Disclaimer: Nichts gehört mir!
Kapitel 2: Traurige Hoffnung
--eine Woche später--
Die Sonne ging langsam über den Ländereien von Hogwarts auf, als ein gewisser schwarzhaariger Gryffindor die Augen aufschlug. Ein Grinsen breitete sich auf dem Gesicht Harrys aus, als er aus dem Bett sprang und sich, so schnell er konnte, fertig machte.
Noch mit nassen Haaren vom Duschen schlich sich Harry, unter seinem Tarnumhang verborgen, durch den menschenleeren Gemeinschaftsraum und durch die Gänge Hogwarts, bis er schließlich vor einer Wand stehen blieb. Er zog seinen Zauberstab und flüsterte "Uvendo", wobei er die Wand mit einer komplizierten Bewegung berührte. Sofort bildete sich eine Tür, welche sich, sobald er hindurch gegangen war, wieder vollkommen in die Wand einfügte.
Die Räume, die Harry gerade betreten hatte, waren Licht durchflutet und in warmen Farben gehalten. Doch der Gryffindor hatte für all dies keine Augen. Mit schnellen Schritten durchquerte er den Raum und ging durch eine weitere Tür, welche zum Labor führte.
Sobald er den Kessel sah, welcher auf kleiner Flamme vor sich hinbrodelte, wurde sein Grinsen breiter.
‚Ja! Es ist silbern geworden. Jetzt müsste ich theoretisch nur noch das Einhornhaar und die Phönixfeder dazugeben.'
Schnell nahm er den Kessel von der Flamme und gab die letzten Zutaten hinein.
Nach etwa fünf Minuten stetigen Rührens, änderte der Trank seine Farbe. Er wurde immer heller, bis er aus sich selbst heraus zu leuchten schien.
Harry entnahm eine Pipette des Trankes und ging zu seinem Arbeitstisch, welcher an der Wand hinter ihm stand. Dort ließ er ein paar Tropfen der Flüssigkeit auf ein Stück Fell fallen.
Gespannt beobachtete er das Fell für ein paar Minuten, bis sich ein leises Zischen vernehmen ließ. Schnell nahm Harry seinen Zauberstab zur Hand und holte tief Luft. Dann konzentrierte er sich mit aller Kraft.
„Mostras la estructura biológico y adoptar el aspecto humano"
(AN: Es soll heißen: Zeige die biologische Struktur und nehme eine menschliche Erscheinung an. Allerdings ist mein Spanisch mehr als nur eingerostet. .')
Ein gleißender Strahl aus silbrig grauen Lichts umgab die dabei immer feiner werdenden Haare, als Harry anfing die Worte zu murmeln. Doch je weiter er kam, desto heller wurde die Farbe der Magie und desto anstrengender wurde es den Spruch zu Ende zu führen.
Am Schluss fiel er ausgelaugt in einen Sessel, der glücklicherweise hinter ihm stand. Doch seine Augen leuchteten.
"Yeah! Ich habe es wirklich geschafft! Remus, mach dich bereit. Du wirst bald deinen sehnlichsten Wunsch erfüllt bekommen!"
Nachdem Harry wieder etwas erholt hatte, füllte er den restlichen Trank in Flakons und beschriftete diese ordentlich. Nun musste er nur noch alles säuberlich verstauen und eine Probe, mit Erklärung für den Gebrauch, an das Forschungsinstitut für Tränke schicken.
Sobald er all dies erledigt hatte, lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und streckte sich ausgiebig. Es war ein erhabenes Gefühl, welches Harry durchflutete. Nach über einem Jahr an Versuchen, Fehlschlägen und Explosionen, hatte er es geschafft. Da störte es ihn nicht einmal, dass er sein morgendliches Training an diesem Tag vernachlässigte.
Ein etwas trauriges Lächeln bahnte sich den Weg auf das Gesicht des Schwarzhaarigen.
‚Ich hoffe, du verzeihst mir hiermit, Remus. Ich wollte dir wirklich nicht den letzten deiner Freunde nehmen.' Mühsam musste Harry bei diesem Gedanken schlucken. War es überhaupt möglich, einem Mörder wie ihm zu verzeihen?
Sein Blick wanderte zu seinen Händen, während ihm eine einsame Träne die Wange entlang rann. Dabei fiel sein Blick auf seine Armbanduhr und er wurde bleich. Es war viertel vor acht. Der Unterricht würde bald beginnen!
