Alles was Keigo nun tat, konnte zur Sammlung seiner größten Fehler zusammengetragen werden.
Das erste was er tat war ein lautes: 'Au Scheiße!' in Kimi Wie-war-der-Name's Gesicht zu brabbeln. Dann, vor lauter Panik, zu seinen Freunden im inneren der Eisdiele zu schielen, die natürlich neugierig und fragend zu ihm sahen und damit selbst Aufmerksamkeit auf sich zogen. Nur um dann, vor noch mehr Panik, vor dieser Frau wegzurennen. Im Nachhinein betrachtet, sollte es eine Entscheidung sein, die ihn noch sein ganzes Leben lang in seinen Träumen verfolgen sollte. So dauerte es keine fünf Sekunden, bevor sein Gehirn die Kontrolle über seine Beine übernommen hatte und ihn schon einen Block weitergetragen hatte. Das einzige was er von ihr noch hören konnte war ein 'Verdammt, schnapp ihn!' was auch seinen Verdacht bestätigte das sie nicht nur nicht von SHIELD war, sondern das sie auch nicht alleine war.
Keigo zog das Glück mal wieder magisch an.
Keigo wusste nicht wer ihn verfolgte, da er einfach zu verängstigt war um zurück zu blicken und dabei unbewusst langsamer zu werden. Es könnte eine ganze beschissene Armee sein, Panzer und Waffen die er nicht ein mal beschreiben könnte. Er hörte den Wind an seinen Ohren vorbei sausen und das schimpfen der Leute die er anrempelte während er sich durch die Menge einen Weg bahnte und schließlich bei einem Einkaufszentrum ankam.
Es war eine völlig unbewusste Entscheidung. Aber der genauestens funktionierende Teil seines Verstands sagte ihm, das es leichter wäre seine Verfolger zwischen all den vielen Fremden, die sich im inneren vor der Kälte verstecken, loszuwerden. Er betrat das Gebäude und sah sich genau in dem offenen Bereich um bevor er zu einem Bereich ging an dem viele Stände mit Gratis-proben versuchten Kunden zu locken. Hier waren die meisten Menschen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Keigo bahnte sich seinen Weg durch die Menge an Ladenbesuchern, seinen Verstand in dem Moment völlig ausgeschaltet und nur mit dem einzigen Instinkt, seinen Körper zum Ende des Flures zu bringen.
Trotz des ganzen Lärms hier, konnte Keigo gut und deutlich, schnell und schwere Schritte hören die ihn irgendwo hinter ihm verfolgten. Er konnte nur erahnen, das das seine Attentäter waren. SCHEIßE!
Er nahm einen anderen Gang nach Links, und endete in der Lebensmittelabteilung wo er sofort zur Rolltreppe eilte, die ihn nach oben in den ersten Stock brachte. Er zwängte sich an den Leuten vorbei und ignorierte deren laute Proteste. Er war schon völlig verschwitzt und ganz außer Atem. Aber all das Adrenalin, das in in seiner Angst durch den Körper schoss trieb ihn weiter an. Besorgt sah er sich um, wohl wissend das wer auch immer hinter ihm her war, war nicht weit.
Fuck! Keigo konnte niemanden ausmachen, der ihm verdächtig vorkam. Was bedeutete wohl das sie wussten das Keigo nicht wusste wer ihn verfolgt. Schwer atmend, rannte Keigo in den nächsten Gang, der die Kinderabteilung darstellte. Spielzeuggeschäfte reihten sich hier an die Kinderbetreuung. Keigo passierte den Spielplatz, der voller Kinder war, die lauthals kreischten und Krach machten. Es könnte genug Ablenkung sein um von denen zu entkommen, denen er entkommen wollte. Keigo passierte eine der Hüpfburgen, gerade als die Aufsicht ein freches Kind daraus hinaus zerrte um es zu seinen Eltern zu bringen. Keigo nutzte den Moment und schlich sich an ihm vorbei, um sich in der Ecke hinter der Hüpfburg zu verstecken. Es war ein furchtbares Versteck. Aber besser als gar nichts, wenn man bedachte das seine 'Nicht-SHIELD-Verfolger' nur fünf Meter entfernt sein konnten, und er es nicht einmal merkt, bevor es zu spät ist. Aber es gab ihm ein paar Sekunden Zeit um darüber nachzudenken, wie in Aizens-Motten-Gesichtigem Namen, er hier raus kommt, ohne getötet zu werden.
Keigo atmete tief durch und versuchte seine zitternden Hände ruhig zuhalten während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. Dabei hielt er auch Ausschau nach jedem der ein Gewehr haben könnte. Oder nach Kimi Wie-auch-Immer. Brünette, kurzer Rock, enges Shirt, den Körper einer Göttin und potenzielle Attentäterin. Keigo würde sie sofort erkennen, auch wenn er sich nicht an ihr Gesicht erinnern würde. Keigo kroch noch tiefer in die Ecke und kramte sein Telefon heraus um Urahara anzurufen. Der Anruf wurde sofort zur Mailbox geleitet.
„Kisuke, du elendes Stück..." begann Keigo, doch die Worte blieben ihm in Halse stecken, als er begriff das ihn ein kleines Kind, mit großen Kulleraugen anstarrte und dabei an seinen Fingern leckte. 'Mist. Okay, Keigo beruhige dich. Lächle einfach und denk dir eine blöde Ausrede für das blöde Kind aus.' dachte sich Keigo und lächelte und winkte unschuldig. Mit einem Kind wird er ja wohl besser fertig als mit ein paar Stalker Teenagern die Regierungsgeheimnisse wissen wollen, oder?
