Ein neuer Abschnitt
Der enge Pfad war plötzlich zu Ende und sie standen am Ufer eines großen schwarzen Sees. Darüber auf der anderen Seite, auf der Spitze eines hohen Berges, die Fenster funkelnd im rabenschwarzen Himmel, thronte ein gewaltiges Schloss mit vielen Zinnen und Türmen.
„Nicht mehr als vier in einem Boot!", rief Hagrid und deutete auf eine Flotte kleiner Boote, die am Ufer dümpelten.
Yaris sah sich um, noch nie zuvor in seinem Leben hatte er so etwas gesehen. Unsicher klettere er in eines der letzen Boote. Die anderen Schüler schienen sich ihre Angst nicht anmerken zu lassen, oder hatten gar keine, denn sie unterhielten sich schon, als die Stimme des Wildhüters von Hogwarts erklang.
„Alle drin?", rief Hagrid, der ein Boot für sich alleine hatte. „Nun denn – VORWÄRTS!"
Der junge mit den dunkelbraunen Augen staunte nicht schlecht, als sich die Boote wie von selbst in Bewegung setzten. Wenn vor wenigen Augenblicken noch Geschnatter und Geschwätz in den anderen Booten hatte vernommen werden können, so war es jetzt still, und alle schauten wie gebannt auf das Schloss, welches auf dem Berg majestätisch thronte.
Nach einer kurzen Überfahrt, kamen die Boote an dem anderen Ende des Sees an, und fuhren in eine Art Bootsgarage. Dort angekommen kletterten sie aus dem Boot und warteten darauf, was sie nun tun sollten. Hagrid teilte sie in Zweierpaare ein und sie gingen gemeinsam eine lange Treppe nach oben, die vor einem großen Eichenportal endete. Dort klopfte Hagrid dreimal an das Schlosstor.
Während sie schweigend warteten, schaute Yaris sich einen Partner an. Es war ein Mädchen, welches scheinbar genauso gespannt war und nicht wusste, was sie erwarten sollte. Sie hatte blonde Haare, welche ihr über ihre Schultern fielen. In ihrem Gesicht schauten ihn zwei schöne grüne Augen an, ein freundlich lächelnder Mund, sowie eine Stupsnase rundeten das gesamte Aussehen ob.
Es dauerte nicht lange, da öffnete sich auch schon das Schultor und eine große Hexe mit schwarzen Haaren und einem smaragdgrünen Umhang trat heraus. Sie schaute die neuen Erstklässler mit einem strengen Blick an, und Yaris musste einen Anflug von Angst hinunter schlucken. Hagrid übergab die neuen Schüler der Frau, die er mit Professor McGonagall angesprochen hatte.
Mit einem Handzeichen befand sie den Schülern ihr zu folgen. Der kurze Marsch führte durch eine Große Halle. Mit Staunen sah er zur Decke nach oben und stellte fest, dass gar keine Decke dazu sein schien, denn man konnte dem Himmel sehen, was ihn für einen Moment einen Schrecken durch die Glieder fuhren lies, denn der Himmel war Wolken zerfetzt und es sah so aus, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen. Hinter ihm hörte Yaris, aber ein Mädchen zu seinem Partner sagen.
„Die Decke ist nur verzaubert, sodass sie so aussieht wie der Himmel draußen." Es war noch nicht lange Still, da fuhr das Mädchen fort: „Das steht in der Geschichte von Hogwarts". Scheinbar hatte ihr Partner sie verwundert angesehen woher das Mädchen solche Dinge wusste.
Sie kamen zu einer kleinen Kammer, in die Professor McGonagall sie führte. Als die Schüler sich ordentlich und vor allem leise aufgestellt hatten, Professor McGonagall hatte eine Art, die Schüler zu Ruhe und Ordnung zu veranlassen ohne viele Worte zu verlieren, begann sie zu sprechen:
„Willkommen in Hogwarts. Das Bankett zur Eröffnung des Schuljahres beginnt in Kürze, doch bevor ihr eure Plätze in der Großen Halle einnehmt, werden wir feststellen, in welche Häuser ihr kommt. Das ist eine sehr wichtige Zeremonie, denn das Haus ist gleichsam eure Familie in Hogwarts. Ihr habt gemeinsam Unterricht, ihr schlaft im Schlafsaal eures Hauses und verbringt eure Freizeit im Gemeinschaftsraum. Die vier Häuser heißen Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin. Jedes Haus hat seine eigenen, ehrenvolle Geschichte und jedes hat bedeutende Hexen und Zauberer hervorgebracht. Während eurer Zeit in Hogwarts holt ihr mit euren großen Leistungen Punkte für Haus, doch wenn ihr die Regeln verletzt, werden eurem Haus Punkte abgezogen. Am Ende des Jahres erhält das Haus mit den meisten Punkten den Hauspokal, eine große Auszeichnung. Ich hoffe, jeder von euch ist ein Gewinn für das Haus, in welches er kommen wird.
