2. Das geschenkte Paradies

Wenigstens war die Landung weich gewesen. Nun ja, jedenfalls einigermaßen.

Aber sie wollte nicht klagen, denn die dunkle Stimme, die sie laut fluchend begrüßte, als sie sich urplötzlich in einem kleinen Flur materialisierte und sich mühsam aufrappelte war alle Mühe wert! „Verdammt! Hermine! Was zum Merlin machst Du denn hier?"

„Tja, eigentlich wollte ich Dich nur abholen, weil Du nicht am vereinbarten Platz warst!", antwortete Hermine und schloss voller Erleichterung ihren verschollenen Mann sogleich fest in die Arme, „geht es Dir gut?"

„Aber ja, Dir auch?", erkundigte sich Hogwarts düsterer Tränkemeister und betrachtete seine nickende Frau über seine lange Nasenspitze hinweg kritisch. Allein ihre Anwesenheit entspannte ihn immer in seltsamer Weise. Obwohl…. wenn er an ihren Zustand dachte und dass sie sich gerade an einem unbekannten und ungewünschten Ort befanden…, „und ich hatte Kingsley extra gebeten Dich aus dieser Geschichte herauszuhalten!", grummelte er ärgerlich.

„Gewöhn Dich endlich daran, dass ich mich aus Deinen Geschichten niemals heraushalten lasse! Von gar keinem, noch nicht einmal vom Zaubereiminister!", stellte Hermine grinsend klar und küsste ihn lieber.

„Du bist unvernünftig und eigensinnig!", grollte Severus und bedachte sie kurz mit einem sehr vorwurfsvollen Blick, bevor er sie aber nur zu gerne zurückküsste.

Hermine kümmerte sich auch nicht groß um den Unmut ihres Mannes, sondern genoss erst einmal ausgiebig seine Nähe, bevor sie tief durchatmete, sich von ihm löste und beschloss in aller Gründlichkeit diesen seltsamen Ort zu erkunden.

„Das ist ja wirklich klasse hier!", war ihr erstauntes Urteil, nach dem ersten Eindruck, den sie sich schnell verschaffte.

Allerdings, sie standen im Eingang zu einem äußerst gemütlichen und ansprechenden Wohnraum, der mit sanften Farben und stilvollen Möbeln für eine edle und doch einladende Atmosphäre sorgte.

„Nun, vielleicht ist es ganz nett hier", gab ihr nicht so leicht zu beeindruckender Gatte grummelnd zu und schaute sich ebenfalls mit zusammengezogenen Augenbrauen um, „aber ich würde trotzdem gerne rasch diesen Ort verlassen, am besten mit Dir zusammen!"

„Wenn Du mich fragst, sehe ich für eine schnelle Rettung schwarz. Sie haben einen gewissen Cyrus Mahony geschickt, der mir nicht besonders kompetent erschien."

„Was? Mahony?", rief Severus erschüttert und raufte sich die Haare, „Dieser Idiot ist die Unfähigkeit in Person!"

„Dann hast Du ja doch kein falsches Bild von ihm", grinste Hermine, „aber er hat ein sehr gesundes Selbstbewusstsein!"

„Selbstbewusstsein? Pah! Er ist eingebildet und überheblich und dabei auch noch völlig unbekümmert!", bekam sich Severus gar nicht mehr ein und tigerte empört vor der eleganten Sitzgruppe auf und ab, „Er wird seit Jahren von einer Abteilung in die andere geschoben und hinterlässt überall eine Schneise der Verwüstung!"

„Dieser Meinung war Hetti Zuckerschnäuzelchen auch, aber seine ganzen seltsamen Aktivitäten haben immerhin meine These wahrscheinlicher werden lassen!", erklärte Hermine mit erhobenem Zeigefinger.

„Ach", Severus blieb erstaunt stehen und zog eine Augenbraue empor, „Du hast also eine These und die wäre wie?"

„Nun, ich will nicht behaupten, dass sie schon ganz ausgereift ist, aber ich kann irgendwie nicht recht an einen Fluch oder an eine Tat von Verbrechern glauben", schüttelte Hermine ihre Locken.

„Nicht? Und für was hältst Du das ganze hier?", er deutete auf den luxuriösen Wohnraum.

„Jetzt lach nicht", bat sie etwas verlegen lächelnd, „aber, mir kommt das eher wie eine romantische Überraschung vor."

„So…?", konnte Severus da nur sagen, „Und was soll daran romantisch sein, dass unbeteiligte Gäste ohne ihren Willen an irgendeinen mysteriösen Ort auf dieser Welt gebracht werden?"