„MAMMI!"
Oder vielleicht auch nicht!
Keigo wird sterben... hier in der Kinderabteilung einer Gottverdammten Shopping-Mall.
„MAMMI! MAMMI! Da ist ein..."
„Sschhh... Hey hey, kein Grund sich aufzuregen. Jetzt sei ruhig!" Keigo versuchte das Kind so gut es geht zu beruhigen. Den es sah so als als ob der hier und jetzt gleich eine Szene machen wird. Keigo suchte seine Taschen sofort nach ein paar Münzen ab. „Hier..." sagte er und gab dem Jungen 500 Yen. „Los kauf dir was schönes. So lange du niemandem sagst das du mich hier gesehen hasst. Ich bin nicht hier, okay! Nicht hier!"
Mit diesen Worten, rappelte sich Keigo auf und floh aus der Hüpfburg. Verfluchte Kinder und ihre verfluchten lauten Mäuler.
Keigo lief zwei weitere Stockwerke rauf, die Müdigkeit überkam ihn gepaart mit dem Stress und der Erschöpfung. Durch die Heizung und die Verfolgungsjagd war ihm so heiß das er kaum atmen konnte. Er zog seine Jacke aus und schob diese Diskret in die große Einkaufstüte einer Frau, die gerade abgelenkt war. Jetzt könnten sie ihn nicht finden. Oder? Da konnte er sich nicht sicher sein. Mist.
Seine Gedanken überschlugen sich. Die Frage danach, wer und wieso ihn verfolgte, brannte in ihm so sehr wie die Sache wer und wieso die Situation so verfahren war. Kurz fragte er sich ob er nicht vielleicht auf überreagiert hat als er weggerannt ist. Aber warum wäre sie ihm sonnst gefolgt?
Nervös kramte er wieder nach seinem Telefon während er im dritten Stock ankam. Hier befanden sich die ganzen Restaurants. Vielleicht wäre es eine schlechte Idee sich einfach im Badezimmer zu verstecken. Dieses Spionage-Training wäre jetzt wirklich praktisch gewesen. Er musste hier raus. Und das sofort. Kisuke nahm einfach nicht ab. Er war also wohl nicht im Laden und Keigo wusste nicht ob er einfach von der Plaza fliehen wollte. Heftig atmend, tippte Keigo Fujikawas Nummer ein und beschloss keine Zeit mehr zu verschwenden und auf 'anrufen' zu tippen.
„...habe Sichtkontakt auf 3 Uhr. Ich greife ein..."
Scheiße! Da war jemand links von ihm. Keigo drehte sich um um einen Mann in einer schwarzen Kapuzenjacke zu sehen der ihn grimming ansah... OKAAYYY... Er muss rennen. Und zwar jetzt. Also tat es Keigo auch, und rannte in entgegengesetzter Richtung davon. Das Telefon auf seine Brust gepresst lief er durch die Restaurants.
„Herr Asano?" sagte eine Stimme in seinem Telefon. Keigo erschrak so sehr das er fast den Tisch einer fünfköpfigen Familie umwarf. Keigo hielt sich sofort das Gerät ans Ohr und schnaufte wild.
„Verfolgen Ihre Leute mich?" fragte er, während er nach einem Notausgang Ausschau hielt. Es wäre der kürzeste Weg nach unten ohne sich umdrehen zu müssen. Es war sehr Riskant, aber Keigo gingen die Optionen aus. Er hörte wieder die Stimme seines Verfolgers „Scheiße!"
„Nein, wir sind... Was ist los? Ich orte Ihr Telefon."
„Ich werde von irgendwelchen Typen verfolgt, die nicht von SHIELD sind und ich weiß nicht wieso." jammerte Keigo und preschte durch den Notausgang und stürmte die Feuertreppe nach unten wobei er immer mehrere Stufen auf einmal nahm. Fujikawa sagte etwas, doch Keigo konnte ihn nicht verstehen weil seine Schritte in dem leeren Treppenhaus zu laut waren und ihm ein paar weitere schwere Schritte verfolgten.
„Asano Keigo..." schnaufte die männliche Stimme die nur ein oder zwei Meter hinter ihm war. „Wir wollen nur mit Ihnen sprechen..."
Instinktiv duckte sich Keigo als eine Hand nach ihm griff und wich dieser aus. Sollte Keigo anhalten und erst einmal zuhören? Nein! Das sollte und könnte er nicht? Er wusste es nicht. Keigo war kein Gottverdammter Spion. Scheiße scheiße scheiße... da war jemand hinter ihm. Es war Kimi.
„Keigo, bitte..." sagte sie mit ruhiger stimme, während er ausrutschte und in einer Ecke landete.
(Anfänger-Griff, kiddo! Hallte Bandos stimme durch seinen Kopf.)
„Es gibt keinen Grund Angst zu haben! Wir wollen nur mit dir sprechen." fuhr sie immer noch in beruhigendem Ton fort. Jetzt, von Angesicht zu Angesicht, konnte Keigo sehen das sie älter war als er zuerst annahm. Sie hatte leichte Falten und runzelte die Stirn während sie ihn sehr ruhig und professionell ansah. Es gab an sich nichts bedrohliches an ihr. Sie klang eigenartig. Ein leichter Akzent war zu hören. Sie roch sogar eigenartig. Sie hob die Arme und drehte sich einmal um zu zeigen das von ihr keine Gefahr ausging. „Ich bin nicht bewaffnet... sehen Sie? Wir wollen nur kurz mit ihnen sprechen, und dann können Sie gehen."