‚Verdammter Mist. Und ausgerechnet Zaubertränke.', dachte Harry. Schnell wischte er sich die Träne aus dem Gesicht, versiegelte hinter sich seine Räume und spurtete die Gänge entlang. Dass er noch gar nichts gegessen hatte, ignorierte er dabei gekonnt. In seinen Augen war es wichtiger, dass er seine Schultasche, die er glücklicherweise an diesem Morgen mitgenommen hatte, bei sich hatte und so schnell wie möglich zu Snapes Unterricht gelangte.
‚Ich könnte wetten, dass die Slytherins wieder versuchen werden irgendetwas Ungewöhnliches an mir zu finden.' Harry schnaubte bei diesem Gedanken gereizt.
Seit er in der Stunde letzte Woche diesen Fehler von Snape gefunden hatte, folgten ihm dauernd Slytherins. Seinen zwei Freunden war dies nicht aufgefallen, aber ihm dafür um so mehr.
‚Dass ich Idiot aber auch meine Klappe nicht halten konnte. Es hätte sonst garantiert niemand bemerkt, dass ich ein Genie in Tränke bin. All die Jahre sind nun umsonst, in denen ich mich dumm gestellt habe! Und warum? Nur, weil ich mal zwei Nächte nicht geschlafen habe, um an dem Trank zu experimentieren. Ich bin doch erbärmlich!'
Gedanklich seufzte er laut, während er die letzten Kurven und Gänge zu den Kerkern entlang schlitterte.
‚Wie kann ich das nur wieder gerade biegen?'
DasSonnenrad
So verging langsam die Zeit. Im Unterricht stellte sich Harry blöd und vermasselte absichtlich ein paar Sachen. Außerdem zog er sich immer weiter von seinen Freunden zurück. Dies machte er allerdings so geschickt, dass fast niemand etwas bemerkte. Nur hatte er damit die Slytherins und vor allem seine engsten Freunde unterschätzt.
DasSonnenrad
--Tag vor Halloween, Mittagessen--
Harry saß in der großen Halle, als sich eine braune Eule vor ihm niederließ.
Schnell nahm er den Brief entgegen und las ihn sich leise durch. Dass er
dabei von ein paar Personen beobachtet wurde, bemerkte Harry nicht. Er war zu sehr mit seiner Post beschäftigt:
Sehr geehrter Mr. Potter,
wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass ihr neuer Trank in unsere Listen
aufgenommen wurde. Da der von Ihnen erfundene Trank jedoch nur sehr schwer herzustellen ist, wurden unsere besten Meister benachrichtigt. Diese werden sich in den nächsten drei bis sechs Monaten mit Ihrem neuen Trank beschäftigen und wir hoffen, das Sie in dieser Beziehung bereit sind sich mit den entstehenden Fragen auseinander zu setzen.
Natürlich werden wir Ihrem Wunsch nach Verschwiegenheit gerne nachkommen, weshalb Sie alle Fragen als eine anonyme Person durch uns erhalten werden.
Um Ihre Zustimmung zu geben müssen Sie nichts weiter tun, als am Ende des Briefes Ihre Unterschrift an die vorgegebene Stelle zu schreiben.
Sollten unsere Versuche erfolgreich sein, könnten wir uns vorstellen zu Weihnachten den neuen Trank in die Geschäfte zu bringen.
Wie üblich wurde auch an alle übrigen Tränkemeister, die uns bekannt sind, Informationen über ihre Neuentwicklung geschickt.
Wie sie es sich wünschten, wird ihre Identität auch hier vollkommen geheim gehalten!
In Hochachtung,
Tankelta Tub
Vorsitzende des Forschungsinstitutes für Tränke
Mit einem Grinsen im Gesicht schaute Harry zum Lehrertisch. Als er Snape sah,wie er mit immer größer werdenden Augen einen Brief las, konnte sich Harry nur schwer davon abhalten, laut loszulachen.
‚Hah!', dachte Harry mit kindlicher Schadenfreude. ‚Das ist für all die Jahre, in denen du mich so schlecht gemacht hast!'
Doch Harry konnte sich nicht länger an seiner Freude laben, da Hermine und Ron zum Aufbruch drängten. Sie hatten jetzt eine Freistunde und wollten mal "kurz" mit Hagrid reden.