„Ich sage ja auch nicht, dass Du das Ziel des romantischen Adressaten oder sagen wir besser, der romantischen Adressatin warst", stellte Hermine klar, „immerhin war das Warwicks Geschenk."

„Und warum sitze ich dann hier fest und nicht er", gab Severus zu bedenken und ergänzte vorwurfsvoll, „Und warum sitzt Du dann hier und nicht die ominöse Adressatin?"

„Das weiß ich auch noch nicht", gestand Hermine nachdenklich, „aber Cyrus Mahony hat sich auf den Stuhl gesetzt und es ist nichts geschehen und er hat auch eine junge Frau genötigt dort Platz zu nehmen und auch diese ist nicht verschwunden, das muss doch was zu sagen haben oder nicht?"

„Ich weiß nicht…", war Severus noch nicht überzeugt.

„Auf alle Fälle schreibe ich gleich mal meine Überlegungen auf und Kingsley und Warwick können sich darüber Gedanken machen!", beschloss Hermine und sah sich nach Feder und Tinte um.

„Dort hinten steht ein Sekretär", deutete Severus hinter sich und Hermine steuerte sogleich begeistert ein wundervolles und edles Schreibpult an, „Das spricht übrigens auch für meine These, denn wenn irgendjemand Warwick was Schlechtes wollte, dann hätte er ihn nicht hierher gebracht, sondern an einen ganz anderen Ort!"

„Ja, vielleicht", seufzte Severus, „Aber wenn das hier tatsächlich eine längere Angelegenheit wird, brauche ich jetzt erst einmal einen Tee, willst Du auch einen?"

„Aber immer!", antwortete Hermine und hatte schon das Tintenfass aufgeschraubt und aus einer sehr exquisiten Auswahl an Schreibfedern die schönste herausgesucht.

Zehn Minuten später war der Tee bereitet und auch Hermine hatte ihre Nachricht fertig.

„Wie hast Du sie eigentlich gesendet?", erkundigte sie sich und sah sich um.

„Ganz einfach, dort wo Du gelandet bist, steht ein ähnliches Stuhlexemplar wie in Warwicks Büro."

„Aha", machte Hermine erfreut, „ein Paar! Das ist ja sehr passend!"

Und während Severus Hermines Nachricht abschickte, trank sie eine Tasse Tee und betrachtete einige kostbar aussehende Gemälde und Skulpturen.

Als Severus zurückkam, stellte sie mit breitem Grinsen die Tasse auf den Unterteller und erklärte voller Tatendrang, „So! In der Zeit wo wir auf Antwort warten, genießen wir diese wundervolle Umgebung. Als erstes will ich mir alles in Ruhe ansehen!", und schon öffnete sie die nächstbeste Türe. Sie führte in eine Küche und selbst Hermine, die nun wirklich nicht viel fürs Kochen übrig hatte, blieb beeindruckt der Mund offen stehen.

„Wow!", das war wohl die bestausgestattetste Küche, die sie je gesehen hatte. Grundgütiger, allein dieser Raum war wohl mehr wert, als ihre gesamte Wohnungseinrichtung in Hogwarts.

„Wart mal ab, bis Du das Bad und das Schlafzimmer gesehen hast!", murmelte Severus an seinem Tee nippend und deutete auf die andere Türe.

Oh, na, das war ja spannend! So schnell Hermines dicke Füße sie trugen, eilte sie auch schon zur weiteren Erkundung dieser Luxusunterkunft und wahrlich, Severus hatte nicht zuviel versprochen. Nach einem kleinen Flur, von dem zwei Türen abgingen, folgte erst ein Badezimmer – nein, der Begriff Badezimmer war irgendwie nicht passend für diesen Raum. Badelandschaft traf es eher. Dunkles Granit, blinkendes Edelstahl und viel, viel Glas verschlugen Hermine glatt die Sprache. Da war ein großer, blubbernder Whirlpool von dem sanfte Nebelschwaden aufstiegen, eine riesige Dusche, die wie eine Schnecke gestaltet, neugierige Blicke fernhielt, eine ovale Badewanne, die locker Platz für eine ganze Orgiengesellschaft bot und zwei geräumige Waschbecken vor einem herrlichen Panoramafenster mit weitem Blick auf ein blaues Meer. „Der Wahnsinn!", befand Hermine und hätte am liebsten sogleich die Wanne oder den Pool für eine kleine Zweimannorgie ausprobiert. Aber erst musste noch der letzte Raum inspiziert werden, das Schlafzimmer!