Es klang ähnlich wie das was SHIELD ihm bei ihrem ersten Treffen gesagt hatte. Außer dem Unguten Gefühl in seiner Magengegend, welches ihm sagte das das auf gar keinen Fall die Guten sind, hatte er keinen Beweis das es wirklich so war. SHIELD war es ja wohl auch nicht, trotz ihrer scheinbar guten Vorsätze. Aber diese Typen waren es bestimmt nicht.
Der Kerl der ihn verfolgte stoppte ein paar Meter hinter ihm. Offensichtlich auf Kimis Anweisung hin, die ihn sehr vorwurfsvoll und strafend ansah. Ganz bestimmt hielt sich der Typ zurück um Keigo nicht bewusstlos zu schlagen. Keigo schluckte.
Plötzlich drang Fujikawas Stimme durch die drückende Stille. „Sag kein Wort! Wenn Sie reden wollen, sollen sie einen Termin vereinbaren!"
Kimi erblickte das Telefon in Keigos Hand und öffnete ihre eigene um es wohl entgegenzunehmen. Sie sprach mit bedacht und mit neutraler Stimme. Keigo sagte nichts. „Ist das dein Hehler?"
Keigos Mund wurde Staubtrocken. Sein Magen fühlte sich an als wäre er mit Blei gefüllt. Die Panik überkam ihn wieder.
„Ich würde gerne mit ihm sprechen. Keigo, könntest du ihn bitte fragen ob ich mit ihm sprechen kann?"
„Keigo nicht..."
„Ich will nur einen Termin vereinbaren. So wie er es selbst gerade vorgeschlagen hat. Du hasst mein Wort. Wir sind nicht deine Feinde, Keigo..."
Hier befanden Sie sich im dritten Stock. Das Geländer war unbewacht. Der Kerl hinter ihm bereitete sich wohl schon darauf vor, Keigo wehzutun falls er auch nur eine plötzliche Bewegung macht. Drei Stockwerke ging es dort runter. Scheiß drauf!
Keigo griff nach dem Geländer und schwang sich darüber runter zu springen.
Keigo hörte laute Stimmen rufen während er in die tiefe Stürzte, mit der Schulter irgendwo aufschlug und dann im Erdgeschoss auf dem Boden aufkam. Keigo ignorierte die höllischen Schmerzen die er in Schulter und Füßen hatte, während er sein fallengelassenes Telefon aufhob und durch die nahe Tür verschwand. Schmerzerfüllt, umklammerte er seine rechte Seite während er über den Hof des Einkaufszentrums davon sprintete und nicht einmal nach hinten sah um zu sehen ob sie ihm nicht verfolgen. Da erspähte er einen Bus, der an der Haltestelle am Rande des Einkaufszentrums anhielt. Keigo hielt darauf zu, so fokussiert, wie er es nur war als er damals mit einem Zanpakutou bewaffnet versuchte etwas zu tun, und sprang ins innere just in dem Moment als sich die Türen schlossen. Der Bus fuhr los und Keigo fiel auf die Knie während er rückwärts gegen die Tür fiel. Erst jetzt riskierte er einen Blick. Sie waren nicht da... er hatte sie abgehängt.
Keigo schloss seine Augen und begriff erst jetzt das seine Schulter wohl schwerer Verletzt war als er dachte. Mit mühe gelang es ihm seine Buskarte zu scannen, während er nach seinem Telefon schaute. Das Display war kaputt und die Verbindung war getrennt. Keigo seufzte und rief sofort wieder Fujikawa an. Zu seinem Ärger, wurde der Anruf sofort zur aufgezeichneten Stimme einer Frau geleitet, die ihn sagte das diese Nummer nicht vergeben ist. Keigo seufzte während ihm tränen in die Augen schossen. Jetzt war er wirklich allein.
Plötzlich klingelte sein Telefon und Keigo bekam neuen Lebensmut.
„Hallo?!"
„Hey, Mann wo bist du? Ich kann dich nirgendwo finden!" maulte Mizuiro. Richitig. Keigo seufzte.
„Hi! Ja, Sorry... Wir hatten uns ver... quatscht."
„Du hättest ruhig erwähnen können das deine Freundin vorbeikommt um sich mit dir zu treffen..."
„Es ist nicht so... Ich wusste nicht das... Um... Wie lange... war ich den weg?" Keigo sah sofort auf sein Display um nach der Zeit zu schauen.
„Etwas mehr als eine halbe Stunde? Ich dachte ihr würdet euch noch unterhalten, also wollte ich nicht stören."
Es war nur eine halbe Stunde? Verfolgungsjagden waren in Wirklichkeit die Hölle.
Keigo nickte und observierte genau die Haltestelle an der sie gerade hielten. „Ich werde wohl heute nicht mehr dazu kommen das Eis zu prob... aghh..."
Eine unerwartete Bodenwelle lies eine Welle aus Schmerz aus seiner Ausgekugelten Schulter strömen.
„Asano, alles okay? Wo bist du?"
„Ich... ehm... Ich bin... okay. Wirklich! Es ist nur... Mir ist etwas sehr wichtiges dazwischen gekommen." log Keigo und wimmelte ihn ab. „Und Mizuiro... falls du sie... Naja, falls irgendjemand den du nicht kennst auf dich zukommt und dich etwas über mich fragt, sag einfach gar nichts, okay? Egal, was sie sagen, wer sie sind."