Die Einführungsfeier, an der auch die anderen Schüler teilnehmen, beginnt in wenigen Minuten. Ich schlage vor, dass ihr die Zeit nutzt und euch beim Warten so gut wie möglich zurechtmacht.
Ich komme zurück sobald alles für euch vorbereitet ist", sagte Professor McGonagall. „Bitte bliebt ruhig, während ihr wartet."
Nach dieser Ansprache schaute Yarin an sich herab um sicher zu gehen, dass er gut genug aussah. Sein Kopf schien all die Vorkommnisse der letzten Zeit noch nicht ganz verkraftet zu haben. Vor knapp 1 Monat hatte er einen Brief bekommen. Einen Brief per Eule. In diesem Brief wurde ihm erklärt, dass er ein Zauberei sei, und ab dem 1. September an eine Schule für Hexerei und Zauberei gehen sollte. Es hatte ihn fast ein Schlag getroffen, denn sein Vater war Architekt und seine Mutter arbeitete auf einer Bank. Erst nachdem ein alter Mann, der sich als Professor Dumbledore vorgestellt hatte, und ihnen erklärt habe er sei der Schulleiter von Hogwarts, der Schule, die Yaris ab September beuchen solle, fing der Junge an zu glauben, dass er tatsächlich ein Zauber war, nicht ohne das Professor Dumbledore ihm einige Zauber vorführen musste.
Er trug genau die anderen Schüler einen schwarzen Umhang, welche mit dem Wappen der Schule bestickt waren. Darunter trug er ein weißes Hemd, ohne Krawatte, darüber ein Pullover mit V Ausschnitt. Unter dem langen Umhang der Schuluniform trug er normale schwarze Jeanshosen, sowie Turnschuhe. Alles in allem war er mit seinem Aussehen zufrieden, denn nach einigen scheuen Blicken stellte er fest, dass auch die anderen Kinder ähnlich gekleidet waren, abgesehen von den Schuluniformen. Mit einigen raschen Bewegungen legte er seine braunen Haare so wie er es gerne hatte. Er war noch so sehr mit sich und seinem Aussehen beschäftigt, dass er gar nicht merkte, wie anderen Schüler eifrig darüber diskutierten, wie sie wohl in die Häuser eingeteilt werden sollten. Erst als ein Schrei durch die Reihen ging sah er auf. „Was zum -?"
Er konnte gerade noch erkennen wie ein Geist, ein echter silbrig glänzender Geist durch die Wand geschwebt kam. Yaris blieb vor Erstaunen der Mund offen stehen und er wusste nicht, ob er Angst haben sollte und versuchen sollte zu flüchten. Er entschied sich zu bleiben da er so oder so nicht wusste wo er hin sollte und sah sich die Geister genauer an. Es waren zwei, ein sehr dicker Mönch, sowie ein edel gekleideter Mann mit Halskrause, der aussah, als würde er nicht in diese Zeit passen, was wahrscheinlich auch stimmte, wie Yaris später einfiel. Doch im Moment kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Er hatte aber nicht viel Zeit sich seinem Staunen hinzugeben, denn Professor McGonagall kam wieder zurück und wies die neuen Schüler an, sich wieder in Zweierreihen aufzustellen. Alle gehorchten ihr augenblicklich.
So verließen sie im Gänsemarsch den kleinen Raum, und gingen durch ein großes Tor hinein in eine riesig wirkende Halle, welche sie vor wenigen Minuten schon gesehen hatte, nur war sie jetzt voller Schüler und Tische, in jeder Ecke einer, und am Kopfende noch ein Tisch, an dem wie es schien die Lehrer saßen. Professor McGonagall führte sie vorbei an allen Tischen, sodass die anderen Schüler lange und ausgiebige Blicke auf sie werfen konnten. Yaris fühlte sich ganz und gar nicht wohl in seiner Haut.
Vor dem Lehrertisch blieben sie stehen und Yaris sah einen kleinen Schemel, auf dem ein alter und sehr zerschlissener Hut lag.
Angstscheiß stand ihm auf die Stirn und sein Herz begann wie Wild zu pochen. Was sollten sie mit diesem Hut nur machen, doch bevor zu einem Ergebnis kommen konnte, tat sich ein Riss in der Krempe des Hutes auf und er begann zu singen:
Ihr denkt, ich bin ein alter Hut,
mein Aussehen ist auch gar nicht gut.
Dafür bin ich der schlauste aller Hüte,
und ist´s nicht wahr, so fress ich mich, du meine Güte!
Alle Zylinder und schicke Kappen
Sind gegen mich doch nur Jammerlappen!
Ich weiß in Hogwarts am besten Bescheid
Und bin für jeden Schädel bereit.
Setzt mich nur auf, ich sag euch genau,
wohin ihr gehört – denn ich bin schlau.
Vielleicht seid ihr Gryffindors, sagt euer alter Hut,
denn regieren, wie man weiß, Tapferkeit und Mut.
In Hufflepuff dagegen ist man gerecht und treu,
man hilft den anderen, wo man kann, und vor Arbeit
keine Scheu.