‚Egal', dachte Harry mit einem gedanklichen Schulterzucken. ‚Unterschreib ich den Brief halt nachher.'
DasSonnenrad
Draco klopfte, wie schon so oft in letzter Zeit, an die Tür seines Onkels. Auf das folgende "Herein", betrat er die Räume und ließ sich sogleich gegenüber von Snape in einen der Sessel vor dem Kamin sinken.
"Hi Sev. Sag mal, was war das für ein Brief, den du heute bekommen hast? Er sah sehr wichtig aus."
Der Angesprochene musterte Draco kurz, bevor er antwortete. "Dieser Brief war vom Forschungsinstitut für Zaubertränke. Ein neuer Trank wurde vor ein paar Tagen eingereicht. Da er jedoch sehr schwierig in der Herstellung ist, wurden die besten Meister benachrichtigt, um sich näher mit diesem Trank auseinander zu setzen. Sollte alles glatt gehen, wird er ab Weihnachten auf dem Markt zu haben sein."
Auf den fragenden Blick seines Patensohnes hin erklärte Snape den Zweck des Trankes: „Der Trank leitet die Umwandlung eines Wehrwolfes ein. Durch einen weiteren Zauberspruch wird der Werwolf, soweit die Theorie, gezwungen sein menschliches Äußeres anzunehmen. Dadurch behält die entsprechende Person zwar Eigenschaften wie seine besseren Sinne oder mehr Kraft, die Transformation durch den Vollmond wird jedoch unterbunden. "
Draco sah Snape mit großen, ungläubigen Augen an. "Wie? Wer?", stotterte er. "Aber, wie kann das sein? Nicht einmal du hast es bis jetzt geschafft so einen Trank zu brauen."
"Ja, ich bin auch etwas geschockt." Ein leises Seufzen erklang. "Und ich weiß auch nicht, wie oder wer es geschafft hat so etwas Kompliziertes herzustellen. Aber eins weiß ich: Es muss ein wahrer Meister seines Fachs sein. Das kannst du mir glauben, Draco."
Eine kurze Stille entstand, die Snape schließlich durchbrach. "Und was ist mit dir? Ist dir sonst noch etwas an Harry aufgefallen?"
"Na ja. Dass er ab dem kleinen Zwischenfall alles versucht, um einen denken zu lassen es war reines Glück, hast du sicher selbst schon bemerkt, nicht wahr?"
Ein zustimmendes Nicken ließ Draco weiter reden.
"Aber was mich wirklich sehr verwunderte war dieser Brief, den er heute bekam. Nachdem er ihn sich durchgelesen hatte, schaute er dich an und ich hatte das Gefühl, als könnte er sich nur sehr schwer beherrschen, um nicht laut loszulachen."
"Hmm. Ich denke wirklich, dass er es sein könnte. Sowohl mit diesem Trank als auch damals. Was meinst du, Draco?"
"Ja, alles weist auf ihn hin. Aber was mich irritiert, ist die Tatsache, dass er dann eigentlich völlig anders aussehen müsste. Seine Haar- und Augenfarbe stimmen zwar, aber alle anderen Merkmale fehlen. Zum Beispiel das Tattoo. Es gibt keinen Spruch, um den ganzen Körper über eine längere Zeit, und zudem noch wenn man schläft, mit einer Illusion zu umgeben. Schon gar nicht dann, wenn es sich um magische Zeichnungen handelt, die man verbergen will. Und außerdem hätten wir das doch bemerkt." Der letzte Satz klang leicht beleidigt.
Kurz überlegte Snape, bevor er nachdenklich sagte: "Ich zweifle wirklich nicht an deinen Fähigkeiten. Überlege dir jedoch folgendes: Glaubst du wirklich das jemand, der in der Lage ist Zaubertränke der höchsten Kategorie herzustellen, nicht in der Lage ist auch eigene Sprüche herzustellen und diese zu verschleiern?"
Draco starrte seinen Patenonkel ungläubig an. Jedoch konnte man den kleinen Hoffnungsschimmer in seinen Augen sehen.
"Du denkst also wirklich, dass er es sein könnte? Das ER uns damals gerettet hat?"
Mit leiser Stimme kam die Antwort. "Ja."
DasSonnenrad
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AN: DANKE an alle, die ein Kommi hinterlassen haben und an all diejenigen, die wegen und dem Story-klau tätig geworden sind!!