Was folgte war eine beunruhigend lange Pause.
„Gar nichts sagen?! Was... Wer ist sie?! Was ist eigentlich los?"
„Naja, nur jemand von der falschen Gruppe beim Selbsverteidigungskurs. Die sind auf nichts gutes aus und ich will mich nur in nichts hineinziehen lassen, weißt du!" er erzwang sich ein lächeln.
„Ist wirklich alles okay bei dir? Soll ich vorbeikommen und..."
„Nein, nein! Mir geht es gut. Wirklich!"
„Wir könnten mit Ichigo reden..."
„Oh, Gott nein! Denk nicht einmal daran. Das ist eine schreckliche Idee, die wir nie wieder ansprechen sollten. Ich habe alles unter Kontrolle. Es ist nur... Sag nichts. Unter gar keinen Umständen. Bitte." flehte Keigo. Das letzte was er gebrauchen könnte war das Ichigo auch noch seine Nase da hineinsteckt. Er wusste wie er war wenn es um Karakura ging.
„...Keigo... das Gefällt mir nicht!"
„Kein Grund so... nur... Tu mir den Gefallen. Ich... oh..." die nächste Haltestelle war nah. „Ich muss jetzt auflegen. Wir sprechen später!"
Keigo legte auf noch bevor sein Freund etwas sagen konnte. Der Bus hielt an und Keigo erhob sich von seinem Platz um auszusteigen. Genau in diesem Moment, klingelte sein Telefon erneut. Keigo überprüfte diesmal die Nummer bevor er abhob und sah das die Nummer unterdrückt war.
'Großartig' dachte er sich. Nicht-SHIELD hat wohl seine Nummer herausgefunden. Er hatte viel zu viel Angst abzuheben und sich in einem Anfall von Leichtsinnigkeit erwischen zu lassen, nachdem er gerade so heldenhaft entkommen ist. Das Klingeln änderte sich schlagartig zu einer Stimme.
„Keigo, ich bin es. Heb ab, bitte!" drang Fujikawas stimme heraus. Keigo folgte sofort. SHIELD hatte eine interessante Anruferkennung.
„Hallo?" sagte er vorsichtig während er sich umsah, für den Fall das ihn jemand hierher gefolgt war.
„Da ist eine 'Gamers' Filialle in deiner Nähe. Ein Wagen wird dich in fünf Minuten dort abholen."
„Mann, was zum Teufel ist gerade passiert? Ich... Wieso... Wer sind diese Leute?"
„Am Gamers! In fünf Minuten. Zerstör das Handy und entsorge es sofort! Ich bitte dich."
„Was... Verdammt ich... Aghh... Fein!" Keigo legte auf und seufzte laut. Wieder schossen ihm Tränen in die Augen. Er war frustriert und fror. „Okay, ganz ruhig Keigo. Waben-Mann hat vielleicht eine ganz plausible Erklärung dafür." sagte er zu sich selbst. „Weinen und Eis essen kannst du später. Reiß dich zusammen."
Keigo sah auf sein Handy, lies es auf den Boden fallen und trat so fest er konnte drauf. Es war nicht schwer, da er seinen ganzen Frust auf das Telefon konzentrierte. Keigo hob die zersplitterten Teile auf und warf sie in einen nahen Mülleimer, den er glücklicherweise fand (die Dinger gab es in Tokio ja nicht gerade zu hauf) und lief weiter zum Gamers. Dort warf er die Speicherkarte und die Sim-Karte in einen Gully und damit in die Kanalisation. Mülleimer waren nicht gerade massenweise in Tokio zu finden. Er könnte es nicht gebrauchen wenn Nicht-SHIELD seine ganzen Informationen findet. Er hatte keine Ahnung welche Technologien sie verwenden, aber er konnte sich denken das es die gefährlichste war.
Ein elegantes, schwarzes Auto bog nur wenige Minuten später um die Ecke und Keigo erkannte sofort, das es SHIELD gehören musste. Keigo stieg sofort ein und der Fahrer fuhr wortlos an und bahnte sich seinen Weg durch den dichten Verkehr.
Diesmal, war das SHIELD-Hauptquartier im Stadtteil Minato. Eigentlich nicht weit weg von ihren ehemaligen Büros. Sie stiegen auf dem Parkplatz aus und Keigo wurde von dem Fahrer, der diesmal nicht Agent McBroody war (Keigo interessierte es im Moment aber nicht), zu einem der Gebäude eskortiert. Keigo war viel zu erschöpft und hatte viel zu große Schmerzen um sich das Gebäude näher anzusehen. Benommen betrat er das neue Bürogebäude, den Arm auf seiner Brust gestützt, bevor er in einen Raum abgeladen wurde, der sich wohl leicht unterhalb der Straße befand und der eindeutig Medizinische Geräte beherbergte. Keigo wollte sich schon wieder aufregen, bis er sich daran erinnerte, das es wohl wegen seiner Schulter war.
Eine Ärztin führte ihn zu einem der Betten und fing an seine Schulter zu untersuchen. Keigo sah es als Gelegenheit an, sich etwas umzusehen. Etwas was er das letzte mal als er hier war nicht wirklich getan hatte. Die Krankenstation von SHIELD war... gelinde Gesagt, sehr wie ein Krankenhaus, nur eben für Spione. Es war steril, nüchtern und mehr zweckmäßig als komfortabel eingerichtet. Keigo hätte es nicht anders erwartet. Sich umzusehen machte ihn müde, das Adrenalin sank und sein Körper entspannte sich endlich.