Nun, auch dieser Raum war mehr als sehenswert. Er war ebenfalls luxuriös und großzügig, in weiß und beige gehalten und den Mittelpunkt bildete ein riesiges Bett, dessen Maße glatt dazu ausreichten, die in der Wanne gesäuberte vielköpfige Orgiengesellschaft genügend Raum für weitere Aktivitäten zu geben. Aber das beeindruckendste war der Blick den man hatte, wenn man im Bett lag! Von dort schaute man nämlich durch eine breite Fensterfront aufs weite, blaue Meer hinaus.

Der absolute Wahnsinn!

Hatte man vom Bad schon eine tolle Aussicht, hier war er noch etwas spektakulärer. Denn nun erkannte man, dass diese wundervolle Unterkunft auf einem Felsvorsprung über der tosenden Brandung thronte.

Severus der ihr langsam gefolgt war, meinte mit einem kleinen Blick auf die Vegetation draußen, „Ich würde auf eine Pazifikinsel tippen."

Hermine, die gerade die Glasschiebetüre öffnete und damit eine sehr warme Priese in den angenehm kühlen Raum hineinließ, schüttelte den Kopf, „Das sind eher die Tropen und das würde auch zu dem Bild auf Warwicks Schreibtisch passen, das er dort gefunden hat!"

„Pazifik… Das macht es auch nicht besser!", brummelte Severus, er hatte es ja bekanntlich nicht gerne so warm.

„Ach komm, Du alter Flubberwurm, jetzt freu Dich doch ein bisschen. Das ist doch alles wundervoll! Entweder holen sie uns hier in den nächsten Minuten oder Stunden heraus und Du bist schneller wieder im eisigen England, als Du ‚Sonnenbrand' sagen kannst oder wir kommen hier noch nicht weg, dann haben wir ganz unversehens ein paar Tage Urlaub in einem echten Paradies!", jubilierte Hermine und knöpfte schon den warmen Wollumhang auf, ihr war mächtig heiß.

„Und was ist mit dem Kind?", führte Severus ein echtes Argument ins Feld.

„Nichts ist mit dem Kind", schüttelte Hermine auch sogleich den Kopf. Dieser Mann war wirklich eine echte Spaßbremse. „Die Heilerin sagte was von zwei bis drei Wochen!"

„Aber sie ist sich schon sicher, dass Dein Bauch nicht noch dicker wird?", erkundigte sich Severus kritisch, „Ich habe immer Sorge, dass er platzt!"

„Sehr charmant!", antwortete Hermine säuerlich und gab ihm einen Klaps auf die Schulter, „Komm, zieh den Umhang aus und lass uns mal kurz zum Meer hinunter springen!" und schon zog sie ihn hinter sich her, zurück in den Wohnraum, bevor sie abrupt stehen blieb und ihn besorgt fragte, „Wir können doch raus, oder?" Das wäre ja die absolute Folter, das Meer vor Augen, ohne wirklich hin zu dürfen. Dann würde sie auch ihre These mit der romantischen Überraschung sogleich über die Klippen werfen! Definitiv!

„Das habe ich noch nicht ausprobiert. Was ich aber weiß, ist, dass wir nicht apparieren können", antwortete Severus und schüttelte über seine enthusiastische Frau den Kopf.

„Das soll ich sowieso lassen, hat die Heilerin gemeint. Also komm und lass uns herausfinden, ob ich meine dicken Füße im Meer abkühlen kann", freute sich Hermine mit leuchtenden Augen und fand ihre Schwangerschaftsbeschwerden nur noch halb so schlimm.

Umhang und dicke Strickweste, Schuhe und Socken flogen nur so durch die Gegend und schnell wie der Wind hatte ein kleiner Zauberspruch für eine kurze Hose und Sandalen gesorgt.

Draußen, auf der großen, sonnengefluteten Terrasse schöpfte sie erst einmal tief und befreit Atem und hätte nur zu gerne vor lauter Begeisterung einen kleinen Luftsprung vollführt, wenn ihr solch körperliche Aktivitäten nicht doch ein klein wenig zu anstrengend gewesen wären. Hüpfende Berge waren auch wenig attraktiv, ging es ihr grinsend durch den Sinn, als sie die Stufen zur kleinen, windgeschützten Bucht hinunter eilte.

Wundervoll! Einfach wundervoll! Ein privater, uneinsehbarer Strand nur für sie alleine. Ein wahres Paradies.

