alles in Ordnung mit dir, Gryffindor?"
„Ich bin müde, Severus!", log sie. Noch vor wenigen Minuten wäre es die Wahrheit gewesen, doch jetzt wusste sie, dass sie trotz aller Erschöpfung nicht würde einschlafen können. „Bestell deiner Schwester und deinem Schwager einen Gruß von mir. Gute Nacht!" Sie disapparierte unmittelbar und ließ ihn abrupt stehen.
Severus drehte sich herum und ging nachdenklich zum Haus seiner Schwester zurück.
SSHGSSHG
Den Red Lion gibt es tatsächlich, mitsamt seinem Spuk bzw. Spukgeschichten über Florrie. Auch die anderen Geister und Gespenster werden um Avebury gerne bemüht, so einfallsreich bin ich nicht. Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich Onkel Google oder Tante Wiki, es ist sehr interessant. Ich selbst war noch nie in dem Pub, dafür mein Agent Großkatze. Er wirkt für so ein altes Gebäude recht enttäuschend, aber da ich keinen Reiseführer schreiben wollte, habe ich ihn mir im Endeffekt so gebastelt, wie ich es brauchte.