„Bitte leg dich hin Junge,..." sagte die Ärztin und wandte den Blick nicht von seiner Schulter ab. „...Agent Fujikawa wird gleich hier sein um mit dir zu reden. Davor müssen wir das hier noch wieder einrenken..."
„Oh, natürlich! Moment mal... Einrenken? Sie meinen... meine Schulter?"
Die Frau sah ihn mit großen Augen an. „Ja, deine Schulter! Jetzt sag nicht das du nicht gemerkt hasst das du dir die Schulter ausgekugelt hasst?"
Keigo versuchte mit den Schultern zu zucken, wobei ihm wieder sofort dieser höllische Schmerz in den Rücken fuhr. Sie hatte recht, seine Schulter war definitiv nicht da wo sie sein sollte. Die Ärztin sah ihn für ein paar Sekunden an bevor sich den Kopf schüttelte.
„Nicht zu glauben." sagte sie genervt. „Jetzt entspann dich, sonst machst du es mir nur schwerer... jetzt zähl bis drei."
Bevor er auch nur anfangen konnte, hallte ein lautes Krachen, gefolgt von Keigos lautem Geschrei durch den Raum. Keigo brauchte einen Moment um zu begreifen das er selbst gerade vor Qual schrie.
„AU SCHEISSE!" Keigo versuchte sein bestes um sich von Dr. Menschenquäler loszueisen, aber sie hielt ihn fest und sah ihn streng an während sie seinen Arm verband und abstützte. „War das wirklich nötig?"
Wie aufs Stichwort, öffnete sich die Tür und Fujikawa stürmte mit einer Besorgnis hinein, die Keigo noch nie zuvor bei dem Agenten gesehen hatte. Dr. Jekyll (wie Keigo sie in seinen Gedanken nannte) fixierte noch die Schlinge in die Keigo seinen Arm legen konnte und lies die beiden allein.
„Also los Waben-Mann..." sagte Keigo und der Agent sah ihn bei dem Namen fragend an. „Was ist gerade passiert?"
Fujikawa setzte sich neben ihn. „Ich hatte gehofft das du mir das sagen kannst. Wir haben Leute in das Einkaufszentrum geschickt in dem du warst. Aber du musst uns etwas über sie sagen. Irgendwelche Details oder Erkennungsmerkmale."
Vielleicht war es weil das Adrenalin endlich nachließ und er so erschöpft war. Aber er erinnerte sich an absolut jedes kleine Detail in den letzten zwei Stunden. Keigo hatte keine Ahnung, wie sein Gehirn das anstellte, aber sofort erzählte er langatmig und ausführlich jedes kleine Detail der Ereignisse in HD, wie in einem IMAX Katastrophenfilm. Von seinem Gespräch mit Kisukue, zu den leuchtenden Farben der fast leeren Eisdiele. Von der Wärme auf seiner Schulter wo Mizuiros Arm für mehr als 8 Minuten auflag bis zum Erdigen Geruch von Tagua Kimis Gürtel, der von etwas klinischem überdeckt war als sie ihn im Treppenhaus stellte. Diese paar Stunden fühlten sich wie Jahre, und wie nur ein paar Minuten gleichzeitig an. So konnte Keigo ehrlich gesagt nicht bestätigen ob es wirklich so war oder es sein Wunschdenken war. Aber was sollte er nun dem Agenten erzählen?
„Ich ging mit meinem Kumpel gerade zu dieser neuen Eisdiele in der neuen Einkaufspassage am Karakura-Park." fing er an zu erzählen. Seine Augen nicht fokussiert und schielend. „Dieses Mädchen, das ich nie zuvor gesehen habe, rief meinen Namen als wir gerade reingehen wollten. Ich sagte meinem Freund das er reingehen und drinnen auf mich warten soll. Sie sagte, Ihr Name wäre Tagua Kimi und sie wäre von SHIELD. Aus irgendeinem Grund wusste ich das sie lügt und bin abgehauen!"
„Wir haben hier keine Tagua Kimi! Weder als Angestellte, noch als Decknamen..."
„Ja, ich weiß!"
Fujikawa sah ihn flehentlich an. „Und woher, konntest du das Ableiten?"
Hat der Agent etwa herausgefunden das Keigo hinter dem Mini-Cyber-Angriff steckt? Seinem Gesichtsausdruck zu urteilen der sich bemerkbar machte... Keigo konnte es nicht sagen! Dann wiederum, hob er die Hand um ihn 'absichtlich' so anzusehen als ob er ihn gar nicht erst verdächtigt. Scheiße. Keigo wusste es nicht. Er würde wohl aus diesen Agenten nie schlau werden. Die würden schon dafür sorgen das es nicht so weit kommt.
Er wollte wieder mit den Schultern zucken, verzog aber sofort das Gesicht als er wieder den Schmerz spürte. „Es schien einfach... nicht eure Vorgehensweise zu sein... Und ich konnte hören, das sie einen Akzent oder so etwas hatte. Koreanisch... vielleicht Chinesisch... ich weiß es nicht..."
Als er das hörte, tat Fujikawa das was wohl jeder Spion tut wenn er geschockt ist: er zuckte: „Was kannst du mir sonst über sie erzählen?"