Zudem war das Wasser glasklar und hatte eine angenehme Temperatur. Was wollte man mehr? Genau! Gar nichts, nur Badebekleidung, um Wasser und Strand und Sonne noch besser genießen zu können. Gut, dass sie eine Hexe war, denn so wurde aus ihrer weißen Unterwäsche einfach ein schwarzer Bikini. Ihr hellblauer passte momentan eh nicht…

Ihr sonnenscheuer Ehemann betrachtete sie mit zusammengezogenen Augenbrauen und seltsamen Blick, „Was ist los?" fragte sie, reckte und streckte sich und ging einige Meter ins Meer hinein.

„Nichts", antwortete Severus und starrte sie an, „nur, dass Deine Brüste und Dein Bauch ohne Kleidung und so im hellen Tageslicht gesehen, sogar noch größer und dicker aussehen, als eh schon."

„Was willst Du mir denn damit sagen?", fragte Hermine skeptisch, stemmte die Hände auf die Hüften und legte den Kopf schief.

„Nichts, wirklich, nur eine Feststellung", erwiderte Severus schnell, „und außerdem ist Dein Bauch nach unten gerutscht, wenn ich mich nicht irre!"

„Das gehört alles so, Professor", erklärte Hermine mit etwas spitzem Unterton, „die Heilerin hat erklärt, dass das Kind sich in den letzten Wochen in die richtige Geburtslage gedreht hat und was die Brüste betrifft, mein Lieber, ist alles ebenfalls ganz einfach und logisch, immerhin wird das Kind ja Nahrung brauchen!"

„Das hört sich aber alles nach deutlich weniger als zwei, drei Wochen an!", murmelte Severus leise.

Das Wasser reichte ihr mittlerweile bis zu den Hüften und sie machte vorsichtig einige Schwimmbewegungen, „Herrlich!", verkündete sie genießerisch und tauchte kurz unter. Als sie wieder hoch kam und sich das Wasser aus den Augen wischte, nahm sie allerdings mit bedeutungsvollen Blick ihren Mann ins Visier und gab ihm einige wohlwollende Erklärungen mit auf den Weg, „Übrigens, mein lieber Severus, ich halte Dir zugute, dass Du keinerlei Erfahrungen mit schwangeren Frauen hast, denn ansonsten müsstest Du wissen, dass solche unqualifizierten Aussagen bezüglich der gewachsenen Fülle diverser Körperteile normaler Weise zu schwerwiegenden Konsequenzen für den Mann führen", sie hob einen Zeigefinger in die Höhe und begann gut gelaunt zu dozieren, „Die Heiler vom St. Mungos können von furchtbaren, unumkehrbaren und sehr schmerzhaften Fluchschäden berichten und das Ministerium wurde schon überhäuft von Scheidungsanträgen Schwangerer wegen seelischer Grausamkeit. Selbstmordversuche der deprimierten Frauen sind auch keine Seltenheit, wie man sich lebhaft denken kann, jedenfalls wenn man ein Mindestmaß an Einfühlungsvermögen hat", sie nahm tief Luft und schenkte ihrem nicht besonders einfühlsamen Gatten einen bezeichnenden Blick, „Garantiert aber führen solche unbedachten Äußerungen zu heftigen und unschönen Streitereien. Beabsichtigst Du irgendetwas von diesen Dingen, Severus?"

„Ich? Nein, nie im Leben", wehrte Severus sogleich ab, das hier wurde ihm eindeutig zu gefährlich, immerhin hatte er Monate voller Hormonumstellungen hinter sich „ich mache mir nur Sorgen um Dich."

„Das ist wirklich sehr fürsorglich, mein Schatz", grinste Hermine zufrieden, „aber es ist alles im grünen Bereich! Also relaxe endlich und genieße den Augenblick!" Eine Aufforderung, die bei ihrem Mann natürlich für heftiges Augenrollen sorgte.

Sie aber tauchte wieder unter und schwamm einige Züge, dann spähte sie wieder zu ihm hin, „Auf was warten Sie denn noch Professor Snape? Nun kommen Sie schon her, das Wasser ist toll!"

Doch, wie nicht anders zu erwarten, dauerte es noch eine ganze Weile und es bedurfte viel gutem Zureden, bis er sich tatsächlich widerstrebend von aller überflüssiger Kleidung befreite und mit dem dicken Zeh die Wassertemperatur kritisch prüfte. Leider gab es an dieser nichts auszusetzen und so begab er sich doch noch ins kühle Nass. Wobei ihn die schwimmende Frau noch wesentlich stärker lockte, als alles Wasser dieser Welt. Sie hatte sich nämlich auf den Rücken gelegt und so schauten nur ihr Gesicht und einige sehr markante Körperregionen aus dem Wasser.

