Kapitel 1:Not quite dead

Feierabend.

Ein Wort, dass für ihn in letzter Zeit keine große Bedeutung hatte. So gesehen war es immer das gleiche, ohne Ausnahme.

Und auch der heutige Tag schien ihn nicht aus diesen Trott reißen zu wollen. Shizuo stieß einen genervten Laut aus. Es reizte ihn nach einem guten Kampf. Etwas, was ihn auf andere Gedanken bringen konnte. Aber das schien nur Wunschdenken zu sein, verdammt, selbst die Bandenkriege waren fast vollkommen verschwunden. Es schien, als hätte sich die ganze Welt gegen ihn verschworen.

Er brauchte unbedingt eine Zigarette, auch wenn diese ihn schon lange nicht mehr beruhigen konnten.

Gott sei dank gab es hier fast an jeder Ecke einen Automaten. Tom meinte zwar, dass er versuchen sollte, damit aufzuhören, aber er sah keinen wirklich Grund warum er das tun sollte.

Der erste Zug war immer der beste, aber leider hielt es nie lange an.

Und dann hörte er es.

So gesehen wäre es unmöglich gewesen, diesen Tumult zu überhören, der sich scheinbar nur ein paar Straßen weiter von ihm ereignete.

Eigentlich interessierten ihn solche Sachen nicht, aber sein Gefühl sagte ihm, dass es vielleicht doch besser wäre, nachzusehen, was dort vor sich ging.

Um diese Zeit waren kaum Menschen auf der Straße, was es ihm ermöglichte, den Weg schnellstmöglich hinter sich zu bringen, aber als er sein Ziel endlich erreicht hatte, wünschte er sich, dass er nie hier her gekommen wäre...

Dort genau vor ihm war Izaya...

Dieser verdammte Hurensohn, der ihm sein ganzes Leben zur Hölle machte!

Er war drauf und dran irgendwas schweres nach ihm zu werfen, doch etwas ließ ihn inne halten.

Die kleine Pest schien vor etwas davonzulaufen, was an sich schon absurd war. Izaya-kun lief vor nichts davon, dass wusste er besser, als jeder andere.

Und doch geschah genau dies gerade vor seinen Augen.

Es dauerte noch einen Moment, bis er den Rest der Szenerie im Blick hatte, aber da wurde ihm bewusst, in was für Schwierigkeiten der Informant sich gebracht hatte.

Und dann passierte das, was er am wenigsten gebrauchen konnte.

Izaya hatte ihn bemerkt.

„Shizu-cha...!"

Er schaffte es nicht einmal, diesen verfluchten Spitznamen zu Ende zu rufen, als ein lauter Knall die Stille zerriss. Izaya strauchelte, schaffte es aber, sich irgendwie auf den Beinen zu halten. Und er kam direkt auf Schizuo zu...

Bevor dieser überhaupt realisiert hatte, was hier gerade passiert war, fielen weitere Schüsse und diesmal ging der Informant zu Boden oder besser gesagt, er fiel dem Blondschopf direkt in die Arme.

Das Blut schien plötzlich überall zu sein, er spürte es, wie es an seinen Händen herablief, als er den jungen Mann festhielt. Mindestens drei oder vier Kugeln mussten ihn erwischt haben...

Und jetzt hatte Shizuo ein Problem, denn die Typen kamen jetzt direkt auf ihn zu.

Und wollte er nicht als schweizer Käse enden, musste er hier schleunigst verschwinden.

Ohne überhaupt darüber nachzudenken, schwang er sich den Informanten über die Schulter und rannte los.

Er hörte, wie die Typen sich irgendwas zuriefen und spürte, wie die Kugeln nur knapp an seinem Kopf vorbei zischten.

Er musste unbedingt aus der Schusslinie heraus!

Hakenschlagend, wich er in eine Seitengasse aus. Die vielen Verfolgungsjagden mit Izaya zahlten sich nun aus, denn in kürzester Zeit, hatte er seine Verfolger hinter sich gelassen und fand sich an einem etwas belebteren Platz wieder.

Er wusste sofort wo er war. Und das war gut so, denn so stark, wie das Blut aus Izayas Körper zu fließen schien, hatte er nicht mehr viel Zeit.

Hoffentlich war Shinra zu Hause...

Er erntete einige seltsame Blicke, als er sich durch die Massen kämpfte, aber er versuchte es so gut es ging zu ignorieren.

Jetzt war wirklich nicht die Zeit, sich in irgendeinen Streit verwickeln zu lassen.

„Das ist alles nur deine Schuld!" knurrte er leise vor sich hin, wohlwissend, dass der Informant ihn wahrscheinlich gar nicht hörte.

Wieder einmal hatte es dieser Kerl geschafft, ihn in Schwierigkeiten zu bringen, auch wenn es diesmal eher unwissend geschehen war.

„Nicht so grob, Shizu-chan..." kam es leise von dem Informanten.

Wenigstens hatte er sich von diesen Typen nicht umbringen lassen, denn dass war immer noch seine Aufgabe!