„Brünette, mittellanges bis langes Haar, braune Augen, relativ klein... ich würde sagen eins vierundfünfzig bis eins fünfundfünfzig. Sie hatte einen hellblauen, kurzen Rock an. Ein weißes T-Shirt, hellrosane Daunenjacke..." zählte Keigo auf. „...eine Beige Handtasche glaube ich... Oder war sie malvenfarben? Ist das überhaupt eine Farbe? Jedenfalls war sie... um... Ich glaube sie hat etwas nach Erde oder Schlamm gerochen? Und nach Desinfektionsmittel. Da war auch so ein anderer Kerl der ihr half. Ein eins achtzig großer Kerl mit Bürstenschnitt, schwarzem Hemd und dicker Kapuzenjacke. Sie haben mich... wie ich ja sagte, verfolgt und ich bin weggerannt. Sie haben mich bis zum Einkaufszentrum am Karakura Honchou verfolgt und mich auf der Feuertreppe gestellt."
„Ich habe gehört das sie mit mir sprechen wollte."
„Ja, aber sie wusste nicht wer Sie sind? Sie hat Sie meinen Hehler genannt?"
Fujikawa runzelte die Stirn. Keigo hätte es nicht gestört, wenn sich in seinem Kopf nicht gerade die wildesten Theorien breitgemacht hätten. „Das will ich doch nicht hoffen. Und du hasst nicht gefragt, für wenn die beiden Arbeiten."
„Ich habe nicht ein Wort gesagt. Ich habe genug Krimis gesehen um zu wissen das je weniger ich weiß, desto besser!"
„Hmm... Gut! Falls es geht, musst du bitte alles aufschreiben." Keigo nickte als er das hörte. Fujikawa stand auf und zog etwas aus seiner Tasche, das sowohl ein Telefon, als auch ein Elektroschocker sein könnte. Keigo wollte es gar nicht herausfinden. Der Agent sah ihn einen Moment an, bevor er wieder stoisch wurde und er ganz eindeutig Keigos verletze Schulter ansah. Keigo wurde leicht mulmig. Er war es schließlich nicht gewöhnt von einem Geheimagenten so angestarrt zu werden. Ehrlichgesagt wäre es ihm lieber, wenn er nicht so in seine Seele starren würde.
„Haben die dir diese Verletzung zugefügt?" fragte der Agent schließlich, während er mit seinem Telefon ein Foto von seiner Schulter schoss.
„Oh,... ehm... Nein..."
Fujikawa nickte. „War es wirklich nötig runter zuspringen um zu entkommen?"
Keigjo fragte sich ob Fujikawa ihn die ganze Zeit beobachtet hatte. „Vielleicht!" rief er zurück. „Mit einer gebrochenen Schulter kann ich leben, solange ich überhaupt lebe. Sie wissen schon... Leben. Soll was richtig tolles sein wenn man erst einmal die existenzielle Angst und die Pubertät hinter sich hat... habe ich mal gehört."
Der Agent sah ihn noch ein Weilchen an und war verlockt zu fragen ob er es auslassen kann. Dann, aus dem nichts... mit einem Gesichtsausdruck der zeigte das es ihm wirklich wehtat es zu sagen, sagte er: „Du hast SHIELD... heute einen großen Dienst geleistet, den nur wenige in deiner Situation tun würden. Besonders, nachdem du gestern erst gesagt hasst das du nichts mehr mit uns zu tun haben willst. Dafür und für deine Verletzungen, sind wir bereit dich zu entschädigen. Was immer du willst und so lange es machbar ist, natürlich."
„Meine Schwester..."
„Wird bewacht! Zusammen mit deinen Freunden. Wir werden sicherstellen das ihnen nichts passiert!"
„Oh, vielen Dank ich... ich meine: Danke!" Keigo gab ein müdes lächeln von sich. SHIELD war nicht so quietsche rein wie sie vorgaben zu sein, aber wenigstens kannte er sie. Und Kisuke stand auch hinter ihm, also konnte er sicher sein das sie weder seiner Familie noch seinen Freunden etwas antun.
„Ich würde es außerdem sehr begrüßen, wenn du noch einmal deine Entscheidung bezüglich der SHIELD-Akademie überdenken würdest..."
„Wollen Sie mich verarschen?" schrie Keigo und wurde wieder wütend.
„...na um sicherzugehen das so etwas nicht wieder passiert. Nicht nur das unsere Organisation gefährdet war, auch dein Leben war in akuter Gefahr. Abgesehen von den wenigen Krav Maga Stunden die du hattest, bist du immer noch ein untrainierter Zivilist der..."
„...der sehr gut mit der Situation umgegangen ist. Das denke ich zumindest..."
„...und du bist dir nicht bewusst wie weit so manch einer gehen wird um das herauszufinden was wir von dir wissen. Keigo,..." Fujikawa klang immer unruhiger. „...das hätte heute wirklich ins Auge gehen können... und das ist es auch schon, für unzählige Andere. Du warst da draußen, umgeben von Zivilisten ohne Schutz, ohne Training und mit einem potenziellen Feind auf den Fersen. Verstehst du was ich meine?"
Nun... Wenn man es so betrachtet... Aber Keigo konnte nicht einfach so die die Karakura High verlassen und plötzlich so einer Akademie beitreten. Zugegeben, SHIELD hatte bis jetzt nicht von Ichigos und Co's Beteiligung an dem Zeug, das sie hier ja erforschen herausgefunden. Aber es heißt nicht das der Karrottenkopf nicht sofort verdacht schöpft und anfängt selbst herumzuschnüffeln. Egal ob er Superkräfte hatte oder nicht... Der Idiot hatte einen Helden-Komplex...