„Weißt Du noch der See in Australien", murmelte sie, als er schließlich neben ihr war.

„Natürlich!", nickte er sogleich und späte zur Sonne empor, „dort war es ähnlich heiß!"

„Ja, das auch", lächelte Hermine, „aber ich erinnere mich vor allem an Deinen Striptease, der war wundervoll und wirklich sehr gekonnt, mein Lieber!"

„Habe ich wochenlang geübt!", log Severus frech und griff nach ihrer Hand, „Ich für meinen Teil erinnere mich in erste Linie an gewisse andere Aktivitäten, die wir danach dort unternommen haben!"

„Ja, an die erinnere ich mich auch!", kicherte Hermine und dreht sich um, damit sie mit ihren Armen seinen Nacken umfassen konnte.

Wegen des dicken Bauches ging das leider nicht mehr so eng, wie damals auf ihrer Hochzeitsreise, aber es reichte doch, um ihn in einen langen, leidenschaftlichen Kuss zu verwickeln.

Ach, sie liebte es ihn zu küssen und seine Hände auf ihrem Körper zu fühlen. Einfach wundervoll.

„Ich sollte Dir vielleicht lieber gestehen", nuschelte Severus schließlich, „dass ich eben nicht ganz die Wahrheit gesagt habe!"

Hermine hielt inne und betrachtete ihn aufmerksam, „Wann genau?

„Na, als ich sagte, dass ich mir nur Sorgen um Dich machen würde, wegen des Bauches und so weiter."

„Ach, sondern?", hakte Hermine nach und genoss jetzt seine Hände, die über ihren ganzen Rücken streichelten.

„Ich finde Dich und Deine körperlichen Veränderungen, nun ja", er suchte nach geeigneten Worten und schien ein wenig verschämt, als er sich schließlich für, „sehr anziehend und ungemein reizvoll", entschied.

„Wirklich?" staunte Hermine, „Also ich finde mich mit jedem Tag nur schrecklich klobiger und fetter!"

Severus schüttelte den Kopf und ließ zum Beweis seine Hände bis zu ihrem Po rutschen, um sie kraftvoll anzuheben, damit sie ihre Beine um seine Hüften verschränken konnte. Dann brachte er seine Lippen ganz nah an ihr rechtes Ohr und flüsterte, „Also, ich finde Dich sinnlich und erotisch."

„Ach, Gott, das müssen bestimmt die Hormone sein", vermutete Hermine seufzend, „ich habe verstanden, dass Du was von sinnlich und erotisch gesagt hast."

„Das sind ganz sicherlich Hormone, aber nicht die Deinen!", stellte Severus mit einem Wolfsgrinsen klar und seine Hände wanderten wieder ihren Rücken hinab, bis dass sie auf ihrem Po lagen und er ihr Becken mit einem festen Ruck ganz nah an seines heranzog.

„Hm, Severus!", jubelte Hermine begeistert, „Das hier wird ja immer besser!", allerdings, dieses Paradies war wirklich eins!

„So?", machte ihr Tränkemeister unbeteiligt und öffnete flugs sehr gekonnt den Verschluss ihres Bikinioberteils.

„Oh ja!", schnurrte Hermine und sorgte im Gegenzug mit einem kleinen stablosen Zauber dafür, dass Severus seine Badehose verlor, was bei ihm zu einem tiefen Grollen führte und bei ihr für einen herrlichen Schauer sorgte.

Doch als Severus so ermutigt seine Hand in ihr Bikinihöschen geschoben hatte, hielt er abrupt inne, „Dürfen wir das denn überhaupt noch?", fragte er besorgt.

„Oh, Severus!", Hermine musste tief seufzen, „Immer noch die gleiche Antwort wie vor einigen Tagen! Ich sage Dir schon Bescheid, wenn es unangenehm sein sollte oder gar weh tut, dann erst ist es nämlich ein Problem für mich und das Kind, vorher nicht. Und nun mach gefälligst weiter!"

Nun, das tat er dann auch, wenn auch vorsichtig und sanft, aber egal, es war wirklich, wirklich klasse!

Großer Gott! Wenn ihr jemand am Morgen dieses bitterkalten schottischen Wintertages gesagt hätte, dass sie ihn mit einer leidenschaftlichen Umarmung im warmen Meer vor einer Südseeinsel beschließen würde, hätte sie ihn wohl für mehr als verrückt gehalten.

Wie gut, dass es manchmal absolut verrückte Dinge gab, die auch noch Wirklichkeit wurden.

Von deren Sorte konnte sie locker mehr vertragen!