Bist du geschwind im Denken, gelehrsam auch und weise,
dann machst du dich nach Ravenclaw, so wett ich, auf die
Reise.
In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden,
doch dafür wirst du noch echte Freunde finden.
Nun los, so setzt mich auf, nur Mut,
habt nur Vertrauen zum Sprechenden Hut!
Yaris sah sich erleichtert um und konnte in den Gesichtern seiner Mitschüler dieselbe Erleichterung sehen, die er auch selbst empfand. Sie sollten also nur den Hut aufsetzen und dieser würde ihnen sagen in welches Haus sie kommen sollten. Nach diesem Moment der Erleichterung kamen aber auch schon wieder Zweifel in welches Haus er kommen sollte, er konnte sich nicht vorstellen, welche der Eigenschaften er hatte, er war weder besonders mutig noch klug, auch war er nicht listig oder treu. Auch war er sich sicher, dass der Hut gemeine Fragen stellen würde.
Nachdem der Beifall der anderen Schüler abgeklungen war begann Professor McGonagall erneu zu sprechen: „Wenn ich euch aufrufe, setzt ihr den Hut auf und nehmt auf dem Stuhl Platz, damit euer Haus bestimmt werden kann. Abbot, Hannah"Das Mädchen neben Yaris schluckte einmal, nahm tief Luft und ging nach vorne. Nach wenigen Minuten rief der Hut laut „Hufflepuff!" Das Mädchen stand erleichtert auf, und ging zu dem Tisch zu ihrer Rechten, der begeistert klatschte und jubelte. So ging es eine ganze Weile weiter. Das Mädchen welches zuvor etwas über die verzauberte Decke gesagt hatte kam noch Gryffindor. Also Professor McGonagall Harry Potter aufrief wurde ein Getuschel in der Halle laut. Yaris kannte den Namen nicht, es musste wohl eine in der Zauberwelt bekannte Persönlichkeit sein, doch als er den Jungen genauer musterte, schien dieser genauso verwirrt zu sein wie er. Nach einer Weile wurde er nach Gryffindor geschickt. Der Tisch am anderen Ende der Halle brav in ohrenbetäubenden Beifall aus, und der Junge ging erleichtert zu seinen neuen Hauskameraden. Als Professor McGonagall endlich Quentin, Yaris aufrief ging der Junge langsam nach vorne. Er setzte sich auf den Stuhl und konnte die Große Halle mit all ihren Schülern sehen, die alle IHN anzustarren schienen. Plötzlich wurde es dunkel und der Junge merkte, dass die Professorin ihm den Hut aufgesetzt haben musste. Kaum war der Hut über seine Augen gerutscht, als er auch schon eine leise, piepsige Stimme in seinem Kopf hörte.
„Oh … ein schwieriger Fall, du hast von allem etwas, aber weißt noch nicht wie du es einsetzen sollst. Schwierig, schwierig. Ich denke Ravenclaw passt am wenigsten, dafür hast du nicht den Ehrgeiz. Hufflepuff oder Slytherin oder doch Gryffindor. Du hast jede Menge Vorurteile, aber nicht wie sie ein Slytherin hätte. Ich denke es wird ein HUFFLEPUFF."
Das letzte Wort hatte er laut ausgesprochen. Yaris zog den Hut aus, und ging erleichtert zu seinem neuen Tisch der lautstark applaudierte. Er setzte sich ohne zu zögern neben das Mädchen, dass schon vorhin an seiner Seite war.
Nach wenigen Minuten war er schon im Gespräch mit den anderen Schülern vertieft, sodass er gar nicht bemerkte, dass der Schulleiter wieder an sein Rednerpult getreten war.
„Willkommen", rief er. „Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Bevor wir mit unserem Bankett beginnen, möchte ich ein paar Worte sagen. Und hier sind sie: Schwachkopf! Schwabbelspeck! Krimskrams! Quiek! Danke sehr!"
Yaris sah seine Mitschüler verwundert an, die seinen Blick lachend erwiderten. Noch bevor er etwas sagen musste, sagte ein älter Schüler, nein Professor Dumbledore ist nicht verrückt, zumindest nicht in diesem Sinne, er liebt es einfach nur Scherze zu machen.
Yaris nickte unsicher und sah gerade noch, wie sich der Tisch vor ihnen wie von Zauberhand mit den verschiedensten Köstlichkeiten zu füllen begann.
Da er den halben Tag noch nichts gegessen hatte tat er es den anderen nach und häufte sich den Teller voll und begann zu essen. Nachdem er satt war, die Platten waren noch genauso voll wie zu Beginn des Mahls lehnte er sich zurück und beobachtete die anderen Schüler. Die meisten unterhielten sich, was sie in den Sommerferien gemacht hatten, oder über die neuen Schüler. Neben ihm unterhielt sich ein Mädchen, dass er wie er sich erinnerte Susan Bones hielt mit Justin Finch-Fletcher über ihre Herkunft. Justin kam wie Yaris aus einer Familie dessen Eltern Muggel waren. Nach einer Weile schloss sich Yaris dem Gespräch an.
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