Es ging für Keigo darum sein ganzes Leben wegzugeben, um vor einem Feind beschützt zu werden der SHIELD wollte und nicht ihn. Nicht wirklich. Genau das sagte er dem Agenten vor ihm, der ihn still schweigend für nur etwa zwei Sekunden ansah, bevor er ihm anbot einfach seinen alten Vertrag wieder zu reaktivieren.
„Sie wissen schon das das Gegenteil von: 'Ich will nicht mit SHIELD arbeiten' ist, oder?"
„Herr Asano..." Fujikawa siezte ihn auf einmal wieder. „...eine Geheimorganisation hat sie auf dem Radar. Und ich kann Ihnen garantieren, das diese Leute bestimmt nicht die einzigen sind die über Sie Bescheid wissen. Sie wissen wie sie sie finden können. Und auch wenn SHIELD Sie und Ihre Familie beschützt, werden die wohl früher oder später einen Weg finden, mit Ihnen in Kontakt zu treten, sofern wir nicht genug Informationen über sie haben. Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder, wir lassen Sie komplett von der Bildfläche verschwinden und trainieren Sie in unserer Akademie, oder wir geben Ihnen Feld-Agenten-Training bis sie achtzehn sind damit sie hier bleiben können. Danach, können wir über ihre offizielle Rekrutierung und weitere Schritte sprechen."
„Offizielle Rekru... Sie wollen... MICH? Ich soll für Sie ein Agent werden?" Keigo sah ihn verdutzt an. Als ob die Spionage-Schule nicht schon schlimm genug wäre, aber Spionage-Arbeit war eine ganz andere Liga.
„Sie haben dich unterschätzt, es war gut das du das zu deinem Vorteil genutzt hasst. Aus einer solch prekären Situation zu entkommen indem du zwei Stockwerke tief..."
„Drei!" korrigierter er ihn schroff.
Fujikawa hielt kurz inne. „Drei Stockwerke eines Gebäudes. Und das mit nichts weiter als purer Institution. Ich will gar nicht daran denken was das nächste mal passieren könnte. Du warst ihre Option, aber sie haben versagt. Und zwar weil du das nicht zugelassen hasst. Und das ohne Training. Das nächste mal werden diese Leute härtere Geschütze auffahren und das meine ich wörtlich. Deine Kampf- oder Fluchtinstinkte haben dich heute noch gerettet, also bitte in Gottes Namen: Lass uns dich trainieren!"
Der Agent sah so aus als wolle er sich die Haare ausreißen. Stattdessen riss er sich aber zusammen und rückte seinen Anzug gerade. Scheiße, dachte sich Keigo. Wie beschissen ist das den?
Keigo wusste bereits das er einknicken würde. Er war gerade einmal einen Tag hier raus und wurde schon wieder hineingerissen. Aber Fujikawas Worte machten auch Sinn. Bald würden noch mehr von diesen Leuten aufkreuzen und Probleme machen. Dann müsse Kisuke die Sache regeln. Zweifelsfrei würde die Übernatürliche-Truppe irgendwann dahinter kommen und sie würden Keigo auf Lebzeiten hassen, wenn sie ihn nicht sofort umbringen. Und wenn erst einmal die Soul Society herausfindet was Sache ist, dann wäre er erst wirklich am Arsch!
Andernfalls, wenn er wirklich SHIELD beitritt, müsste er es sowieso Kisuke wissen lassen, weil er alleine die Sache niemals gebacken bekommt. Und er müsste noch mehr vor seinen Freunden verheimlichen. Geheimnisse zu haben macht nur so lange Spaß, bis man nicht einen hohen Preis dafür Zahlen muss. Und Ichigo würde sowieso bald irgendwann die Wahrheit herausfinden und daran wollte er gar nicht denken.
Hinzu kam aber auch noch, das Keigo SHIELD schon rein aus Prinzip immer noch nicht vertraute. Er versuchte die vielen Male, als sie seinen Arsch gerettet haben, zu ignorieren. Wurden diese Situationen ja rein technisch gesehen, durch sie selbst verursacht. Es bereitete ihm Kopfschmerzen. Er musste sich erst einmal ausruhen und in ruhe darüber nachdenken. Und er musste mit Urahara reden, bevor er etwas dummes macht.
Es war schon ein gewundener Gedanke zu glauben das SHIELD Kimi und ihren Bodyguard losschickt nur um ihn auf ihre Seite zu ziehen. Keigo konnte sich nicht vorstellen das er so wichtig war, das sie so viel aufwand betreiben. Aber es war auch die Art und Weise wie SHIELD vorgehen würde. Oder zumindest wie Spione vorgehen würden. Ugh...
„Ich muss zuerst darüber nachdenken." murmelte er nach einer Weile. Fujikawa nickte zustimmend.
„Eigentlich würde ich sagen, das zu dir so viel Zeit nehmen kannst wie du willst. Aber die Zeit rennt uns davon. Außerdem werden wir nur deine volle Zusage akzeptieren." mit diesen Worten lief der Agent zur Tür und wies ihn per Geste an zu gehen. „In der Zwischenzeit, würdest du bitte..."
Keigo stöhnte.
SHIELD hielt sein Wort und stellte Leute ab um sein Haus zu bewachen. Durchs Fenster beobachtete Keigo eine Frau, die er nie zuvor gesehen hatte, wie diese mit einem Hund durch die Gasse hinter dem Haus spazieren ging. Eine Stoische Frau, mittleren Alters die einen dicken grauen Wintermantel und schwere Winterstiefel trug. Ganz anders als Kimi. Das war definitiv SHIELD Material. Keigo lächelte ihr zu, was sie mit einer Art Grimasse beantwortete und er ging zurück um mit seinem Tag weiter zumachen.
Bald sollte Kon vorbeikommen um die Broschüre der Akademie abzuholen, so wie Urahara es angekündigt hatte. Aber Keigo hatte keine Ahnung wie der Typ hier herkommen soll, wenn Ichigo doch in seinem eigenen Körper war. Vielleicht in einem neuen, anderen Gigai. Keigo musste einfach die Augen offen halten. Nicht zu vergessen das sowohl SHIELD als auch Nicht-SHIELD ihn bestimmt noch weiter beobachteten und seine Besuche bei Urahara nun nicht mehr möglich waren. Also schrieb Keigo einen Brief in dem er alles erzählt was passiert war um diesen Kon mitzugeben, wenn dieser jemals aufkreuzt. Was um etwa 4 Uhr Nachmittags der Fall war, kurz nachdem er von der Schule heim kam.
Mizuiro hatte ihn den ganzen Tag mit diesem beleidigten und überraschenderweise verletztem Gesichtsausdruck angesehen. Keigo hätte sich schlecht gefühlt, wäre er nicht derjenige Gewesen dem man so oft etwas verheimlicht hat und der wusste wie sich das anfühlt. Also lächelte er einfach nur und sagte nichts.
Wie sich herausstellte, mussten Gigais wohl ein überflüssiges Gut sein, wenn sogar ausgestopfte Stofftiere diesen Job machen können. Den Keigo war sehr überrascht als er die Tür öffnete und einen Plüsch-Löwen sah, der eine Schulmädchenuniform trug und die Hände auf die Hüften gestemmt hatte.
„Was... ist den mit dir passiert?"
„Nichts ist passiert! Das ist mein Körper!"
Keigo wollte loslachen. Wer wollte es wirklich. Aber er hielt sich so gut es ging zurück um keine Aufmerksamkeit zu erregen und ging sicher das keiner sie beobachtete während er ihn hinein scheuchte.
Herr Gott, ist das sein Leben? Ist das die Realität?
„Also... der Chef meinte du hättest irgendetwas das du mir geben sollst?" rief Kon, Keigo zischte ihn an ruhig zu sein. „Was? Ich sage doch nur was Sache ist. Und damit du es weißt ich bin kein Laufbursche! Also sagst du Ura... mmmgh!"
Keigo brachte die laute Nervensäge mit einem Sofakissen zum Schweigen und trug ihn in sein Zimmer. Dort stopfte er die Broschüre und den Brief in Kons Füllung und ignorierte dabei dessen Proteste bevor er ihn wieder raus brachte.
„Ich lasse dich erst gehen wenn du mir versprichst, den Mund zu halten." Keigo versuchte so drohend wie möglich zu klingen, ohne dabei Kon gleichzeitig wegen seiner albernen Verkleidung auszulachen. Wer auch immer ihm das angezogen hatte, meinte es nicht gut mit ihm. Er konnte es nachempfinden.
Nach einem letzten Versuch, sich loszueisen maulte Kon etwas was wie eine Zustimmung klang und Keigo nahm vorsichtig das Kissen weg um es wieder auf die Couch zu werfen.
„Was sollte den das den?!" maulte Kon sowieso.
War es die Art wie Keigo andere behandelt? Er war sich nun sicher zu verstehen, warum sich seine Freunde so verhielten. Gott noch mal, es gab zwei von ihm.
„Nur eine Vorsichtsmaßnahme. Jetzt geh, und sei vorsichtig wenn du das Haus verlässt. Versuch auf gar keinen Fall Aufmerksamkeit zu erregen, von niemandem. Hallte dich von kleinen Mädchen und alten Säcken fern. Geh einfach direkt zu Urahara, okay? Wir können ja später zusammen in die Spielhalle gehen oder sonst was."
„Wirklich? Toll! Okay, mach ich! Aber nimm es bloß nicht zurück!"
„Ich schwöre. Und jetzt los! Zack zack... Und lass dich nicht erwischen!" sagte er noch dem Löwen, der erheitert durch den Flur davonging. Okay, also der Typ war definitiv ein weiterer Keigo. Nun ja, wenigstens wusste er wie er mit ihm umgehen kann...
Keigo wurde aufgefordert, so viel möglich zu Hause zu sein um SHIELD die Überwachung leichter zu machen. Also beschränkte sich alles was er tat auf Hausaufgaben und Videospiele spielen. Er war noch zufrieden damit. Die Sorge das ihn jemand angreift und jemand wirklich jeden seiner Schritte beobachtet, versuchte er zu unterdrücken. Aber er hatte nun auch eine ganze Woche um über Fujikawas Angebot nachzudenken und zu warten.
Und schon war er gelangweilt.
In einem Affekt, lief Keigo zurück in sein Zimmer, zog sich eine Sporthose und ein T-Shirt an und fing an Push-Ups zu machen...
Nach kurzer Zeit hörte er jedoch auf und schloss seine Tür ab. Er war zwar aufgefordert so viel wie möglich zu Hause zu bleiben und er genoss es wirklich, vor allem da Mizuho für zwei Tage weg war. Doch er war schon gelangweilt. So lief er in einem Affekt zu seinem Laptop, öffnete sein Online-Profil und schrieb eine Nachricht.
xxRaizerDelicatexxx: Hey! Lange nicht gesehen! Wie stehts?
Kuneida_R:... leck mich... Dann eine kurze Pause. … na gut. Was willst du?
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